88er Flak wirklich für Flugzeuge?

6 Antworten

Die 8,8 cm Flak war eine Waffe, die speziell zum Einsatz gegen hochfliegende Flugzeuge bestimmt war. Zu einer 8,8 cm Batterie gehörten u.a. Entfernungsmesser, die Höhe, Richtung und Geschwindigkeit des Ziels erfaßten und die Daten an die Zünderstellmaschinen der einzelnen Geschütze übermittelten. Mit automatischen Geschützen (2 cm; 3,7 cm; 4 cm) kann man nur tieffliegende Ziele bekämpfen. Aber auch die 8,8 konnte nur Ziele bis max. etwa 8000 m Höhe bekämpfen und die Bomber konnten auch damals schon höher fliegen. Auf einen durch Flak abgeschossenen alliierten Bomber kommen statistisch etwa 8000 abgefeuerte 8,8 cm Granaten!! Das Ziel waren auch keine Direkttreffer, sondern Nahtreffer und das Flugzeug wurde dann durch Splitterwirkung beschädigt oder die Besatzung verwundet bzw. durch die Gasschlagwirkung der Explosion beschädigt.

Das Feuer wurde hauptsächlich als Sperrfeuer auf ein bestimmtes Zielgebiet konzentriert, wobei die einzelnen Geschütze gestaffelt auf etwas unterschiedliche Höhen zielten.

Durch ihre hohe Mündungsgeschwindigkeit und ihr großes Kaliber eignete sich die 8,8 hervorragend als Panzerabwehrwaffe, dazu wurde aber eine andere Munition verwendet als gegen Luftziele. Das eigentliche Flakgeschütz war dazu allerdings zu unbeweglich, der Auf- und Abbau dauerte zu lange.

Die 8,8 war ursprunglich als Flugabwehr Kanone entwickelt. Aus der Not heraus wurde die auch im Erdkampf eingesetzt, und hat sich hervorragend bewehrt. Mit der 8,8 wurde nicht gezielt auf ein Flugzeug geschoßen, das ging gar nicht ein Treffer ist da unmöglich.  Es standen immer mehrere Geschütze zusammen in einer Gruppe.  Diese beschoßen dann alle gleichzeitig den Feindlichen Bomberverband.  Es wurden hochexplosive Sprenggranaten verschoßen, deren große Splitterwirkung  die Bomber vom Himmel holten, da diese in eine Wolke aus umherfliegenden Splitter flog.

Die 8.8 wurde auch als Panzerkanone eingesetzt.
Die Wirkung gegen Flugzeuge basierte auf den Geschoßsplittern (wie heute auch noch bei Raketen). Man muss das Flugzeug nicht direkt treffen, schön ist es, den Schuss davor zu setzen, so dass das Flugzeug mit mehreren 100 km/h direkt in die Splitterwolke fliegt, in der sich die Splitter natürlich auch mit großer Geschwindigkeit auf dieses zubewegen.
Übrigens betrug die Kadenz der FlaK 41 8.8 cm 22-25 Schuss pro Minute.

Auch Flugzeugabwehrraketen müssen ein Flugzeug nicht direkt treffen - wirken tut auch dort die Splitterwolke.

Bei ca. 15 Sekunden siehst Du hier auch die Feuergeschwindigkeit der 8.8

https://www.youtube.com/watch?v=UTHnA3geo8U

Danke, tatsächlich sehr beeindruckend ich hätte nicht gedacht das der Nachladeprozess so schnell funkioniert. 

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