78 Wochen Krankengeld, dann neue Arbeitsunfähigkeit

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6 Antworten

Sorry, aber hier sind einige Annahmen schlichtweg falsch, weil sie von den **Leistungsträgern nicht richtig angewendet werden..**

Ich empfehle dir Morgen einen Antrag auf Mitgliedschaft in der VDK zu stellen. dann bist du schon zum ersten November als Mitglied gemeldet und bekommst dort weitere Unterstützung.

Ich poste Dir hier mal drei links, alle können dir weiterhelfen.

http://www.rechtsanwalt-koeper.de/index.php/global/artikel/krankenkasse_arbeitsamt_jobcenter/

BluePapillion 28.10.2013, 22:41
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Familiengerd 29.10.2013, 17:28
@BluePapillion

Ein sehr hilfreicher Link mit einer überraschenden Erkenntnis!

Die dort angeführte Entscheidung des Bundessozialgerichts besagt aber das genaue Gegenteil von Deiner fett geschriebenen Aussage: der 78-Wochen-Zeitraum beginnt erneut, wenn während der des laufenden Zeitraum eine neue Erkrankung attestiert wird, die mit der vorhergehenden in keinem engeren Zusammenhang steht. Es darf eben kein krankenfreier Zeitraum - und sei es nur ein einziger Tag - zwischen Vorerkrankung und Neuerkrankung liegen: in diesem Fall gilt dann nämlich der 3-Jahres-Block.

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BluePapillion 29.10.2013, 20:30
@Familiengerd

Offenbar hast Du immer noch Schwierigkeiten, wenn es um das Textverständnis geht.

Besagter Text sagt genau das aus was ich fett geschrieben habe,

Nach § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V ist entscheidend, ob die weitere Krankheit während der Arbeitsunfähigkeit eintrat oder danach. Somit kommt es darauf an, ob vor dem Hinzutritt von Krankheit Nr. 2 die Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit Nr. 1 geendet hat. Dabei reicht es im Extremfall, dass zwischen den beiden Phasen der Krankschreibung nur ein einziger Tag lag. Von einem Hinzutreten einer Krankheit kann schon dann nicht mehr die Rede sein, wenn sie erst am Tage nach Beendigung der bisherigen Arbeitsunfähigkeit oder noch später auftritt, befand das BSG hierzu schon in einer Vorgänger-Entscheidung vom 8.11.2005 (Az. B 1 KR 27/04 R).

Falls Krankheit Nr. 2 nach einer mindestens einen Tag langen Arbeitsfähigkeitsphase eintritt, wird die Uhr beim Krankengeld sozusagen wiederum auf Null gestellt – und es beginnt eine neue Drei-Jahres-Frist. Originalton BSG: Jede neue Krankheit löst hier eine Kette von Dreijahreszeiträumen mit entsprechenden Höchstbezugszeiten von 78 Wochen aus.

Welche Konsequenzen das hat, lässt sich wiederum anhand des jüngst in Kassel entschiedenen Falls zeigen. Da die ehemalige Filialleiterin vor ihrer Handverletzung, die sich am 4.7.2005 ereignete, bereits eine Zeit lang arbeitsfähig war, begann mit dieser Verletzung und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit eine neue Drei-Jahres-Frist (vom 4.7.2005 bis zum 3.7.2008). Noch in der Zeit der verletzungsbedingten Arbeitsunfähigkeit wurde bei ihr aber neuerlich die Erkrankung der Herzkranzgefäße akut. Das führte dazu, dass sich nahtlos (ohne zwischenzeitliche Arbeitsfähigkeit) an die verletzungsbedingte Arbeitsunfähigkeit die durch die Herzkrankheit bedingte Arbeitsunfähigkeit anschloss. Jetzt handelte es sich deshalb dabei um eine hinzutretende Krankheit. Dafür konnte wiederum das am 4.7.2005 neu konstituierte 78-Wochen-Kontingent ausgeschöpft werden – unabhängig von den Zeiten des Krankengeldbezugs vor der Handverletzung. Deshalb belief sich der neue Krankengeldanspruch der Frau auf 78 Wochen (18 Monate) gerechnet ab Juli 2005. Bei ununterbrochener Krankheitsdauer stand ihr also bis Januar 2007 Krankengeld zu.

Diese von der bisherigen Praxis der Verbände der Krankenkassen abweichende und für die Versicherten günstige Beurteilung des BSG kann dazu führen, dass bei Versicherten mit mehreren Grundleiden jetzt länger Krankengeld gezahlt werden muss.

Achtung: Krankenkassen haben – egal, ob es sich um eine Ersterkrankung oder eine hinzutretende Erkrankung handelt – das Recht, den betroffenen Versicherten bei einer möglicherweise dauerhaften Gefährdung der Erwerbsfähigkeit zur Stellung eines Antrags auf Rehabilitationsleistungen zu verpflichten (§ 51 SGB V). Die Folgen eines solchen Antrags: Bleibt die Reha-Maßnahme ohne Erfolg, gilt der Reha-Antrag als Rentenantrag. Wird der Reha-Antrag gerade deshalb nicht gestellt, endet der Anspruch auf Krankengeld (§ 51 Abs. 3 SGB V).

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Familiengerd 29.10.2013, 22:43
@BluePapillion

Offenbar hast Du immer noch Schwierigkeiten, wenn es um das Textverständnis geht.

Was soll "immer noch Schwierigkeiten" heißen?? Ich glaube nicht, dass ich für ein angemessenes Textverständnis zu blöde bin!

Wir reden hier ganz offensichtlich von verschiedenen Situationen und damit aneinander vorbei:

Du hebst mit dem fetten Textteil auf das Entstehen eines neuen 78-Wochen-Krankengeldanspruchs in Verbindung mit einem 3-Jahreszeitraum ab, wenn nach der Ersterkrankung und einem (sei er noch so kurz, z.B. nur ein Tag) krankheitsfreien Zeitraum eine andersartige Zweiterkrankung eintritt - das ist richtig und wurde von mir natürlich auch nicht angezweifelt.

Aber davon war in meiner Frage nicht die Rede, sondern davon, dass es bei der Arbeitnehmerin eine unterbrechungsfreie erneute Krankschreibung gibt am Ende eines 78-Wochen-Krankengeldbezugs. Nur war wohl meine Mutmaßung, dass sich damit ein unmittelbar anschließender neuer 78-Wochen-Krankengeldanspruch konstituiert, etwas voreilig ...

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BluePapillion 29.10.2013, 23:01
@Familiengerd

Was soll "immer noch Schwierigkeiten" heißen?? Ich glaube nicht, dass ich für ein angemessenes Textverständnis zu blöde bin!

Mangelndes Textverständnis hat nicht zwingend damit zu tun das jemand blöde ist.

bei vielen liegt das Augenmerk, mehr auf den herausragenden Textzeilen einer gesetzlichen Vorgabe (KG nur für max. 78 wochen innerhalb der Blockfrist von drei Jahren) und nicht auf dem Kontext zu anderen.

Meine Hinweise beziehen sich darauf das sie aus den links entnimmt, das Sie nur versuchen muss, einen Tag ohne AU Bescheinigung zu arbeiten um einen erneuten Anspruch von 78 Wochen innerhalb der drei Jahre begründen zu können.

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BluePapillion 01.11.2013, 21:12

Danke, für die Auszeichnung. ;-)))

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Wer nach 78 Wochen ausgesteuert wird hat eben KEINEN Anspruch auf Krankengeld mehr. Da bleibt ihm nichts anderes übrig als Sozialhilfe zu beantragen.

Eine Erwerbsminderungsrente wird nicht mehr berufsbezogen bezahlt. Das Kriterium ist, wer weniger als 3 Stunden täglich IRGENDEINE Tätigkeit ausüben kann, erhält Erwerbsminderungsrente

Bei 3 - 6 Stunden täglich, hat er Anspruch auf die halbe EM-Rente.

Diese hätte bereits vor einem halben Jahr beantragt werden sollen.

Familiengerd 28.10.2013, 19:51

Wer nach 78 Wochen ausgesteuert wird hat eben KEINEN Anspruch auf Krankengeld mehr.

Das gilt nur für einen Zeitraum von 3 Jahren und habe ich in meiner Frage auch schon erwähnt!

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BluePapillion 28.10.2013, 22:39

Erwerbsminderung (bezogen auf die Tätigkeit in der Küche) wurde festgestellt, der Arbeitgeber hat keinen alternativen Arbeitsplatz, will aber nicht kündigen, im Anschluss an das Ende des Krankengeldbezugs wird A nahtlos erneut arbeitsunfähig krankgeschrieben (anderer Krankheitsgrund).

Dann "muss der Arbeitgeber zahlen, wenn Er nicht kündigen will.

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Jezt mal die Rentensache außen vor lassend ....

m.E. kann man nur eine neue Erkrankung haben, wenn man zumindest mal dazwischen 1 Tag gesund gewesen ist ....

der Arbeitgeber wird das aber mit Sicherheit nicht einfach so hinnehmen und prüfen lassen, ob ers sich tatsächlich um eine neue / andere Erkrankung handelt, da sit der Arbeitnehmer in der Beweispflicht und muss notfalls den Arzt von der Schweigepflicht entbinden .....

Familiengerd 28.10.2013, 19:44

m.E. kann man nur eine neue Erkrankung haben, wenn man zumindest mal dazwischen 1 Tag gesund gewesen ist ....

Ein Beispiel, das sich im früheren Kollegenkreis tatsächlich zugetragen hat: Wenn ein Arbeitnehmer sich am ersten Tag nach 6-wöchiger Lohnfortzahlung wegen eines Beinbruchs bei einem Sturz jetzt den Arm bricht, dann ist das eine neue Erkrankung, ohne dass dazwischen ein Tag liegt. Bei dem Armbruch handelt es sich schließlich nicht nur deshalb um "dieselbe" Erkrankung, bloß weil dazwischen kein "gesunder" Tag liegt!

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frodobeutlin100 28.10.2013, 20:36
@Familiengerd

ok ... aber es war der erste Tag "nach" der Lohnfortzahlung, die Arbeit wurde also aufgenommen

aber es bleibt trotzdem dabei, dass Arbeitgeber alles dafür tun wird zu beweisen, das es keine "neue" Erkrankung ist

erst Lungenentzündung dann Beinbruch ist kein Problem ....

wenn das ganze aber z.B. Rücken / Bewegungsapparat wegen Überlastung spricht einiges dafür, das es doch das gleiche ist ...

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Ergänzung zur Frage:

Ein Antrag der Arbeitnehmerin auf Erwerbsminderungsrente wurde vom Rentenversicherungsträger abgelehnt.

DerHans 28.10.2013, 18:42

Das ist dann eher ein Hinweis darauf, dass es mit der "Krankheit" nicht so weit her ist.

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Familiengerd 28.10.2013, 19:49
@DerHans

Entscheidungen und Begründungen des Rentenversicherungsträgers sind sicherlich nicht alleine deswegen sakrosankt, weil sie vom Rentenversicherungsträger abgegeben werden; die alleine sind keine Indiz dafür, ob es mit einer Erkrankung/Erwerbsminderung "so weit her ist" oder nicht, sie sind eher kostenorientiert!

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hallo,

irgendwann ist die kuh gemolken...

d.h. ein Krankengeldanspruch besteht für den 3-Jahreszeitraum nicht mehr;

so ist es.

aber es entsteht ein neuer anspruch, sobald die frau 3 tage arbeiten geht und wegen einer anderen diagnose arbeitsunfähig geschrieben wird, somit entsteht aber auch wieder der anspruch auf lohnfortzahlung.

rentenbescheid genau lesen. widerspruch einlegen.

ansonsten besteht eine arbeitsfähigkeit für 6 stunden und mehr für leichte tätigkeiten.

beste grüsse

dickie59

Familiengerd 29.10.2013, 17:22

Schau Dir den letzten von BluePapillion mitgeteilten Lin von "geldtipps.de" an - war für mich auch überraschend.

Man muss aber genau lesen, ist teilweise etwas unklar formuliert: Nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts gilt die auch von mit angenommene Beschränkung des 3-Jahreszeitraums nicht, wenn während der 78 Wochen - und sei es am letzten Tag - eine neue Krankheit auftritt, die nicht in einem engeren Zusammenhang mit der vorangegangenen steht; der 78-Wochenzeitraum beginnt dann erneut. Das gilt aber nicht, wenn zwischen der Vorerkrankung und der neuen Erkrankung auch nur ein einziger Tag der Nichterkrankung liegt.

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Eine andere sicht wäre es dass du als Arbeitnehmer dich ein wenig mehr anstrengst anstatt zu versuchen den Chef ausbluten zu lassen.
Etwas mehr Biss bei der Sache, etwas Engagement lernen und etwas mehr Biss zeigen.

Sich ständig auf Arbeitnehmerrechten ausruhen sorgt nur für eine Kündigung.
Genau das ist dir passiert und ein ganzes Jahr arbeitslos trotz "Ausbildung" im Mangelberuf.

Ich hoffe du hast ein wenig daraus gelernt.

Familiengerd 02.09.2017, 18:43

Erstens betrifft es nicht mich selbst, sondern eine Bekannte.

Zweitens ist Dein Kommentar wegen seiner unangebrachten und unsachlichen Wertungen ohnehin Unsinn.

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