~70-300mm/ ~50-250mm Objektive - Wieso so günstig?

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6 Antworten

Hi Thoma,

zunächst erstmal endlich mal jemand der sich schon einmal über das Material informiert hat.

Für Portrait war Jahrelang mein absolutes Lieblingsobjektiv die liebevoll Plastikscherbe genannte EF 50mm 1.8 , welche durch den CROP Faktor von 1,6 bei Canon ja ungefähr den 85mm am Vollformat gleichen.

Heute fotografiere ich mit dem 50mm 1.2 L, ich würde aber jederzeit wieder die 50mm 1.8 kaufen.

Ich habe auch mal ein bisschen Makro probiert, allerdings rede ich lieber mit dem Model und der Visagistin als mich vor eine Blume zu setzen, diese fein mit Stöckchen zu befestigen.

Und auch mit Bienen und anderen Insekten habe ichs nicht so.

Portrait und Landschaft - www.facebook.com/blendenspektakel

Die Liebe und gute 50mm 1.8 kostet auch nur 99€ meine erste Linse neben dem doofen Kit.

Bestell doch mal beides beim großen Fluss und probiere es mal 5 Tage aus, du lebst in Deutschland wir haben hier so ein nettes Fernabkommensrecht.

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Kommentar von Thomagedu
23.03.2013, 23:37

Erstmal Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.

Das EF 50 1.8 werde ich mir auf jeden fall mal angucken, das sieht auf den ersten Blick echt gut aus. Hast du Erfahrung mit den Tamron oder Sigma als Konkurrenz Herstellern? Oft sind deren Preise ja um bis zu 1/3 unter dem Canon Preis.

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Es gibt da mehrere Ansätze, um den Preisunterschied zu erklären. Zum ersten: das Material. Oft wird bei preiswerten Objektiven Kunststoff verwendet. Inneneinfassungen, Glaseinfassungen, teilweise sogar Gewinde - viele Ringe sind aus Plastik. Bei hochwertigen Objektiven ist beinahe alles aus Metall. Dann: das Linsenmaterial. Glas oder Kunststoff, wie gut ist es bearbeitet, vergütet, entspiegelt etc. Da gibt es auch große Fertigungsunterschiede. Alles in allem die Güte, sprich die Lichtstärke. Wenn du ein Zoom mit f2.8-4 dein Eigen nennst, bist du schon in der Mittelklasse. Üblich sind Endwerte mit 5.6 oder sogar darüber. Hohe Lichtstärke ist das Hauptpreisargument. Ein großes Zoom mit durchgängig f2.0 kann schon mal ein paar tausend bis zehntausend Euro kosten. Der Autofokus-Antriebsmotor ist das nächste Merkmal, ein Ultraschallmotor, der leise und schnell stellt, ist heute Standard, auch bei Tamron & Co.

Zum anderen ist ein echtes Makro was anderes als ein Portraitzoom. Eine Makrofunktion an der Kamera verbunden mit einem Objektiv, welches nahes Herangehen an das Objekt ermöglicht (meist knapp unter 50 cm) ist kein klassisches Makro. Dabei geht es um den erzielbaren Maßstab oder Faktor - Bildfläche auf dem "Film" im Verhältnis zum Original. Im Abbildungsmaßstab 1:1 wäre 1 cm Original auch 1 cm auf dem Filmmaterial - heute Sensor. Ein Portraitzoom hat üblicherweise um die 90 mm und ist kein Makro.

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Was macht Objektive teuer? Viel Glas, viel Metall, viele Blendenlamellen, starker und leiser AF-Motor, besonders verguetete Glaeser, hochbrechende Glaeser, aufwaendige Korrektur optischer Fehler (chromatische Abberation, Flare, Verzeichnung, Koma usw.) Lichtstaerke, genaue Zentrierung, Innenfokussierung, Innenzoom, Geradfuehrung, Langlebigkeit, eingebaute Streulichtblende, gravierte Skalen, Wetterfestigkeit u.v.m. Dann natuerlich die Auflage: Massenware ist immer guenstiger als Sonderanfertigungen. Auch auf Offenblendschaerfe, Bokeh, Gegenlichtfestigkeit wird bei teuren Objektiven mehr geachtet als bei guenstigen.

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Kommentar von Airbus380
24.03.2013, 15:12

Nachtrag: wenn es Dir ernst ist mit Portrait und Makro, waere das Tamron 60mm/2,0 etwas fuer Dich. Ein sehr gutes "Portraitzoom" kommt auch von Tamron: das 28-75mm/2,8. Etwas mehr Abstand schafft das Tamron Macro 90mm/2,8, auch sehr gut fuer Portraits und Makro zu gebrauchen. Ich wuerde an Deiner Stelle mal Portraits mit deinem alten Sigma Zoom machen um herauszufinden, wie Deine bevorzugte Brennweite und Wohfuehlentfernung (zum Modell) ist. Und danach wuerde ich die Festbrennweite aussuchen.

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Hallo Thomagedu,

die von Dir genannten Zoomobjektive sind für keines Deiner beiden bevorzugten Einsatzgebiete optimal geeignet. Für Porträts nimmst Du besser eine lichtstarke Festbrennweite (z. B. 50mm f/1,8) und für Makros ein Makroobjektiv. Natürlich sind diese relativ teuer, aber die von Dir genannten Zoomobjektive bieten keinen Abbildungsmaßstab von 1:1. Laß' Dich da nicht von der Bezeichnung "Macro" im Produktnamen beeindrucken. Ich habe z. B. ein 105mm f/2,8 Makroobjektiv von Sigma - gebraucht, aber in sehr gutem Zustand für knapp 300 Euro gekauft - das ich auch gerne weiterempfehle. Wenn Dein Budget so etwas nicht zuläßt, sehe ich zwei Möglichkeiten: 1. für Makros: einen Retro-Adapter, mit dem Du Dein Kitobjektiv andersherum benutzen kannst, oder Distanzringe 2. für Makros und Porträts: ein Makroobjektiv mit kürzerer Brennweite; das eignet sich allerdings nur bedingt für Insekten, da man ziemlcih nahe heran muß.

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Das günstige Tamron hat z.B. keinerlei Stabilisator. Das ist am langen Ende dann wirklich nicht mehr lustig, wenn man ohne Stativ arbeiten will.

Schau dir vielleicht von den beiden Objektiven die Beispielphotos im DSLR-Forum an. Da kannst du dann selbst beurteilen, ob dir die Abbildungsqualität reicht.

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Der Preis wird auch durch die Lichtstärke bestimmt. Ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 2,8 durchgehend wird natürlich wesentlich teurer sein als eins mit 3,5 - 5,6 Lichtstärke.

Tamron baut zwar preiswerte Objektive, die zum Teil auch sehr gut sind. Das gleiche gilt für Objektive von Sigma.

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