6 Personen buchen eine Ski-Hütte, eine kann nicht mehr mit - was sind deren Rechte?

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15 Antworten

M.E. ist hier in einen moralischen und einen rechtlichen Aspekt zu differenzieren.

Rechtlich gesehen ist sicherlich nur eine Person Vertragspartner des Vermieters der Skihütte, und daher ist der Mietpreis gegenüber dem VM unabhängig von der Sachlage in voller Höhe aufzubringen. Der Mieter wiederum hat mündliche Verträge mit 5 weiteren Personen geschlossen, die ebenso bindend sind (Belegbarkeit außen vor), und vermutlich keinerlei Stornierungsregelung umfassen. Hilfsweise wäre hier auf das Reiseverkehrsrecht abzusetzen mit entsprechenden Regulierungen in analoger Form; üblich wären hier Stornokosten von 20% bei Stornierung bis 30 Tage vor Antritt. Den vollen TN-Preis zu verlangen hielte ich hier in jedem Fall für unangemessen, denn damit würden die verbliebenen 5 TN ihren Reisegenuss zumindest was das Platzangebot am Ziel anbelangt ggfs. erheblich steigern - zu Lasten der Nichtteilnehmenden. Das Rücktrittsrisiko trägt aber zunächst der Mieter als Vertragspartner des Vermieters; ob ein Regress gegenüber einem anderen TN möglich und durchsetzbar wäre, müsste ggfs. gerichtlich geprüft werden. Es stellt sich zudem auch die Frage, ob man es in 2 Monaten bis Reiseantritt nicht schafft, einen Ersatzteilnehmer zu finden.

Die moralische Seite ist aber ebenso zu beachten. Wollen die 6 TN auch nach einer Beilegung der Sachfragen weiter befreundet bleiben, und ist es vertretbar, von einer schwangeren Frau (deren Gründe unbekannt sind) unter Ausübung von juristischem und moralischem Druck wahlweise die Erstattung und/oder Teilnahme zu fordern?

In Anbetracht dessen sollten die TN insgesamt dies - ggfs. unter Moderation eines Dritten - friedlich und einmütig untereinander klären.

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Warum kann die Schwangere denn nicht mitfahren? Auch schwanger kann man ja in den Urlaub gehen. Ich nehme nicht an, dass eine Reiserücktrittsversicherung eine Schwangerschaft als Rücktrittsgrund anerkennen würde. Falls doch (Risiko-Schwangerschaft, Schwangere darf nicht aufstehen, muss liegen, etc. - wird sicherlich ein Arzt das bescheinigen und ihre Reiserücktrittsversicherung wird "ihren" Anteil der Reisekosten übernehmen. Den anderen Reisenden dürfte es egal sein, ob die Schwangere ihren Beitrag selbst zahlt oder von der Versicherung erstattet bekommt. Vor den Kosten kann sie sich jedenfalls nicht drücken - oder sie hat demnächst 5 Freunde weniger.

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Ich finde das ziemlich kindisch, dass man - so wie es aussieht - als Freunde einen Urlaub bucht und dann schon beinahe juristischen Rat braucht wie man absagen kann. Bei jedem kann irgendwas unvorhergesehen eintreten, sei es ein Unfall oder was auch immer. Da muss es schon möglich sein unter erwachsenen Menschen einen gemeinsamen Konsens zu finden. Wenn du ausfällst und sie wollen trotzdem fahren dann sollen sie fahren. Ob sie es nun tun oder nicht deswegen ändert sich nichts an der Tatsache, dass besagte Person zuhause bleibt. Das ist ein Urlaub, keine Zwangsveranstaltung.

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Kommentar von Lifetimeban
31.10.2015, 06:29

sicher kann sie zuhause bleiben, sie muss aber trotzdem dafür bezahlen, das ist der knackpunkt

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Wenn Ihr einen Anwalt nehmt, wird es teuer und am Ende kommt nur heraus, dass man sich nicht mehr leiden kann.

Wer etwas gemeinsam mit anderen bestellt, muss das dann auch bezahlen. Ob man es dann nutzt oder nicht, ist einem selber überlassen.

Wenn die Schwangere über die Kreditkarte bezahlt hat (meist sind es solche Klauseln), dann könnte hier die Versicherung in Anspruch genommen werden, falls für Schwangerschaft eine Deckung vorgesehen ist (Vertragsbedingungen lesen).

Wobei Schwangerschaft einen nicht von einem Skiurlaub mit anderen abhalten muss. Vielleicht etwas weniger auf die Piste, keinen Alkohol/Nikotin, etc. und trotzdem gemeinsam Spaß haben?

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Wenn sie gerade erst schwanger geworden ist, dann spricht doch nichts gegen den Urlaub? Aber ich denke eigentlich auch, dass sie die Anzahlung über nimmt, was sie ja wahrscheinlich schon hat und die anderen sich den Rest einfach aufteilen.

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Sie muss ihren Anteil an der Reise tragen, so ist es ja offenbar abgemacht gewesen. Ob eine Reiserücktrittsversicherung dafür einspringt, glaube ich nicht. Für eine sichere Aussage müsste man die Versicherungsbedingungen kennen.

Wenn es aber gute Freunde sind, wäre es selbstverständlich, diesen Anteil untereinander aufzuteilen

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Gehe ich richtig in der Annahme, dass du die Schwangere bist?
Wenn du über die Kreditkartenversicherung eine Reiserücktrittsversicherung hast, dann rufe doch da einfach mal an und frage nach.
Ansonsten sieht es glaube ich schlecht aus. Wenn du mit Freunden gebucht hast, dann könnte man vielleicht einen Kompromiss finden, was das Geld angeht. Ich weiß ja nicht, wie das bei den einzelnen Leuten mit dem Geld aussieht. Wenn die selber nicht viel haben, würde ich es auch nicht einsehen zu zahlen.

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Es wird ja wohl nur eine Person der Vertragsnehmer sein. Innerhalb der Sechsergemeinschaft war man sich vor der Schwangerschaft ja einig, dass jeder 1/6 der Miete trägt. Dieser mündliche Vertrag gilt weiterhin und die Schwangerschaft war/ist ein Risiko, dass die Frau hätte bedenken können, als sie den Vertrag mit der Gruppe machte. M.E. daher persönliches Pech, aber herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!

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Wie heißt es so schön, beim Geld hört die Freundschaft auf und für mich ist es eher "erbärmlich" wie sich jetzt die fünf Leute verhalten. Natürlich könnte auch eine schwangere Frau diesen Urlaub antreten, sie muss ja nicht unbedingt Ski fahren, aber das ist jetzt nicht das Thema. Man kann auch von den fünf Leuten jetzt nicht verlangen, dass sie auf den Skiurlaub verzichten. Angenommen ich wäre hier einer davon wäre ich für einen Kompromiss, das heißt die Schwangere hat die Anzahlung bezahlt, die Restkosten werden unter den anderen fünf aufgeteilt. Wie es jetzt rechtlich aussieht, steht auf einem anderen Blatt, denn wer ohne Reiserücktrittsversicherung bucht, der hat in solchen Fällen Pech... 

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Kommentar von holgerholger
30.10.2015, 20:03

Und warum sollen die 5 Anderen die Kosten für die Schwangere tragen?

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sorry, aber Schwangere haben nicht überall Sonderrecht. Gemeinsam wurde gebucht und die Kosten aufgeteilt. Schwangerschaft wäre jetzt kein Grund um die Hütte zu stornieren. ein Vertrag zwischen 6 Personen, ich denke es ist nur möglich für die Schwangere aus dem Vertrag zu kommen, wenn sie einen adequaten Ersatz für die Reise findet. Habt ihr euch denn schon umgehört, ob nicht ein anderer Freund mit kommen würde, der deinen Platz einnimmt?

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Ist sie denn so hoch schwanger das sie nicht mit kann? Eine Hütte kostet i.d.R einen Festbetrag Sprich z.B 500€ die Woche egal wie viel Personen, das würde dann für jede Person den gleichen Betrag geben, wenn jetzt eine Person ausfällt müssten sich die anderen 5 die Kosten der ausgefallenen Person teilen das wäre doch zu stemmen, das sind dann für jeden der 5 nur paar € mehr. Wenn es keine Rücktrittsversicherung gibt und sie nicht mit kann bleibt euch wohl nicht viel offen, auser sie bezahlt ihren Anteil.

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Hier ist das Gesellschaftsrecht (§§ 705 ff. BGB) anzuwenden. Gegenüber dem Vermieter haften die Gesellschafter persönlich, unmittelbar, unbeschränkt und solidarisch.

Will heißen: So einfach kommt sie aus der Sache nicht raus. Sie kann zwar ihre Mitgliedschaft der Gesellschaft kündigen, haftet aber dennoch anteilig für Verbindlichkeiten aus Verträgen, die sie mit eingegangen ist.

Gibt es denn keine andere Person, die möglicherweise Interesse hätte, den frei gewordenen Platz zu belegen?

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Kommentar von FordPrefect
30.10.2015, 16:51

Hier ist das Gesellschaftsrecht (§§ 705 ff. BGB) anzuwenden. Gegenüber dem Vermieter haften die Gesellschafter persönlich, unmittelbar, unbeschränkt und solidarisch.

Das wäre korrekt, wäre die GbR Mieter. Das ist aber hier kaum anzunehmen, da es sich bei den üblichen Ferienhäusern um private Vermieter handelt (bestenfalls vertreten durch ein Portal o.ä.), die ihren Vertrag mit einer Einzelperson abschließen und nicht mit einer Gruppe. Der Mietvertrag zwischen Mieter (einer Person) und VM ist daher unabhängig von der tatsächlichen Zusammensetzung der Reisegruppe zu behandeln. Somit handelt es sich bestenfalls um eine Frage der vertraglichen Gestaltung der Gesellschafter untereinander, nicht aber um das Außenverhältnis.

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Da ihr befreundet seid, wollt ihr das Ganze ja bestimmt auch in Freundschaft regeln.

Daher mein Tipp:
Sucht einen Ersatzteilnehmer und das Problem ist gelöst. Bestimmt findet sich jetzt noch jemand aus eurem Bekanntenkreis, der gern mitfahren möchte. Dann ist das Problem von Tisch.

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Warum sollte sie aus dem Vertrag einfach so herauskommen? Sie ist nicht krank o.ä.

Deswegen wird auch keine Reiserücktrittsversicherung einspringen. Warum auch?

Wenn sie nicht mit will, ist das ihr persönliches Vergnügen, sie muß jedoch ihren Anteil beisteuern.

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Was spricht denn dagegen diese Reise zu machen? Eine Schwangerschaft ist keine schwerwiegende Krankheit! 

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