54 Liter Aquarium, welche Fische?

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Guppys sind im Prinzip unkompliziert. Trotzdem sind sie eindeutig am besten in einem Artbecken ohne Beibesatz aufgehoben. Sie sind wegen ihres furchtlosen und gierigen Wesens vielen anderen Fischarten bei der Fütterung überlegen. Ein schüchterner oder langsamer Beibesatz droht zu verhungern. Deswegen muss man Gesellschaftsbecken mit Guppys stärker füttern als es eigentlich nötig wäre, nur damit die langsamen Bewohner auch genug abbekommen. So entsteht eine hohe Wasserbelastung mit Fäkalien und Futterresten, das Becken ist dann schwierig zu pflegen und droht zu veralgen, außerdem verfetten die Guppys. Diese Probleme hat man nicht, wenn man nur Guppys hält. Dann kann man bedarfsgerecht füttern. Sie brauchen auch keine Putzkolonne, das machen sie schon selbst. Sie sind in allen Wasserschichten unterwegs und fressen auch vom Boden, wenn da was fressbares liegt. Wenn man sie ein bisschen knapp ernährt, sind Guppys auch effektive Algenfresser, fettgefressen weden sie faul. In einem reinen Guppysbecken gibt es deswegen wenig bis keine Algenprobleme.

Guppys vermehren sich nicht unendlich. Ab einem gewissen Punkt hört die Vermehrung von allein auf, dann werden nur noch Verluste ersetzt. Wenn es zu viele werden, haben die Babys einfach keine Chance mehr, durchzukommen. Je nach Dichte der Bepflanzung (Versteckmöglichkeiten für die Kleinen und Lebensraum für Kleinstlebewesen und feinste Algen, von denen sie sich ernähren) ist dieser Punkt bei einem 60er Becken irgendwo zwischen 100 und 150 Guppys erreicht, mehr werden es nicht. Das klingt viel, widerspricht allen Besatzformeln und es sieht auch viel aus. Es ist aber absolut kein Problem. Nur den Filter muss man dann etwas öfter sauber machen, weil er halt schneller voll ist.

Guppys leben auch in der Natur in großen Gruppen dicht zusammen im ufernahen Flachwasser und in der Ufervegetation. Ins tiefere Freiwasser schwimmen sie nicht, weil dort ihre Fressfeinde leben, die viel schneller schwimmen können.

Für die Beckenbiologie ist es wegen der Ernähungsweise der Guppys auch kein Problem. Guppys leben zu einem nicht zu unterschätzden Teil von Algen und abgestorbenen Pflanzenteilen (außer sie sind überfüttert, dann werden sie zu faul um sich slebst um Futter zu kümmern). Die sind sowieso im Becken. Im Gegensatz zu Fischfutter, das zusätzlich ins Becken kommt, belastet diese Ernährungsweise das Wasser also nicht. Ein Guppy braucht in einem gut eingelaufenen, bepflanzten und nicht unnatürlich klinisch rein geputzten Becken weniger als halb so viel Fischfutter wie ein gleichgroßer Salmler, der keine Algen fressen kann.

Das Hauptproblem bei Guppys ist, dass die billigen "Baumarktguppys", die einen Großteil der insgesamt verkauften Guppys ausmachen, oft schon gesundheitlich vorgeschädigt ankommen und dadurch nicht lang leben. Das liegt an den auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Zuchtmethoden. Schon die erste selbst nachgezogene Generation hat das Problem nicht mehr.

Ein weiteres großes Problem bei Guppys ist, dass man im normalen Handel selten die passenden Weibchen bekommt, um Farben und Formen über mehrere Generationen zu erhalten. Die Tiere werden bei der Aufzucht nach Geschlecht getrennt und dann auch getrennt importiert. Während Männchen oft farblich sortiert verkauft werden, werden die Weibchen fast immer nur gemischt verkauft. Wenn die Männchen und Weibchen nicht vom gleichen Zuchtstamm sind, gehen innerhalb von ganz wenigen Generationen nicht nur die schönen Farben verloren, sondern auch die Flossenformen werden sehr ungleichmäßig.

Aus diesen beiden Gründen empfehle ich dringend, Guppys möglichst von Privatzüchtern zu kaufen. Und zwar möglichst nur aus richtigen, farblich sortierten Zuchtstämmen zusammen mit den passenden Weibchen. Daran hat man einfach viel länger Freude als mit Promenadenmischungen.

Wer keine bunten Zuchtformen, sondern art- und sortenreine Wildformen vermehrt, leistet dabei sogar noch einen kleinen Beitrag zum Artenschutz. Es gibt viele unterschiedliche Lokalformen, die sich in Form und Farbe unterscheiden. Deren Vorkommen ist jeweils auf ein kleines oder sehr kleines Habitat begrenzt, die Nachbarn sehen schon wieder anders aus. Viele davon sind durch Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung bedroht. So stirbt zwar sicher nicht der Guppy an sich aus, aber die Zahl der in der Natur vorkommenden Farb- und Formvarianten nimmt immer weiter ab.

Hallo

Guppys sind pflegeleicht. Sie sind aber nicht unempfindlicher gegen Pflegefehler und Vergiftungen als andere Fische.

Pflegeleicht bedeutet letztendlich va. dass man Leitungswasser verwenden kann und kein Lebendfutter braucht. Das gilt für viele andere Fische aber auch.

Ansprüche- kann man nachlesen. Temperatur ca. 21-28 Grad, Wasser egal. Futter kann zB ein pflanzenbetontes Flockenfutter und gefrorene Mückenlarven für die Gefriertruhe sein. Ansonsten kann man auch verschiedene Gemüse und Salate überbrühen und ausprobieren und im Prinzip andere Lebensmittel aus der Küche ... Lebendfutter immer gern gesehen aber nicht nötig.

Wenn Guppys plötzlich zu mehreren sterben dann idr wenn man sie mit anderen Guppys oder Fischen zusammensetzt. Wenn man sich Ärger ersparen will kauft man sich anfangs 3 oder 4 Guppys (1-2 Männchen, 2 Weibchen) oder auch ein paar mehr und setzt niemals andere Fische dazu. Die Guppys vermehren sich dann. Am Schluss können dann etwa 50 mehr oder weniger ausgewachsene, aber oft etwas kleinere Guppys in einem solchen Becken schwimmen. Möchte man das nicht so kann man sich eine reine Männchengruppe holen. Dafür würde ich etwa 12 Stück empfehlen in einem 54l Becken. Mindestens 10.

Wenn es langanhaltende Krankheitssymptome und Schwäche bei vielen Guppys gibt gibt dann sind es oft Parasiten und man behandelt evtl. mit Flagellol/Protazol

Kurzflossige Guppys und Schwertguppys, zB Endlerhybriden, sind etwas unempfindlicher als Guppys mit langen Flossen.

Guppys bekommt man leicht von privat in Kleinanzeigen, im Zoohandel sollte man auf einwandfreien Zustand der Flossen und gutes Verhalten achten und die am vitalsten wirkenden Tiere nehmen. Oft sind das die kleinen Endlerhybriden, aber nicht immer.

Man kann auch Guppys von privaten Hochzüchtern beziehen, zB einfach google "Guppy zucht" und "Guppy Hochzucht" suchen.

im Zoohandel sollte man auf einwandfreien Zustand der Flossen und gutes Verhalten achten und die am vitalsten wirkenden Tiere nehmen.

Und niemals einen Guppy aus einem Verkaufsbecken kaufen, in dem auch sichtbar kranke Lebendgebärende sind. Die Gefahr, dass dann auch die gesund aussehenden Fische schon krank sind, ist sehr sehr hoch.

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Hallo Whyxoxo018,

vielleicht solltest Du Dir erst einmal im klaren sein, was Aquaristik überhaupt ist, denn sonst wirst Du nicht viel Freude daran haben

https://www.gutefrage.net/frage/heizstab-fuer-aquarium-noetig

In der Antwort

https://www.gutefrage.net/frage/guppys-zusammen-mit-welsen-halten

kannst Du in den beiden Links die jeweiligen Bedürfnisse nachlesen, aber auch, was es für Probleme geben kann!

Und nicht vergessen, dass das Becken ausreichend bepflanzt wird ;-)

Ansonsten kannst Du immer hier nachfragen, denn besser vorher informieren, als nachher die Lust verlieren und Tiere opfern!

Norina

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