5 tage Probearbeit ohne Vergütung, wie sieht das rechtlich aus?

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4 Antworten

Wenn man zum Arbeiten im Betrieb ist (und das heißt Anwesenheitspflicht und Weisungsgebundenheit), dann ist dies auch zu bezahlen. Schon beim ersten Tag. Anders wäre das bei einer "Kennenlernphase", wenn du selbst jederzeit sagen kannst "ich schau mich mal um und wenn es mir nicht gefällt, geh ich".

Gibt es eine schriftliche Vereinbarung über diese 5 Tage? Wenn nicht, hätte dein Betrieb doppelt Pech, wenn du es darauf anlegst. Erstens müsste er dir die Zeit bezahlen und zweitens ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag zustande gekommen. Denn wenn nicht vorher eine schriftliche Vereinbarung über eine Befristung getroffen wurde, gilt ein mündlich geschlossener Arbeitsvertrag als unbefristet. 

Seriös klingt das auf jeden Fall nicht. Daher ist es vielleicht auch nicht erstrebenswert, dort dauerhaft zu arbeiten.

Zitat: "Übernimmt ein Bewerber jedoch auf Anweisung des Chefs
betriebliche Arbeiten, muss er dafür bezahlt werden - selbst dann, wenn
bei der Vereinbarung über die Probearbeit nicht über die Vergütung
gesprochen wird. In dem Fall nehmen Arbeitsrichter in der Regel
entsprechend der Regelung des § 612 BGB "eine den Umständen nach
angemessene Vergütung" als vereinbart an."


http://karrierebibel.de/probearbeit/

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Eigentlich gilt:

Keine Leistung ohne Gegenleistung

leider haben sich manche Arbeitgeber daran gewöhnt, Leute umsonst arbeiten zu lassen.

Wenn du den Job sowieso nicht bekommst, kannst du deinen Lohn ja einklagen-

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Schon 5 Stunden müssen vergütet werden. Mit der ersten Arbeitsstunde bist du bereits ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis eingegangen. Wenn dein Arbeitgeber dich nicht bezahlt, kannst du vor dem Arbeitsgericht klagen. Oder hast du unterschrieben, dass du dort ein 5-tägiges, unbezahltes Praktikum machst? Wenn nein, bist du bereits eingestellt.

Dazu sagt der § 612 BGB:

Wird bei der Vereinbarung von Probearbeit nicht über die Vergütung gesprochen, gilt eine den Umständen nach angemessene Vergütung als vereinbart. Praktisch bedeutet dies, dass derjenige, der nach Weisung arbeitet, auch bezahlt werden muss. Eine Ausnahme von dieser Regelung muss ausdrücklich vereinbart werden.

Das Zustandekommen einer derartig speziellen Vergütungsvereinbarung muss der Arbeitgeber nachweisen. Sind keine weiteren schriftlichen Vereinbarungen getroffen worden, muss der Arbeitgeberim Streitfall vor dem Arbeitsgericht möglicherweise auch nachweisen, dass durch die Beschäftigung des Arbeitnehmers nicht bereits stillschweigend ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis entstanden ist. Grundsätzlich reicht es für den Abschluss eines Arbeitsvertrages aus, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung anbietet und der Arbeitgeber das Angebot annimmt, indem er dem Arbeitnehmer Arbeit zuweist.

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Familiengerd 10.05.2016, 12:19

Das ist ja alles richtig!

Aber Du solltest schon die Ausführungen zum BGB § 612 als Zitat kennzeichnen und die Quelle im Internet benennen (z.B.  https://www.flegl-rechtsanwaelte.de/probearbeit ) und nicht den Eindruck erwecken, als handele es sich hier um Deine eigenen "Erkenntnisse"!

Vielleicht hast Du es ja auch "nur vergessen"!

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Wenn das  als Praktikum verkauft wird, gibt es keine Kohle für die Maloche. 

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Familiengerd 10.05.2016, 12:15

Auch ein Praktikum ist zu bezahlen, wenn es freiwillig ist und nicht im Rahmen einer schulischen oder ähnlichen Ausbildung oder zur Berufsvorbereitung (Ausbildung) absolviert wird!

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AntwortMarkus 10.05.2016, 12:16
@Familiengerd

Man kann ein kostenloses  Praktikum  vereinbaren.  Das ist so üblich. Die meisten Arbeitgeber lassen sich auf nichts  anderes ein. Selber erlebt.

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Familiengerd 10.05.2016, 12:22
@AntwortMarkus

"Vereinbaren" ist ja wieder etwas Anderes als Deine pauschale Aussage.

Wenn Du das selbst so erlaubt hast, ist das Deine individuelle Erfahrung, die Du nicht verallgemeinern kannst und die auch nicht die Aussage zulässt, die meisten Arbeitgeber würden sich auf nichts Anderes einlassen!

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AntwortMarkus 10.05.2016, 12:24
@Familiengerd

Habe nur gesagt, wie es zu 99% abläuft. 

Die Antwort spiegelt nicht wieder ob ich das nun gut finde oder nicht.  Aber man hat keine Wahl, wenn der Arbeitgeber das so will sagt man ja oder er nimmt  sich den nächsten  der 80 anderen Bewerber. 

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Familiengerd 10.05.2016, 12:41
@AntwortMarkus

Habe nur gesagt, wie es zu 99% abläuft.

99 % - diese zweifelhafte Behauptung sei mal dahin gestellt ...

Aber selbstverständlich hast Du Recht, dass man als Praktikant kaum die Möglichkeit hat, Forderungen zu stellen, wenn der Arbeitgeber eine solche Vereinbarung verlangt.

Gibt es jedoch keine Vereinbarung, kann der Praktikant Geldforderungen auch noch nachträglich stellen!

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DerHans 10.05.2016, 12:56
@Familiengerd

Es sollten auch wenigstens alle "Praktikanten" nachher ihren Lohn einfordern. Auch vor Gericht. Das ist kostenlos und man braucht auch keinen Anwalt

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AntwortMarkus 10.05.2016, 13:00
@DerHans

Das Arbeitsamt hat in meinem Fall sogar den Arbeitgeber noch darauf hingewiesen, dass er nichts zahlen muss.  Nicht mal Fahrtkosten. Die hat Das  Arbeitsamt übernommen. 

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Familiengerd 10.05.2016, 13:16
@AntwortMarkus

Das Arbeitsamt hat [...]

Dann hat es sich wohl auch nicht um die Art von freiwilligem Praktikum gehandelt, von dem wir hier die ganze Zeit reden und für das eine Vergütungspflicht besteht!!

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AntwortMarkus 10.05.2016, 13:20
@Familiengerd

Es waren ein freiwilliges Praktikum.  Habe mich dort ohne Zwang auf eine vakante Stelle beworben ohne  dass das Amt davon wußte ,  und man hat mir gesagt, ich müsse mich in einem kostenlosen Praktikum  beweisen.  Dann habe ich die Fahrtkosten dafür beim Amt  beantragt. 

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DerHans 10.05.2016, 13:36
@AntwortMarkus

Wenn du weiterhin im Leistungsbezug bist, ist das etwas anderes.

Da wird der Arbeitgeber ja praktisch im Auftrag der Arbeitsagentur tätig.

Natürlich bekommst du nicht doppelt Geld.

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