450Euro-Job, keine Probearbeitszeit, trotzdem Kündigung in der Probezeit?

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3 Antworten

Deine Frage ist mir nicht ganz klar. Dir geht es darum, dass eine Probezeit nicht vereinbart wurde, dir dennoch innerhalb der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses gekündigt wurde und du denkst, dass dies nicht möglich ist, da ja keine Probezeit vereinbart wurde. Richtig?

Zunächst einmal ist zu unterscheiden zwischen der Probezeit und der Wartezeit. Wird eine Probezeit vereinbart bedeutet dies, dass während dieser Zeit mit einer verkürzten Kündigungsfrist gekündigt werden kann. Wird in dem Arbeitsvertrag gar nichts erwähnt gilt die gesetzliche Grundkündigungsfrist. Taucht in dem Arbeitsvertrag das Wort Probezeit auf, kann dies so interpretiert werden, dass die verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen gilt. Die Probezeit darf auf maximal sechs Monate gelegt werden.

Die ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses gelten auch als sogenannte Wartefrist. Kündigungsschutz habe ich nach deutschem Arbeitsrecht erst nach sechs Monaten, unabhängig davon ob eine Probezeit vereinbart wurde oder nicht.

Wird also eine Probezeit nicht vereinbart, aber während der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses gekündigt greift in der Regel die Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder Monatsende. Eine Kündigung ist jedoch dadurch, dass keine Probezeit vereinbart wurde, nicht ausgeschlossen. Ich hoffe das war einigermaßen verständlich. Anbei noch mal ein Post mit Details

http://www.kanzlei-mudter.de/kuendigungsschutz.html

Eine Probezeit muss nicht vereinbart werden, höchstens wenn eine Probezeit ausgeschlossen wird.

Laut § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) darf die Probezeit eine Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten

UbusoAbasare 19.05.2017, 16:19

Es wäre auch nur ein Saisonjob von April bis Oktober 2017.

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UbusoAbasare 19.05.2017, 16:31
@XObelixxxx

Ist dieser Satz eigentlich rechtlich richtig geschrieben?

Sehr geehrter Herr ....,
hiermit kündigen wir das mit Ihnen geschlossene Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit fristgemäß zum 19.05.2017, hilfsweise fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Was heisst das jetzt genau? Dass der AN noch heute am 19.05. die Utensilien, die er während der Arbeitszeit bekam, zurück bringen muss, weil er ja heute gekündigt ist? Oder wie ist dieser Satz zu verstehen?

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johnnymcmuff 19.05.2017, 16:45
@UbusoAbasare

Sachen die Du zur Verfügung gestellt bekommst solltest Du umgehend zurückgeben.

Meiner Ansicht nach ist die Kündigung nicht rechtens, wenn ich mir die beiden Links von mir anschaue, weil hier die Kündigungsfrist zu kurz ist; es sei denn vertraglich ist eine kürzere Frist vereinbart.

Aber lese die beiden Links genau durch.

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DerCaveman 19.05.2017, 16:53

BGB 622 Abs. 3 lautet: "(3) Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden."

Eine Probezeit muss also vereinbart worden sein. Wurde jedoch keine vereinbart, dann gibt's auch keine und es gilt auch waehrend der ersten 6 Monate die Kuendigungsfrist nach BGB 622 Abs. 1: "(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

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Familiengerd 19.05.2017, 18:23

Eine Probezeit muss nicht vereinbart werden, höchstens wenn eine Probezeit ausgeschlossen wird.

Was soll das denn konkret heißen?!?!

Wenn vertraglich keine Probezeit vereinbart wurde, dann gibt es auch keine.

Wenn Du mit Deiner Formulierung aussagen willst, dass einen Probezeit besteht, wenn sie vertraglich nicht ausgeschlossen wurde, dann ist das schlichtweg falsch!

Im BGB § 622 steht auch nicht, dass eine Probezeit eine Dauer von 6 Monaten nicht überschreiten dürfe, sondern dort steht, dass mit einer verkürzten Frist von 14 Tagen gekündigt werden kann während einer vereinbarten Probezeit, aber längstens für die Dauer von 6 Monaten; d.h. dass zwar eine Probezeit von mehr als 6 Monaten vereinbart werden darf, die über 6 Monate hinausgehende Zeit diesbezüglich rechtlich aber völlig bedeutungslos ist.

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