450€ für ein Schuljahr bei einer Musikschule?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Jahressumme musst du durch 12 (für die 12 Monate des Jahres) teilen. 450€/Jahr sind 37,50€/Monat, die du dann monatlich der Musikschule zahlst. In der Regel ist die Jahresgebühr auf 36 Unterrichtseinheiten pro Jahr (!) ausgelegt, also 450€ : 36 = 12,50€ pro Unterrichtseinheit.

Als Gesamtsumme erscheint das viel. Ich weiß. Aus Sicht einer Gesangslehrerin, die ausschließlich vom Unterrichten lebt, ist das verdammt wenig.*

Ich weiß jetzt nicht, ob die 450€ pro Instrument gilt (Gesang ODER Gitarre) oder für beides, und für welche Unterrichtsdauer.

Hier im Rhein-Main-Gebiet zahlt man an den Musikschulen zwischen 36€ und 95€ pro Monat pro Instrument (unterschiedliche Unterrichtsdauer von 30 bis 50 Minuten).

Ein zweites Instrument an derselben Musikschule zu belegen, gibt dir in der Regel Rabatt auf die zweite Unterrichtsgebühr.

.

* Bedenke, die meisten Instrumental- und Gesangslehrer sind NICHT angestellt, sondern als sogenannte "Honorarlehrkräfte" freiberuflich tätig (gleicher Stellenwert beim Finanzamt wie "selbstständig"). Das heißt, die Musikschule verlangt von dir 37,50€ pro Monat und du erhältst dafür 3x Unterricht (36 Jahreseinheiten : 12 Monate = 3 Einheiten pro Monat). Im besten Fall gibt die Musikschule 70%** davon weiter an den Lehrer (26,25€). Pro Monat. Nicht pro Unterrichtsstunde.

26,25€ für 3x Unterrichten. Ohne Fahrtkosten. Ohne Materialkosten (Noten, Notizpapier). Ohne soziale Absicherung (Renten-, Kranken-, Pflegeversicherung) seitens des Auftraggebers (Musikschule).

26,25€ mit denen der Lehrer alle Risiken eines Selbständigen decken muss (soziale Absicherung, Berufsunfähigkeits-, berufliche Haftpflicht- und Instrumenten-Versicherungen, Lebensmittel, Miete, Strom, regelmäßige Weiterbildung (keine Musikschule bezahlt diese für ihn, die darf er selbst finanzieren), ein Auto oder Öffis, etc.).

.

** Die 70% sind der beste Fall. Ich hab auch schon Musikschulen erlebt, die nur 40% weitergeben. 15€ für 3 Unterrichtseinheiten pro Monat. Geh von einer Unterrichtsdauer von 30 Minuten aus (der Preis von 37,50€/Monat wäre für 30 Min. realistisch hier in der Region), dann macht das 5€ pro halbe Stunde bzw. 10€ pro ganze Stunde. Gerade mal 1,16€ mehr als der Mindestlohn - für eine instrumentale und pädagogische Ausbildung, die oft 15+ Jahre dauert und oft mehrere Studiengänge und Weiterbildungen umfasst.

.

Abschließend: Ja, es ist viel Geld. Das weiß ich auch aus persönlicher Erfahrung, denn ich nehme wie viele meiner Gesangslehrerkollegen nach wie vor Unterricht, obwohl ich schon selbst unterrichte. Das ist Teil der regelmäßigen Fortbildung. Ich zahle aktuell 100€ pro Monat.

Aber versuch bitte auch, die andere Seite zu sehen. Den Lehrer, der davon leben muss. Denn wir Instrumental- und Gesangslehrer sind ein seltsames Völkchen. Wir lieben unseren Beruf und sind bereit, finanzielle Einbußen hinzunehmen, um unsere Leidenschaft für die Musik weiterzugeben. Aber auch wir leben nicht von Luft allein - wir müssen Miete zahlen, Strom, Heizung, Lebensmittel. Von Kinobesuchen, einem neuen Auto oder Urlaub reden wir besser gar nicht erst.

Sehr umfassend erklärt! Danke! Natürlich werde ich ab jetzt alles bedenken, denn das ist eigentlich schon eine Frechheit! Der Lehrer müsste meiner Meinung viel mehr verdienen, denn der Lehrer investiert sehr viel Zeit darin, alles zu lernen und dem Schüler weiterzugeben. :(

0
@Jusi15

Gern geschehen. Leider wissen die wenigsten Menschen, die an der Musikschule Unterricht nehmen, von diesen Umständen; oder wollen davon wissen. Geiz ist in der deutschen Gesellschaft leider geil geworden. Diese Umstände beschränken sich auch leider nicht nur auf private Musikschulen, sondern herrschen ebenso an kommunalen Musikschulen, die mit öffentlichen Geldern subventioniert werden.

Ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren - es gibt ein paar wenige Musikschulen, die es richtig machen. Denen eine faire Bezahlung und eine Anstellung ihrer Lehrer wichtig ist. Aber das sind einzelne Leuchtfeuer und nicht, wie man im Land der Dichter und Denker annehmen würde, die breite Masse.

0
@jpPopgesang

Noch eine letzte Anmerkung:

Ich habe absolut nichts dagegen, dass Musikschulen als wirtschaftliche Unternehmen ihre Kosten decken müssen. Sie stellen den Lehrern ja den Raum zur Verfügung, samt Heizung, Strom, WC und oft auch einer Teeküche und übernehmen die Kundenbetreuung vom ersten Kontakt über Terminabsprachen für die Lehrer, Rechnungsstellung bis hin zur Handhabung der Kündigung.

Aber ich habe was gegen Preisdumping auf Kosten der Lehrer.

0

Ist das der Preis für Gitarre UND Gesang? Dann wäre das seeeehr günstig!

Bei 40 Schulwochen (wenns keine private Musikschule ist...) wären das pro Woche etwa 12€ (12,50€ bei angenommenen 500€ - 1,71€ pro Tag), also 6€ pro Disziplin.

Das sollte mit etwas gutem Willen (zur entsprechenden Mithilfe im Haushalt etwa... als Gegenangebot an die Eltern beispielsweise) finanzierbar sein.

450 bis 490€ pro Jahr sind natürlich erstmal ein Batzen Geld, der erst verdient werden muss... hört sich nach viiiel Geld an. Aber bedenkt einmal, wie viele 12€ pro Woche eventuell für wesentlich "unwichtigere" Dinge ausgegeben werden.... ;-)

Zum Vergleich: ich zahle für meine Tochter ("nur" Klavierunterricht) pro Semester (!) 170€ an Schulgeld (Landesmusikschulwerk Oberösterreich).


Nachsatz:

Alternativ wäre auch ein NICHT-wöchentlicher Unterricht mit Privatlehrern anzudenken - allerdings mit zweifelhafter Effektivität v.A. für dich als Anfänger...

Oder als Start mal ein Jahr Musikschule und dann "reduzieren" - aber das hängt auch wesentlich davon ab, was bzw. wie viel du erreichen möchtest.

Wenn dir ehrlich an einer entsprechenden Ausbildung gelegen ist - was DU natürlich auch durch entprechendes Engagement (=ÜBEN, ohne murren...!!!) zu "beweisen" hast -, dann sollte das Schulgeld aufbringbar sein und wre auch kein "hinausgeschmissenes" Geld - v.A., bei solch günstigen Bedingungen...

1

Ja gut da hast du eigentlich Recht wenn ich mir so denke dass das nur auf den ersten Blick so viel aussieht aber wenn man das pro Stunde rechnet ist das sehr wenig bzw. günstig!! Danke!

1

Das Jahr hat im Schnitt 52 Wochen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du einmal die Woche eine Stunde Unterricht hättest.

Das wäre dann pro Stunde 8,60 Euro. Das ist ziemlich billig würde ich sagen.

Da verdient der Musiklehrer gerade mal den Mindestlohn.

Ich weiß ja nicht wie es in D ist, aber in Österreich unterliegen die öffentlichen Musikschulen auch der Ferienordnung der öffentlichen Schulen - sprich: 40 Schulwochen.

0

Vielen Dank für die Antwort! Ich werde es meinen Eltern sagen dass ich als Gegenleistung im Haushalt helfen werde!

1

Kann man Privat Gitarrenunterricht hauptberuflich geben?

Hallo. Ab September werde ich im Wiener Konservatorium die klassische Gitarre auf Lehramt studieren, mit dem Ziel, nach der Ausbildung, Gitarrenlehrer an einer Musikschule zu werden. Nun möchte ich aber auf die Musikschulen verzichten und Privat Gitarrenunterricht bei mir zu Hause geben. Bei uns in der Stadt ist die Musikschule voll und genug Leute, die Gitarrenunterricht brauchen hängen auf der Warteliste. Nun hätte ich mir gedacht ob es machbar wäre, wie gesagt, Gitarrenunterricht privat bei mir zu Hause zu geben und anschließend hätte ich bitte gewusst ob ich das offiziell angemeldet machen kann und ob ich hauptberuflich privat Gitarrenunterricht geben kann und somit mein Lebensunterhalt finanzieren kann. Danke!

...zur Frage

Kann man auch ohne Gesangsunterricht singen lernen?

Hallo zusammen, kann man auch ohne Gesangsunterricht richtig gut singen lernen? Und kennt ihr irgendwelche Sänger/innen, ohne Gesangsunterricht erfolgreich wurden?

...zur Frage

Gesangsunterricht, cover instrument?

Ich habe ja schon mehrmals eine Frage dazu gestellt, die Antworten waren aber immer sehr gemischt was auch auf die Qualität des Audios zurück zu führen ist. Ich singe nämlich sehr gerne und würde das auch gerne gut können. Deswegen würde ich gerne Gesangsunterricht nehmen, was ja nur Sinn macht wenn die stimme geignet jst. Ich habe deshalb ein Video auf YouTube hochgeladen wo ich ohne Instrument also nur meine Stimme singe udn würde gerne wissen ob ihr glaubt Unterricht wäre sinnvoll oder eher sinnlos. Ich verlinke das Video einfach mal falls ihr keinen links traut könnt ihr aber auch nach "let her go - cover - question" suchen da sollte es auch kommen. Vielen Dank für jede Antwort, antwortet einfach unter dem Video oder unter der Frage hier. Link: https://youtu.be/7ba6J34PU7g

...zur Frage

Was macht man beim Gesangsunterricht

Hi Ich wollte fragen was ihr so beim Gesangsunterricht macht also nich Oper sondern das andere xD(fällt grad noch ein wie's heißt)

...zur Frage

Gitarrenunterricht Bergheim-Erft

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer Musikschule bzw. einem 'Giterrenlehrer' in der Nähe von Bergheim-Erft (Umkreis von ca. 10 km). Ich möchte liebendgern anfangen Gitarre zu spielen. Leider finde ich über Google keinen. Kennt von euch vielleicht jemand eine/n?

Liebe Grüße Judas1995

...zur Frage

Neue Songs singen lernen und Stimmbildung?

Hi,

Ich suche schon lange nach Songs, die ich singen könnte. Das ist leider nicht so einfach, da ich bisher noch keinen Song gefunden habe, der perfekt zu mir passt.

Ich habe eine mittlere Stimmlage, also mein noch angenehmer Tonumfang der Bruststimme reicht vom kleinen g bis zum c2 (Altistin), aber meine Stimme klingt deutlich höher. Mit der Kopfstimme komme ich nochmal eine Oktave höher. Viele schätzen mich immer als Sporan ein, da meine Stimme recht hell und klar ist. Zudem neige ich ein wenig dazu, zu "näseln".

Also eher das Gegenteil von Adele, von der ich gerne Songs singe. Daher denke ich, dass meine Stimme nicht für rockige Songs geeigent ist. Bisher habe ich auch fast immer nur Balladen, also ruhige Songs gesungen wie z.B. "Hallelujah" von Leonhard Cohen.

Ich würde trotzdem gerne ein Repertoire erweitern, aber ich habe keine Ahnung, was für Songs zu mir passen. Gerne würde ich Gesangsunterricht nehmen, um auch das "Belting" (was ich bisher immer noch nicht ganz verstanden habe wie das funktioniert) zu erlernen, um höher singen zu können, was nicht dünn oder komisch klingt. Nur leider kann ich mir keinen Unterricht leisten, ich studiere noch und verdiene nur wenig nebenbei, sodass ich mir noch mein Essen leisten kann. Ich singe im Universitätschor, aber da sind auch 60 andere, da wird ja nicht auf jemanden einzeln eingegangen.

Habt ihr Tipps 1. vielleicht zum Gesang selber und 2. ein paar Lieder, die ich so singen könnte?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?