400€ Job und nebenbei mit Selbstständigkeit starten?

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6 Antworten

Zum einen gibt es kein Kleingewerbe. Du meldest ein Gewerbe an und Fertig. Was du meinst ist die Kleinunternehmerreglung nach § 19 UstG. Das kannst du auf dem Fragebogen den dir dann das FA nach der Gewerbeanmeldung zukommen läst, ankreuzen.

Das ist dann steuerrechtlich die Kleinunternehmerreglung.

Geweberechtlich gibt es keine Kleinunternehmer.

Bei dieser Reglung §19 UstG, bist du bis zu einem Jahresumsatz

( Nicht Gewinn) von bis zu 17.500€ jährlich, von der MwST befreit, bzw, sie wird nicht vom FA bei dir erhoben.

Du darfst auf deinen Rechnungen die MwST nicht extra ausweisen und du darfst deine verausgabte MwST beim FA nicht geltend machen.

Ich frage mich immer wieder, ob ihr glaubt dadurch Steuern zu sparen.

Nein , Ihr spart keine Steuern.

Das Gegenteil ist der Fall, ihr bleibt auf euerer bezahlten MwST sitzen und potenzielle MwST abzugfähige Firmen wirst du deshalb nicht als Kunden gewinnen.

Einzig was gespart wird, sind ein paar Bogen Papier bei der Einkommenssteuererklärung.

Bei einem 450€ Job, auch Minijob genannt, bist du weder Kranken noch Pflegeversichert, wenn der Arbeitgeber die Pauschalbesteuerung anwendet. Rentenbeitragspflichtig bist du, davon kannst du dich jedoch auf Antrag befreienen lassen.

Bei ALG bezug, wird das Einkommen aus dem Minijob auf die Leistung angerechnet.

Übst du noch ein Gewerbe aus, so bist du nicht mehr arbeitslos. Und deine ALG Bezüge entfallen. Du kannst jedoch einen Gründungszuschuß beantragen. da zu benötigst du aber ein wirklich überzeugendes Konzept.

Und must regelmäßig deine Umsätze und deinen Gewinn offenlegen.

Zur Krankenkasse und Pflegekasse versichern rate ich dir dann zu einer freiwilligen Versicherung in der GKV.

Es werden  deine Einkunftsarten zusammengefasst und daraus berechnet sich dein Kassenbeitrag.

Nach zuweisen durch erste Gewinneinschäztzungen, Gewinn- Verlustrechnung oder den aktuellen Einkommenssteuerbescheid.

Du kannst aber auch eine Betragsreduzierung beantragen, wennn dein mtl. Gewinn unter 1452,50€ liegt.

Schaue ein mal exemplarisch hier:

https://www.tk.de/tk/versichert-als-selbststaendige/versichert-als-selbststaendige/existenzgruender/346540

Wenn du mehr als 15 Stunden wöchentlich für den Minijob und das selbständige Gewerbe aufbringst, bist du nicht mehr arbeitslos und bekommst kein Geld mehr.

fred123123 30.11.2016, 00:31

Jetzt mal von dem Minijob unabhängig: Ist man sobald man ein selbstständiges Gewerbe aufbringt nicht mehr Arbeitslos? Was ist, wenn der Gewinn, den man mit dem Gewerbe erziehlt (am Anfang eben) noch extrem gering oder ganz am Anfang gar im Minus Bereich ist? (Dies würde ich dann natürlich mit dem Minijob ausgleichen, die Frage jetzt ist also einfach aus Interesse.) Gibt es dann Anspruch auf irgendwelche finanziellen Unterstützungen? Oder muss man sich halt zwanghaft einen Job suchen? (Das wäre eben problematisch, da dass selbstständige Gewerbe natürlich schon extrem viel Zeit fressen wird, welche man wirklich reininvestieren muss. Dabei dann noch einen Vollzeitjob zu machen.. Keine Ahnung ob das überhaupt umsetzbar wär.)

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kevin1905 30.11.2016, 00:44
@fred123123

Jetzt mal von dem Minijob unabhängig: Ist man sobald man ein selbstständiges Gewerbe aufbringt nicht mehr Arbeitslos?

Das hängt u.a. vom zeitlichen Aufwand ab. Wer sein Gewerb hauptberuflich betreibt ist natürlich nicht arbeitslos.

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DerHans 30.11.2016, 13:30
@fred123123

Auch Selbständige mit zu wenig Einkommen können mit AlG 2 aufstocken. Dazu müssen dann in Abständen die Betriebsergebnisse dem Amt vorgelegt werden. Dann wird die Hilfe für den nächsten Zeitraum festgelegt.

Dazu will das JobCenter dann natürlich erst einmal ein tragfähiges Konzept für die "Selbständigkeit" sehen.

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Ich verstehe die Frage nicht. Wenn du selbständig bist und nebenbei einen 400 EUR Job hast, welche Rolle spielt denn da das Arbeitsamt (was im Übrigen bereits seit mehreren Jahren Agentur für Arbeit heißt), zumal du ja nicht arbeitslos bist?

Und ja, als Selbständiger musst du dich privat oder freiwillig gesetzlich versichern.

fred123123 30.11.2016, 00:25

Mit meinem Plan für die Selbstständigkeit werde ich ganz sicher nicht von Anfang an genug Gewinn machen, um einen Betrag zu haben, von dem ich theoretisch selber Leben könnte.

Dies ist dann neben einem 400€ Job nur deshalb möglich, da ich in meinem Elternhaus günstig eine Wohnung mieten kann.

Brauch ich mir da nun sorgen machen, dass das Arbeitsamt kommt und sagt wie können sie denn von diesem geringen Gewinn leben und auf Betrug oder so vermutet?

Plus die Frage nach der Krankenversicherung natürlich. Wie geht das, wenn man Selbstständig ist und noch sehr wenig verdient (freiwillig wäre ein Haufen Geld für mich)

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TreudoofeTomate 30.11.2016, 00:32
@fred123123

Du meinst, du gehst davon aus, dass du Leistungen nach dem SGB II im Jobcenter beantragen musst, weil du über zu wenig Einkommen verfügen wirst?

Ja, dann kann es passieren, dass das Jobcenter dich irgendwann auffordert, deine Selbständigkeit zu beenden, wenn es sich nicht um einen Broterwerb^^ sondern mangels Einkommen um reine Liebhaberei handelt. Was ja auch verständlich ist, warum soll der Steuerzahler dein Hobby finanzieren? Allerdings brauchst du zu Beginn der Selbständigkeit davor noch keine Angst zu haben. Auch im Jobcenter hat sich herumgesprochen, dass man nicht sofort schwarze Zahlen schreibt, wenn man sich gerade selbständig gemacht hat.

Wie das geht, klärst du am besten mit der Krankenversicherung deines Vertrauens. Stimmt, die Beiträge sind nicht ganz so gering. Aber wer das eine will...

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Es geht dem Arbeitsamt nicht darum wieviel Stunden du arbeitest, sondern darum das du einen Versicherungspflichtigen Job hast.

Wenn du Alg 1 beziehst, steht dir sogar evtl. der Gründungszuschuss zu, und wenn du Alg 2 beziehst könntest du Einstiegsgeld beantragen.

Solltest du in irgendeiner Form Hilfe zum Leben bekommen wäre es sinnvoll dich mit deinem Sachbearbeiter mal auseinander zu setzen und dir Infos einholen.

Du wirst auf jedenfall jeden Monat dann dem Amt deine Einnahmen Überschussabrechnung vorlegen müssen damit die das abrechnen/anrechnen.

Je nach Einkommen wirst du dich dann selbst versichern müssen, wo ich dir dann aber zu Rate freiwillig in der gesetzlichen zu bleiben.

Da leider keine genaueren Details von dir vorliegen habe ich es allgemein gehalten.


kevin1905 30.11.2016, 00:45

Du wirst auf jedenfall jeden Monat dann dem Amt deine Einnahmen Überschussabrechnung vorlegen müssen damit die das abrechnen/anrechnen.

Das Jobcenter möchte nur die EKS haben. Einmal zu Beginn des Bewilligungszeitraums als Schätzung, einmal zum Ende mit den tatsächlichen Zahlen.

Also einmal alle 6 Monate.

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sternchen01973 30.11.2016, 00:52
@kevin1905

Ich muß es monatlich vorlegen ;-) 

Sobald ich einen Monat über den Grundbedarf hinaus bin zahlt das Amt nichts, bzw. das Amt zahlt nur den aufstockenden Betrag den ich für die Grundsicherung brauche. Längstens aber bis zu 24 Monate.

Wenn ich z.B. soviel Einnehme, das ich nur durch meine freiwillige Zahlung des Krankenkassenbeitrags unter dem Existenzminimum falle, zahlt das Amt die Krankenkassenbeiträge, aber dann auch nur die.

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ALG I?

Gründungszuschuss?

neben dem 400er noch einen 190er , aber nichts für die eigene sicherheit machen ? Mit lehrnberuf wäre das leben kalkulierbarer .

fred123123 30.11.2016, 03:10

Ich denke mal die Entscheidung und die Gründe sind meine Sache. Habe da meine privaten und fundierten Gründe für.

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Kuestenflieger 30.11.2016, 09:06
@fred123123

...dann sind sie ja solo in der lage ohne staatliche hilfe unternehmer zu werden und sich gegen krankheit , alter , berufsunfähigkeit ab zusichern .

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