24h Weidegang für Pferd?

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7 Antworten

Auch wenn das viele nicht gerne lesen werden, doch meine Meinung ist, dass es keine Pauschallösung für alle Pferde gibt. 

Es kommt wirklich auf das jeweilige Pferd an. Unsere alte Ponydame z.B. hat einige Jahre im Herdenverband im Sommer 24/7 auf der Weide gelebt und wurde als Schulpony zu den Schulstunden von den Weiden geholt. Sie war die Leitstute, also definitiv kein zurückhaltendes unterdrücktes Mäuschen, sondern diejenige, die sagte, was zu tun war. Dann haben wir sie für unsere Kinder gekauft und ihr Leben änderte sich schlagartig. Keine ständig wechselnden neuen Reiter, sondern feste Bezugspersonen und eine Box, die sie abends für sich ganz alleine hatte und ganz offensichtlich sehr genoss. Mittlerweile ist sie 30 Jahre alt. Immer noch tagsüber auf der Weide und abends geht es dann zurück in ihre Box. Und egal wo und wie entlegen sie auf der Weide steht - sie ist die erste, die angetrabt kommt und rein will. Wirklich gerne rein will. Auch wenn ich nur an der Weide vorbeikomme, weil ich zum Beispiel mit den Hunden laufen gehe, kommt sie voller Hoffnung, dass es rein geht - selbst wenn sie erst eine Stunde draußen steht. Sie liebt ihre Weidekumpel. Auch jetzt ist sie wieder die Chefin, aber ihren Rückzugsort, ihre große Außenbox, mit Nachbarn und Aussicht, die liebt sie definitiv noch mehr und ist mit dem Mix - Weide/Box sehr zufrieden.

Ich kenne Dein Pferd nicht, aber Sozialkontakte und Freunde, das braucht eigentlich jedes Pferd - nur manchmal eben in unterschiedlicher Ausprägung. Mitunter dauert es, bis ein Pferd seinen Platz in einer bestehenden Herde gefunden hat. Und so manches Mal muss man als Besitzer auch weggucken und versuchen zu ignorieren, dass das eigene Pferd gerade eben noch nicht seinen Platz gefunden hat. Manchmal reicht ein gemeinsam durchgestandenes Gewitter und mit einem Mal ist die Truppe homogen. Manchmal entsteht erst eine zaghafte Freundschaft zu einem Pferd und darüber kommt das neue Pferd in die Gruppe. Und manchmal bleibt ein Pferd auch Außenseiter und es reicht ihm, die anderen in Sichtweite zu haben. Bei uns Menschen gibt es ja durchaus auch gesellige und weniger gesellige.

Gib ihr Zeit, sich einzuleben und Freundschaften zu finden. Sie wird lernen, wie sie sich verhalten muss und mit etwas Glück wird sie einen Freund finden. Ob das Ganze 24/7 endet oder es dann doch lieber Nachts in die Box geht, das würde ich ausprobieren. Wenn sie ausrechend angeweidet ist, gibt ihr die Chance, sich zu integrieren und guck wirklich auch mal 2,3 Wochen weg. Es kann durchaus sein, dass sie die eine oder andere Blessur davon tragen wird, aber nach einem Monat weißt Du, ob das Ganz so funktioniert oder eben nicht.

Wenn ein Pferd glücklich und zufrieden damit ist, im Herdenverband zu leben, dann ist das die natürlichste und schönste Art. Doch wie gesagt, mitunter kann es durchaus aufs Pferd zugeschnittene Alternativlösungen geben, die für dieses Pferd eben besser funktionieren.

Sallyvita 29.06.2017, 12:07

Vielen Dank! Hoffentlich geht es Deinem Pferd mittlerweile besser und auch Dir mit der momentanen Situation.

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Ich würde es an deiner Stelle einfach mal ausprobieren. Gib ihr ein paar Wochen Zeit und schau dir dann an wie sie sich in die Herde integriert hat. 

Vor allem in den ersten Tagen kann es natürlich durchaus noch sein dass noch nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, mach dir da dann erstmal keine Gedanken. Ich weiß ja nicht wie die Zusammenstellung und Größe der Herde ist aber bis sich alle zusammengefunden haben dauert das einfach seine Zeit. 

Solltest du nach ein paar Wochen das Gefühl haben dass sie arg gestresst ist oder überhaupt nicht von der Herde angenommen wird kannst du ja immer noch wieder zurückwechseln und sie nachts in die Box stellen. 

Viel Glück!

Ich denke deine Trainerin hat Recht.

Es ist wirklich eine tolle Sache, wenn sie so lange draußen stehen können. Da Pferde nur sehr kurz schlafen und auch nie wirklich tief und fest schlafen, brauchen sie im Zweifelsfall immer eher mehr Beschäftigung / Sozialkontakte als weniger.

Solange die Koppel so groß ist, dass sie sich auch etwas abseits stellen kann falls sie das gerade braucht, dann sehe ich darin kein Problem. Das kann ihr eigentlich nur gut tun.

rlstevenson 18.05.2017, 11:08

DH! Man darf auch nicht vergessen, dass nicht alle Pferde "Partytiere" sind, die stets im Mittelpunkt stehen und mit allen und jedem Mähneknabbern wollen. Manche Pferde sind auch gerne "für sich", das heißt aber nicht, dass sie alleine stehen wollen! Man kann eine Party auch genießen, wenn man sich eher am Rande aufhält und die Gemeinschaft betrachtend genießt.

Das klingt jetzt alles total vermenschlichend, aber manchmal helfen solche Analogien, zu verstehen, dass eben auch andere Tiere unterschiedlich gestrickt sind, nicht nur wir Primaten.

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2AlexH2 19.05.2017, 19:52
@rlstevenson

Stimmt.meiner wird von allen umgehend als chef angehimmelt, dabei gehen ihm andere Pferde oft auf den Kecks ;-)

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Loevi 18.05.2017, 12:48

Also die Weiden sind total riesig und richtig toll mit Waldstück! Ich denke mal ich probiere es mal aus, möchte ja nur das beste für sie :)

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Wenn sie 24h Weidegang gesundheitlich verträgt (Hufrehegefahr, Verfettungsgefahr), dann ist das natürlich das Beste für ein Pferd.

Bei der "tagsüber Weidegang, nachts Boxenhaltung" - Nummer ist es für das Pferd natürlich sehr viel schwerer, sich einzugewöhnen, weil ja immer wieder die nächtliche Trennung stattfindet.

Wenn die Weide groß genug ist, so dass sie nicht dauernd gejagt wird, dann würde ich den Schritt zur Weidehaltung gehen. Und ja, es dauert locker ein paar Wochen, bis sich ein neues Pferd in ein soziales Gefüge einpasst. Vergleich das doch mal mit einem Kind, das umgezogen ist und neue Freunde suchen muss, in einen festen Klassenverband kommt, etc. Das geht auch nicht im Handumdrehen und auch das bedeutet Stress, na klar. Aber mit der Zeit gewöhnen sich 99 % ein und finden auch Freunde, zumindest Bekannte.

Was ist denn die Alternative? Dass Dein Pferd alleine steht. Und das ist für das Pferd mit Sicherheit auch Stress, nur haben wir Menschen dafür wenig Verständnis, weil wir diesen inneren Stress nicht sehen können.

Für ein soziales Tier wie das Pferd (und auch den Menschen) ist ein Nachbar, den wir nicht so gerne mögen, immer noch gesünder als Einzelhaft.

Ich kann eigendlich immer nur dazu raten, das Pferd Pferd sein zu lassen und keine menschlichen Gefühle ins Pferd zu interpretieren.

Da Pferde Gruppentiere sind, die auch nur dann als Gruppe funktionieren wenn sie 24/ 7 zusammen sind, werden sie sich schon arrangieren.

Als Mensch muß man da oftmals bis zu einem Jahr warten, bis da alles so funktioniert, wie die Natur das vorgesehen hat.

Unbedingt Herde. Es muss einfach genug Platz zum ausweichen da sein. Mag sein, dass sie gestresst ist, weil sie es nicht kennt, aber es ist eins der wichtigsten Grundbedürfnisse des Pferdes permanent in einer Herde zu sein und 24 h rumlaufen und sich bewegen zu können. Sie werden körperlich viel gesünder und stärker und ausgeglichener/glücklicher..

Du kannst ein neues Pferd nicht einfach "in eine Herde tun". Man merkt, dass du von nichts eine Ahnung hast. In einer Herde besteht eine eingespielte Rangordnung. Ein neues Pferd bringt Unruhe in die Herde, wird Keilereien ausgesetzt, hat psychischen und physischen Stress, ehe es den Platz in der Herde findet. Da muss eine sehr einfühlsame Eingewöhnung stattfinden, die in der Regel im Stall beginnt. Wenn dein Pferd schon keinen stabilen Charakter hat, ist das eine extrem schwierige Sache. Sorry, aber wenn du davon keine Ahnung hast, wie man an deiner Frage unschwer erkennt, solltest du die Finger davon lassen.

MaryLynn87 18.05.2017, 11:01

Grundsätzlich hast du Recht.

Aber das Pferd ist ja nicht komplett neu im Stall und ich bin mir sicher, dass die Besitzerin hier nicht ganz alleine mit der Pflege gelassen wird. Es wird sicher einen Stallbetreiber oder ähnliches geben, der solche Entscheidungen mittragen wird und eine Eingewöhnung überwachen wird. Ist zumindest in unserem Stall so der Standard!

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gretchenklein 18.05.2017, 12:18
@MaryLynn87

Du hast wohl die Frage nicht gelesen? Ich zitiere:

Ich bin in einem neuen Stall 

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Loevi 18.05.2017, 12:45
@gretchenklein

Also erst mal ja ich habe nicht so viel Ahnung von dieser Haltung, ja.

In dem vorigen Stall stand sie mir zu wenig draußen , meist nur 4 Stunden , oft alleine oder nur mit einem Pferd und dadurch war immer Spannung in dem Pferd.

Die Leute dort haben das geregelt und haben sehr viel Ahnung davon ! Also ich muss mich da um nix alleine kümmern sondern entscheide nur ob sie in die Herde kommt oder nicht. Viele sagten mir es seie das Beste und dann hab ich mit einigen geredet, die da eher Bedenken hatten.

Als sie neu kam haben wir sie erst mal 2 Wochen in den neuen Stall eingewöhnen lassen , an den Boxen sind paddocks dran, wo sie sich auch schon beschnuppert haben.

Und dann wurde sie langsam in die Herde integriert.

Dazu muss man auch sagen das es eine sehr soziale Herde ist , es hatte sich kaum ein Pferd dafür interessiert, als sie dazu kam.

Anfangs wurde sie vom Chef paar mal gejagt aber das war nach ein paar Tagen erledigt.

Meine Frage ist ja nur was denn das beste für das Pferd ist.

Ob es sich denn daran gewöhnt oder immer diesen Stress vom Kopf her hat.

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MaryLynn87 18.05.2017, 12:50
@gretchenklein

Nachdem du schon "über den Winter" es mit der Herde ausprobiert hast, kannst du so neu in dem Stall nicht mehr sein.

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gretchenklein 18.05.2017, 12:51
@Loevi

Aus deinem Geschreibsel wird echt kein Mensch mehr schlau. Jetzt schreibst du plötzlich, dass dein Pferd bereits an die Herde gewöhnt ist. WAS WILLST DU DENN EIGENTLICH ????? Lass es doch, wie es ist. Ständige Veränderungen sind für KEIN PFERD gut. Und wenn du nicht weißt, was du willst, dann mach es mit dem Stallbesitzer aus, der mehr Erfahrung hat als du. 

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gretchenklein 18.05.2017, 12:52
@MaryLynn87

Die Fragestellerin widerspricht sich ständig. Erst ist es der neue Stall, die neue Herde, dann auf einmal der alte Stall und das Pferd ist bereits in die Herde integriert. So macht das Ratgeben keinen Sinn. Man sollte die Fragestellerin ruhig hier weiter rumtrollen lassen und keinen weiteren Gedanken mehr daran verschwenden. Das Pferd kann einem nur leid tun mit so einem Besitzer.

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Loevi 18.05.2017, 13:04
@gretchenklein

Vllt solltest du einfach mal richtig lesen :D

Für mich ist es halt neuer Stall auch wenn ich schon 2 Monate oder länger dort stehe

Und ich hatte sie vor in der Herde zu halten und da war es noch die Winterzeit , da standen sie tagsüber auf einer zerstörten Wiese und abends gings in die Boxen 

Und als es dann nach 4 Wochen auf die richtigen wiesen ging und es dann hieß das sie nun auch nachts draußen stehen, hatte ich bisschen Angst um sie und hab sie dann mit den Indoors tagsüber rausgelassen 

Und nun die Frage ob man sie nicht doch in der Herde lässt und halt 24 h weil meine Trainerin mir da nochmal ins Gewissen geredet hat 

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Loevi 18.05.2017, 13:06
@MaryLynn87

Ja bin ich auch nicht mehr , für mich heißt es einfach noch 'der neue stall' :D ist auch echt total toll dort 

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Loevi 18.05.2017, 13:12
@gretchenklein

Gretchenklein, ich frage mich eigentlich warum du überhaupt Kommentare schreibst und was dein Problem ist

Du sagst das Pferd könne ein leid tun ?

mir tun eher die Pferde leid, die alleine nur mal 1-2 Stunden draußen stehen, wenn überhaupt , manche leben ja in kompletter Boxenhaltung und müssen nurnoch Leistung erbringen .

Ich wollte das nicht für mein Pferd und möchte das sie glücklich lebt , deswegen suche ich ja nach Rat, damit ich mir sicher bin was das Beste für das Pferd ist .

Und ein Pferd das artgerecht lebt kann einem ja wohl nicht leid tun , deine Aussage ist einfach lächerlich.

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2AlexH2 19.05.2017, 19:55

Gretchen wieso so ein Drama machen? Wenn die Weide gross genug ist kann man das neue Pferd auch einfach drauf stellen. Besser ist es erst auf die Nebenweide zu tun um zu schauen wie es läuft, aber ich seh echt dein Problem nicht.

Du scheinst nicht viel von Pferden zu verstehen, jedenfalls nicht von Weidenhaltung.

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