2023 den Mars besiedeln - Elon Musks Ziel realistisch?

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5 Antworten

Na ja, man soll ja niemals nie sagen und Elon Musk ist sicher alerter als die ESA und auch die NASA, die ja auch eine Behörde ist.

Aber ich denke, Musk unterschätzt die Schwierigkeiten. Zu sagen: "Das machen wir jetzt", ist eine Sache, aber auch er kann die Himmelsmechanik nicht außer Kraft setzen, die eben Flüge nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, weil wir (noch) nicht die Technik haben, einen Flug unabhängig von der Stellung der Himmelskörper zueinander zu starten.

Raumfahrt ist also auch in den nächsten, sagen wir 50 Jahren, ein Antriebsproblem, und die Technologie muss da noch gewaltige Sprünge machen.

Was nützt uns eine energetisch günstige Hohmannbahn, die aber lange Flugzeiten mit nur kurzen Aufenthalten ermöglicht?

Wir brauchen Triebwerke mit viel Schub, die auch eine Beschleunigung idealerweise von einem G ermöglichen, wenigstens aber von einem Sechstel G (wie auf dem Mond) oder einem Drittel (wie auf dem Mars) - und das konstant für Hin- und Rückflug, um den Kalziumabbau in den Knochen bei Schwerelosigkeit zu stoppen und das Herz-Kreislauf-System der Astronauten unter Belastung zu halten.

Dann hat der Mars kein Magnetfeld, welches die Sonnenwind und kosmische Strahlung aufhält bzw. abschwächt. Eine Siedlung könnte nur kurze Zeit auf der Oberfläche errichtet werden, müsste langfristig aber sicher eingegraben werden.

Und natürlich die Auswahl der Crew. Medizinisch fit und psychisch stabil muss sie sein, denn im Gegensatz zur ISS gibt es - hier haben wir wieder das Antriebssystem - keine Möglichkeit, schnell zur Erde zurückzukehren.

Geht etwas auf dem Hinflug schief (wie bei Apollo 13), muss der Flug bis zum Mars fortgesetzt werden. Selbst wenn es technisch möglich ist, hält die Crew das durch? Und was ist dann mit der Rückkehr oder auch nur der Ursachenforschung?

So lange kann man kein zweites Raumschiff auf den Trip schicken.

Trotzdem wäre ich gerne dabei, aber leider ist der Zug abgefahren bzw. das Raumschiff schon abgeflogen ;-)

Hier zwei YT-Videos.

Der erste Beitrag ist eine Heiseshow:

#heiseshow: SpaceX, NASA, Boeing & Co. – Fliegen nun endlich Menschen zum Mars?

Der zweite Beitrag mit Prof. Ulrich Walter

Astronaut erklärt SpaceX Pläne Reisen zum Mars Dieser Traum ist real

Und auf dem Mars gibt es "unbegrenzt" Methan , dass soll für den Treibstoff dienen.

Verwechselt da irgendjemand den Mars mit dem Uranus? Der hat immerhin 2,3 % Methan in seiner Atmosphäre. Neptun hat 1,5 %, Saturn 0,45 % und Jupiter 0,3 %. Auf dem Mars sind es etwa 10 ppb, also 10 Milliardstel, d.h. ein Millionstel Prozent.

Was Sauerstoff angeht, ohne den man das Methan ja im Triebwerk nicht verfeuern kann, so gibt es in der Marsatmosphäre immerhin anderthalb Promille davon.

Ob die Erwartung realistisch ist, daß eine hinreichende zahl von Fluggästen 200000 Euro dafür ausgibt -- das werden marktforscher sicher gerne herauszufinden versuchen, wenn Herr Musk eine Studie in Auftrag gibt. Ich für mein Teil wüßte, wo ich mir für weitaus weniger Geld in der Wüste den Arsch abfrieren kann.

TheRealDeal123 21.07.2017, 03:02

Was das Methan angeht haben sie natürlich recht, allerdings soll das, wenn ich mich recht entsinne, auch nicht abgebaut, sondern lediglich über einige Reaktionen als Endprodukt erzeugt werden, wobei man auf das viele CO2 und Eis zurückgreifen will.

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In dem Buch "Lebensraum Universum" wird das Projekt sehr ausführlich beschrieben (springer Verlag). Der Autor ist hier zwar skeptisch, aber denkt durchaus dass es die nächsten Generationen schaffen sollten. Es wird auch auf andere Projekte eingegangen, wie zb inspiration mars oder mars one, die von anderen durchgeführt werden sollen (inspiration mars sogar in den nächsten Jahren). Vielleicht lohnt sich ja ein Blick ins Buch für dich 

es gibt dutzende von fast unüberwindbaren problemen, um den mars zumindest mit vertretbarem aufwand zu erreichen, geschweige denn bewohnbar zu machen.

nur wenn die ganze welt gemeinsam auf krieg und militär verzichtet und die freiwerdenen resourcen gemeinsam in die entwicklung aller notwendiger technik stecken würde, lässt sich das nach aussage von fachleuten in ein paar hundert jahren verwirklichen.

der mars ist aber wegen seiner lage knapp außerhalb der habitablen zone unseres sonnensystems nur in geschützten arealen bewohnbar und hat kein magnetfeld, um die energiereiche sonnenstrahlung abzublocken.

aber es wird immer wieder politiker mit "america first" (oder ähnlich) geben, also wird es wohl für alle zeit ein traum bleiben; von ein paar todesmutigen experimenten mal abgesehen.

blackoutX2 28.06.2017, 18:33

in ein paar hundert jahren? :D

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noname68 28.06.2017, 18:40
@blackoutX2

vor ein paar monaten habe ich genau darüber einen spannenden und informativen vortrag eines renommierten astro-physikers besucht, der aber auch etwas des-illusionierend war.

der hat sogar eine kalkulation der nötigen kosten dabei, das war mehr als das aktuelle BSP aller G20 nationen dieser erde.

sein fazit: das ist keine aufgabe für eine nation, sondern eine aufgabe für die gesamte menschheit

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Reine Science Fiction.

Musk ist zwar gut darin phantastische Idee in Realität zu verwandeln, aber die Besiedelung des Mondes ist doch ein paar Nummern zu groß.

No Chance.

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