2016 kriegt man seinen Platz in der Gesellschaft nur durch bedingungslose Anpassung und Selbstaufgabe?

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30 Antworten

Die Eingangsfrage ist vorweg mit einem deutlichen  N E I N zu beantworten!

Selbstverständlich muss man sich an den für die Gesellschaft notwendigen Werten und Normen anpassen ...

Um in der deutschen und jeder anderen europäischen Gesellschaft leben zu können, ist "anpassen" das absolute Minimum. Aber "anpassen" ist nur ein äußerlicher Unterwerfungsprozess, der keine Loyalität zu den grundlegenden Werten des Zusammenlebens der Menschen in diesen Gesellschaften beinhaltet. Um auf Dauer in einer europäischen Gesellschaft leben zu können, wird niemand darum herumkommen, wenigstens die wesentlichen Werte wie Toleranz, Respekt vor den Mitmenschen und ihren Freiheiten sowie Solidarität mit Gesellschaft und Staat zu verinnerlichen und als richtig anzuerkennen. Böse gesagt: "anpassen" geht nur in Richtung Heuchelei.

Ich fühle mich aktuell zwischen den Stühlen und völlig fehl am Platz, gehöre irgendwie weder da noch hier hin. Woher wissen alle denn so genau was Richtig und was Falsch ist?

Das ist eben das Problem bloßer "Anpassung". Du bist in Deutschland herzlich willkommen, wenn du diese Herzlichkeit erwiderst und bewusst dazu bereit bist, dich in die Gesellschaft einzugliedern. Was richtig und falsch ist, das geben natürlich in erster Linie die allgemeinen Menschenrechte und speziell die Gesetze des Landes vor. Ob du aber von den Menschen im Lande akzeptiert und respektiert wirst oder nicht, das liegt in erster Linie an deinem persönlichen Verhalten! In Deutschland gibt es ein treffliches Sprichwort: "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus."  :-)

Weiblich, Migrationshintergrund und komme aus einem islamischen Land.Diese Informationen reichen für gewöhnlich für sehr viele Menschen aus sich ein Bild über mich zu machen.

Bedenke: solche Menschen, die ein schnelles, oberflächliches Urteil über Menschen fällen, die sie überhaupt nicht persönlich kennen, findet man überall auf der Welt. Insofern findet man sie auch in Deutschland. Aber die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist so nicht und beurteilt die Menschen danach, wie sie sich verhalten! Ich weise noch einmal auf das von mir zitierte Sprichwort hin.

Das Einzige was ich allerdings nur weiß ist, dass ich die Kunst
liebe, dass ich es Liebe Momente mit allem was die Kreativität zulässt
festzuhalten. Ich liebe das Schöne und die Entdeckung. Mich fasziniert
die Wissenschaft, ebenso wie die Philosophie, Geschichte und Lyrik. Ich
liebe es neue Dinge zu lernen und zu entdecken. Ich bin keine Muslimin,
weil ich den Islam fürchte oder gar hasse, sondern weil mich die
Wissenschaft fasziniert. Oft erwarten die besorgten Bürger, dass ich
klar position beziehe und mich gegen die Kultur äußere. Aber ich finde
man macht sich die Welt viel zu einfach, wenn man alles in Schwarz und
Weiß unterteilt. Ich bin gegen niemanden und weigere mich mir anzumaßen Menschen oder gar ganze Kulturen zu bewerten.

Alles was wir heute sind, ist das Ergebnis unserer Vorgeschichte,somit hat jedes Ereignis einen Hintergrund. Es ist einfach sich auf einen Podest zu stellen und das Endresultat zu bewerten, nur wird das meiner Meinung nach nichts an den Ursachen ändern.


Meine Güte, mit diesen Interessen und dieser Einstellung bist du genau im richtigen Land! Dir stehen alle Möglichkeiten offen, dein Leben so zu gestalten, wie du es willst. Deutschland braucht interessierte und gebildete Menschen, die nicht nur "in Schwarz und Weiß unterteilt", sondern differenziert denken wollen und können. Du sitzt keineswegs "zwischen den Stühlen", sondern genau auf dem Stuhl! Von ein paar Dummköpfen solltest du dich nicht verwirren lassen.  :-)

MfG

Arnold



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nocheinnick 02.03.2016, 10:47

"Meine Güte, mit diesen Interessen und dieser Einstellung bist du genau im richtigen Land! "

Du meinst schon das Deutschland in dem das Dschungelcamp die beliebteste Fernsehsendung ist, oder?

Ich bin Wissenschaftler und meine Arbeit für die Gesellschaft wird kein Bisschen respektiert, während kriminelle Verbrecher wie Uli Höneß als Helden gefeiert werden.

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ArnoldBentheim 02.03.2016, 15:09
@nocheinnick

Ich meine das Deutschland, in dem man mit den Interessen des Fragestellers sein Leben so gestalten kann, wie man das will und möglichst mit dem Ziel der persönlichen Zufriedenheit.

Ich bin auch Wissenschaftler, habe Freude an dem, was ich für den Beruf studiert habe und sogar zur Freizeitgestaltung nutzen kann. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt und bin zufrieden, daher kümmert es mich nicht, ob der Teil der "Gesellschaft", der zu den Höneßbejublern oder Dschungelcampfans gehört, meine Arbeit schätzt oder in dumpfer, alleine niederen Trieben ergebener Geistlosigkeit sein Leben vertut. Mir genügt es, wenn die Leute meine Arbeit "respektieren", die ihr Interesse entgegenbringen. Auch damit habe ich etwas für die Gesellschaft geleistet.  :-)

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Mamuschkaa 02.03.2016, 23:33
@nocheinnick

gerade deswegen brauchen wir solche Menschen,
oder willst du das nur noch Dschungelcamp-Zuschauer einreisen O_o

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Verhandler91 08.03.2016, 18:59

Arnold, "Respekt und Robustheit" in deine Richtung. Geiler Text! 

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ich denke ein grossteil dessen, was du schilderst ist typisch fuer immigrantenkinder egal aus welchem land, welcher ethnie angehoerend und welcher religion zugerechnet.

sicherlich ist es momentan fuer muslimische, erwartet muslimische und leute, die aussehen, als ob sie muslime sein koennten, besonders problematisch. 

ich werde aeusserlich als ostasiate wahrgenommen und dabei je nach bedarf als chinese, japaner oder koreaner wahrgenommen (mitunter auch noch als thai oder vietnamese). ich bin aber deutscher und auch im wesentlichen hier aufgewachsen. 

was auf den ersten blick merkwuerdiger ist, ist dass ich in ostasiatischen laendern auch als auslaender wahrgenommen werde, egal wohin ich gehe.

so wie du sitze ich zwischen den stuehlen und das wird sich auch nie aendern. ich habe dafuer sogar ein gewisses verstaendnis. die meisten menschen sind nicht in der lage, jemanden vollkommen individuell wahrzunehmen und ich bin auch ziemlich sicher, dass weder du noch ich das koennen.

das fuehrt dazu, dass man sich stets "erklaeren" muss und dabei immer noch oft missverstanden wird. aber das ist dann halt so. 

was dir vielleicht helfen koennte waere, dass du dich mit leuten umgibst, die in einer vergleichbaren situation sind. so wie z.b. in deutschkursen fuer auslaender leute aus aller welt sich zusammenraufen (muessen) und dann deutsch als ihre kommunikationssprache nutzen (muessen), finden sich individualisten wie du haeufig in sehr heterogenen gruppen am wohlsten.

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ArnoldBentheim 01.03.2016, 16:05

so wie du sitze ich zwischen den stuehlen und das wird sich auch nie aendern. ich habe dafuer sogar ein gewisses verstaendnis. die meisten menschen sind nicht in der lage, jemanden vollkommen individuell wahrzunehmen und ich bin auch ziemlich sicher, dass weder du noch ich das koennen.


Diese Aussage selbst beinhaltet wiederum ein Vorurteil (sh. Hervorhebung)!

Es gibt sehr viele Menschen - und ich z. B. kenne nur solche -, die ihre Mitmenschen "individuell", ganz nach ihrer Persönlichkeit und bestimmt nicht nach ihrer Herkunft oder ihrem Aussehen beurteilen und wertschätzen!  ;-)


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Etter 02.03.2016, 20:41
@ArnoldBentheim

"die ihre Mitmenschen "individuell", ganz nach ihrer Persönlichkeit und bestimmt nicht nach ihrer Herkunft"

Also wenn denen ein bedrohlich aussehender Typ besoffen in einer dunklen Gasse entgegen kommt, fragen se erstmal wer er ist, wie es ihm so geht und was für ein Mensch er so ist?

Wie oft wurden sie bisweilen ausgeraubt?

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Liebe Fragestellerin! 

In der Titelfrage steht etwas von "bedingungslose Anpassung und Selbstaufgabe" und in dem Fragetext geht es viel eher um "Vorurteile und Schubladendenken". Beide Themenkomplexe könnte man diskutieren, aber was das eine mit dem anderen zu tun hat, sehe ich einfach nicht. Wenn du öfter so verquere Gedankengänge hast, dann könnte die Reaktion von Mitbürger durchaus auch daran liegen, dass sie dir einfach nicht folgen können oder sich von dir ungerecht behandelt fühlen. 

Ich finde, du beklagst durchaus zu recht gewisse Vorurteile und Schubladendenken, die dich leider als moderne, progressive deutsche Frau mit muslimischen Migrationshintergrund treffen und verständlicherweise stören. Zugleich jedoch verallgemeinerst ausgerechnet du selbst in einem erschreckenden Ausmaß -- bitte erkenne, dass nun längst nicht alle deutschen Mitbürger so denken, sondern sehr viele moderne Muslims im Freundeskreis, im Kollegium, als Sportkameraden haben und gut zurecht kommen mit ihnen. Ja, es gibt Vorurteile, aber sie sind bei weitem nicht so ausgeprägt, wie du selbst unterstellst. 

Wer gegen Schubaldendenken argumentiert, der muss unbedingt selbst Schubladendenken vermeiden. Wer Vorurteile besiegen will, darf nicht selbst solche äußern!

Ratschlag: 

  • Such dir ein soziales Umfeld, in dem Du Dich wohlfühlst und akzeptiert wirst. Sportvereine, Gruppen zum Musizieren, ehrenamtliches Engagement -- und schon wirst du ganz viele Menschen treffen, die dich akzeptieren. 
  • Erzähle nicht jedem von deinen wahrgenommenen Problemen, sondern präsentiere dich als selbstbewusste, moderne Frau. Wenn dir Glaube wenig bedeutet, dann erwähne ihn nicht. Wenn deine Herkunft keine Rolle spielen soll, dann mache sie nicht zum Thema. Kleide dich modern, benimm dich einheimisch und niemand wird irgendwelche Vorurteile haben. Ich selbst habe so viele Bekannte mit Migrationshintergrund und es fällt mir nicht einmal mehr auf -- weil sie sich ganz "normal" benehmen.
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Du solltest es nicht zu sehr anderen recht machen.

Die Grenze ergibt sich von selbst. Wenn du merkst, dass du zu wenig akzeptiert wirst und mehr akzeptiert werden willst, dann passt du dich ein Stück weit mehr an.

Überleg dir aber, wer dir wichtig ist. Du musst dich nicht für Nachbar Meier z. B. anpassen, wenn du den Nachbarn Meier gar nicht kennst.

Du musst auch abwägen, wo dir überhaupt eine Integrationschance gegeben wird.

Alles in allem handelt es sich um einen Zielkonflikt. Du-Selbst-Sein vs. Akzeptiert-Werden.

Wenn wir von "Anpassung" sprechen, meinen wir sowieso nur das Verhalten, denn das Denken lässt sich nicht so schnell ohne Weiteres anpassen.

Viele werden dir raten, auf Biegen und Brechen du selbst zu bleiben. Andere werden meinen, dass du unbedingt dafür sorgen musst, akzeptiert zu werden.

Ich rate dir, selbst zu entscheiden, was du für wie wichtig hältst.

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Nicht alle wissen wo richtig und falsch ist, dass ist nur deine Theorie. Ich sag das nur damit du das im Hinterkopf behälst, denn so ist das nun nicht, vielen Menschen geht es so wie dir. 2. Bin ich immernoch der Meinung das es am besten ist, wenn man auf sich selbst hört. Gerade wenn man zu sehr anfängt von anderen Ansichten abhängig zu sein, gerät man zwischen die Stühle. Die Menschen die relativ gekonnt mit ihrem Leben klar kommen, hören auf ihre innere Stimme. Wie eine Intuition, ein Gefühl das dich wissen lässt wie du die Lage einschätzen musst und was du zutun hast. Auch Selbstbewusstsein/vertrauen baut darauf auf. 

Es hat einfach für dich persönlich keinen Nutzen deine Konzentration auf dem falschen Urteil anderer Wert zu legen. Es ist frustrieren ständig darüber nachzudenken, aber eben mehr bringt es einem auch nicht. Manche Mensch fokussiert sich seltsamerweise gerne auf Frust und ärger, sie wollen Probleme haben und beschäftigen sich gerne damit. Du profitierst von solchen Gedanken nichts, dass muss einem erst klar werden. Wenn man logisch, statt emotional an die Sache ran geht. Viel wichtiger ist die Selbsterhaltung und dazu gehört eben seine eigenes festes Urteil über sich selbst zu haben und sich nicht durch andere verunsichern lassen. Denn wen man logisch an die Sache ran geht, sind die Meinungen der anderer nichts als Gedanken. So wie deine Meinung "alle kommen mit ihrem Leben klar, nur ein Gedanke (deine Theorie) ist". Solche Menschen wird man ständig begegnen,  darauf hat man keinen Einfluss. Aber man hat Einfluss auf sich selbst, ob man es zulässt sich davon verrückt zu machen. Du musst dich nirgends anpassen und nicht alles glauben, was man zu dir sagst. Ich sag das nicht als aufmunterung, ich meine tatsächlich das du das nicht musst. Das klingt für mich alles nach Schubladendenken wie du schon sagtest "die Menschen nehmen dich nicht als Individuum war". Sie beurteilen dich nach einer Vergangenheit, die dich persönlich nichtmal betrifft. Aber wie gesagt darauf Wert zu legen hast du kein Nutzen von. Du provozierst dir selber gerade zu falsche Gedanken und ein schlechtes Gefühl und ein falschen Eindruck von der Welt hervor. Leg deine konzentration lieber auf die Dingen, die dir gut tun. Das stärkt den Charakter fest zu seinen Ansichten zu stehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass alles was du denkst richtig ist oder jede andere Meinung falsch ist. Aber ich denke du hast es schon verstanden :)

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Das hängt sicher von deinem Umfeld ab. Ich komme auch aus einem sehr konservativen Dorf. Wenn dort ein Unbekannter durch die Strassen spaziert reden die Leute noch gefühlt 3 Monate darüber. Mittlerweile lebe ich selber im Ausland, bin also selber sozusagen zum Ausländer geworden und habe überhaupt keine Probleme. Ich kann wirklich nicht sagen dass ich nicht akzeptiert bin. Ich lebe im nahen Ausland und durch mein "Aussehen" fällt nicht direkt auf das ich Ausländer bin, aber mein Dialekt beim Sprechen ist dann aber doch sehr stark. Bedingungslos anpassen muss man sich unter keinsten Umständen. Du musst dich gar nicht anpassen, aber der Mensch ist nuneinmal ein Rudeltier und jemand der unter keinsten Umständen Teil des Rudels sein will, wird es auch nicht. Ich verstehe persönlich nicht, was an Anpassung so schlimm ist. Es ist doch toll im Urlaub einheimische Produkte zu essen, so wie die Einheimischen zu leben, ihre Kultur versuchen zu übernehmen. Gleiches gilt wenn du für längere Zeit in einem Land bist. 

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Eigentlich kannst du in deutschland so frei sein wie du willst, sofern du dich an geltendes Recht hältst und einen gewissen Konsens einhältst.

Aber dir geht es ja eher um Vorurteile. Mit Vorurteilen hat jeder zu kämpfen. Auch die deusche Blondine, deren Vorfahren bis anno was-weiß-ich zurückreichen.

Was du selber machen musst, ist dir das Bild aus dem Kopf zu schlagen, das andere vielleicht von dir haben könnten. Wer bist du denn? Doch eine kreative, intelligente, wissbegierige und junge Frau! Zeig das doch den Menschen auch!

Natürlich wird es immer wieder Menschen geben, die im Vorurteils-Schema drin sind und sich nur in diesem bewegen können, weil alles andere außerhalb... nun ja...

Aber auf diese Menschen kannst du verzichten! Stütze dich auf die Menschen, die dich mögen wie du bist.

Und vor allem: Habe Mut du selbst zu sein!

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Das sind jetzt mehrere Themen.

So ganz kann ich es nicht verstehen.

Ich fange mal bei der Anpassung an. Da ich Flüchtlingen helfe habe ich damit zu tun. Wir reden ja auch miteinander. Meiner Meinung nach sollten sie deutsch lernen, weil sie es sonst sehr schwer hier haben. Wenn es länger dauert, nicht so schlimm. Nicht jeder hat Sprachtalent und deutsch ist eine schwere Sprache.

Auch sollten sie sich schon so weit wie möglich anpassen. Ich erlebe immer wieder tolle Beispiele. Neben mir wohnte bis letzte Woche eine ältere Türkin. Friedlich haben wir fünf Jahre lang nebeneinander gewohnt. Nie gab es Streit. Sie hat kein deutsch gelernt. Letzte Woche ist sie gestorben.

In einer Kirche hat sich mal ein Islam geäußert. Ich fand ihn vernünftig, ebenso den deutschen Pfarrer. Sie tolerieren sich gegenseitig, jeder hat halt seine Religion. Schüler führten noch etwas dazu auf. So richtig multikulti.

Neben meiner Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe habe ich mittlerweile auch ausländische Freunde. Meine beste Freundin ist farbig.

Gestern habe ich mich für einen Deutschen geschämt. Ich war mit einem Flüchtling bei einer Wohnungsbesichtigung. Ein Deutscher schimpfte hinterher gegen die Politik, über Asylanten. Ich sagte ihm: er ist ein Asylant und sah meinen Begleiter an. Und ich will das nicht hören. Er schimpfte weiter und wir gingen weg.

Aber keiner hat mir bisher von solchen Problemen erzählt wie Du. Sie leben mitten unter uns. Wir verstehen uns.
Was ich neulich hörte war ein Angriff von einem Deutschen auf Ausländer in einer Straßenbahn.

Man muß sich immer anpassen. Auch wir Deutschen müssen das. Sehr vielen gelingt das wirklich gut. Schulen sind teilweise richtig multikulti.

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Was du beschreibst sind nur vor Vorurteile - Vor-Urteile - die Leute über dich haben, bevor sie sich ein echtes Urteil bilden. Nach dem ersten Gespräch mit dir, dürfte das Vorurteil schnell verflogen sein.

Was den Platz in der Gesellschaft angeht, gilt auch 2016 noch: Du bist, was du tust.

Du magst Wissenschaften, prima! Wenn du studierst was dir gefällt, bekommst du sehr wahrscheinlich einen Job der zu dir passt. Damit hast du schon mal einen Platz in der Arbeitsgesellschaft.

Deinen Platz in der Zivilgesellschaft findest du, wenn du dich in Bereichen engagierst, die dir wichtig sind. Man kann sich für praktisch alles ehrenamtlich einsetzen; dabei findet man Freunde, sowie Anerkennung für das was man tut.

Der Platz im Privatleben ergibt sich irgendwann von selbst. ;-)

Wenn du dich mit Leuten umgibst, die etwas tun - egal ob in Beruf, Studium oder Freizeit/Ehrenamt - dann bist du sehr schnell nicht mehr was man dir ansieht oder was die Leute sagen, sondern dann bist du was du tust. Deine neuen Bekannten sehen dann nur noch was du machst, und nicht mehr, was "auf dem Label steht".

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Das Problem hast nicht nur du, dass haben auch "Einheimische", die nicht stromlinienförmig sind. Es wird in der Tat immer schwieriger für Querköpfe und Ungenormte, eine kleine Nische innerhalb der Gesellschaft zu suchen. Allerdings beobachte ich bei der jungen Generation immer häufiger Widerstand gegen dien Zwang zur Anpassung.

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StevenArmstrong 02.03.2016, 20:48

"...bei der jungen Generation immer häufiger Widerstand gegen dien Zwang zur Anpassung."

Darf ich fragen, wo lebst?

Ein Link, der dir weiterhelfen dürfte, wie die Lage auf der Erde in der westlichen Gesellschaft aussieht:

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/07/19/bravo-raet-maedchen-zur-unterwuerfigkeit-lebensziel-den-maennern-gefallen/

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Etter 02.03.2016, 21:34
@StevenArmstrong

Willst du mich eig. flaxen?

https://www.mywot.com/en/scorecard/derhonigmannsagt.wordpress.com?utm_source=addon&utm_content=popup-donuts

Tammtammtaram Ik will mir ja nix anmaßen, aber irgendwie vertrau ich der Seite net so.

Wie wärs mit ner Quelle?

"Außerdem erlebe ich es tagtäglich, wei der Gruppenzwang den Individualismus einzelner Personen minimiert."

Wie
soll die Gruppe überleben, wen jedem die Gruppe egal ist, da er sein
eigenes Ding macht. Gruppenzwang ist eine Möglichkeit um eine Gruppe konform zu gestalten. Es ist quasi ein Überlebensmechanismus für eine Gruppe.

Ob man da mitmachen möchte, ist jedem selbst überlassen.

"Aber ich sehe es auch, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten die westliche Gesellschaft der Individualismus zu nimmt"

Huh wo das denn?

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ch finde es schade, dass oftmals der scheinbar einfachere Weg gewählt wird und die ertränkung der Individuen in ihrem Rastermuster, Schulterzuckend hingenommen wird.

Da kann ich dir zustimmen. Trage deine Haltung mit Stolz und lasse dich nicht auf indifferente Sachen ein. Das würde deinen Wert eher schaden.

Menschen  mit Vorurteilen sind Holzköpfe und Holzköpfe gibt es eigentlich überall. 

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Anpassen, sich positionieren bis zu welchem Grad?

In unserer Gesellschaft? Einfache Antwort: Bis zu KEINEM Grad!

Hier hat jeder Mensch, egal welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, welchen (Nicht-)Glaubens, etc. das grundgesetzlich verbriefte RECHT, sich so zu verhalten, wie ER möchte.

Die Grenze sind da einzig und alleine die sonstigen Gesetze, die da einen Rahmen setzen. Und der ist deutlich weiter, als die meisten glauben. Im Prinzip kann man sagen: Wenn man anderen nicht schadet bzw. sie nicht beleidigt, dann kann man so ziemlich alles tun.

Da reicht ein kurzer Blick in die ersten 5 Artikel des Grundgesetzes: https://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/grundgesetz/44187/i-die-grundrechte-art-1-19

Muss das jedem gefallen, wie man seine Persönlichkeit frei und gegen vermeintliche "Normen" entfaltet? Nein! Muss man sich ggf. dumme bis dümmste Kommentare anhören? Sofern nicht beleidigend: Ja! Kann einem das voll egal sein, und darf man solche Idioten dann lauthals auslachen? Aber hallo! ;-))

Problematisch kann es IMHO dann werden, wenn die eigenen Normen nicht mit denen des potentiellen Arbeitgebers übereinstimmen (z.B. weil die blau gefärbten Haare nicht zum beruflichen Dresscode passen). Aber außer im kirchlichen Bereich, geht das Privatleben den Arbeitgeber null an.

Und falls der das anders sieht, hat er heutzutage ziemlich zügig eine Klage wg. Diskriminierung am Hals ...

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Durch bedingungsloses Verhalten kriegt man seinen Platz in der Gesellschaft nicht. Dann wäre man wie ein Mensch der keine eigne Meinung vertritt, keinen Standpunkt hat, kein Persönlichkeit. Sich nicht verbiegen zu lassen ist das Geheimnis. Regeln und Pflichten einzuhalten ist das eine, aber sich nicht selbst aufzugeben das andere.

Für die einen bedeutet es die unterdrückte, ungebildtete Ausländerin, die irgendwann problematische fanatische Kinder zur Welt bringen wird Meiner Ansicht nach ist der Satz unglücklich gewählt. Kein Kind wird fanatisch, böse, geboren. Das was es im Leben mitbekommt das prägt das Kind und den zukünftigen Erwachsenen.

Mein Rat: Bleibe dir treu, wie im Absatz 6 beschrieben.

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StevenArmstrong 02.03.2016, 20:43

"Durch bedingungsloses Verhalten kriegt man seinen Platz in der Gesellschaft nicht."

Dein Beitrag ist sehr gut, aber zu deiner Aussage (s. oben) kann ich nur auf das thema Gruppenzwang verweisen, zu welchem ich noch einen Link habe:

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/07/19/bravo-raet-maedchen-zur-unterwuerfigkeit-lebensziel-den-maennern-gefallen/

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Ich halte es für schädlich, sich selbst zu verleugnen, nur damit die Gesellschaft einen genehm findet.
Das heißt nämlich, seine eigene Grenzen extrem zu missachten und sich bis zum es geht nicht mehr zu verbiegen.

"Die" Gesellschaft ist für mich in so manchen Dingen zu hinterfragen.
So bin ich seit langem nicht gesellschaftskonform, was den Umgang mit Kindern und der Zwang "diese doch in die Schule zu schicken" anbelangt.

Ich komme mit vielen Menschen zurecht - dabei sind mir deren Herkunft und Hautfarbe unwichtig.

Anstatt mich in einer vorgefertigte Schublade stecken zu lassen, bin ich dort, wo ich mich am wohlsten fühle.
Um beim Schubladenbeispiel zu bleiben: mir ist eine bunt gemischte Kruschelkiste wesentlich lieber

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die Frage ist sozusagen eine rhetorische Frage. Die Antwort ist vor allem, ob de bereit bist zu lernen, viel zu lernen und noch mehr zu lernen.

Anpassen tun sich Tiere und Pflanzen, die zu schwach sind um sich ansonsten gegen aggressive Lebensformen wehren zu können.

Aber Menschen können und sollen lernen, und je mehr sie wissen, desto mehr sind sie fähig zu überleben.

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StevenArmstrong 02.03.2016, 20:33

Jedoch ist der Gruppenzwang, der ein Individuum zwingt, sich anzupassen, keine große Chance, um zu "überleben".

Ein Link zum Thema Gruppenzwang:

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/07/19/bravo-raet-maedchen-zur-unterwuerfigkeit-lebensziel-den-maennern-gefallen/

Außerdem erlebe ich es tagtäglich, wei der Gruppenzwang den Individualismus einzelner Personen minimiert.

Was die Umwelt angeht, müsste der Klimaschutz gefördert werden, Kriege verhindert werden, etc. 

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Etter 02.03.2016, 21:30
@StevenArmstrong

https://www.mywot.com/en/scorecard/derhonigmannsagt.wordpress.com?utm\_source=addon&utm\_content=popup-donuts

Tammtammtaram Ik will mir ja nix anmaßen, aber irgendwie vertrau ich der Seite net so.

Wie wärs mit ner Quelle?

"Außerdem erlebe ich es tagtäglich, wei der Gruppenzwang den Individualismus einzelner Personen minimiert."

Wie soll die Gruppe überleben, wen jedem die Gruppe egal ist, da er sein eigenes Ding macht. Gruppenzwang ist eine Möglichkeit um eine Gruppe konform zu gestalten. Es ist quasi ein Überlebensmechanismus für eine Gruppe.

Ob man da mitmachen möchte, ist jedem selbst überlassen.

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Ich fand die Überschrift Deiner Frage recht spannend, weshalb ich mir die Frage dann gleich durchgelesen habe. Leider bin ich dann von Deinem Text enttäuscht, da ich den Eindruck gewonnen habe, die Frage ist keine Frage sondern lediglich eine Klage gegen die Gesellschaft.

Ich möchte Dir dazu folgenden Rat geben:

Du solltest Dich nicht über das beschweren was Du nicht erreicht hast. Du solltest Dich über das freuen was Du schon erreicht hast.

....und das ist sehr viel.

Hast Du Dir mal darüber Gedanken gemacht, wie Dein bisheriger Lebensverlauf gewesen wäre, wenn Du keine Migrantin wärst, sondern in dem Land Deiner Herkunft aufgewachsen wärest ? Vielleicht solltest Du es mal tun, und vielleicht gewinnst Du dann mehr Zufriedenheit.

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Gut, wie du deinen eigenen Weg gehst. Bedingunslos anpassen müsstest du dich nur, wenn du in einer traditionellen islamischen Gemeinschaft aufwächst, die ja keinen Individualismus kennt.

Wir sollten uns bewusst sein, dass die europäischen Gesellschaften die einzigen sind, in denen ein eigenständiges zu einem Maß möglich ist wie in keiner anderen Kultur. Koreaner, Japaner, Moslems etc.:Bei allem Respekt vor ihren Kulturen muss man sagen, dass Individualismus dort nicht vorgesehen ist.

Schwierig wurde es, als traditionelle Moslems in größerer Zahl ins Land kamen und in ihren Gemeinschaften diesen Individualismus weiterhin unterdrückten (Tochter darf keinen Nichtmoslem heiraten, man kann nicht aus dem Islam austreten usw.). Das rief natürlich Gegenbewegungen ins Leben.

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StevenArmstrong 02.03.2016, 20:29

In unserer europäischen, westlichen Kultur gibt es ebenfalls Elemente, welche den Individualismus beschränken:

Gruppenzwang und Spießigkeit.

Meine Klassenlehrerin ist die spießigste Persn im Universum und beschert sich über jede Kleinigkeit und pocht stets auf die Schuldordnung.

Der Gruppenzwang ist v.a. bei der heutigend Jugend verbreitet.

Dazu noch ein Link:

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/07/19/bravo-raet-maedchen-zur-unterwuerfigkeit-lebensziel-den-maennern-gefallen/

Aber ich sehe es auch, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten die westliche Gesellschaft der Individualismus zu nimmt, aber der Gruppenzwang dominiert die heutige Jugend und somit wird jede Chance auf Individualismus schon im Jugendalter verringert (s. Link).

Außerdem erzähle ich aus der Mitte der Jugend, da ich selber dazu gehöre und sehe, erlebe es tagtäglich.

MfG

Steven Armstrong

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Etter 02.03.2016, 21:34
@StevenArmstrong

Willst du mich eig. flaxen?

https://www.mywot.com/en/scorecard/derhonigmannsagt.wordpress.com?utm_source=addon&utm_content=popup-donuts

Tammtammtaram Ik will mir ja nix anmaßen, aber irgendwie vertrau ich der Seite net so.

Wie wärs mit ner Quelle?

"Außerdem erlebe ich es tagtäglich, wei der Gruppenzwang den Individualismus einzelner Personen minimiert."

Wie soll die Gruppe überleben, wen jedem die Gruppe egal ist, da er sein eigenes Ding macht. Gruppenzwang ist eine Möglichkeit um eine Gruppe konform zu gestalten. Es ist quasi ein Überlebensmechanismus für eine Gruppe.

Ob man da mitmachen möchte, ist jedem selbst überlassen.

"Aber ich sehe es auch, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten die westliche Gesellschaft der Individualismus zu nimmt"

Huh wo das denn?

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Hallo!

Für die einen bedeutet es die unterdrückte, ungebildtete Ausländerin, die irgendwann problematische fanatische Kinder zur Welt bringen wird und für die anderen gläubige fromme Muslima auf der Suche nach einem Ehemann..

Ich glaube dass die dritte Gruppe sagen wir mal dazwischen und nicht voreingenommen ebenso groß ist. Dein Text weist Dich als genügend intelligent aus um da differenzieren zu können. 

Eher scheint dein Denken voreingenommen. Die von mir beschriebene 3. Gruppe ist auch ruhiger - die extremen wie von Dir beschrieben schreien. 

Und sehen wir Deine Gruppen mal als Skala und geben einer Gruppe 0 und der anderen 100 so sind auf dieser Skala alle werte vertreten. 

Ich wünsche Dir alles Gute.

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Studier Mediendesign oder Medienkommunikation.

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Eigentlich tust Du nichts anderes wie die, die Du hier anklagst.  Auf der Suche nach Anerkennung verteilst Du nur Rundumschläge.

Geh doch Deinen Weg, wie Du ihn Dir vorstellst, dann wirst Du mit den  selbst erreichten Erfolgen bemerken, dass die Mitmenschen gar nicht so schlimm sind, wie Du meinst..

Anpassung in der Natur hat sich bewährt, warum nicht auch bei den Menschen?

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suziesext05 01.03.2016, 16:15

hi marylinjackson - du warst ma wieder zu herzensgütigst zu die Leute, wa? der olle Darwin hat eher nicht die soziale Anpassung in n Kopp gehabt, steht bei ihm 'survival of the fittest' und der Fitteste ist bestimmt nicht "Der Untertan" von Heinrich Mann, wa  :D :D

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