2. Weltkrieg Würzburg | 2 Fragen für Projekt

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3 Antworten

Nationalsozialistische Zeit [Bearbeiten]

Würzburg wurde 1934 Großstadt. Die Nationalsozialisten nutzten die Würzburger Burg Marienberg als „SA-Hilfswerklager“, dessen „wichtige soziale und erzieherische Aufgabe es ist, arbeitslose junge SA-Kameraden umzuschulen“.[11]

Würzburg spielte eine wichtige Rolle bei der sogenannte Aktion T4, bei denen mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet wurden. Die zentrale Figur dabei war Werner Heyde, Professor für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Würzburg sowie Leiter der „medizinischen Abteilung“ der „Euthanasie“-Zentrale und Obergutachter der Euthanasie-Aktion. Heyde war ab Oktober 1934 als Mitarbeiter, später als Kreisamtsleiter im Rassenpolitischen Amt in der Klinikstraße 6 tätig. Als Beisitzer im dortigen Erbgesundheitsgericht entschied er über Anträge auf Zwangssterilisationen.

Heyde gilt zudem wegen seiner Beziehungen innerhalb der SS und seiner Erfahrung als Gutachter bei der Ermordung von KZ-Häftlingen bei der „Aktion 14f13“ als Initiator, auf dem Gelände der Nervenklinik des Universitätsklinikums in Würzburg ein Außenlager des KZ Flossenbürg einzurichten, in dem zwischen April 1943 und März 1945 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter gefangen gehalten wurden[12]. Die Häftlinge waren anfänglich in einer eigenen Baracke in der Friesstraße untergebracht, einem improvisierten Gefängnis innerhalb einer Haftstätte der Würzburger Geheimen Staatspolizei (Gestapo; diese hatte ihre Zentrale in der Ludwigstraße 2). Bewacht von der SS und gekleidet in blau-weiß gestreiften Lagerdrillich marschierten die Häftlinge des Außenlagers morgens und abends von diesem Notgefängnis durch das Würzburger Stadtgebiet zu ihrem Arbeitsort, dem Klinikgelände in der Füchsleinstraße 15, und zurück. Ab Herbst 1943 diente ein mit Stacheldraht gesichertes Kellergeschoss eines Klinikgebäudes als Unterkunft der Häftlinge. Bombardierung am 16. März 1945 [Bearbeiten]

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs griffen alliierte Flugzeuge die Stadt an. Bei dem 17 Minuten dauernden Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 durch die Royal Air Force kamen über 5.000 Menschen ums Leben. Die Innenstadt wurde zu neunzig Prozent zerstört. Das Modell der komplett zerstörten Innenstadt und Namen der Getöteten sind in der Gedenkstätte rechts am Eingang zum Grafeneckart dokumentiert. Das Massengrab mit einer Gedenkglocke für die Bombenopfer befindet sich links vor dem Haupteingang zum Hauptfriedhof. In der Marienkapelle findet jeden Freitag um die Mittagszeit zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Bombardierung das ökumenische Versöhnungsgebet von Coventry für den Frieden statt. An zahlreichen Gebäuden erinnern Hinweise an den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Bin Zeitzeuge. Anfang des Krieges gab es nur wenig Bombenangriffe. Es gab Fliegeralarm und viele liefen in die Luftschutzkeller. Andere blieben zu Hause. Es waren auch nur einzelne Fugzeuge. Ich habe mit meinem Vater im Hauseingang gestanden und ziugeschaut, wie die die Scheinwerfer der Flak den Himmel absuchten. Hatten sie ein Flugzeug entdeckt, richteten die Scheinwerfer aus verschiedenen Richtungen ihren Lichtstrahl auf das Flugzeug, so dass es im Kreuzungspunkt lag. Dann schoß die Flak aus allen Rohren. Einen Abschuß habe ich aber nicht erlebt. Es vielen auch vereinzelnt Bomben. Zerstörte Häuser wurden wieder aufgebaut.

Ich wurde Ende 1942 Soldat. Als ich Ende 1943 aus Russland in Urlaub kam, hatte sich die Situation weitgehend geändert. Die Alliierten kamen nachts mit großen Geschwadern. Wer konnte, rannte in den Luftschutzbunker. Die Geschwader warfen Leuchtkugeln ab, die Ihr Ziel erkennbar machten und markierten. Wo diese Leuchtkugeln ( im Voksmund Christbäume genannt) standen, kam im nächsten Augenblick ein Bombenregen. Die Menschen saßen zusammengekauert in den Bunkern und hörten den Krach der Einschläge. Nach der Entwarnung rannten sie nach draußen, um festzustellen was wo getroffen war, zu löschen wo es brannte und zu retten, was noch zu retten war. Den Rest des Krieges habe ich an der Wstfront und in Gefangenschaft verbracht. Ich weiß aber von Eltern und Verwandten, dass die Luftangriffe immer mehr wurden und Flächenbombardements zugenommen haben. Aufgebaut wurde nichts mehr. Die wenigen Männer, die in der Rüstungsindustrie waren, arbeitetn in Sprungschichten, d.h. 8 Stunden arbeiten, 8 Stunden frei im wechsel.

Die Versorgung hat bis zum Kriegsende funtioniert. Es wurde im Laufe der Zeit aber immer weniger. Erst nach dem Krieg brach die Versorgung komplett zusammen. Mit Kriegsende wurden von der Bevölkerung die Lager geplündert. Bis die Verwaltung (Entnazifizierung) wieder aufgebaut war, gab es 2 Monate keine Lebensmkittelkarten. Es blühte der Schwarzmarkt.

Nachtrag. Mein Kommentar bezieht sich auf meine Erlebnisse in Hagen/Westfalen, also nicht auf Würzburg. Sie dürften aber symtomatisch für alle größeren Städte in Deutschland sein.

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@wolfgang11

Vielen Dank, für die Auskunft! Als Zeitzeuge hat man natürlich mehr Erfahrungen gemacht und von der Angst die man damals hatte zu erzählen, als es in Büchern oder Internet steht.

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@Amaterasue

Ich abe die schlimmsten Bombenangriffe nicht mehr erlebt. Ich war 1944 in Frankreich und kam schon im August 1944 in der Normandie in Gefangeschaft. Meine Frau, die die Angriffe bis zum Kriegsende erlebt hat, erschrak noch Jahre nach Kriegsende und zitterte, wenn irgendwo eine Sirene aufheulte

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