2 Weltkrieg und die juden?

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7 Antworten

Juden wurden in Deutschland bereis ab 1933 systematisch verfolgt. Antisemitismus, Judenhass und örtliche Verfolgung gab es schon seit Jahrhunderten, aber so gründlich und so großflächig wie unter deutscher Führung war das bisher nicht geschehen.

Mit der Eroberung weiter Teile Europas kamen Millionen an Juden gerade in Polen, in UNgarn und in der Sowjetunion unter deutsche Herrschaft. Da sie oft in geschlossenen Stadtgebieten (Ghetto oder im Shtetl=jiddisch für Städtchen) lebten und sich häufig durch ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihre Sprache (Jiddisch), ihre Namen (Goldstein, Wiesel, Shapiro), ihre Sitten und Religionsausübung (Beschneidung), und ihre Lebensumstände von der Landesbevölkerung unterschieden, waren sie meist einfach zu identifizieren.

Es gab in den Städten oft auch sogenannte assimilierte Juden, die meist in bürgerlichen Berufen tätig waren, als Händler und Geschäftsleute, Anwälte, Ärzte, und die auch nicht besonders religiös waren. Aber auch in diesen Fällen wussten die Nachbarn, dass sie Juden waren. Und neben hilfreichen Nachbarn gab es immer auch neidische und böswillige, die ihre Nachbarn verrieten.

Zudem war in den Einwohnerrregistern, so wie heute bei uns auch, als Nationalität oder als Religion "jüdisch" vermerkt, so dass beim Sichten der Melderegister praktisch alle Juden erkannt und erfasst wurden.

Es sind aber einzelne Fälle überliefert, in denen Juden unbehelligt blieben, die sich nicht als solche zu erkennen gaben. Hierzu gibt es von Jiri Weil ein gutes Buch: "Das Leben mit dem Stern"

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Das war sehr schwer. Die Nazis haben sehr viel Energie darauf verwendet, alle Juden, derer sie habhaft werden konnten, als solche zu identifizieren.

z.B. erzählt Kitty Hart Moxon, aus Polen, dass sie mit falschen Papieren als polnische (nicht jüdische) Zwangsarbeiterin nach Deutschland gekommen ist, aber leider waren in ihrer Gruppe von ca. 50 Frauen noch ca. ein Dutzend weitere Jüdinnen mit falschen nichtjüdischen Papieren, und die Nazis haben das herausgefunden (durch Spionage durch Gruppenangehörige), und sie und ihre Mutter wurden gefoltert, verhört, getäuscht, bis sie schliesslich "zugegeben" haben, dass sie jüdisch sind.

https://www.youtube.com/results?search\_query=kitty+moxon

Ähnlich erzählt Joseph Joffo aus Paris in "Ein Sack Murmeln" (kommt jetzt wieder als Film heraus), dass er und sein Bruder von den Nazis festgehalten wurden (sie waren damals 10 und 12 Jahre alt), und die Nazis versuchten, aus ihnen herauszupressen, dass sie jüdisch waren, und als sie steif und fest dabei blieben, dass sie nicht jüdisch waren, wollten die Nazis das Problem lösen, indem sie zur Flucht verleiten und bei der Flucht erschiessen.

Es gab aber auch Leute, die mit falschen Papieren, einer falschen Identität oder in einem Versteck die Nazi-Zeit in Deutschland oder in den von Deutschland besetzten Gebieten überlebt haben. Sie dazu z.B. Cioma Schönherr "der Passfälscher" oder die Autobiographie von Charlotte Knobloch oder "Kaiserhofstrasse 12" von Valentin Senger oder auch diesen Zeitzeugen-Bericht von Edith Hahn Beer (link folgt im Kommentar) oder auch "Hitlerjunge Salomon" von Salomon Perl oder "Die Bertinis" von Ralf Giordano.

Manche schlossen sich auch dem Widerstand an, siehe dazu "Im jüdischen Widerstand" von Alex Faitelson.

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Das haben auch "viele" versucht. Sie haben den Stern von ihrem Mantel entfernt und sind in den Untergrund gegangen. ABer gerade im Krieg war es für Männer sehr schwer, sich zu verbergen, denn alle jüngeren Männer brauchten schon einen guten Grund, warum sie nicht an der Front waren, wurden also ständig kontrolliert und mussten ihre Papiere vorzeigen. Mein Großvater war z.B, nicht eingezogen, da er als Ingenieur in einer Autofabrik arbeitete und wehrwirtschaftlich wichtig war. Er musste aber auf dem WEg zur Arbeit ständig seine Papiere dabei haben. Zudem bekam man ohne Registrierung keine Lebensmittelkarten. Außerdem gab es auch liebe Nachbarn, die sie verrieten.

Es waren übigens die Schweizer, die von den Deutschen verlangten, dass in den jüdischen Papieren ein großes J aufgestempelt war. So konnten sie die jüdischen Flüchtliche gleich an der Grenze erkennen und zurückschicken. :-(

Juden, die als Nicht-Juden im Untergrund lebten, brauchten immer  "arische" Helfer. Sie mussten ja irgendwo und von irgendwas leben. Und das war auch für die Helfer saugefährlich.

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Meinst du, die SS hat die Juden gefragt, bevor man sie ins KZ geschickt hat? Es gab auch zu der Zeit schon Geburtsregister und Einwohnermeldeämter, bei denen solche Informationen vorlagen.

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Erstens sind Juden (größtenteils) beschnitten, 

desweiteren mussten Stammbäume gezeigt werden.

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