2 Monate Versicherungslücke bei der Krankenkasse. Muss ich wirklich selbst bezahlen obwohl ich kein Einkommen hatte?

4 Antworten

muss ich diese beitragslücke wirklich bezahlen ich finde das sehr ungerecht da ich weder Arbeitslosengeld 1 noch Hartz IV in meiner Arbeitslosigkeit erhalten habe und in dieser Zeit keinerlei Einnahmen hatte

Ja.

In Deutschland herrscht allgemeine Krankenversicherungspflicht.

Wenn du

  • keiner versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehst,
  • keine Leistungen nach SGB II oder III bezogen hast,
  • nicht familienversichert werden kannst und
  • keine private Krankenversicherung nachweist,

wirst du nach § 188 Abs. 4 SGB V freiwilliges Mitglied der letzten Krankenkasse und der Beitragsschuldner hierfür.

Und wenn du deinen Mitwirkungspflichten nach §§ 60 - 67 SGB I, nicht nachkommst, wirst du eben zum Höchstbetrag eingestuft. Steht so in § 240 SGB V.

ist das überhaupt rechtens dass Sie mir sämtliche Leistungen streichen und trotzdem weiterhin den vollen Betrag von mir und meinem Arbeitgeber wollen?

Ja ist es. Steht in § 16 Abs. 3a SGB V. Erst wenn die Beiträge getilgt sind oder du eine Ratenzahlungsvereinbarung über die geschuldeten Beiträge abschließt, lebt der volle Leistungsanspruch wieder auf.

Kann ich eventuell nachträglich bei dem Jobcenter Hartz IV beantragen?

Nein. Der Antrag kann nur für den laufenden Monat gestellt werden.

Kann eventuell für die zwei Monate bei einer günstigsten Privatversicherung nachträglich versichern?

Nein.

muss ich wirklich den Mindestbeitrag von fast 200 € pro nicht versichert im Monat bezahlen

ja

oder gibt es eine Möglichkeit dies noch zu reduzieren?

Nein.

Es sei denn du könntest einen Anspruch auf Familienversicherung nachweisen. Als Kind U23/25 über die Eltern bzw. über den Ehegatten. Die wäre vorrangig vor freiwilliger Mitgliedschaft.

Oder, wenn du U30 bist als Student an einer deutschen Hochschule. Dann kämmst du mit etwa 90,- € im Monat für die KVdS aus.

wenn ich die Krankenversicherung Wechsel besteht dann immer noch diese Versicherungslücke oder hat sich das dann erledigt?

Die Schulden verschwinden nicht.

Deine Kasse könnte auch einfach mal den vollen Knüppel auspacken und dir einen Festsetzungsbescheid senden. Der ist nach 30 Tagen bestandskräftig und anschließend folgt die Lohn-, Sach- oder Kontopfändung. Wäre dir das lieber?

wenn ihr eine Lösung für mein Problem habt wäre ich euch sehr dankbar

Weise dein nicht vorhandenes Einkommen nach. Lass dich zum Mindestbeitrag einstufen und zahle diesen, meinetwegen in Raten. Problem gelöst.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Kann nicht gefändet werden da ich den Offenbarungseid ablegen musste. Hab auch ein Pfändungsfreies Konto.

Hoffe auf eine vernünftige Lösung bezüglich der Restschuld sonst bin ich in einem Jahr privat Insolvent.

Danke für eure Antworten

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@partynewsma

Da geht nur Ratenzahlungsvereinbarung und Einhaltung derselben, sonst kannst du gleicht die Privatinsolvenz anmelden.

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muss ich diese beitragslücke wirklich bezahlen

Natürlich. Wer solls denn sonst bezahlen? Genau WEIL du keine SGB II oder III Leitungen in Anspruch genommen hast, musst du selber zahlen.

Dass du dabei bist den Mindestbeitrag abgerechnet zu bekommen ist ja schon mal was.

ist das überhaupt rechtens dass Sie mir sämtliche Leistungen streichen

Natürlich. §16 Abs. 3a SGB V. Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten werden übrigens weiterhin übernommen.

und trotzdem weiterhin den vollen Betrag von mir und meinem Arbeitgeber wollen?

Das ist der laufende Beitrag, der ist natürlich zu zahlen.

kann ich die Krankenversicherung eventuell wechseln und somit der Beitragsschuld zu entkommen?

Natürlich nicht.

Kann ich eventuell nachträglich bei dem Jobcenter Hartz IV beantragen?

Nein

Kann eventuell für die zwei Monate bei einer günstigsten Privatversicherung nachträglich versichern?

Nein

muss ich wirklich den Mindestbeitrag von fast 200 € pro nicht versichert im Monat bezahlen

Ja

wenn ich die Krankenversicherung Wechsel besteht dann immer noch diese Versicherungslücke oder hat sich das dann erledigt?

Das Problem besteht natürlich weiterhin.

wenn ihr eine Lösung für mein Problem habt wäre ich euch sehr dankbar bitte schreib mir eure Antworten und Kommentare.

Über die ~270€ (mehr dürften es für anderthalb Monate ja nicht sein) eine Ratenzahlung vereinbaren und diese regelmäßig bedienen.

Es besteht unter normalen Umständen nun einmal eine Versicherungspflicht. Wenn durch welche Gründe auch immer, der Arbeitsplatz weg ist, habe ich die Verpflichtung mich beim Arbeitsamr zu melden.

Falls jetzt noch etwas schlimmeres passiert, steht du ganz schön dumm da. Die Versicherer fragen untereinander nach, ob noch offene Posten oder ein Rechtsstreit ansteht.

Privat versichert geht, wenn die Einkommensgrenze der gesetzlichen Grundbeträge überschritten werden.

Würde ganz schnell Kontakt zur Krankenkasse suchen um evtl. noch einer Kontopfändung zu entgehen.

Ich bei der Agentur für Arbeit gemeldet hatte aber keinen Anspruch mehr darauf und Hartz IV wollte ich nicht beantragen da war ich einfach zu stolz für

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@partynewsma

Stolz sollte man sich leisten können. jetzt kommt erstmal wieder die Gemeinschaft auf.

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@Fiswa

Die Allgemeinheit zahlt das bestimmt nicht. Das muss mit Sicherheit ich bezahlen. Nächstes Mal wenn ich in so eine Situation komme werde ich halt zum Jobcenter gehen und dem Staat auf der Tasche liegen. Tolle Alternative. Aber anscheinend geht es nicht anders wenn Mann die Krankenversicherung nicht selbst zahlen kann. Da wär dringender Handlungsbedarf vom Gesetzgeber notwendig. Kann doch nicht sein dass ich wegen der Krankenkasse in die Hartz IV Schiene geschoben werde. Bin 35 Jahre alt und arbeite seit 20 Jahren. Seit 13 Jahren bin ich Leiharbeiter und mindestens einmal pro Jahr vorüber gehend für 4-8 Wochen arbeitslos. Hab es trotzdem immer geschaft mich irgendwie durchzuschlagen. Das gehört wohl nun der Vergangenheit an. Das ist wieder eine Stufe zum Gesellschaftlicher Abstieg. Super! Verstehe langsam immer mehr die Menschen , die aufgegeben haben und sich mit Harz 4 begnügen. Viel mehr verdienen Leiharbeiter auch nicht. Normalerweise verdient eine ungelernte Arbeitskraft maximal 9,50€ sie arbeitet 40 Stunden und bekommt 35 Stunden die Woche ausbezahlt. Der Rest geht auf das Zeitkonto. Das ist im Tarif Vertrag so geregelt. Ausgezahlt werden brutto dann 9,50€ x 147 = 1396,5€ netto sind das etwa 1049,61€ . Miete 350, Nebenkosten 100€, Strom 50€, Fahrkarte für Arbeit 85€, Arbeitskleidung 100€ jährlich & Verpflegung für die Arbeit etwa 4€ täglich monatlich 84€. Gesamtkosten: 677,33€. Diese Gesamtkosten beziehen sich nur auf Arbeitnehmer ein Hartz IV Empfänger hat diese Kosten nicht. 1049,61€ - 677,33€= 327,28€ diesen Betrag hat ein Leiharbeiter im Monat zur Verfügung ein Hartz IV Empfänger 409€. Das sind 82,72€ mehr wie jemand der Vollzeit fürr eine leihfirma arbeiten geht.

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@partynewsma

Schöne Auflistung, aber es ändert nichts an deinem Status, ohne Krankenversicherung dazustehen. Passiert dir etwas kannst du Stolz sein, aber die Allgemeinheit wird für dich aufkommen müssen.

Jeder kann in die Arbeitslosigkeit kommen, dafür gibt es dann auch gesetzliche Rahmen die einen für eine bestimmte Zeit auffangen. Rum zu schmollen, hilft nun wirklich nicht weiter.

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Kann ich für die 2 Monate eine private Versicherung machen die günstigster ist als die gesetzliche?

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@partynewsma

Ohne Einkommen und mit Schulden? - private Versicherungen haben kein Interesse an Kunden wie dir und das steht denen zu.

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