§19 Kleinunternehmer / Wechsel zur Umsatzsteuer: Problem bei unbezahlten Rechnungen aus altem Jahr

2 Antworten

Du hast ein Problem mit der Umsatzsteuer. Tatsächlich hattest Du bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz zwingend die Istversteuerung zu wählen, nämlich die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten. Ab 2013 gilt im Prinzip die Sollversteuerung. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer in dem Voranmeldungszeitraum abzuführen ist, in dem Du Deine Rechnung geschrieben hast. Jetzt würden aber die Rechnungen aus 2012, die erst 2013 bezahlt werden, in der Luft hängen. Das kann nicht sein. Diese offenen Rechnungen müssen nach der aktuell für Dich geltenden Vorschrift versteuert werden, also mit 19 % oder ermäßigt mit 7%. Wenn Deine Kunden Unternehmer sind, kannst Du ihnen berichtigte Rechnungen zusenden mit offenem Steuerausweis, also zuzüglich der für Dich geltenden Steuer. Außerdem würde ich Dir empfehlen, schriftlich bei Deinem Finanzamt den Antrag auf Istversteuerung zu stellen, also der Versteuerung nach dem Geldeingang. Das ist der einfachere Weg, wenn Du als Gewinnermittlung die Einnahme- Überschuss- Rechnung gewählt hast.

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Ab 2013 gilt im Prinzip die Sollversteuerung.

Interessierte Frage (weil mich das Ganze demnächst vermutlich auch betrifft): Wo genau (welcher §) steht, dass bei Beginn mit der Regelbesteuerung (oder ab 2013 - so eindeutig ist der Bezug im obigen Satz nicht) gleichzeitig auch die Sollversteuerung gilt?

Außerdem würde ich Dir empfehlen, schriftlich bei Deinem Finanzamt den Antrag auf Istversteuerung zu stellen, also der Versteuerung nach dem Geldeingang.

Ja, das wäre dann die eleganteste und einfachste Lösung. :-)

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@JoWaKu

§ 16 UStG: Die Umsatzsteuer wird nach vereinbarten Entgelten bemessen, wenn nicht § 20 UStG anzuwenden ist. Nach § 20 UStG kann das Finanzamt auf Antrag gestatten, die Umsatzsteuer nach den vereinnahmten Entgelten zu berechnen (Istversteuerung). Wegen der Einzelheiten solltest Du Dir die beiden Paragrafen anschauen.

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§ 16 ustg: Die Steuer ist nach vereinbarten Entgelten zu berechnen. Entstehung der Steuer nach §13 UStG bei Leistungsausführung. D.h. wenn du die Rechnung nach Leistungsausführung ausgestellt hast, musst du sie nicht mehr umsatzversteuern.

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Klasse, danke, das klingt kompetent und logisch.

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... aber nicht bei der Anwendung des § 19 UStG. Da steht nämlich ausdrücklich im Gesetz, dass für die Ermittlung der Umsatzgrenze die Summe der vereinnahmten Entgelte maßgebend ist. Also ist bei Anwendung des § 19 UStG die Istversteuerung vorgeschrieben.

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