15 Jährigen totgeschlagen warum kann es für solche Menschen nicht die Todesstrafe geben?

38 Antworten

Die Todesstrafe wird gern von Menschen gefordert, die durch ein Verbrechen sehr aufgewühlt sind. Oft von Angehörigen, oder wie bei dir, wenn das Verbrechen besonders abscheulich ist. Dabei wird übersehen, warum wir keine Todesstrafe und ein Justizsystem (im Gegensatz zur Selbstjustiz) haben: Damit eben nicht Menschen, die emotional aufgewült, wütend, traurig, entsetzt, hasserfüllt sind das Urteil fällen, sondern unbeteiligte Richter. Und damit das Urteil auf eine Art vollstreckt wird, die für alle Straftäter (die eine bestimmte Tat verübt haben) mehr oder weniger gleich ist. Der Täter wird für mehrere Jahre eingesperrt - das können einige nicht mal eine Stunde ertagen (schau dir mal Experimente mit meist Jugendlichen zum Thema Strafvollzug an). Überlege, was der Täter alles nicht mehr darf und welche Chancen ihm nach einer Entlassung noch bleiben (wenige).

Natürlich ruft man als unmittelbar Beteiligter, vor allem Angehöriger, nach harten Strafen. Oft höre ich bei Diskussionen darüber im Bekanntenkreis auch etwas von Folter (man soll Menschen Arme, Beine oder Geschlechtsteile amputieren kommt z.B. hin und wieder mal als "Vorschlag"). Das sind aber alles Ideen, die man aus dem Entsetzen bei der Vorstellung, von so einem Verbrechen betroffen zu sein, entwickelt.

Unbedacht bleiben dabei mögliche Fehlurteile, mögliche Vorgeschichten (z.B. ein Mörder, der vorher jahrelang vom Opfer misshandelt wurde) sowie die Überlegung, wie unser Strafsystem aussehen soll. Soll es barbarisch sein, sollen die Gefangenen möglichst schlecht leben (die Überlegung gibt es in den USA. Schau dir mal Dokus über amerikanische Gefängnisse an. Einige der dort umgesetzten Punkte können durchaus in Horrorfilmen vorkommen). In den USA glauben z.B: viele Menschen, Strafgefangene egal welcher Art hätte weder normales, nahrhaftes Essen noch Hygieneartikel (Damenbinden etc.) verdient. Teilweise wird diese Vorstellung dort sogar umgesetzt.

Gegenpol sind teilweise Gefängnisse in Skandinavien, die die Straftäter deutlich besser behandeln als wir hier.

Eine Frage, die man sich auch stellen sollte, lautet: Wie verhält sich der Mensch, wenn er wieder raus kommt? Wie sollte er sich verhalten? Wenn er im Gefängnis nur Hass auf Autoritäten und die Menschen da draußen, die es besser haben, gelernt hat, wie wirkt sich das dann wohl auf sein Verhalten aus?

Überlege mal, was du alles darfst, Gefängnisinsassen aber nicht. Das ist schon eine Menge. Über Jahre. Das ist schon eine Strafe, auch wenn man sie oft als milde betrachtete. Stelle dir vor, wie du über Jahre im Gefängnis sitzen würdest. Wäre das so einfach "abzusitzen"?

Eine Frage, die ich mir oft in diesem Zusammenhang stelle, wenn ich von bestimmten Fällen von Hartz-IV-Betroffenen höre, die frieren und hungern, ist, ob die sich nicht manchmal Gefängnis (mit Heizung und drei Mahlzeiten garantiert) als bessere Alternative vorstellen könnten. Es geht um Menschen, denen immer wieder Leistungen gekürzt wurden, bis im Extrem nichts mehr zum Leben übrig bleibt und man auf der Straße sitzt. Ist ein Gefängnis besser als Straße oder Obdachlosenheim? Ich weiß es nicht. Aber die Tatsache, das ich ob solcher Berichte überhaupt darüber nachdenke, erschreckt mich.

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Mir geht es um diesen Jungen er braucht Gerechtigkeit. Mir geht es um andere Kinder die brauchen Schutz durch Abschreckung. Es gibt immer mehr Gewalt gegen Kinder das muss ein Ende haben

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@XDerMoralist

"Gerechtigkeit" ... was ist mit den Eltern des Mörders oder seinen Kindern oder seinen Verwandten? Was ist, wenn die danach auch Gerechtigkeit fordern? Das Problem an Selbstjustiz und solchen Dingen ist, dass sie NIEMALS aufhören. In unserem Land hören sie aber auf. Vor dem Richter, der über das Strafmaß entscheidet und denjenigen noch am Leben lässt um seine Strafe abzusitzen und vielleicht noch wichtige psychologische Erkenntnisse aus der Sache zu ziehen. Rache und Selbstjustiz bringen niemanden weiter.

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@XDerMoralist

Wer braucht hier "Gerechtigkeit" ? Und wer geilt sich hier an Rachephantasien auf ??

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@XDerMoralist

Die todesstrafe ist erwiesenermaßen nicht abschrekender als eine lange gefängnisstrafe. Vieleich eher noch weniger abschreckend. weil man sich ja selbst kein ende setzen muss.

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@27972814

Danke für den Beleg zu dem was ich ja auch gesagt habe. :-)

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Hartz-IV-Betroffenen höre, die frieren und hungern,

In Deutschland muss niemand, der Hilfe annehmen möchte, frieren und hungern. Für unsere "Armen" ist ausreichend gesorgt.

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@lesterb42

Ich höre immer wieder von unglaublichen Fällen, in denen Menschen nicht genug Geld zum Essen oder Heizen hatten, in denen Hartz-IV-Empfänger sich umbrachten, weil sie glaubten, keine Hilfe zu bekommen (oder tatsächlich keine bekamen, das kann ich nicht beurteilen). Der Punkt ist nicht der Regelsatz, der Punkt ist die Möglichkeit der Sanktion bis auf Null oder nur knapp darüber, so dass das Geld eben ohne Rücklagen nicht mehr für die Grundbedürfnisse Essen, Wärme (und teilweise Wohnug) reicht. Man kann bis zu 3 Monate obdachlos werden - ein Zustand, den die meisten wohl nicht mal einen Tag, vor allem im Winter, freiwillig auf sich nehmen würden und der vielen wohl deutlich schlechter als ein Gefängnisaufenthalt vorkommen dürfte. Da hat man ja im Winter Wärme und Essen auch tagsüber.

Früher (heute kann ich es nicht beurteilen) war mein Eindruck teilweise durch Besuche von Verwandten, dass auch das Leben im Pflegeheim schlechter ist als das im Gefängnis.

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Auch in Skandinavien gehen die Leute absolut nicht gern in den Bau. verwunderlicherweise - weil ja hier jeder so tut als wäre das nicht so schlimm. Selbst mal einsitzen und dann reden würde ich sagen. Freiheitsentzug ist nicht so ohne, wie man sich das vorstellt. Von dem Danach rede ich noch gar nicht.

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@Kitharea

Natürlich geht keiner gern in den Bau. Das ist ja der Punkt. Freiheitsentzug auf mehreren Ebenen (Ortsbestimmung, Bestimmung des Tagesablaufs, Bestimmung über den Kontakt nach außen) "reichen" als Strafe, vor allem über Jahre bis Jahrzehnte gesehen, schon aus. Auch als Abschreckung.

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Die Strafe ist wirklich ziemlich gering das sehe ich genauso. Wenn dann sollte es dafür zumindest lebenslange Haft geben, doch dann bräuchten wir wahrscheinlich mehr Gefängnisse. Die Frage ist immer, ob es ein Wiederholungstäter ist, der wenn er rauskommt sofort wieder Menschen ermordet oder jemand, der sich wieder fängt.

Doch dazu müsste jemand anderes diesen Menschen beurteilen, wobei diese Beirteilung auch falsch sein kann. Zudem heißt es, dass man ein Menschenleben nicht gegen ein anderes abwägen kann. Das bedeutet, dass man ihn aus rechtlichen Gründen nicht töten darf, nur weil er weiterhin andere Menschen töten könnte.

Ich finde, dass es ein ziemlich diskussionsfähiges Thema ist und dass wir uns so manche Scheibe von den Amerikanern abschneiden könnten.

Ich meine, wenn ein Mensch 100 andere umbringt, bekommt er auch nur Haft (wenn’s gut läuft lebenslang, wenn nicht dann könnte er weitere Menschen umbringen).

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Es ist eine lächerliche Strafe keine Gerechtigkeit für ein totes Kind. Keine Abschreckung die anderen Kindern das Leben retten kann. Es passiert immer mehr Gewalt gegen Kinder. Todesstrafe wäre meine Antwort

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@XDerMoralist

Aber damit "belohnt" man den Täter womöglich noch! Manche Täter wären lieber tot als ihren Mithäftlingen ausgeliefert zu sein.

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. Wenn dann sollte es dafür zumindest lebenslange Haft geben,

Die gibt es bei Mord. Dass ständig behauptet wird, dass eine lebenslängliche Haftstrafe in Deutschland nur 15 Jahre dauern würde, trifft nicht zu.

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@PatrickLassan

Darum geht es dem FS wohl aber nicht, sondern gleiches mit gleichem zu vergelten

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Wir sind zu unser aller Glück nicht die USA. Denn die USA hat weltweit die meisten Strafgefangenen. Darunter auch kleine Kinder. Das ist hirnfrei. Und dann noch die Gefängnisse von Privatunternehmen geführt auf Staatskosten.

Neee. In Dänemark gibt es ein Gefängnis ohne Mauern. Die Insassen gehen ganz normal ihrer Arbeit nach und kommen freiwillig nach der Arbeit zurück. Dort nehmen sie dann an sogenannten verschiedenen Rehabilitationsmaßnahmen teil.

Tatsächlich reißen sich die Strafgefangenen darum, in dieses Gefängnis zu dürfen. Denn

Gewalt ist immer Ausdruck eines Mangels - Friedrich Hacker

Es ist also im Interesse der Gesellschaft, den Mangel zu beheben.

Bei uns in D fehlen Strafvollzugsbeamte. Überall. Wären alle Stellen besetzt könnte bedeutend mehr in Rehabiliation investiert werden.

Gewalt ist nie ein Argument. Es ist tatsächlich Ausdruck von Schwäche. Denn es fehlt auf jeden Fall an Argumenten, an Lösungen.

Sicherlich ist es richtig, dass in unserer Gesellschaft sehr viel Gewalt zum Schaden von Minderjährigen nicht wahrgenommen wird. Das ergibt sich aus der Arbeit der durch die Notfallambulanz der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Deren Weg ist eine Lösung. Denn sie bieten Hilfe auf vielfältige Weise an. Durch ihren Zusammenschluss mit den verschiedenen zuständigen Fachbereichen.

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