14 Jähriger Sohn holte das geklaute Handy seines Bruders mit der Spielzeugpistole zurück kann man das Verfahren einstellen lassen?

19 Antworten

Hallo 1972Tina1972

Zunächst einmal kann ich dich beruhigen ein schwerer Raub nach §250 StGB war das nicht weil es überhaut kein Raub nach §249 StGB war.

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr (Anmerkung Erwachsenenstrafrecht) bestraft.

Sollte dein Sohn glaubhaft versichern können dass er Handy nicht selbst behalten wollte sondern seinem Bruder und damit dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben wollte trifft der fett markierte Teil im Zitat nicht mehr zu.

In Falle hätte dein Sohn lediglich eine Nötigung nach §240 StGB in Tateinheit mit einer Bedrohung nach §241 StGB begangen was schonmal einen erheblichen Unterschied macht denn im Gegensatz zum Raub zählt dies nur als Vergehen nicht als Verbrechen und unterliegt somit keiner Mindeststrafe.

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe ( Anmerkung Erwachsenenstrafrecht) bestraft.

In sofern kann ich dich beruhigen dafür geht kein vormals unbescholtener Jugendlicher in Jugendhaft oder in den Jugendarrest.

In Anbetracht seines Alters wäre eine geringe Anzahl an Sozialstunden wahrscheinlich auf jeden Fall unter 90 sodass er nicht als vorbestraft zählt und es keine Auswirkungen auf sein späteres Berufsleben hat.

Durch das verbotene Führen einer Anscheinswaffe (§ 42a WaffG) hat dein Sohn zudem eine Ordnungswidrigkeit nach dem Waffengesetz begangen.

LG

Darkmalvet

Das Verhalten des Sohnes ist straflos. Auch eine Nötigung gem. § 240 StGB liegt nicht vor. Denn die Rechtswidrigkeit ist in § 240 Abs. 2 StGB definiert. Das Verhältnis von "angestrebtem Zweck" zu der Bedrohung ist nämlich nicht verwerflich i.S.v. sittenwidrig.

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@Dachtichsmir

Schwierige Sache aber meiner Ansicht nach ist es die Tatsache dass er eine Anscheinswaffe benutzt hat die einer Straflosigkeit im Wege steht das verwenden einer echt aussehenden Pistole ist meiner Meinung nach verwerflich genug.

Hätte er ihm das Handy einfach nur aus der Hand gerissen und wäre weggerannt oder hätte diesem ohne Waffe gedroht würde ich dir recht geben.

Aber vielleicht sehen Staatsanwalt oder Richter das hier ja anders.

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Du kannst das Verfahren gar nicht einstellen lassen. Wenn überhaupt, macht das der Staatsanwalt. Du wirst den ganzen Sachverhalt hier "zu Gunsten" Deines Sohnes schildern. Der Staatsanwalt wird letztendlich anhand des Polizeiberichtes entscheiden. Im Raum steht immerhin eine Nötigung, wenn Dein Sohn unter Vorhalt der Waffe das Telefon zurückverlangt hat. Dennoch ist das ganze etwas knifflig, weil Dein Sohn für sein Eigentum ein Besitzkehrrecht hat. Allerdings unterliegt dies dem Zivilrecht. Die Nötigung ist strafrechtlich relevant, somit hat es an sich nichts miteinander zu tun. Weiterhin ist für die Besitzkehr nach BGB wichtig, dass dies unmittelbar im Anschluss an die Tat (= den Diebstahl) geschieht.

Wie Du den "Hintergrund" des Täters siehst, spielt erstmal keine Rolle. Dein Sohn hat (aus rein rechltlicher Sicht(!)) nicht das Recht, Gewalt gegen ihn anzuwenden. Die Gewaltanwendung obliegt dem Staat bzw. seiner Staatsgewalt (d.h. der Polizei).

Wenn der Staatsanwalt will, zieht er es voll durch. Immerhin hat Dein Sohn Selbstjustiz walten lassen.

Der richtige Weg wäre gewesen, Anzeige bei der Polizei mit dem entsprechenden Täterhinweis zu erstatten.

Im Raum steht immerhin eine Nötigung, wenn Dein Sohn unter Vorhalt der Waffe das Telefon zurückverlangt hat.

Veto, das war ein meiner Meinung nach astreiner bewaffneter Raub. Besitzkehr nach § 859 BGB ist nur sofort möglich und nicht nach zwei Tagen. Der Täter muß auf frischer Tat betroffen oder sogleich verfolgt werden. Das was Junior gemacht hat, war das, was in Deutschland verboten ist, Selbstjustiz.

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@ZuumZuum

Ein Raub fällt aus, weil er sich SEIN eigenes Handy wiedergeholt hat. Für den Raub müsste er eine fremde Sache wegnehmen. Ich gebe zu, es ist schwierig und genau das Richtige für die Anwälte :-D

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@ChristianLe85

Spielt keine Rolle ob es sein Handy war oder nicht. Das ist gesetzlich ganz klar geregelt. Besitzkehr und Notwehr sind nur gegenwärtig anwendbar.

im Übrigen erfüllt das den tatbestand des schweren Raubes nach § 250 StGB. So leid mir das tut, der erlaubten Selbsthilfe sind Grenzen gesetzt.

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@ZuumZuum

Nein es war kein schwerer Raub weil der subjektive Tatbestand fehlt schaut man sich den Gesetzestext von §249 StGB mal genau an ist dort die Rede von:

eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen
  • fremde bewegliche Sache ? Ja denn es war das Handy des kleinen Bruders
  • sich oder einem dritten rechtswidrig zueignen ? Höchstwahrscheinlich nein denn sofern denn die Absicht bestand es dem Bruder zurückzugeben

Ein schwerer Raub fällt dann schon aus weil es überhaupt kein Raub war.

Wenn er das Handy selbst hätte behalten wollen hättest du recht dann wäre es ein schwerer Raub.

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@ZuumZuum

Das ist leider nicht alles richtig. Besitzkehr fällt hier natürlich weg. Ein schwerer Raub ist es trotzdem nicht. Einen gestohlen Gegenstand zurück stehlen, erfüllt nicht den Tatbestand von Raub.

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@ChristianLe85

Google mal den Unterschied zwischen EIGENTUM und BESITZ. Bei der Besitzkehr und Besitzwehr geht es ausschließlich um BESITZ und nicht um EIGENTUM. Und Besitzer war der Täter, fremder Gewahrsam begründet und nicht auf frischer Tat betroffen oder verfolgt.

Ist eine nette Prüfungsfrage für den Beruf "Fachkraft für Schutz und Sicherheit". ich denke, da ist die auch her.

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@ZuumZuum

Das mag richtig sein. Jedoch spricht der § 249 StGB von der rechtswidrigen Zueignung. Diese würde ich verneinen, da der Sohn sich hier sein Eigentum zurückholt.

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@ZuumZuum

Spinnen wir deine Ansicht mal weiter handelt es sich hier um einen juristischen Umstand über den selbst Leute die sich auskennen kontrovers diskutieren wie soll ein 14 Jähriger dass dann wissen

Infolge dessen würde der Sohn dann aussagen er habe geglaubt dass dies aufgrund eben dieses Umstandes kein Raub ist er habe z.b. den Gesetzestext im Internet gelesen und dann gedacht zurüchholen seie erlaubt bedenke dass ein 14 Jähriger anders denkt als ein Erwachsener

Nun würde § 16 StGB Absatz 2 greifen und er würde infolge dessen letztendlich doch nur wegen Nötigung in Tateinheit mit Bedrohung bestraft

(2) Wer bei Begehung der Tat irrig Umstände annimmt, welche den Tatbestand eines milderen Gesetzes verwirklichen würden, kann wegen vorsätzlicher Begehung nur nach dem milderen Gesetz bestraft werden.

Wer von uns beiden also nun recht haben mag zu einer Verurteilung wegen schweren Raubes kommt es nicht.

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Ein Raub dürfte Mangels Tatsbestandserfüllung ausscheiden. Es mangelt an der Fremdheit der Sache sowie der Zueignungsabsicht.

Allerdings könnte es sich um eine Nötigung i.S. des § 240 StGB handeln. Der TB wird erfüllt. Eine Rechtfertigung nach § 229 BGB ist nicht erkennbar. Gerechtfertigt i.S. des 240 Abs. 2 ist die Nötigung nicht, da das Nötigungsmittel zu dem angestrebtem Zweck als verwerflich anzusehen ist. Selbstjustiz ist keinesfalls, wie vom Abs. 2 gefordert, sozialadäquates Handeln.

Dein Sohn kann sich daher auf ein Strafverfahren wegen Nötigung einstellen.Viel dürfte m.E. nicht geschehen. Vielleicht kommt er sogar mit einem Verweis davon.

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