13,9 Milliarden Lichtjahre Entfernung. Was würden wir sehen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo B4sti9601,

Die Anfangssingularität nach der BB-Theorie war doch auch eine?!

Nein. Von einer Singularität gingen nur die allerältesten Modelle aus, die das (in den 1930ern) noch "klassich" aus Einsteins ART abgeleitet haben. Bereits kurz nach der ersten Formulierung war aber die Quantenmechanik im Modell bereits berücksichtigt und die macht die Singularität unnötig.

Den dichten, heißen Anfangszustand kann man physikalisch nur richtig mit einer Theorie beschreiben, die Quanteneffekte berücksichtigt.

Ich bin kein großer Fan der Urknall-Theorie, da ein 'Nichts' nicht existieren kann

Als Physiker lese ich da immer:

"Ich bin kein Physiker und verstehe von Physik auch nichts und ich habe mich nie intensiv mit dem beschäftigt, wie die kosmologischen Modelle eigentlich aussehen oder welche Daten den Urknall belegen, aber ich kann es mir nicht vorstellen und weil ich auf meine eigene Vorstellung natürlich mehr gebe als auf alle Daten, die Physiker in 8 Jahrzehnten zusammengetragen haben, weiß ich natürlich, dass die Physiker alle doof sind, weil das ist doch logisch, dass das alles nicht funktionieren kann, weil ich mir das eben nicht so vorstellen kann."

Ich weise dann meistens als Antwort sehr sachlich darauf hin, wie wichtig es ist, sich da etwas intensiver mit zu befassen - und vor allem auch mit den Daten, die das Modell stützen. (hab' ich hier ein paar beschrieben: https://www.gutefrage.net/frage/woher-weiss-man-vom-urknall ).

Nun zu meiner Frage: Was eurer Meinung nach werden wir sehen, wenn wir
(vlt schon bald) 13,9 Milliarden Lichtjahre in die Weiten des Universums
schauen würden?

Das geht nicht.

Eine Vorhersage der Urknalltheorie ist eben, dass das seeeehr junge Universum extrem dicht gleichmäßig mit Strahlung ausgefüllt ist. Dabei ist es so heiß, dass die Materie, die sich in den ersten Minuten bildet, noch sehr lange Zeit ionisiert ist - also Elektronen und Atomkerne nicht stabil zusammen können, weil sie die ganze Zeit ineinander stoßen, mit den Photonen zusammenstoßen, .... und die Elektronen so halt nicht bei den Atomkernen bleiben können.

Nun behindern aber gerade die freien Elektronen die Ausbreitung der Photonen (Licht"teilchen") enorm: Das Licht kann sich erst ab dem Zeitpunkt ungehindert ausbreiten, ab dem das Universum kühl genug geworden ist, dass die Atomkerne ihre Elektronen bei sich halten können. In den 1940ern konnte man berechnen, dass das etwa 380 000 bis 400 000 Jahre nach dem Urknall der Fall gewesen sein muss.

Die Beobachtungsvorhersage dieses Modells war deshalb, dass das allerentfernteste, was man im Universum sehen kann (was ja auch das älteste ist, was man sehen kann) eine "Wand aus Licht" ist. Dass man also, wenn man in die tiefsten Tiefen des Alls blickt, bis an den Zeitpunkt zurückblickt, an dem das Universum durchsichtig wird - aber eben nicht mehr weiter blicken kann.

Entsprechend müsste man als fernstes Objekt in alle Richtungen gleichmäßig eine bis heute auf unter 4 Kelvin abgekühlte Strahlung entdecken können. - So die theoretische Berechnung... die eben 1965 von Penzias und Wilson bestätigt wurde.

Bis heute haben wir diese Hintergrundstrahlung mit Sonden wie WMAP oder PLANCK sehr genau untersucht und sie hat unsere Vorstellungen vom sehr jungen Universum und damit auch den Urknall bestens bestätigt.

Hier nachlesbar: https://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrundstrahlung

Wichtig für Deine Frage ist aber:

Wenn wir weiter als die ältesten Galaxien zurückblicken (und man beachte, dass die ja schon anders aussehen als heutige Galaxien!), dann kommt man erst in das "Dunkle Zeitalter", in dem noch keine Sterne und Galaxien gebildet waren... und trifft dann - etwa 400 000 Jahre nach dem Urknall - auf die Hintergrundstrahlung. Über die kann man eben nicht mit optischen Geräten weiter hinaus blicken.

Gravitationswellenastronomie käme näher an den Urknall heran (wie übrigens auch Experimente der Teilchenphysik; ist ja nicht so, dass wir nicht sehr gute Daten haben für das ganz junge Universum), aber das ist Zukunftsmusik.

Der Urknall selbst ist ein unverrückbarer Beobachtungshorizont. Auch wenn Dir das nicht gefällt. ;-)

Grüße

Und warum kann nichts nicht existieren? Es sind bei weitem noch nicht alle Fragen des Universums geklärt, aber die Urknall Theorie ist zumindest die wahrscheinlichste. Solange Du keine bessere Theorie hast, werde ich mal davon ausgehen, dass die Urknall Theorie stimmt.

Wir können übrigens nicht die Anfänge des Universums sehen, da sich erst hunderte Millionen Jahre nach dem Urknall die ersten für uns sichtbaren Objekte bildeten. Das älteste bekannte Objekt im Universum ist glaube ich ein wenig älter als 13 Milliarden Jahre.

Um aber zu deiner Frage zurückzukehren: Man würde nichts sehen, da es vor dem Urknall nichts gab... Es sei denn Du bezeichnest "(vlt schon bald)" als 500 Millionen Jahre :D Dann würdest Du wahrscheinlich nicht viel mehr als heute sehen.

'Nichts' ist unlogisch und völliger Schwachsinn. Meine Frage war auch nicht, was ich kurz nach eurem soooo geliebten Urknall sehe, sondern was ich davor sehe. Ich unterstütze dort ja die Schleifenquantengravitation, da sie erstens eine Singularität ausschließt und zweitens einen VorDemAnfangVonAllem-Ansatz hat

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@B4sti9601

Man kann nicht stur irgendetwas behaupten, was man nicht erklären kann. Die Physik ist beim Thema Singularität auch planlos

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@B4sti9601

Naja, die Urknall Theorie hat sich immerhin bewährt und es gibt mehrere Beweise für sie (z.B. Expansion des Universums, kosmische Hintergrundstrahlung)...

Aber auch nach der LQG Theorie würde man wahrscheinlich nichts von vor dem Urknall sehen können. Falls man von einem Kollaps des früheren Universums und somit eines Urpralls ausgeht, wäre dabei beispielsweise auch das Licht an einen Ort mit sehr hoher Dichte gezogen worden und hätte sich nicht bis heute ausbreiten können.

Ansonsten müsste wohl auch schon heute Licht von außerhalb des Universums kommen.

Es gibt für die LQG aber keinerlei experimentelle Beweise und auch sie klärt die Frage nicht, woher unser Universum kommt.

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@VirtualEdge

Das Licht muss nicht zwingend aus einem anderen Universum kommen. Wir sprechen bei der LQG nicht von mehreren Universum sondern von einem, welches expandiert, sich wieder zusammenzieht, bis die maximale Gravitation erreicht ist, welche ab diesem Zeitpunkt nicht emitierend sondern absorbierend wirkt und das Universum wieder ins Vorstadium schießt, womit der Kreislauf von Neuem beginnt

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@B4sti9601

Ich meinte mit Licht außerhalb des Universums (sonst wäre es bereits entdeckt) das Licht des vorherigen Universums, welches von außerhalb des sichtbaren Bereichs kommt. Aber selbst nach der LQG könnte man doch nichts sehen, das vor einem Urprall gewesen wäre...

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@VirtualEdge

Du verdrehst da was. Das Licht des vorherigen Universums würde nicht aus dem Bereich des Nicht-Sichtbaren Bereichs kommen, sondern aus einem Voruniversum, welches das Licht schon früher ausgesandt hat und jetzt bei uns ankommt. Merke aber gerade selber, dass sich Expansion des Raumes und LQG nicht vereinen lassen, da es dann zwei Wirklichkeiten gäbe. Mist. Sorry für die Verwirrung. Bin leider noch recht neu auf dem Gebiet und auch noch recht jung und unwissend um tatsächlich unwidersprüchliche und fehlerfreie Annahmen zu machen. Sorry dafür.

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@B4sti9601

@ B4sti9601

Die Schleifenquantengravitation ist eine Hypothese (genau wie ihr String-Pendent). Sie ist durch nichts belegt - was vielleicht noch werden mag oder auch nicht!

Das "Nichts" betrachtet die Astrophysik nicht als "Garnichts", sondern als mit Energie ausgefüllten Raum. Diese Energie ist ungefähr null, aber nicht stabil, sondern schwankt durch Quanteneffekte.

Wirklich "Garnichts" müßte sich außerhalb des Universums befinden, aber darüber können wir nichts sagen - auch nicht, ob es ein "außerhalb" wirklich gibt.

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....da ein 'Nichts' nicht existieren kann

hat nichts mit dem urknall zu tun.

Die Anfangssingularität nach der BB-Theorie war doch auch eine?!

niemand geht ernsthaft von einer singularität aus.

13,9 Milliarden Lichtjahre in die Weiten des Universums schauen würden?

das universum wurde erst ein paar hundertausend jahre nach dem urknall lichtdurchlässig.

1. Hat es sehr wohl. 2. BB beruht auf einer Anfangssingularität. 3. Voruniversum wie in der LQG beschrieben, in dem das Licht schon unterwegs war??!!

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@B4sti9601

1. nachdem nirgends in der kosmologie von einem "nichts" ausgegange wird, sehe ich nicht wie deine ablehnung von "nichts" hier irgendwie relevant ist.

2. nein. "urknall" bezeichnet die phase als das universum in einem sehr heißen und dichten zustand war und sich rapide ausdehnte. es geht wie gesagt niemand ernsthaft von einer singularität aus, da wir ja wissen dass die allgemeine relativitätshtheorie (in welcher man die singularität erhält wenn man zurück rechnet) spätestens ab bereichen der planck-sakal nicht mehr gültig ist.

3. was auch immer der phase die wir als "urknall" bezeichnen vorausging (und was wir nicht verstehen), es ändert nichts daran dass das universum bis ein paar hunderttausend jahre nach dem "urknall" nicht licht-durchlässig war, weil es aus einem sehr dichten plasma bestand. weiter kannst du also nicht sehen, unabhängig davon was vorher war.

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