120km zur Universität fahren?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

120km pro Weg sind definitiv zu viel. Da bist du vor allem im Berufsverkehr locker 1,5 Stunden unterwegs. Ich wohne im Ruhrgebiet, habe vorhin erst gegen 16 Uhr von der Uni zum Nachhilfeschüler für 20km ganze 55 Minuten gebraucht. Alles war voll, dazu Bergungsarbeiten auf der Autobahn.... Im Winter muss ich auch immer wieder andere Wege fahren. Es muss nur kalt sein und etwas regnen oder so, dann läuft der Verkehr schon deutlich schlechter.

Zugegeben: NRW ist Stauland Nummer 1 und das Ruhrgebiet ist halt extrem, wenn es um den Verkehr geht. Dennoch wirst du das nicht lange aushalten, mehrfach die Woche 240km zu fahren und dafür ca. 2,5 Stunde zu benötigen. Außerdem ist das natürlich nicht günstig. Sofern du auch in Niedersachsen wohnst, kannst du das vielleicht ja mit dem Semesterticket sogar alles kostenlos machen. Dann wirst du aber noch viel länger in Bus&Bahn sitzen müssen und ständig von Störungen betroffen sein. Du kennst die Deutsche Bahn...

Du müsstest definitiv umziehen. Auch, weil du dich sonst vor jeder Fahrt zur Uni um so mehr sträubst und jeder Morgen noch viel schwieriger wird.

Danke für diese tolle Antwort!

1

Es kommt natürlich immer ein bisschen auf die bestimmten Umstände an, aber ich würde sehr empfehlen umzuziehen. Man verliert so viel Zeit beim Pendeln/ im Stau stehen und es zehrt nach einer Weile doch an einem. Gerade beim Auto fahren ist das völlig verlorene Zeit, Du wirst heimkommen und dann erstmal anfangen die Vorlesungen nachzubereiten usw. Man kann nicht spontan mal was machen, alles setzt mehr Planung voraus.

Ich selbst habe die ersten zwei Semester daheim gewohnt und bin gependelt. Das hat dazu geführt, dass ich gerade anfangs wenig vom Studentenleben mitbekommen habe, gerade mit wem man wohin abends weggehen kann. Das war nicht leicht da später wieder reinzukommen, da hatten sich dann die Gruppen schon gebildet.

Als ich dann endlich ein WG-Zimmer hatte war das einfach nur genial. Die Selbstständigkeit hat mir sehr geholfen mich weiterzuentwickeln. Hotel Mama ist nicht mehr, man stellt fest, dass man das auch alleine hinbekommen kann. Das macht Mut für ein Leben als Erwachsener und nicht als Töchterchen daheim. Man muss sich selbst um sein Zeug kümmern, ich habe gelernt essbare Gerichte zu produzieren, man muss sich mit den Mitbewohnern arrangieren und kann sich seine Zeit viel selbstständiger einteilen. Niemand fragt warum man so spät heimkommt oder ob man nicht mal was lernen sollte. Man kann Freunde zu "Sich" einladen und nicht ins zuhause der Eltern, das fand ich total toll. Man kann umgekehrt auch endlich mal alleine für sich sein.

Den einzigen wirklichen Vorteil sehe ich im Finanziellen, WG-Zimmer sind nicht billig... Das meiste Andere (und das ist wirklich nur meine Meinung) sind an sich nur Varianten von lieber Gewohnheit und einfacher Bequemlichkeit :) Und die Eltern sind ja auch nicht aus der Welt, wenn es doch mal was zu klären gibt, oder man einen Rat braucht, dann reicht ja ein Anruf.

rechne das mal auf ein Semester hoch- dann sollte sich die Frage für einen jungen Menschen, der die Diskussionen um Umwelt, Stau, Fahrverbote, Tempolimit etc. verfolgt, von alleine beantworten. Und du wirst an der Uni sofort neue Bekanntschaften schließen und Lerngruppe, evtl. andere Angebote nutzen....

Hab den Mut und suche dir dort ein WG Zimmer und am WE kannst du immer noch pendeln und du wirst merken, wie sich der Freundeskreis verändert (andere studieren auch, wieder andere arbeiten, die Interessen verschieben sich...)

Mach den ersten Schritt in die Selbständigkeit -  viel Glück!

Es lohnt sich doch rein rechnerisch viel mehr, ein mal am Wochenende hin- und zurück zu fahren, als mehrmals die Woche.

Mal abgesehen davon, dass das einfach immer viel Zeit in Anspruch nehmen und mich zumindest nerven würde, wäre das auch für die Umwelt schlecht.

Was möchtest Du wissen?