12 Ton Musik für 2 Instrumente?

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Vorsicht bei Zwölftonmusik für Gitarre! Es gibt solche Stücke, aber so etwas ist auf der Gitarre schwer zu spielen. Ein/e Musiklehrer/in sollte so etwas eigentlich wissen...

Neben der Gitarre kannst Du ein Klavier nehmen, damit die Gitarre z.B: nur Töne aus einer bestimmten Tonleiter (oder aus zwei bis drei) zu spielen hat. Das macht das Stück leichter spielbar.

Im Grunde solltest Du, nun wo Du eine Zwölftonreihe und deren Spiegel hast, davon noch die "Rückwärts-Formen", nämlich den Krebs von Grundgestalt und Spiegel aufschreiben. Von diesen vier Formen kannst Du im künftigen Verlauf grundsätzlich jede Gestalt und auch jede Transposition verwenden.Zum Komponieren solltest Du nun die Tonreihe rhythmisch und auf verschiedene Oktavlagen verteilt aufschreiben. Die Reihentöne können beliebig auf die beiden Instrumente verteilt und auch beliebig lange ausgehalten werden, solange im Hinblick auf den Beginn eines neuen Tones die Reihenstruktur gewahrt bleibt. Zur Hilfe solltest Du aber eher mit dem Leichten anfangen, nämlich die Reihe in einem Instrument (bzw. einer Stimme) ganz zu belassen und später nur gelegentlich einmal zu wechseln. Andere Reihenformen (Grundform, Spigel, Krebs, Spiegelkrebs und alle Transpositionen davon) können dabei jederzeit hinzutreten, müssen dann aber komplett durchgespielt werden. Die Rhythmisierung und Oktavlage ist aber bei jedem Ton immer beliebig, solange die Reihenstruktur (Tonnamenfolge) gewahrt bleibt.

Als Starthilfe kannst Du Dir einige (z.B. vier oder fünf) Töne aus der Reihe heraussuchen und sie als "Meloidiemotiv" verwenden, während die anderen Töne "als Begleitung" im weitesten Sinne gesetzt werden. Das Melodiemotiv kannst Du dann versuchen so zu setzen, dass man es immer wieder heraushören kann, die anderen Töne der Reihe aber nicht (im Sinne einer gegebenen Tonfolge).

Die originale Zwölftontechnik im Sinne der Zweiten Wiener Schule fordert mit dem Konzept der "Emanzipation der Dissonanz" -- salopp gesagt -- die Disharmonie in der Klanggestalt der Komposition. "Wohlklingend" ließe sich ein Zwölftonstück nichtsdestotrotz aber auch komponieren (--> ja, das geht!), das ist aber schwerer und erfordert tiefere musiktheoretische Hintergründe.

Mein Tipp:

Komponiere das Zwölftonstück auf der Gitarre, indem du geometrische Figuren auf dem Griffbrett spielst, und zwar eine Melodielinie aus 12 Tönen, achte dabei darauf, dass kein Ton zweimal vorkommt. Sollte das passieren, verschiebe den doppelten Ton um einen Halbton nach oben oder unten. Mit etwas Tricksen klappt das ganz gut.

Und da kann sogar was bei rauskommen! Ich hatte auf diese Weise vor vielen Jahren mal etliche Stücke geschrieben, eines davon spiele ich immer noch, weil es sich echt interessant anhört.


Ob das so hundertprozentig regelgerecht ist, weiß ich auch nicht, aber
bisher haben "Klassik-Fans" das stets als gelungen empfunden.


Boah, dieser Mist wird in der Schule immer noch gelehrt? Es ist schön zu wissen, dass es sie gibt, aber sie hat nun wirklich keinerlei Relevanz in der Musik.

Schülern die Komposition von Zwölftonmusik zur Aufgabe zu machen ist eine tolle Methode, ihnen Musik zu verleiden. Das ist überflüssig kompliziert und liefert *immer* scheußlich klingende Werke.

Also: Wunder dich nicht wenn dir dein eigenes Werk anschließend nicht gefällt. Das ist normal.

Auch wenn die 12 Tonmusik nicht gefällt wäre es doch der falsche Weg sie nicht mehr zu lehren oder gleich mit einer negativen Meinung heranzugehen.

"Das ist überflüssig kompliziert und liefert *immer* scheußlich klingende Werke."

Nein das ist nur Geschmackssache und überflüssig kompliziert muss da garnichts sein, es gibt mehr als genug Dur Moll tonale Musik die extrem komplex ist.

Komplexität ist nichts schlimmes, das Problem ist eher die fehlende Hörgewohnheit.

Vor allem sollte man lehren in welchem Zusammenhang die 12 Ton Technik entstand, nämlich als Versuch von Arnold Schönberg die uferlosen atonalen Werke der damaligen Zeit einem neuen Regelwerk zu unterwerfen und so Struktur hereinzubringen.

Die 12 Tontechnik ist im Grunde nichts weiter wie eine Kompositionstechnik die sich vom Kontrapunkt und den dort benutzten Techniken ableitet.

Nur wird diesmal das gesamte Tonmaterial dieser Ordnung unterworfen und so eine abstrakt klingende Tonsprache generiert.

Was die 12 Tonwerke aber oft so schwer zugänglich macht ist nicht primär die Melodik oder die Zusammenklänge, es ist die asymmetrische Rhythmik = musikalische Prosa.

Ähnlich wie er in vielen Werken des Schönberg Zeitgenossen Max Regers zB. vorkommt, der die Dur Moll Harmonik ebenfalls bis an den Rand des Möglichen ausdehnte, aber nicht wirklich überschritt.

Schönberg und seine Schüler vollzogen dann diesen Schritt.

Gruß


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Schönberg halt. Keine Halbtonschritte! Weder 3,4 noch 2,3 noch 6,7 noch 7,8. keine Halbtonschritte, so klappt dies! 

Ich glaube du verwechselst etwas, Zwölftonmusik besagt nirgends das keine Halbtonschritte benutzt werden dürfen. 

Die strenge Version besagt lediglich das keiner der 12 Töne 2 mal erklingen darf bevor alle anderen 11 gespielt wurden, von direkten Tonwiederholungen abgesehen.

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Was du da beschreibst ist definitiv nicht Zwölftonmusik. Das klingt nach Ganztonleiter.

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