12 Jährige Tochter depressiv?

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10 Antworten

Das klingt eher nach Pubertät als nach Depressionen. Depressionen sind an klare medizinische Kriteren gebunden. Diese sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 aufgelistet.

Das ICD-10 unterscheidet zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen bei einer Depression. Damit es zu einer Diagnose Depression kommt müssen mind. 2 Haupt- und 3 Nebensymptome für mind. 2 Wochen durchgehend und in ausreichender Stärke vorhanden sein.

Hauptsymptome

  • Depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen.
  • Interessens- und Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren.
  • Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome

  • Verlust des Selbstvertrauens oder Selbstwertgefühls
  • Unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid sowie suizidales Verhalten
  • Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit
  • Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)
  • Schlafstörungen jeder Art
  • Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung

Viele dieser Symptome können auch in der Pubertät vorkommen, entscheidend ist jedoch die Ausgeprägtheit. Z.B. ist man in einer Depression so antriebslos, dass man alltägliche Dinge nicht mehr erledigen kann (also nicht mit faul auf youtube herumsurfen zu verwechseln). Man empfindet keine Freude mehr, an nichts (auch nicht beim herumsurfen).

Bei Jugendlichen ist man vorsichtig mit der Diagnose Depression, da wie bereits erwähnt die Pubertät solches Verhalten begünstigen kann. Nur eine Fachperson kann zwischen starker Pubertät und einer richtigen depressiven Erkrankung unterscheiden. Von dem her wirst du keine Diagnose im Internet finden. Hoffe dir dennoch weitergeholfen zu haben und viel Glück!

Für mich sieht das nicht nach Depression, sondern nach Pubertät in Vollversion aus.

Also mach dir keine Sorgen, das vergeht.

Sieh bei deiner Tochter eine Art Schild: Achtung Baustelle, Betreten verboten, Eltern haften für ihre Kinder..:-))

Ehrlich gesagt wuerde ich das Verhalten deiner Tochter nicht mit Pubertaet abtun. Ich habe Kinder in dem Alter und das Verhalten das du schilderst wuerde ich als bedrueckt bezeichnen. Sicher haben Freunde damit zu tun, aber auch die Familie spielt eine grosse Rolle.

 Auch wenn es sich bloed anhoert, empfehle ich dir, den Internetverlauf deiner Tochter nachzusehen, ob da nicht etwas laeuft, dass sie dir nicht erzaehlen mag.

Und versuch jeden Abend (oder zumindest am Wochenende) Zeit nur fuer dich und deine Tochter zu machen, selbst wenn es nur eine halbe Std. ist: etwas spielen, ins Cafe gehen, schwimmen gehen, spazieren gehen.. wirkt bei meiner Tochter Wunder.

Und was den Hund angeht: kannst du nicht von der Arbeit kurz mal mittags durchrufen und sie erinnern? Und sie gleich dran erinnern dass du sie lieb hast?

NicoleHouston 12.11.2017, 16:50

Sorry, aber im Verlauf der Tochter nachlesen geht gar nicht, das ist ein hochgradiger Vertrauensbruch.

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Eine Depression wird es sehr vermutlich nicht sein.

Das lässt sich aus einem relativ simplen Grund so sagen. Die Symptome einer Depression müssen mindestens zwei Wochen anhalten.

Das scheint bei deiner Tochter nicht der Fall zu sein.

Das was du beschreibst klingt auch nicht wirklich besorgniserregend. Es ist vermutlich nur die normale Pubertät.

Bleib weiterhin interessiert und achte auf sie. Falls ihr Verhalten schlimmer wird, könnt ihr überlegen, ob ihr therapeutische Hilfe benötigt.

Ich bezweifle das sie Depressionen hat. Versuche doch mal Interesse daran zu zeigen, was du machst. Frag sie offen was sie sich denn so auf YouTube anschaut, worum es da geht usw. Schnüffel ihr aber bitte nicht hinterher!

Hat sie sich denn sonst immer mit Freunden getroffen oder ist dieses "Stubenhocken" eher neu? Wenn es schon immer so war und es keine besonderen Änderungen im Verhalten gibt, außer halt das Türe abschließen und die Sache mit dem Essen, würde ich eher noch etwas warten bevor du dir sorgen machen musst.

NickiNeo 13.04.2017, 18:21

Danke für die Antwort! Dieses "Stubenhocken" war vor 'ner Zeit nicht so, damals (Schon 2-3 Jahre her) hatte sie in der Nachbarschaft Freundinnen, mit denen sie sich Täglich getroffen hat und auch immer draussen war, Jedoch haben die Freundinnen irgentwann Grundlos den Kontakt mit ihr abgebrochen. Seit dem ist sie halt nicht mehr so oft draussen gewesen, was sich in letzter Zeit sogar verschlimmert hat, denn mittlerweile ist sie, wie gesagt, so gut wie garnicht mehr draussen. Jedoch muss ich leider sagen, dass sie echt wenige Freunde hat, mit denen sie sich treffen könnte.

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Digarl 13.04.2017, 20:11
@NickiNeo

@NickiNeo 
Alleine, komplett ohne Verabredung o.Ä. wird sie auch nicht rausgehen, was ich übrigens vollkommen nachvollziehen kann (hätte und würde ich auch nicht machen).

Du solltest mal mit ihr Reden, aber am besten auf Augenhöhe (sinngemäß) und nicht "als Mutter". Vielleicht würde sie ja gerne raus, weiß nur nicht mit wem? 

"Soziale Kontakte" hat sie dann eventuell (oder eher gesagt wahrscheinlich) im Internet (was natürlich keine "richtigen" Kontakte ersetzt.
Der Generationskonflikt ist ja der, dass Eltern oftmals nicht nachvollziehen können, was Kinder bzw. Jugendliche den ganzen Tag hinter einem Bildschirm machen (denn es gibt wirklich immer mehr Jugendliche, die nur noch zuhause rumsitzen und am PC sind). Während Eltern große Probleme damit haben, fühlen sich Jugendliche so wohl (was ja nicht heißt, dass es weniger ungesund ist). 
Ist es der Zeitgeist oder ist irgendwas mit ihr los? Das solltest du vielleicht nach einem solch spontanen Wechsel des Verhaltens herausfinden. Weiß sie wirklich nichts warum die Freundinnen den Kontakt abbrachen oder hat sie es dir nur nicht gesagt? Warum findet sie keinen Anschluss? Will sie überhaupt mehr Freundinnen haben? 
Sie ist jetzt 12, in diesem Alter kann sich die Persönlichkeit ändern, vor allem wenn diese zu stark von anderen (z.B. den Eltern) geprägt wurde und sich die "eigene" Persönlichkeit herausbilden, wenn dies nicht bereits geschehen ist. Du hast ja gefragt, ob es die Pubertät ist oder ob es normal ist. Herausfinden kannst du das eventuell in einem Gespräch. 

Hat sie denn Soziale Netzwerke wie z.B. Facebook oder Twitter? Spielt sie auch online Spiele, also mit anderen? 

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NickiNeo 13.04.2017, 21:29

Hallöchen Nochmal! Mir sagt sie, dass sie keine Ahnung hat, warum ihre ehemaligen Freundinnen den Kontakt abgebrochen haben. und ich denke schon, dass sie lieber mehr Freundinnen hätte, ich kenne nur 2 ihrer Freundinnen, und sie erzählt auch nicht von anderen. zur Frage mit den Sozialen Netzwerken: Sie hat Facebook. Online Spiele spielt sie öfters, sie erzählt des Öfteren von Spielen wie Minecraft, Hubba, und mittlerweile auch von einem Spiel namens IMVU. Habe alle spiele, bis auf letzteres da sie es noch nicht lange spielt, "abgecheckt". Mit Minecraft und Hubba war ich einverstanden, jetzt muss ich nur noch bald das Spiel IMVU "abchecken", auch wenn sie meint es wäre wie sims, nur online.

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Digarl 14.04.2017, 00:01
@NickiNeo

Sind die anderen beiden Freundinnen denn in letzter Zeit eher beschäftigt, bzw. sagen, dass sie keine Zeit haben? Denn dann wäre dies ja ein Grund, weshalb sie nicht mehr rausgeht.

Das Prinzip ähnelt dem von Sims schon. Aber die Gefahr eines Online Spiels geht ja nicht vom Spiel selber, sondern von den Spielern aus, mit denen man in Kontakt tritt (abgesehen von Gewaltdarstellungen, Pornografie o.Ä). 
Spielt sie öfter während sie zuhause ist, als zur Zeit in der sie noch raus ging? Spiele wie Hubba oder IMVU sind ja recht spartanisch entwickelt, da sie hauptsächlich der Kommunikation zwischen den Spielern dienen (der Rest ist halt, um dazu anzutreiben). Wenn sie also immer mehr Zeit in diesen Spielen und dafür weniger Zeit auf z.B. YouTube verbringt, eventuell weil sie anfängt darüber Kontakte zu knüpfen oder bereits "bekannte" Kontakte weiter in ihr Leben integriert. Da sollte man dann vielleicht lieber mal drauf achten, also in einem Gespräch z.B. klären. Ich selber habe da mal (leider) Erfahrungen mit WoW gemacht (obwohl man dies nicht wirklich miteinander vergleichen kann). 

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Steffile 14.04.2017, 09:22
@Digarl

Ich wuerde IMVU nicht meinen Kindern erlauben, da gab es mind. einen bekannten Fall von "grooming" wo ein aelterer Mann junge Kinder zu Online Sex ueberredet hat. 

Davon mal abgesehen hat das Speil starke sexuelle Untertoene die meiner Meinung nach fuer eine 12 jaehrige nicht geeignet sind.

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Digarl 14.04.2017, 19:06
@Steffile

@Steffile
Wie du siehst, habe ich das Wort Prinzip mit fetten Buchstaben geschrieben, um so zu betonen, dass wirklich nur das Prinzip ähnlich ist. Und dahinter schrieb ich auch, dass die Gefahr von anderen Usern ausgeht (wie in deinem Beispiel der ältere Mann).

Ob das Spiel sexuelle Untertöne hat kann ich nicht sagen, weil ich es nie selber spielte (deshalb auch das Prinzip in fett geschrieben).

Die Gefahr mit dem sexuellen Missbrauch im Internet ist aber durch viele, anscheinend harmlosen Portalen ebenso gegeben (z.B. Facebook oder auch Programme wie Skype).

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Naja so eine Phase hatte ich in der Pubertät auch. Allerdings muss das nicht heißen dass das bei deiner Tochter auch so eine Phase ist. Kann auch sein das sie irgendwas belastet was sie dir nicht erzählen will. Versuch doch mal bei der nächsten Gelegenheit mit ihr zu reden und mal genauer zu fragen. Denke das ist so ziemlich das einzige was du machen kannst. Dem Anschein nach flüchtet sie in die virtuelle Welt um irgendwas in der realen zu entgehen. Aber ich bin kein Therapeut deshalb kann ich dir natürlich nicht wirklich sagen was mit ihr los ist

NickiNeo 13.04.2017, 18:10

Ok, werde ich machen! Übrigens vielen Dank für die schnelle Antwort!

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DejaVu001 13.04.2017, 18:11

Kein Problem! :)

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Das kann viele Ursachen haben, wie z.B. Liebeskummer - Mobbing usw. Hier wird wohl ein Psychologe helfen. Such das Gespräch in Ruhe mit ihr, am besten unter 4 Augen.

Das wichtigste ist, dass du verständnis zeigst! Gib niemals deinem Kind die Schuld an etwas, ich selbst werde seit Jahren von meinem Vater regelrecht terrorisiert, was dann auch zu einer Monatelangen Depression geführt hat. Ich bin mir sicher du bist ein wunderbarer Mensch und gehst richtig mit deiner Tochter um aber denk immer daran, und ich kann es nicht genug betonen, wie wichtig es ist ihr Gegenüber Geduld zu beweisen. Sollte Sie “nichts“ sagen dann erzähle ihr einen Witz oder was du so heute gemacht hast, um die Situation aufzulockern. Ich stehe dir gerne zur Verfügung um dir von meiner, vor kurzem beendeten, Pubertät zu berichten :).

Hallo Nicki

Ich sage Dir jetzt keine Diagnose. Ohnehin halte ich davon nichts, da die nicht wirklich jemandem nützen.

Eigentlich meine ich: es ist nicht wichtig, ob Du den Zustand Deiner Tochter "Depression" nennen willst oder nicht. Das ist doch nur eine Verpackung und warum sich soviel Gedanken um die Verpackung machen, statt um den Inhalt?

Ich bin nicht so sicher, ob ich etwas Aussergewöhnliches bei ihr entdecke, oder Pubertätsverhälten. Verhalten, das nicht nur nicht ungewöhnlich ist, sondern auch richtig und notwendig (!).

Wie ich das meine?

Nun, Eltern vergessen gerne, dass aus Kindern ja Erwachsene werden müssen und das eine gewaltige Leistung erfordert. Insbesondere muss man auch lernen, mit Kummer und Sorgen umzugehen, *ohne sich von den Eltern trösten zu lassen*, wie das bisher in der Kindheit immer ging.

Denn überlege mal: was würde aus einem Kind, das immer mit allem, was es (über)fordert, zu den Eltern rennte?

Alles, jedenfalls kein Erwachsener! Denn zum Erwachsensein gehört doch, dass es nicht mehr DEN anderen Menschen gibt, der grenzenlos überlegen ist und alles für Dich löst.

Naja, jedenfalls für die von uns, die keinen "Führer" oder Sektenguru suchen, oder?

Es ist darum normal und notwendig, dass Erwachsene-werdende Kinder sich von den Eltern zurückziehen und ihre Leiden irgendwie mit sich selbst ausmachen, und Wege suchen, das irgendwie zu bewältigen.

Wenn ich nun höre, dass sie Computer spielt oder im Internet "herum hängt" und DIch das besorgt, halte ich mal provokativ dagegen:

wäre es besser, wenn sie es mit Crack, MDMA, Heroin bewältigen würde?

Man kann die Sache also womöglich sogar auch positiv sehen, oder?

Für eine Mutter oder einen Vater, für den das alles sehr plötzlich kommt, weil irgendwie der erste Zahn oder die Schultüte doch "gerade eben erst" gewesen sind, ist es sicherlich schwer, das auszuhalten. Dummerweise erlebst Du sie hilflos und bist in gewisser Weise es auch.

Aber, wie gesagt: versuch vielleicht, es so zu sehen, dass Du es ihr noch leichter machst, wenn sie nur an sich selbst leidet, und nicht auch noch sich "schuldig fühlen" muss, weil sie ihren Eltern "etwas antut".

Das ist nämlich das, was ich von Jugendlichen aus ihrer Perspektive dann immer wieder höre, die selbst merken, dass ihre Eltern irgendwie überfordert und Unglücklich mit ihrer Pubertät sind.

Ich denke, es reicht, wenn Du sie wissen lässt, dass sie immer noch zu Dir kommen kann, wenn sie es will. Aber Du musst ihr nicht nachlaufen. Das würde sie unter Druck setzen.

Und jetzt cutte ich erstmal mit dem Redefluss :)

Das ist nur die Pubertät.

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