100 Jahre Balfour-Deklaration. Was wisst ihr darüber? Was wird in den Schulen darüber gelehrt? http://www.deutschlandfunk.de/100-jahre-balfour-declaration-vom-t

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Seit etwa dem Beginn des 20. Jahrhunderts stand Großbritannien im Mittelpunkt des Bemühens zionistischer Organisationen, einen Verbündeten für ihr zionistisches Projekt zu gewinnen. Schon Theodor Herzl hatte strategisch darauf orientiert. Der Aufstieg des jüdischen Bürgertums in Großbritannien, die Netzwerke zionistischer Funktionäre und Förderer untereinander und mit Vertretern des britischen politischen Establishments schufen dafür günstige Voraussetzungen.

Seit längerem gab es strategische Überlegungen, dass die Verwirklichung eines jüdischen Nationalstaates am ehesten im Zuge einer Aufteilung des Osmanischen Reiches zu realisieren wäre, dass das in der Folge eines Krieges geschehen könnte, war allen klar. Mit Beginn des ersten Weltkriegs und vor allem mit dem Kriegseintritt des Osmanischen Reiches als deutschem Verbündeten, wurden die Bemühungen seitens der "Zionist Federation", dem britischen Landesverband der zionistischen Weltorganisation, forciert, um die britische Regierung zu einer verpflichtenden Unterstützungserklärung für das zionistische Projekt zu bewegen. Mit dem Amtsantritt von David Lloyd George als Prmeirminister 1916 nahmen diese Bemühungen Gestalt an.

So schrieb Chaim Weizmann, einer der führenden Köpfe der zionistischen Bewegung und später der erste Präsident Israels, an seinen Freund C. P. Scott, dem Herausgeber des „The Manchester Guardian“, im März 1915:

“Wenn Großbritannien verhindern will, dass Palästina einer anderen Macht zufällt, so muss es auf der Hut sein und jedem Eindringen anderer Mächte einen Riegel vorschieben. [ … ] Ein starker jüdischer Staat in der ägyptischen Flanke ist ein wirksamer Schutz gegen jede etwaige Gefahr von Norden. England hätte in den Juden die geeignetsten Vermittler, die besten Dolmetscher ihrer Ideen in den östlichen Ländern, sie wären eine Brücke zwischen zwei Zivilisationen.“

Zwar sei letzteres nicht unbedingt ein praktisches Argument, gab Weizmann in diesem Brief zu, doch dürfte es “sicher bei einigen Politikern, die gern fünfzig Jahre voraussahen, schwer ins Gewicht fallen.

Der Formulierungsvorschalg der britischen Zionisten wurde leicht verändert in die Deklaration übernommen. Der zionistische Entwurf sprach von Palästina als Heimstätte, die Balfour-Deklaration nur von einer Heimstätte in Palästina. Unklar war, was unter Palästina überhaupt zu verstehen sei. Weiter wurde in die Deklaration nicht der Wunsch aufgenommen, die Mittel und Methoden bei der Schaffung dieser Heimstätte mit den Zionisten zu diskutieren.

Die damals ca. 85 Prozent arabischen Einwohner Palästinas wurden nur unter "non-Jewish communities" subsummiert. Ihnen wurden lediglich bürgerliche und religiöse Rechte zugestanden, aber keine nationalen.

Die Frage ist, was die Britische Regierung bewog, eine solche Erklärung abzugeben; völlig uneigennützig wird sie es nicht getan haben.

Eine jüdische Kolonie im geostrategisch wichtigen Palästina, die auf britische Protektion angewiesen ist, wäre für die imperialen britischen Ambitionen vorteilhaft gewesen. Außerdem wurde der propagandistische Effekt auf die in aller Welt lebenden Juden, vor allem in Russland, den USA, aber auch bei den Kriegsgegnern als positiv angesehen.

Der Zionistische Weltkongress hatte sich vor dem Krieg darauf verständigt, sich neutral zu verhalten. Trotzdem kämpften viele Juden in den Armeen ihrer jeweiligen Länder, wenn man von Russland einmal absieht. Mit dieser Deklaration wollte man die Juden bei den britischen Verbündeten zur noch größeren Unterstützung bewegen. Bei den Kriegsgegnern erhoffte man sich das Gegenteil.

Ein weiterer Beweggrund war die Rivalität mit Frankreich im Nahen Osten, das sich seit Mitte des 19. Jahrhindert versuchte, dort (Syrien, Libanon) festzusetzen. Vor dem Krieg versuchten die Briten dem zu begegnen, indem sie das Osmanische Reich unterstützten. Mit Kriegsbeginn hörte das auf und es war klar, dass es im Fall eine Sieges der Entente zu einer Aufteilung des Osmanischen Reiches kommen würde. Deshalb verhandelten Die Briten mit den Franzosen und man einigte sich 1916 auf das Sykes-Picot-Abkommen.

Nach diesem Abkommen sollte Frankreich die Küstengebiete des Libanons und Syriens erhalten, während Großbritannien u. a. das südliche Mesopotamien (heute Irak) bekommen sollte. Außerdem sollte ein nicht näher definierter arabischer Staat geschaffen werden mit einer britischen und französischen Einflusszone. In Palästina sollte ein Streifen mit Akkon und Haifa unter britische Kontrolle gestellt und der Rest sollte internationalisiert werden.

Der britischen Regierung war in dieser Situation daran gelegen, Argumente für die Errichtung ihres Mandats über das Zentrum der arabischen Welt, Palästina, zu bekommen. Sich für die Errichtung einer jüdischen Heimstatt einsetzen zu wollen, erschien den englischen Politikern als eine international wirksame Begründung. Also verband man in der britischen Regierung die zionistische Idee von der Gründung des Judenstaates mit dem eigenen Bestreben nach dem Mandat über Palästina.

Danke für deine ausführliche Antwort.

Wenn man sieht, mit welcher Chuzpe die Siegermächte des 1. Weltkrieges die arabische Welt unter sich aufgeteilt haben, dann wundert man sich nicht mehr, dass heute "dem Westen"  Abneigung entgegenschlägt.

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@HansH41

Äh, Deutschland hatte dieselben kolonialen Ambitionen. Es war kein humanistisches Engelchen.

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@PeVau, ich habe aus Versehen den falschen "Pfeil" gedrückt.
Sorry. Nachträglich DH!

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Danke für den Stern!

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Hm, jo, Betrug gehörte schon immer zur Politik.

Die Briten sind da aber nicht wirklich die Spitzenreiter.

Lies mal ein Geschichtsbuch.

Wer Macht haben will, muss in Bezug auf Ethik usw. wohl allgemein einige Zugeständnisse machen.

Heißt letztlich: Ein möglichst rücksichtsloses Ar... sein.

Ich kann das bei den Briten aber nicht mehr als sonst wo festmachen.

Klingt eher nach typisch Mensch.

In "Demokratien" klingt leider sogar durch, dass wohl sogar die Massen auf diese Rücksichtslosigkeit stehen und deshalb entsprechend wählen.

Die Balfour-Deklaration war ein Betrug und kriminell.

Aber unkriminelle bzw. ethisch anständige Regierungen verlieren zunehmend an Popularität.... und werden durch rücksichtslosere ersetzt.

Nö. keine guten Aussichten.

Hier und da fühlen sich die betrogenen Menschen betrogen. Einige reagieren aggressiv.

Und erlauben den Betrügern, neue Diskriminierungen einzuführen. 

Langfristig ein Teufelskreis.

Grüße,

Tanja 

Es ist ein Teufelskreis. Wenigstens der Deutschlandfunk hat sich erinnert, was die Ursache war für die Kriege in Nahost bis in die Gegenwart.

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Die Araber waren schon immer gegen einen Judenstaat gewesen und der Großmufti von Jerusalem ging Hand in Hand mit Herrn Hitler.

Wie würdet ihr mich politisch bezeichnen?

Mich würde interessieren, wie ihr meine Positionen insgesamt politisch bezeichnen würdet. Dazu Folgendes:

Wichtigster politischer Bezugspunkt ist für mich der deutsche Nationalstaat. Außerdem befürworte ich eine personell und technisch exzellent ausgestattete Polizei und Justiz. Strafverfolgungsbehörden sollten ohne große Umstände an die Inhaber von IP-Adressen kommen, damit auch im Internet Recht und Gesetz durchgesetzt werden können.

Videoüberwachung an kriminalitätsbelasteten Plätzen oder terrorgefährdeten Einrichtungen wie Bahnhöfen sehe ich als ein geeignetes Instrument der Strafverfolgung. Dass in den Medien die Namen von Tatverdächtigen abgekürzt und Gesichter unkenntlich gemacht werden, halte ich für albern - genau so wie ausufernden Datenschutz an anderer Stelle.

Ich glaube, dass nicht nur Rechtsextremismus ein Problem darstellt, sondern auch Linksextremismus. Meine Empfindung ist jedoch: Während Rechtsextremismus medial systematisch aufgebauscht und jedes Ereignis hysterisch zum Zeichen für ein "Viertes Reich" gedeutet wird, wird Linksextremismus entweder verharmlost oder völlig ausgeblendet. Ich halte es für einen Skandal, dass linksextreme Zentren wie die Hamburger "Rote Flora" in staatlichen Gebäuden residieren können und der Staat somit seine eigenen Feinde unterstützt.

Den Islam halte ich in seiner derzeitigen Ausprägung für in vielerlei Hinsicht problematisch. Einwanderung empfinde ich insgesamt als Minusgeschäft - vor allem außereuropäische Einwanderung. Ich glaube nicht an einen menschengemachten Klimawandel und Gender-Sprache wie "Schülerinnen und Schüler", "Bürger*innen" oder "Studierende" bereitet mir körperliche Schmerzen.

Ich denke, dass Marktwirtschaft das natürliche Wirtschaftsmodell der Menschen darstellt und der derzeitige Sozialstaat viel zu groß ist und auf Dauer nicht finanzierbar sein wird. Niedrigere Steuern und weniger Umverteilung würden aus meiner Sicht mehr Leistungsanreize setzen. Alle Einkommen sollten mit dem gleichen Prozentsatz besteuert werden.

Ich glaube zudem, dass das Bündnis Deutschlands mit den USA sowie die Mitgliedschaft in der NATO von Vorteil sind. Russland sehe ich aufgrund seiner mangelnden Rechtsstaatlichkeit nicht als Bündnispartner und die Idealisierung von Putin finde ich irrational bis verstörend.

Abtreibung ist für mich moralisch verwerflich, alle Arten von Drogen halte ich - sofern nicht medizinisch eingesetzt - für ein gesellschaftliches Problem. Den überhasteten Ausstieg aus der Kernenergie empfinde ich für eine Katastrophe, Gedanken über einen Kohleausstieg für den Wunsch nach wirtschaftlichem Suizid. Die Einführung der Homo-Ehe halte ich für falsch.

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