100 Ich weiß nicht mehr weiter?

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7 Antworten

Es ist sehr wichtig, dass du gerade aufgrund deiner Angst auf keinen Fall angstauslösende Situationen meidest. Wenn man nämlich eine Situation, vor der man Angst hat, meidet, wird die Angst immer schlimmer werden. Das was du hast, ist Angst vor der Angst. Das schaukelt sich dann auf. Wenn du an einem bestimmten Ort eine Panikattacke hattest, hast du Angst, dass es wieder passiert und deshalb passiert es wieder an diesem Ort. Dies musst du dir als erstes bewusst machen, dann ist schon ein großer Schritt getan. Wenn man weiß, woher die Angst kommt, ist sie nicht mehr ganz so unkontrollierbar. 

Gegen die Angst an sich gibt es eine sehr einfache Übung, die unkontrollierbare Panik innerhalb von Sekunden stoppt. Diese muss man aber eine Zeit lang üben, um sie zu beherrschen. Es geht darum, seinen eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Setz dich als erste Übung einfach mal auf einen Stuhl und fühle, mit den Füßen beginnend, Stück für Stück, bis zum Kopf, mit welchen Körperteilen du eine Unterlage berührst. (Füße: Boden, Po: Stuhl, Rücken: Lehne (Welche Punkte genau?) Wiederhole diese erste Übung so lange, bis du anfängst ein richtiges Gefühl für deinen Körper zu bekommen. Beginne mit Einheiten von ca. fünf Minuten. 

Als nächstes, versuchst du, deinen Körper an sich wahrzunehmen. Beginne wieder mit den Füßen und gehe durch bis zum Kopf. Versuche die einzelnen Körperbereiche ganz genau wahrzunehmen. (Die Form des Körperteils, ist es entspannt/verkrampft, warm/kalt, wie fühlt es sich an?) Fühle die Körperteile von innen. Eine Hilfestellung kann sein, dass du dass jeweilige Körperteil mit deinen Gedanken dazu bringst, zu prickeln. Befasse dich ruhig eine gefühlte Minute oder noch viel länger mit einem Körperteil. Es kann ruhig lange dauern, sollte es auch. Wenn dass gelingt, wird sich das Körperteil mit der Zeit tiefen-entspannt und sehr schwer anfühlen. Mache diese Übung am besten im Liegen und ca. 10 Minuten pro Übungseinheit. Später können  es auch 20 Minuten werden. Wenn du irgendwann in der Lage bist, deinen gesamten Körper unabhängig von irgendeine Unterlage von innen heraus  zu spüren, also auch die Bereiche, die nichts berühren, kannst du dich während der Übung in einen sehr tiefen-entspannten, fast hypnotischen Zustand versetzen. Lasse dich dazu mit jedem langsamen,tiefen Ausatmen nach unten in die Unterlage sinken, während du deinen gesamten Körper wahrnimmst. Lasse dich Stück für Stück immer tiefer sinken. Wenn du einmal so weit gekommen bist, kannst du beginnen, deine Angst zu lokalisieren. Du wirst feststellen, dass es sich hiebei um eine Verkrampfung der Muskeln handelt, die sich wahrscheinlich (es könnte bei jedem anders sein) in deiner Brust unterhalb des Herzens befindet. Wenn du das geschafft hast, wirst du feststellen, dass das riesige, undefinierbare Monster der Angst nur eine heftige Verkrampfung in deiner Brust ist, die dir den Atem nimmt, dein Herz rasen lässt... Mit anderen Worten: Du hast das undefinierbare Monster Angst definierbar und fassbar gemacht. Jetzt kannst du damit beginnen,  dich im tiefenentspannten Zustand mit genau dieser Verkrampfung zu befassen und sie zu entspannen. Du kannst dir im tiefenentspannten Zustand auch genau die kommende Situation in allen Einzelheiten vorstellen und die Entspannung mit deinen Gedanken in die Situation übertragen. Das erfordert aber sehr viel Übung. 

Wenn du jetzt in eine Situation gerätst, in der die Panik beginnt, dich die Kontrolle verlieren zu lassen, konzentriere dich mit aller Kraft auf deinen Körper, wie beschrieben. Wenn du es erst einmal geübt hast, geht das sehr gut in Kurzformat in jeder beliebigen Situation, auch im Stehen/Gehen. Wenn du eine Panikattacke bekommst, verlierst du sozusagen die Kontrolle über deine Gefühle und deinen Körper. Wenn du dich jetzt mit aller Kraft auf deinen Körper konzentrierst, führst du dich sozusagen wieder zurück und erlangst diese Kontrolle wieder. Du kannst dann diese Panik wieder als Verkrampfung in deiner Brust lokalisieren und machst sie so wieder greifbar. Die Panik verliert ihren Schrecken, wird zu normaler Angst und du kannst die Verkrampfung aktiv entspannen. 

Wenn der Druck in der Brust zu groß wird und Gedanken nicht genug helfen, hilft es übrigens auch, beide Hände unauffällig gegen die verkrampfte Stelle zu drücken oder sich gegen eine Tischkante zu lehnen. Das mindert den Druck. 

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wenn du weitere Fragen dazu hast, kannst du mich übrigens gerne direkt anschreiben!

Viel Erfolg beim Üben!

Ich habe auch eine extreme Panikstörung, welche ich schlussendlich nur mit Medikamenten in den Griff bekam.

Es gibt jedoch verschiedene Methoden um eine Panikstörung zu behandeln. Bei leichten Panikstörungen helfen Atemübungen, autogenes Training, progressive Muskelenstpannung oder auch alternativmedizinische Verfahren. Ab einer gewissen stärke der Angststörung braucht man jedoch eine Psychotherapie und meistens auch Medikamente.

Bei einer Psychotherapie ist es wichtig eine Psychotherapie mit einem Konzept zu machen (z.B. Verhaltenstherapie). Ein oberflächliches Gespräch beim Arzt oder Psychologen ist nicht mit einer richtigen Psychotherapie vergleichbar.

Ich kenne das, wenn man einen Therapeuten braucht findet man keinen. In diesem Falle würde ich an deiner Stelle wieder in die Klinik gehen und von dort aus suchen. In der Klinik hast du psychiatrische und psychologische Betreuung, dies ist in einer Krise sehr wichtig. Dann fühlst du dich auch nicht unter Druck sofort einen Therapeuten finden zu müssen sondern hast Zeit dich umzusehen.

Noch zu den Medikamenten: Glücklicherweise gibt es Medikamente gegen Angststörungen die sehr gut helfen. Angststörungen sind im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen medikamentös gut behandelbar. Dabei gibt es vor allem zwei Substanzgruppen die eingesetzt werden:

  • Benzodiazepine sind Notfallmedikamente. Sie können einfach bei unmittelbarem Bedarf (z.B. bei einer Panikattacke) eingenommen werden und wirken hoch effektiv innert 20-30min. Bekannte Substanzen sind z.B. Lorazepam (Tavor/Temesta) und Alprazolam (Xanax/Xanor). Benzodiazepine wirken angstlösend, entspannend und sedierend. Es ist wirklich unglaublich. Ich hatte die schwersten Panikattacken und dachte ich sterbe jede Sekunde, mit Lorazepam war es innert 20min wie weggeblasen. Nebenwirkungen haben diese Medikamente fast keine (ausg. Müdigkeit). Das Problem der Benzodiazepine liegt woanders. Bei längerem und regelmässigem Konsum (nach ca. 4-8 Wochen) machen sie abhängig. Zudem ergibt sich mit der Zeit eine Toleranzentwicklung. Dennoch, als Notfallmedikamente sind sie ein Segen, man muss einfach aufpassen das der Segen nicht zum Fluch wird. Meistens werden Benzodiazepine nur am Anfang verwendet, bis Antidepressiva wirken. http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/
  • Antidepressiva, allen voran jene aus der Gruppe der SSRI und SSNRI, wirken ebenfalls stark angstlösend. Abhängig machen sie nicht und es ergibt sich auch keine Toleranzentwicklung. Das Problem liegt wo anders. Antidepressiva müssen täglich eingenommen werden, wirken erst nach 3-5 Wochen und haben vor allem zu Beginn der Therapie starke Nebenwirkungen. Eine Nebenwirkung ist besonders perfid. Antidepressiva können (müssen aber nicht) in den ersten 2-3 Einnahmewochen die Angst steigern, bis sie nach 3-5 Wochen angstlösend wirken. Bei mir war dies auch der Fall. Desshalb bekam ich fürs erste Lorazepam (nur wenn nötig) bis die Wirkung der Antidepressiva eintrat. http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Wenn es ohne Medikamente geht umso besser, wenn nur mit ist es auch kein Weltuntergang. Ich entschied mich damals der Hölle durch Chemie zu entfliehen. Nachdem ich 3 Wochen lang Antidepressiva genommen habe waren die Panikattacken weg. Ich machte einfach alles damit diese Qualen aufhören.

Danke für deine langen Eintrag. Ich möchte eigentlich gerne ohne ABER ich kann kein Auto mehr fahren. Kein Bus. Kann zwar raus gehen aber sehr verklemmt. Dadurch kam dann die Depression weil ich auf dem Land wohne und nirgends hin komme. Ich bin absolut kein Spaziergänger war ich noch nie. Bin also gefangen😕 dann bekomme ich nirgendwo Hilfe. Es ist echt 😠👹🗯💣 Ich drehe mich in dem Strudel und finde nicht heraus

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@jannis0606

Niemand will freiwillig diese Medikamente nehmen. Sie haben viele Nebenwirkungen die zwar nach einigen Wochen verschwinden, doch manche wie z.B. Libidoverlust können bleiben. Die Frage ob Medikamente oder nicht ist reine Buchhaltung: Was ist schlimmer? Die Nebenwirkungen der Medikamente oder die Beschwerden?

Das mit der Angst nach draussen zu gehen nennt man Agoraphobie. Hatte ich auch. Ich musste mich zur ersten Therapiestunde prügeln, habe es fast nicht ausgehalten.

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Du solltest zur Psychiatrischen Institutsambulanz in deiner Nähe gehen und dir da einen Termin holen. Die können dich medikamentös und psychologisch ambulant betreuen, bis du einen Therapeuten gefunden hast. Du kannst da auch als Notfall hin, wenn du dort Patient bist und es bleibt alles ambulant (weil sie neue Klinik Aufenthalte verhindern möchten).

Hallo jannis0606,

ich hatte damals die selben Probleme einen Therapieplatz zu finden und ich habe die Krankenkasse angerufen und die halfen! Ich habe sehr schnell einen Platz bekommen!

Also Einfach sofort die Krankenkasse anrufen!

Ein weiterer Tipp: Esse Gesund - Das hilft dir enorm weiter!!!

Einen Probiotischen Joghurt jeden Tag, Beeren, Fisch, Walnüsse, Obst & Gemüse, Leinoel (Rapunzel schmeckt), mageres Fleisch!

Noch ein Tipp: Wende Antistress Maßnahmen an wenn du Angst bekommst z. Bsp.:

10 mal Bewusst Atmen: Jeweils 3-4 Sekunden Einatmen, Halten und Ausatmen!

Schreibe Tagebuch, mache Sport, geh Spazieren

Nix Hoffnungslos!:)

Gute Besserung!

Ich habe mit denen telefoniert. Sie gaben mir eine Telefonnummer vom ärztlichen dienst (glaube so hieß es) dort sollte ich anrufen. Die haben mir eine Nummer gegeben und einen Code. Die Psychologin war 100 Kilometer weit entfernt😲 wie soll ich da bitte hin kommen. Andere alternativen hatten sie nicht.

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@jannis0606

Moment! Schau dir mal das an: 

https://www.gutefrage.net/frage/gesetzlich-versichert---findet-man-keine-psychotherapie-dann-auch-privat

Wenn man von so vielen Therapeuten abgelehnt wird kann man auch mit einer Dringlichkeitsbescheinigung von Hausarzt / Psychiater auch Privat gehen! Es ist dir nicht zumutbar 100 KM weilt zu fahren um eine Therapie zu machen! Also Morgen wieder bei der Kasse anrufen und sie einerseits informieren das der Ärztliche Dienst dir eine Psychologin genannt hat die 100 KM entfernt ist und was sie brauchen um dir eine Therapie bei einem Therapeuten der Privatpatienten behandelt zu genehmigen!

Falls alle Stricke reißen ruf in deiner Klinik an da es dir so schlecht geht! 

Bitte Melde dich wenn weitere Probleme auftauchen vielleicht bekommen wir alle die Kuh vom Eis!:)

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Wenn dir dein hausarzt den termin ausmacht dauert es nicht so lange. Hast du schonmal cannabis oder auch einfach reines CBD probiert? Versuch mal hochprozentige cbd tropfen, musst deine dosis selbst finden. Das hilft dir wenigstens mal einen klaren kopf zu bekommen. Lass dir dann sativex vom arzt verschreiben und probier das mal. Kann sein, dass du angst davor hast, aber was hast du zu verlieren?es hat doch bis jetzt nichts anderes geholfen. Wie alt bist du?

Nein der Hausarzt kann da auch nix machen. Ich hatte es mit atosil probiert. Die hauen mich 2 tage aus dem Verkehr. Ich bin 31. ich habe ein Kind Zuhause und kann mich nicht einfach wegballern

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@jannis0606

Sorry wenn das hart klingt aber du willst scheinbar garkeine hilfe, wenn du dich so blockierst. Ich bekomme auch in einigen wochen cannabis verschrieben. Sativex ist ein spray. Wie gesagt, erstmal cbd testen, gibts auf amazon, das ist nicht berauschend oder sonst irgendwas, und wenn es hilft, holst du dir sativex oder andere dronabinol medikamente. Der rausch geht nach 4 wochen weg. Entweder du sprichst deinen arzt drauf an, nachdem du cbd getestet hast, oder du suchst eben weiter. Bei mir ermöglicht mir das cannabis erst mein leben, habe auch große psychische probleme. Ich hätte mein abitur auch nicht gepackt, wenn ich nicht täglich gekifft hätte, weil mich das alles kaputt macht. NACH diesen 4 wochen "eingewöhnungszeit" darfst du auch wieder autofahren

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Hi

Oh mann hört sich echt hart an. Also ich würde dir raten in eine andere klinik zu gehen. Ich war zwar noch nie in deiner situation aber ich weiß von anderen "sachen" dass man da oft zu verschiedenen ärzten etc.gehen muss.

Zuletzt möchte ich entschuldigend, denn ich weiß dass das hier sehr ernst,an alle die das lesen bzw. auch an dich die frage stellen: wie hast du diese emojis gemacht?????? Bitte sorry ich weiß dass das eine ernstgemeinte frage ist aber ich wollte es nur wissen.

Lg und gute besserung

Wende Dich an die Klinik, in der Du warst.

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