100-400mm Objektiv kommt weiter als 150-600?

6 Antworten

Liegt das an der Kamera oder am Objektiv? 

An der Kamera.

Denn die haben unterschiedlich große Sensoren. Da musst Du also bei der Angabe der Brennweiten der Objektive noch den so genannten "Crop-Faktor" mit einberechnen.

Das ist ein Wert mit dem Du die Brennweite malnehmen musst um bei einem kleineren Sensor (verglichen zum früher üblichen Kleinbildnegativ von 24x36mm) auszurechnen, wie die Wirkung der Brennweite bei der entsprechenden Sensor-Diagonale ist.

Beispiel:

A) 600 mm Brennweite mit einer Canon EOS 6D Mark II

Da die 6D einen "Vollformat-Sensor" hat, wenn ich mich nicht irre (er also genauso groß ist wie das besagte frühere Kleinbildnegativ) ist der Crop-Faktor = 1 weil die 600 mm Brennweite eben genau die gleiche Wirkung haben, wie sie die auch an einer analogen Kleinbild-SLR hätten. Somit: Wirkung Deines 600mm Tele ist auch "wie 600 mm".

B) 400 mm Brennweite an einer LUMIX G9

Die hat meines Wissens einen Micro-FourThirds-Sensor. Der ist von der Diagonale halb so groß wie ein Kleinbild-Negativ. Somit ist der Crop-Faktor hier gleich 2.

Das bedeutet: Das mit 400 mm Brennweite aufgenommene Bild hat eine Wirkung wie ein 400 x 2 = mit 800 mm Brennweite aufgenommenes Bild an einer Kamera mit Kleinbildnegativ (oder eben Deiner Kamera mit Vollformat-Sensor).

Warum ist das so?

Das liegt daran, das ein in der Diagonale kleinerer Sensor hinter der gleichen Brennweite nur einen mehr oder weniger großen Ausschnitt des Bildes abbildet, das hinten aus dem Objektiv kommt. Es ist quasi eine "eingebaute Ausschnittsvergrößerung".

Korrekt, nur findet diese Ausschnittsvergrößerung nicht in der Kamera, sondern erst beim Betrachten auf dem Monitor statt.

Zusatzinfo: Beim Vollformat kann man - wenn man es will - verschiedene kleinere Bildausschnitte ausschneiden und digital vergrößern.

Bei kleineren Sensoren gibt es keine Möglichkeit die zusätzliche Randinformation des großen Sensors zu erhalten.

0

Hallo

das Lumix/Leica 100-400 entspricht einem 200-800 Kleinbild also Maximalkleinstbildwinkel bei 3° Diagonal aber durch das 4:3 Format hat man um 2,5° Horizontal/weit bei Kleinbild 800mm hat man bei 2:3 um 2,75° Horizontal/weit.

Kleinstbildwinkel bei Kleinbild 600mm ist um 4° Diagonal und um 3,5° Horizontal. Differenz zum Lumix um 1° Bildwinkel Horizontal oder 40%

Kleinstbildwinkel bei 250mm an Canon APSC ist um 6° Diagonal und um 4,5° Horizontal

Das Lumix und das Tamron haben Innenfocusierung bzw tw 3 Cam Innenzoom. Das bedeutet beim focusieren in denn Nahbereich wird die reale Brennweite verkürzt das heisst man kommt ergendwann auf einen Punkt wo das 55-250 den selben Ausschnitt/Bildwinkel abbildet

Man kann jetzt aus 600mm Kleinbild durch cropen auf denn selben Auschnit wie mFT kommen und hat dann in etwa auch noch 18MP Übrig wie die mFT aber

Native Sensorauflösung Diagonal der G9 ist um 1800 LP/BH

Native Sensorauflösung Diagonal der 6DII ist um 2000 LP/BH

Bleibt nach den cropen auf den selben Ausschnitt um 1400LP/BH

Die Lumix Kombination wiegt um 1,5kg und ist minimalst 22cm Lang die Canon Kombination wiegt um 3kg und ist minimalst um 32cm lang.

Die G9 focusiert um 0,2 Sekunden und kann 20B/S im AFC Modus bis zum Ende der Speicherkarte durchziehen. Die 6DII focusiert mit dem Tamron G2 geschätzt um 0,5 Sekunden und bei AI Servo kann man um 4 B/S bei 100% Trefferate erwarten bzw bei BiF ist man im Praxistest kaum über 3B/S gekommen. Burstpuffer 24 CR2 oder um 200 JPEG

Schneide die Mitte des Bildes aus und vergrößere sie, dann bist du wieder genauso "nah dran".

Die Kamera macht im Prinzip nichts anderes. Der kleine Sensor bildet nur die Mitte des Bildkreises ab, den das Objektiv liefert.

Der große Sensor kann mehr von dieser Projektion erfassen. Du hast um das Motiv noch mehr "außen herum". Es wirkt, als ob die Brennweite geringer wäre.

Liegt das an der Kamera oder am Objektiv?

Liegt an der Kamera, du hast eine Vollformatkamera, deine EOS 250D hat einen APS-C Crop-Sensor und seine Panasonic hat einen Micro-Four Thirds Crop-Sensor. Im Fall von deiner EOS 250D bedeutet das, die Kamera zeigt einen 1,6-fachen Ausschnitt des Bildkreises, das verhält sich wie 1,6-fach ins Bild reingezoomt. Bei seiner Panasonic ist es sogar 2-fach reingezoomt, weil der Sensor noch kleiner ist.

Wenn du also ein 55-250mm an deiner 250D benutzt, sind das eigentlich
55x1,6 bis 250x1,6 also 88-400mm.
Wenn er ein 100-400mm an der Panasonic nutzt, sind das
100x2 bis 400x2, also 200-800mm.

Wenn du dein 150-600mm an der 250D anschließt, sind das 240-960mm.

Woher ich das weiß:Beruf – Arbeite mit verschiedenen Canon Kameras seit 2008
 - (Technik, Technologie, Kamera)

Gute Erklärung.

Aber in Wahrheit wird bei der Bildaufnahme mit dem kleineren Sensor nicht stärker gezoomt, sondern, so wie im Bild oben dargestellt nur ein kleinerer Ausschnitt des gleichen Bildes aufgenommen.

Die entsprechende zusätzliche Vergrößerung (häufig als Zoom bezeichnet) erfolgt erst m Rechner, wenn man jedes Bild soweit vergrößert, dass es auf den Monitor passt.

0

Das ist nur eine virtuelle Täuschung des Bildbetrachters.

Beim kleineren Sensor wird das kleinere Bild aufgenommen und dann beim Betrachten auf die Größe des BiIldschirms gezoomt. Das ist dann praktisch eine digitale Vergrößerung.

Du würdest das gleiche erreichen, wenn due die Bilder der Vollformat-Kamera um den Faktor 1,5 (im Vergleich zu APS) und um den Faktor 2 (im Vergleich zu MFT) digital vergrößerst.

Dann hast du beim Vollformat mit der längeren Brennweite eine größere Gesamtvergrößerung.

Aber unabhängig vom Format, durch die digitale Vergrößerung wird das Bild zwar größer aber eben auch immer schlechter, da es ja keine zusätzliche Information gibt.

Bei gleicher Gesamtvergrößerung ist deshalb in aller Regel das Bild der Vollformat-Kamera besser.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Was möchtest Du wissen?