10 Wochen alten Welpen fremdbetreuen lassen?

5 Antworten

Das würde ich niemals tun.  Alles was ein Welpe in dieser Zeit erlebt prägt ihn für den Rest seines Lebens.  Da wäre ich gerne dabei....   Da geht es doch nicht nur um das "Beaufsichtigen". Ein Welpe lernt doch jeden Tag dazu - man muß ihm die Welt zeigen, ihm beibringen was er darf und was nicht, ihm zeigen was gefährlich ist und was nicht - also einfach alles beibringen was er für sein späteres Leben braucht. 

Wenn Du nicht eine absolut vertrauenswürdige, hundeerfahrene Person hast, die in Absprache mit Dir den Welpen übernimmt und sich auch voll darauf konzentriert - dann würde ich mir lieber einen erwachsenen Hund holen oder einen Junghund der zumindest schon so lange aushalten kann, daß  er mit ins Büro kann.

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Aber wenn ich mir einen erwachsenen Hund hole, hatte der ja auch schon mindestens einen anderen besitzer, wenn nicht sogar mehrere.

Wäre die Bindung dann nicht noch viel schwächer, wenn er mich als Welpe/Junghund NIE kennengelernt hat, als wenn er mich als Welpe nur ein paar Wochen lang für ein paar Stunden nicht gesehen hat?

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@Lineck

Nein - absolut nicht.  Es geht auch gar nicht so sehr um die Bindung die ein Welpe zu Dir aufbaut - sondern um den Grundstock für sein Leben.  Stell Dir vor - der Welpe wird von seiner Mutter, seinen Geschwistern, seiner gewohnten Umgebung plötzlich getrennt. Er ist natürlich dadurch schon sehr verunsichert. Dann kommt er zu Dir - eine Woche - diese Woche braucht er schon um sich von dem Trennungsschock zu erholen.  Er fängt gerade an, sich an Dich, seine neue Umgebung, seinen Tagesablauf zu gewöhnen. Er soll Vertrauen zu Dir aufbauen.  So - und dann bist Du wieder weg und es kommt jemand anders. Dann fängt der wieder von vorne an. Das trägt nicht dazu bei dem Hund Sicherheit zu geben.

Was macht der Hundesitter dann mit dem Hund ? Aufpassen. Gassi gehen ? Mit einem Welpen kann man maximal vor die Tür.  Der kleine Hund muß soviel lernen. Da braucht er zumindest eine Person an die er sich halten kann. Der Hundesitter muß also den ganzen Tag da sein oder Du mußt den Welpen dort hingeben - Wieder eine andere Umgebung. Wenn der Hundesitter den ganzen Tag da ist wird das die Person an der er sich orientiert. Bringt die ihm dann bei wie er sich verhalten soll ?  Stubenreinheit, Leinenführigkeit, Beisshemmung usw. usw. Und abends kommst dann Du  und behandelst ihn vielleicht ganz anders als der Hundesitter ?

Ich halte das für keine gute Idee.

Ein erwachsener Hund ist zumindest soweit gefestigt, daß er die normalen Dinge des Lebens schon kennt. Du könntest ihn sofort mit ins Büro nehmen. Er kann sich somit an Dich und diesen Tagesablauf schnell gewöhnen. Er wird schneller eine Bindung aufbauen als ein Welpe der monatelang hin und hergeschoben wird.

Es ist Unsinn zu denken daß sich ein erwachsener Hund nicht an eine neue Person binden kann. Und es gibt jede Menge Hunde die gut aufgezogen wurden und aus verschiedenen Gründen einen neuen Platz brauchen (Krankheit oder Tod des Besitzers,  Allergie eines neuen Babys oder sonstwas).  Das heißt doch nicht daß alle Hunde die älter als drei Monate sind, einen "Knacks" haben müssen.

Ich habe vor 2 Jahren einen 6 Jahre alten Hund übernommen und vor 2 Monaten einen 2jährigen Hund.  Und zwar aus dem gleichen Grund wie bei Dir. Meine Hunde müssen mit ins Büro.  Das geht aber nur, wenn sie stubenrein sind, einigermaßen umweltsicher und leinenführig. Ich habe nicht die Zeit einen Welpen im Büro großzuziehen. Ein Welpe will spielen, rumtoben, die Welt erkunden. Das geht im Büro nicht.  Der schläft da nicht auf Kommando 4 Stunden am Stück. Deshalb habe ich bewußt erwachsene Hunde genommen. Und ich habe es nie bereut.

Überleg Dir das nochmal mit dem Welpen.  Vielleicht hat es der bei einem anderen Besitzer der Zeit für ihn hat, doch besser ...

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kann ich auch nicht länger als eine Woche Urlaub nehmen, da dieser zeitlich schon festgelegt ist.

dann solltest Du Dir auch keinen Welpen anschaffen, da das Training zur Stubenreinheit mehrere Monate dauern kann.

Fremdbetreuung für einen Welpen ist auch äußerst ungünstig. Sehr schnell könnte die Betreuung die Bezugsperson werden und nicht Du.

Eine Woche ist viel zu wenig.

Da baut der Welpe nicht mal wirklich Bindung zu dir auf.

Die Betreuung wird seine Bezugsperson und du am Abend die, die halt hin und wieder da ist.

Auch ist die Erziehung DEINE Aufgabe und der kannst du nicht nachkommen.

Ich rate dazu das zu lassen. 

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Aber wenn er ca. ab der 16. Lebenswoche dann nur noch bei mir ist und mich ja vorher (auch durch besuche beim Züchter) schon kannte, würde er sich dann nicht irgendwann wieder umgewöhnen?

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@Lineck

die Bindung wird sicherlich nicht so intensiv sein wie gewünscht.

und warum will oder muß man einem Welpen solche Umstände antun?!

entweder man hat Zeit für einen Hund und wenn nicht, dann sollte man einfach auch mal verzichten (können!)

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@dogmama

Wäre die Bindung zu einem erwachsenen Hund, der mich bisher noch nie gesehen, denn wirklich intensiver, als wenn er mich als Welpe schon kennengelernt hat und nur ein paar Wochen lang für ein paar Stunden nicht bei mir war?

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