10 Tage Zeit für Online-Steuererklärung (Laie), zum Anwalt oder selber machen?

4 Antworten

Hallo.

Entspann dich.

Ein kurzer Anruf bei dem Sachbearbeiter der dir die Mahnung geschickt hat sollte genügen. Erkläre ihm den Sachverhalt, insbesondere, dass du auf das ELSTER-Zertifikat wartest. In der Regel bekommst du dann noch einmal eine Fristverlängerung von 4 Wochen.

Sollte dies nicht der Fall sein, hast du zwei Möglichkeiten:

Du reichst in Papierform den unterschriebenen Mantelbogen der Steuererklärung ein und machst ein Schreiben dazu, dass du die restlichen Unterlagen nachreichen wirst. Dann ist die Steuererklärung praktisch schon beim Finanzamt eingegangen und die Frist ist gewahrt. Dann solltest du aber zügig die Daten nachliefern. Wenn der Sachbearbeiter (am Telefon) stur war, wird er dir auch eine Frist setzen. IdR 4 Wochen. Also hast du genügend Zeit die Steuererklärung fertig zu machen.

 

Alternativ machst Du nichts. Dann wird das Finanzamt eventuell eine Steuerschätzung vornehmen. Dies ist nicht schlimm, da du dann gegen diesen Schätzbescheid Einspruch einlegen kannst und dann auch genügend Zeit hast die Steuererklärung fertig zu machen.

 

Vorsicht: Wenn deine Mutter mit einer Nachzahlung rechnen muss, solltest du vorher eventuell eine Anpassung der Steuervorauszahlungen vornehmen lassen. Infos hierüber wären an dieser Stelle aber zu ausschweifend.

 

Ich hoffe Dir geholfen zu haben.

Schönen - entspannten - Urlaub für dich.

 

ähm, da freiberufliche Einkünfte (Dolmetscherin) gilt die Papiererklärung als nicht abgegeben ....

da zwingend elektronische Übertragung ...

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@wurzlsepp668

In begründeten Ausnahmefällen ist eine Papiererklärung gültig. Insbesondere, wenn die elektronische Erklärung nicht funktioniert und den Steuerpflichtigen keine Schuld daran trifft.

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Meine Mutter war 2016 freiberufliche Dollmetscherin und hat nun in einem Schreiben vom Finanzamt eine Aufforderung zur elektronischen Abgabe bis zum 30.10.2017 bekommen.

Korrekt, da Einkünfte aus freuiberuflicher Tätigkeit vorliegen. Dies führt automatisch zur Abgabepflicht, siehe § 149 AO.

Irgendwie hat sie es versäumt Ihren Anwalt bei der Lohnsteuerhilfe zu erreichen

Irrelevant, da die Lohnsteuerhilfe hier aufgrund der Einkunftsart ohnehin nicht mitwirken darf. Das kann nur ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe.

Die Registrierung (Zertifikat-Übermittlung) auf dem Onlineportal des Finanzamts kann bis 2 Wochen dauern !

Ja, ist eben so. In Anbetracht der Tatsache, dass die Abgabefrist für die EStE am 31.5. ausgelaufen ist, ist das auch etwas spät, oder?

Als Erstes muss hier unverzüglich formlos ein Antrag auf Fristverängerung gestellt werden; am Besten direkt den zuständigen SB beim FA aufsuchen oder anrufen, und die Falllage schildern. Danach bleiben die zwei Möglichkeiten:

a) ELSTER-Zertifikat beschaffen, Steuererklärung selber erstellen und das Ganze übermitteln, oder

b) StB aufsuchen, und den das machen lassen.

Nachtrag:

In Anbetracht der nachgelieferten Kommentare rate ich dringend zum StB. Denn wenn ich lese

"Sie war zwar freiberuflich, arbeitete aber für eine Agentur/ Ihrer Chefin. Sie führte dann irgendwie aus, dass Ihre Chefin die Abgaben leistete und die Abrechnungen und sonstiges erledigte."

dann steht hier sofort der Verdacht der Scheinselbstständigkeit im Raum. Finger weg, und ab zum StB.

Irgendwie hat sie es versäumt Ihren Anwalt bei der Lohnsteuerhilfe zu erreichen / darum zu bitten

Die Lohnsteuerhilfe darf hier nicht tätig werden, da deine Mutter Gewinneinkünfte hat.

Selber machen, da ist sie aber über Frist und daher können Verspätungszuschläge anfallen, oder Steuerberater mandatieren.

Die Registrierung (Zertifikat-Übermittlung) auf dem Onlineportal des Finanzamts kann bis 2 Wochen dauern !!

Die ist nicht zwingend erforderlich. Man kann die Erklärung auch ausdrucken, unauthentifiziert übertragen und den Ausdruck dem Finanzamt auf dem Post weg schicken.

Keine wirkliche Hürde.

Und was wäre so eine ungefähre "range" für die Dienstleistung?

Gebührenrechner für Steuerberater gibt es im Internet. Man kann auch vorher mal anrufen und fragen.

Einen Fachanwalt für Steuerrecht braucht es nicht. Dieser wäre nur bei Klagen vor den Finanzgerichten sinnvoll.

Danke für diese erste Einschätzung, die war hilfreich :).
Ich hoffe es ist erlaubt nachzuhaken: Versäumnisgebühren fallen wegen Frist eh an, wie ich gesehen habe sind es 25 € pro Monat, wenn ich mich nicht täusche. Das mit der Lohnsteuerhilfe finde ich interessant. Sie sagte mir nämlich vorhin, dass der werte Herr ca. 50 € insgesamt nimmt. Eigentlich darf er diese Dienstleistung doch nicht anbieten, wenn es nicht rechtens ist? Ich werde mich mal nach einem Steuerberater erkundigen, FA war das falsche Wort für ;). Zunächst versuche ich selbstständig weiterzukommen - würde es meine Arbeit deutlich vereinfachen ein Steuerprogramm zu verwenden, oder eher nicht? Dann bliebe nur der Berater: Hier las ich nun auch von Online-beratern, spart sie da als freiberufliche Geld, oder lieber vorort? Dann müssen wir das nämlich terminieren, und da wir über Überziehungsgebühr zahlen, könnte man sich dann sowieso Zeit lassen bis nach dem Urlaub (wir sind am 18.11. im Lande). 

Besten Dank nochmal !

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@Tcrazyjam

Der Lohnsteuerhilfeverein darf nur bei Überschusseinkunftsarten tätig werden (Nichtselbständige Arbeit, Vermietung- und Verpachtung, sonstige und Kapitalerträge).

Bei Gewinneinkunftsarten (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständig Arbeit) nicht.

würde es meine Arbeit deutlich vereinfachen ein Steuerprogramm zu verwenden, oder eher nicht?

Nicht wirklich. Das arbeitsaufwändige ist die Gewinnermittlung (EÜR). Es müssen alle Umsätze erfasst werden und dann die Betriebsausgaben

Bei den Betriebsausgaben gibt es aber Dinge, die Laien oft vor Probleme stellen:

  • gemischt genutzte Gegenstände (z.B. Handy) welches sowohl betrieblich als auch privat verwendet wird
  • Abschreibungen über mehrere Jahre für nicht-GWG.
  • KFZ Nutzung und damit entstehende Kosten (privat genutzter Dienstwagen vs dienstlich genutztes Privatfahrzeug).

Hinterher den Kram in die Anlage S einzutragen und die Anlage Vorsorgeaufwand zu füllen ist kaum Aufwand.

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@kevin1905

Ich mag die Antwort ;-), ist differenziert - Gewinnermittlung. Die drei von dir aufgelisteten Ausgaben sind nach meiner bisherigen Einschätzung nicht sehr umfangreich bei Ihr. Somit muss ich wohl gucken und einen Überblick der Umsätze schaffen, um sie in die Anlagen übertragen zu können. Womit ich zwangsläufig vor einem kleinen Problem stehe nachdem ich meine Mutter zu Ihrer Arbeit befragt habe. Sie war zwar freiberuflich, arbeitete aber für eine Agentur/ Ihrer Chefin. Sie führte dann irgendwie aus, dass Ihre Chefin die Abgaben leistete und die Abrechnungen und sonstiges erledigte. Vereinfacht und überspitzt formuliert, hat sie sich um nichts gekümmert, bis auf Ihre KV-Beiträge, ihre Aufwendungen u.ä. - hier habe ich eine Rechnung von Ihrer Chefin vorliegen - da steht Steuerpflicht: nein. Und ganz unten eine Erklärung, dass sie für die Versteuerung selbst verantwortlich ist , und: Klein Unternehmer Steuerbefreit nach Paragraf 19 UstG. Verwirrend,....

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