1. Mahnung vom Anwalt - Anwaltskosten doppelt so hoch

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6 Antworten

Zunächst ist einmal ganz klar, dass Ihre Tochter zwar keine Kopie der Rechnung erhalten kann, jedoch jederzeit Einsicht erhalten muss. Das zum Thema Kopie Rechnung.

In Sache Gebühren vom Anwalt ist hier doch einiges nicht richtig. Zunächst dürfen Verzugskosten die dem Vermieter entstehen erst dann berechnet werden wenn Ihre Tochter auch im Verzug war. Dieses war wohl so nicht. Ihren Angaben zufolge wurde die Tochter erst mit dem Schreiben des Anwaltes in den Verzug gesetzt. Somit sind hier auch keine Kosten erstattungsfähig, ist gesetzlich so geregelt.

Dann zu der Höhe der von Ihnen angegebenen Rechtsanwaltsforderung: Sollte hier Verzug vorgelegenhaben so sind hier max eine 1,3 Gebühr sowie Auslagenpauschale in Höhe von 20% aus der 1,3 er Gebühr berechenbar. Das hießt ganz genau 1,3 Gebühr aus dem Streitwert von € 300,00 betragen hier € 32,50 zuzüglich 20% Auslagenpauschale aus der Gebühr ´sind € 6,50, gesamt € 39,00 zuzüglich eventueller Mehrwertsteuer in Höhe von 19% € 7,41, dann mit MwSt. gesamt € 46,41.

Weiters, wenn hier gemahnt worden wäre kämen eventuell noch Zinsen hinzu, etwa ein Paar Cent sowie Mahngebühren max. jedoch € 10,50.

Somit ist ganz klar, dass hier derlei Gebühren niemals für ein Mahnschreiben entstehen können. Ich empfehle Ihnen hier dem Anwalt zu schreiben und aufzufordern wie er auf solch eine dubiose Summe kommt und dass der die Forderungssache so lange ruhen lässt bis klar nachgewiesen werden kann was tatsächlich der Rechnungsbetrag für den Wasserhahn ist. Weiters soll er Ihnen nachweisen, dass Sie vom Vermieter in den Verzug gesetzt wurden.

Das müsste helfen. Den Betrag in Höhe der geforderten Rechnung € 60,00 würde ich mir dem Vermerk "Zahlung unter Vorbehalt" direkt an den Vermieter leisten.

guinan 24.05.2012, 13:54

SEHR guter Rat. Daumen hoch.

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Ist sie überhaupt verpflichtet, die Reparatur des Wasserhans zu bezahlen?

Falls ja, hat sie keinen Anspruch auf die Handwerkerrechnung. Dazu hätte sie den selbst beauftragen müssen. Nur wenn die Rechnung wesentlich zu hoch ist, könnte sie die beanstanden - das scheint aber hier nicht der Fall zu sein.

Falls sie zur Zahlungs verpflichtet ist, kann sie die 60 Euro direkt an den Vermieter überweisen und die Inkassogebühren des Anwalts als unbegründet zurückweisen. Dafür reicht eine Mail, da ihn das sowieso nicht interessieren wird. Er wird weiter mahnen und irgendwann aufgeben. Ich wurde trotz zahlreicher Drohungen noch nie auf Mahnkosten verklagt.

Ich halte die Kosten auch für zu hoch. Außerdem kommt ja noch dazu, dass der Aufforderung deiner Tochter, die Rechnung zu zeigen, nicht nachgekommen wurde. Damit hat ja der Vermieter eine Mitschuld.

Gar nicht reagieren geht nicht. Also erstmal freundlich antworten und den Sachverhalt schildern. Wiederspruch einlegen und schreiben, eventuelle weitere Gründe werden nachgeliefert. Dann selbst einen Rechtsanwalt fragen, was angemessen ist. Aber nicht einen Brief aufsetzen lassen, den selbst aufsetzen um Kosten zu sparen.

guinan 24.05.2012, 13:38

Ob der Wasserhahn generell von der Tochter oder dem Vermieter zu zahlen ist, hängt vom Grund des Austausches ab. Hat sie es verursacht oder jemand anderes?

http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/wirtschaft/Wasserhahn-Austausch-muss-Mieter-nicht-zahlen;art2819,3364675#.T74dQ1JSQg8

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Actinia 24.05.2012, 13:41
@guinan

Oh. Das habe ich jetzt erst gesehen.

Der Wasserhahn hat tatsächlich einfach wegen "Altersschwäche" aufgegeben und ließ sich nicht mehr aufdrehen.

Danke für den link.

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Actinia 24.05.2012, 13:43

Dankeschön.

Ich werde ihr raten, erst einmal die 60,00 Euro zu bezahlen, aber den Anwaltskosten erstmal zu wiedersprechen und sich beim Mieterschutzbund schlau zu machen.

(ist jetzt doppelt gepostet, aber ich muss mich ins forum erstmal reinfinden)

Dankeschön für die zahlreichen Antworten. .)

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  1. Nein manchmal verlangen Anwälte sogar bis zu 250 € für eine Brief.
  2. Dem Vermieter schriftlich dazu auffordern.
  3. Einen Anwalt einschalten.
Jorgfried 24.05.2012, 13:32

zu 3 .... noch einen Anwalt mitverdienen lassen? ^^

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Die Originalrechnung kann sie beim Vermieter einsehen, der muss sie ihr zeigen.

Die Gebühren für den RA sind OK.

Jorgfried 24.05.2012, 13:31

Wenn deine erste Aussage stimmt, braucht sie den RA nicht zu bezahlen.

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Actinia 24.05.2012, 13:40
@Jorgfried

Dankeschön.

Ich werde ihr raten, erst einmal die 60,00 Euro zu bezahlen, aber den Anwaltskosten erstmal zu wiedersprechen und sich beim Mieterschutzbund schlau zu machen.

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Mieterschutzbund aufsuchen, ganz schnell. Ich meine auch, dass er die Rechnung zeigen muss.

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