1 Konzentrationslager?

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27 Antworten

Es wurde gemunkelt, gedroht, aber nicht genau erzählt.

Es wurde auch viel geleugnet.

Auf der einen Seite waren die Nazis sehr offen antisemitisch, haben sehr offen und aggressiv Propaganda gemacht, durchaus auch von "Vernichtung" und so geredet.

Auf der anderen Seite wollten sie sich ein Mäntelchen von Wohlanständigkeit bewahren, und haben zu diesem Zwecke auch viel gelogen und geleugnet.

z.B. für die Olympiade 1936 habe sie in Berlin die Aufschriften "Nicht für Juden" von den Parkbänken weggenommen, weil das auf die Sportler und Reporter aus aller Welt vielleicht keinen guten Eindruck machen würde.

Im Zusammenhang mit Konzentrationslagern und der systematischen Ermordung von Menschen haben sie viel gelogen und geleugnet, aus verschiedenen Gründen: 

Irgendwie war ihnen doch bewusst, dass sie damit auch die eigene Bevölkerung schockieren würden, trotz langjähriger Propaganda und Indoktriniaton.

Dann wollten sie nicht, dass die Menschen, die ermordet werden sollen, wissen, dass sie ermordet werden, weil sie Angst vor einer Revolte hatten. d.h. sie wollten bis zum Schluss den Leuten verheimlichen, dass sie ermordet werden, z.B. indem sie die Gaskammern als Duschräume verkleidet haben und den Leuten sogar je ein Stückchen Seife ausgehändigt haben.

Schliesslich hatten sie dann auch Angst vor STrafen, deshalb haben sie gegen Ende des Krieges versucht, Spuren zu verwischen. (Siehe z.B. "Todesmarsch")

Berichte aus den Konzentrationslagern, von Zeugen, die dabei waren, wurden während des Krieges oft nicht geglaubt, einfach weil man eine Grausamkeit und Unmenschlichkeit diesen Ausmasses nicht für möglich hielt.

Zu diesem Thema empfehle ich dir das Buch "Was keiner wissen wollte" von Walter Laqueur.

Also: alle Deutschen wussten, dass Unrecht geschieht. Alle Deutschen wussten, dass Juden vertrieben, zu Unrecht inhaftiert, bestohlen, verfolgt, deportiert, zu Zwangsarbeit gezwungen und ermordet werden. Das waren Dekrete und Gesetze, die öffentlich bekannt gemacht wurden.

Wie es genau vor sich geht, welches Ausmass es hat, wussten nur wenige.

Dazu muss man auch bemerken, dass viel sich ausserhalb Deutschlands, in den besetzten Gebieten,  abgespielt hat. 

Es gab in Deutschland 1933 ca. 500'000 Juden, in Österreich ca. 300'000, von denen haben ca. 2/3 den Krieg überlebt, weil sie rechtzeitig ausgewandert sind.

In Ländern wie Polen, Ungarn, Jugoslawien, Griechenland, Litauen, Holland, Ukraine, Weissrussland hingegen sassen die Menschen in der Falle: die Deutschen kamen und eroberten die Gebiete, die Juden hatten zum grössten Teil keine Fluchtmöglichkeit, und so ermordeten die Deutschen bis zu 90% dieser jüdischen Gemeinden.

Zum Beispiel Ungarn wurde erst im März 1944 von den Deutschen besetzt, denn Ungarn war im 2. Weltkrieg ja auf der Seite von den Deutschen. Es war zu diesem Zeitpunkt schon deutlich klar, dass Deutschland daran war, den Krieg zu verlieren. Nichtsdestotrotz deportierten die Deutschen im April und Mai 1944, innerhalb von nur 54 Tagen, über 400'000 ungarische Juden nach Auschwitz, von denen 80% schon wenige Stunden nach Ankunft ermordet wurden.

Und diese Deutschen hatten zwei Gesichter: zu Hause waren sie eventuell durchaus fürsorgliche Familienväter oder galante Liebhaber, in den besetzten Gebieten, in den Ghettos, in den Lagern, gegenüber denen, die sie als "Feinde" oder "Untermenschen" definiert hatten, waren sie grausame Bestien.

Und als der Krieg vorbei war, waren sie wieder brave Bürger und taten zum grössten Teil keiner Fliege was zu leide, auch wenn sie im Krieg den Tod von Dutzenden, Hunderten, Tausenden Unschuldigen zu verantworten hatten.

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Kommentar von Dahika
20.02.2017, 13:53

STangl, der Kommandant von Treblinka, war zu Hause ein guter, liebevoller Ehemann und Vater, der seine Kinder niemals geschlagen hatte.
ER war auch in Treblinka übrigens kein Sadist, wie manche seiner Kollegen. Es hat ihn aber trotzdem nicht gehindert, das Vernichtungslager  zu leiten.

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Es wurde offiziell nichts erzählt. Und ich kann mir vorstellen, dass die Mörder selbst, auch den Mund gehalten haben. Die SS hat ja nicht umsonst versucht, beim Vorrücken der russischen Armee die Spuren des Holocaust zu vernichten.

Meine Großeltern, beide als Sozialdemokraten Antinazis, haben immer erzählt, dass sie nichts gewusst hatten. Ich glaube ihnen das auch. Auschwitz und Treblinka waren halt weit weg und ein anständiger Mensch konnte sich vermutlich in seiner wildesten Phantasie nicht ausmalen, was dort los war.

Aber trotzdem glaube ich, dass auch meine Großeltern darum nichts gewusst hatten, weil sie es nicht wissen wollten. Ich glaube, dass sie mehr ahnten, als sie zugeben wollten.
MeinGroßvater hat mir mal erzählt, dass er beim Tomatengießen im Garten einem Soldat auf Urlaub begegnet war. Er hat ihm ein paar Tomaten geschenkt. Der Soldat hatte ihm dann gesagt: "Wenn Sie wüssten,was ich in Polen und Russland gesehen habe, würden Sie für den Endsieg beten. Denn wenn die anderen gewinnen, überleben wir das alle nicht."  Mein Opa war sehr betroffen, hat aber nicht weiter nachgefragt. Dass Juden aus ihrer Nachbarschaft abgeholt wurden, haben sie natürlich mitbekommen. Und meine Großeltern haben auch nicht geglaubt, dass das alles böse Menschen waren, die Bankeinbrüche auf dem Kerbholz hatten. Sie fanden das alles ganz furchtbar, aber sie haben halt auch nie weiter gefragt. Kopf eingezogen und weggeguckt.

Und dann sagte mein Großvater: "wir mussten halt im Krieg auch um das eigene Überleben kämpfen. Da hat man dann nicht drüber nachgedacht."

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Ich glaube, dass hatte viel mit nicht wissen wollen zu tun. An die große Glocke gehängt wurde das nicht was da passierte und Berichte von Augenzeugen wären niemals an die Presse gelangt und/oder verbreitet worden.

Trotzdem hätten die Leute sich fragen können wohin die alten Nachbarn denn verschwinden, wenn sie mitgenommen wurden. Was genau man verbrannte hätte man fragen können und woher die Dinge kamen, die verkauft wurden. Warum so viele in die Lager gehen und niemand hinaus. Offiziell waren das Arbeitslager, aber die Verfassung der Arbeiter hätte stutzig machen können, oder die Tatsache, dass es immer andere waren.  Auch so gab es genügend Leute die Bescheid wussten, auch die hatten Familien, die vielleicht mal nachgefragt haben. Allerdings war es gefährlich zu reden, gerade wenn man selbst wusste was mit jenen passiert, die unerwünscht sind...

Vermutlich war es so viel einfacher davon nichts mitzubekommen, keine Fragen zu stellen und anzunehmen, dass das schon seine Richtigkeit haben wird - so wie die andern im Ort das ja auch machten.

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Da musst Du jetzt echt stark unterscheiden:

 - zum ersten die KZs in Deutschland ab 1933

 - zum zweiten das KZ Theresienstadt als Sonderfall

 - zum dritten die Vernichtungslager im Osten (Auschwitz etc.)

Die KZs in Deutschland ab 1933 waren zuerst einfach privatisierte Gefängnisse (sie wurden von der NSDAP betrieben anstatt vom Staat). Aber sie wurden eingerichtet einfach weil die neue NS-Regierung viel mehr Leute einsperren liess als die alte, und die staatlichen Gefängnisse dazu nicht ausreichten. (Nach faschistischer Ideologie ist es ok, wenn eine Privatfirma oder eine Partei hoheitliche Staats-Aufgaben übernimmt.) Aber in dieser Zeit wurden KZ-Insassen häufig auch wieder freigelassen nach Monaten oder Jahren, und konnten natürlich dann erzählen wie es im KZ gewesen war - nämlich wie in einem Arbeitslager oder Gefängnis.

 

Dann kam der Krieg, und im Krieg dann 1942 die Wannseekonferenz und der Plan zur "Endlösung der Judenfrage": die öffentliche Ansage war, dass die Juden alle deportiert werden in den Osten, und dass manche KZs nun als Zwischenstation und Sammellager dafür dienen.

Und das vorhandene KZ in Theresienstadt in Böhmen wurde in diesem Kontext als "Vorzeige-KZ" hergerichtet, und dem Internationalen Roten Kreuz vorgeführt, und es wurde darüber auch ein Propagandafilm gedreht. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt#Die_Funktion_als_Vorzeigelager

Es wird da sicher Leute im Volk gegeben haben, die sich diesen Film angeschaut haben und dann dachten, ok so schlimm ist das ja gar nicht. Die sind dann halt auf diese Propaganda-Aktion reingefallen.

Und dann gab es schliesslich die Vernichtungslager (Auschwitz, Sobibor, Treblinka etc.), alle in den besetzten Gebieten im Osten, wo dann in grossem Stil Leute, insbesondere Juden, einfach umgebracht wurden, in der relativ kurzen Zeitspanne 1942-45. Da gab es keine deutschen Nachbarn, sondern nur eine Feind-Bevölkerung unter Kriegsrecht, die sowieso brutal unterdrückt wurde; in dieser Zeit auch keinerlei Presse sondern strikte Zensur, und nur Kriegspropaganda in jeder Richtung (d.h. da wurden viele Horrorstories erzählt, und manche davon stimmten halt auch nicht, man konnte sowieso niemandem irgendwas glauben).

 

Überleg Dir mal: Warum haben die Nazis die Juden mit Zügen in den Osten gefahren und nicht gleich in Berlin vergast ?  Eben: weil im Osten keiner zuschauen konnte, was dort dann passiert.

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Zu viele wussten es und schwiegen. Von den Eisenbahnern über die Wachmannschaften bis zu den "Schreibtischtätern" sahen sehr viele, was da vor sich ging.

Im Ausland, zum Beispiel in den Zeitungen der Schweiz, standen schon im Herbst 1942 Artikel über "Todestransporte". Danach wusste man bis in die Regierungsspitzen der USA und von Grossbritanien von den Vernichtungslagern. 

Im September 1942 wehrten sich sogar Schülerinnen im schweizerischen  Rorschach für die jüdischen Flüchtlinge. Sogar sie waren der Meinung, dass man diese Menschen in den Tod schickte. http://wizard.webquests.ch/pics/upload/2236/Quelle%206.pdf

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Ja. Man wußte von den KZ's. Aber die Nazi-Propaganda hatte diese Arbeitslager in der breiten Öffentlichkeit mehr wie "Freizeit-Camping-Plätze" dargestellt, mit Unterhaltungsangeboten für Kinder und fröhlichem Beisamensein... mehr wollte man in der Öffentlichkeit darüber wohl auch nicht wissen...

Gut fande ich, dass die Amerikaner nach der Befreiung des KZ's Buchenwald bei Weimar die Ortsansässigen Einwohner "herzlich dazu eingeladen" hatten, das KZ zu besichtigen... inkl. Massengräber, Berge von geschorrenen Haaren, Kleidung und den gesamten Ablauf der systematischen, unmenschlichen Tötung.

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Viele wussten es vom Hören-Sagen. Das volle Ausmaß wurde allerdings erst zweifelsfrei nach dem Krieg dokumentiert. Während der Nürnberger Prozesse wurden erstmals Videoaufnahmen von den Leichenbergen gezeigt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Eine sehr gute und umfangreiche Dokumentation über die Vernichtungslage und den Holocaust ist übrigens die Dokureihe "Auschwitz" von der BBC. Hier ein Link zu einer Rezension der Serie:
http://www.stupor-mundi.info/2016/08/19/auschwitz-das-unfassbare-greifbar-machen/
Auch der französische Film "Amen" ist eine Empfehlung in diesemt Kontext, da er eindrücklich zeigt, dass der Vatikan über den Massenmord informiert war und dazu schwieg.

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Dazu mußte man ja kein Lager wirklich kennen: Auch dem herzlosesten Menschen mußten doch die Viehwaggons auffallen, die manchmal tagelang herumstanden und in denen Leute um Nahrung, Wasser und medizinische Hilfe bettelten. Öffentlich trieben die Nazischergen ihre Opfer unter Schlägen aus Geschäften und Wohnungen zusammen, um sie dann auf Lastwagen oder mit der Bahn zur Ermordung zu befördern.

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Kommentar von ZIzIZakg
20.02.2017, 19:46

Das Leute gewaltsam aus ihren Wohnung geholt werden heißt aber nicht direkt das sie Ermordet werden. Wenn ich jetzt sehen würde wie die Polizei meinen Nachbar aus seinem Haus prügelt und mit ihm Wegfährt, dann würde ich nicht davon ausgehen das er jetzt Ermordet wird.

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Ich habe mal ein Interview mit Adolf Eichmann gesehen. Dort sagt er, dass er es für 'eine wichtige Aufgabe halte, bei der Lösung des Judenproblems aktiv mithelfen zu können.' Eichmann hat die Judenvernichtung also als moralisch legitim angesehen und auch während des Prozesses von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt.  Und so haben in abgeschwächter Form sicher viele Deutsche gedacht.

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Sachsenhausen lag ja nahe Oranienburg. Hier waren auch Oefen in Betrieb, da es keine Filter gab, war derr Geruch auf jeden Fall wahrzunehmen.

Bei Weimar, Buchenwald, wurde schon ein groesseres Lager betrieben, die umliegenden Bauern duenkten ihre Felder mit der Asche. Sollten diese Leute etwa nicht Wissen, was sie da auf ihren Acker brachten?

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Natürlich wurde nichts erzählt und natürlich wussten trotzdem viele, was dort passiert ist.

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"Das deutsche Volk" oder "den Italiener" gab es genausowenig wie "den Franzosen oder "den Engländer"! Die Einwohner Dachaus wussten SEHR GENAU was im Konzentrationslager an ihrer Stadtgrenze vorging: Eine angrenzende Landstraße lief\\\\\\\\läuft mehrere Kilometer direkt am Lager entlang. JEDER der sich GEGEN die nationalsozialistische Führung äußerte, wusste, dass ihn dieses Verhalten SELBST in so ein Lager bringen konnte, weshalb"Antinaziwitze" auch NUR hinter vorgehaltener Hand weiter erzählt wurden. Analog aus der "neueren Geschichte": DDR-Witze auf Kosten der ostdeutschen Führung.

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Es ist schwierig die alten Zeiten moralisch zu bewerten, weil wir es nicht kennen, etwas gefährliches zu sagen und damit rechnen zu müssen, dass man deswegen "abgeholt" wird. Sollte es moralische "Weltmeister" geben, dann sollten diese sich aufmachen und sich um den nordkoreanischen Regierungschef kümmern, der die gesamte Bevölkerung wie Gefängnisinsassen behandelt, und jeden töten lässt, der ihm im Weg ist. Wer von den "Moralisten" ist deswegen schon auf die Straße zum Demonstrieren gegangen? Daher dürfte es besser sein, den Blick nach vorne zu richten, selbst mutiges Verhalten zu zeigen, anstatt immer mit dem Finger in den Wunden von Anderen zu bohren.

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Kommentar von Bodesurry
20.02.2017, 20:14

Zu sagen, wir hätten das nicht mitgemacht und uns gegen die Judenverfolgung gewehrt, das können und sollen wir nicht. 

Nur nach vorne schauen und die Vergangenheit möglichst bald vergessen, das wäre jedoch der falsche Weg. 

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Das da irgendwo etwas passiert, wurde gemunkelt, aber nix Genaues weiß man nicht.

Wer etwas lauter munkelte, lebte ungesund und wer etwas zu Laut wurde, verschwand und aus dem Lager konnte er keine Ansichtskarten schicken.

Es wird immer schnell vergessen, dass auch die Juden in Deutschland nicht gerade beliebt waren, genau so wenig, wie in anderen Ländern. Den Christen waren sie als "Jesusmörder" suspekt. Bestenfalls waren sie da und keiner beachtete sie. Zudem gab es sehr reiche Juden, die gerne diffamiert wurden. Also das Interesse an verschwindenden Juden war nicht so lebhaft.

Man kann das in etwa mit den Asylanten heutzutage vergleichen, die von einem Teil der Bevölkerung nicht gerade geliebt werden. Dazu kommen immer lauter werdende Gruppen/Partei(en), die sich zur Aufgabe machen, diese Zuwanderer zu vertreiben. Wenn dann ein Asylantenheim geräumt wird, freut sich jeder und keiner fragt, wo die verbleiben. Hauptsache, die sind weg. Würde man sich interessieren, wo die landen? Gaskammer?
Inzwischen haben wir durch neue Medien bessere Informationen, da wäre das wahrscheinlich viel schwieriger, so etwas zu vertuschen.

Mit GoogleMaps kann man sich die Lager gut ansehen. Die lagen in Gebieten, die nicht gerade auf dem Präsentierteller waren. Sicherlich waren die näheren Anwohner uninteressiert, ahnungslos oder systemkonforme Mitläufer. Ja, da ist irgendwas, aber wen interessiert es schon? Wer zu viel Interesse zeigte, durfte "umziehen". Papst Johannes-Paul II wuchs in der Nachbarschaft von Auschwitz auf. Nur 30 km vom Grauen entfernt. Ob er wusste, was da los ist?

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Dazu mußte nicht unbedingt etwas "erzählt" werden: Das große Lager Dachau war für die Anwohner von drei Seiten aus einsehbar. Jede Seite dieses Dreiecks war etwa fünf Kilometer lang.

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Die wenigsten wußten was wirklich in den Lagern passiert. Das war auch kein Thema, mit dem sich die Menschen beschäftigt haben.

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Kommentar von EmmaMill
20.02.2017, 16:00

Das glaube ich nicht. Einige der Menschen in der Umgebung hatten dort Arbeit. Heißt, sie und auch deren Familien wussten davon. Außederm bekommt man es in näherer Umgebung mit wenn Täglich Züge,vollbeladen mit Menschen, in einen eingezäunten Bereich verschleppt werden. Ganz zu schweigen von dem Gestank, der von brennendem Fleisch ausgeht, den Aschehäufen, die in Gewässer geschüttet wurden oder bei Arbeitslagern die Menschen, die unter Zwang für kleinere, ortsansässige Betriebe arbeiten mussten.

Natürlich war das ein Thema, womit man sich beschäftigt hat. Man möchte doch wissen, weshalb der Nachbar von anderen aus dem Haus gezerrt wird, wo die Freunde hin sind etc.

Vielleicht wusste nicht jeder über Einzelheiten bescheid, aber jeder wird sich seinen Teil zum großen Ganzen gedacht haben. Die meisten werden "einfach" weggesehen haben.

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KZs wie Dachau, Sachsenhausen etc.  waren weitgehend bekannt. Zeitungen berichteten auch über die Einlieferung von Kommunisten etc. 

Vernichtungslager wurden geheim betrieben. Viele erfuhren dennoch davon. 

Andere, z. B. der damalige Offizier von Weizsäcker, der später Bundespräsident war, erklaren glaubwürdig, sie hätten nichts davon gewusst. 

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Natürlich wusste man von der Existenz von KZs. Schließlich gab es genug, die dorthin eingesperrt wurden.

Hier mal als kleiner Hinweis:

http://orf.at/stories/2200004/

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In unmittelbarer nähe,kann man das nicht übersehen.

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Erzählt wurde nix.Aber wenn 5 km von deinem Haus ein großes "Gefängnis" aufmacht und immer mal wieder Asche in deinen Vorgarten regnet,könntest du zumindest stutzig werden.

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Kommentar von hutten52
21.06.2017, 22:18

Asche gab es nur im besetzten Polen.

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Kommentar von murasaki2011
26.06.2017, 15:01

Buchenwald war bei den Bewohnern von Weimar bekannt. Auch was darin ungefähr passiert.Aber viele Leute wollten das nicht wahrhaben oder dachten, dass ihnen dann dasselbe passiert.

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