0,3 Promille - Polizei

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2 Antworten

Hallo ItsFailTime,

die Frage was mit Kindern und Jugendlichen passiert, die mit Alkohol oder gar beim Konsum von Alkohol erwischt werden taucht hier inzwischen fast mehrmals wöchentlich auf.

Es hält sich hier immer noch hartnäckig der Irrglaube, dass den Jugendlichen oder dessen Eltern mit einer Strafe oder mit Maßnahmen durch das Jugendamt rechnen müssen, dem ist aber nicht so.

Ich glaube jedes Kind weiß, dass Alkohol schädlich ist, dementsprechend will ich hier nicht weiter auf die moralische Seite im Bezug auf den Konsum von Alkohol eingehen.

Im Bezug auf die rechtliche Seite sieht die Geschichte wie folgt aus. Es gibt nur ein einziges Gesetz in Deutschland zum Thema Jugendliche und alkoholische Getränke angeht

Der Gesetzestext lautet wie folgt:


§ 9 Jugendschutzgesetz - Alkoholische Getränke

(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen

  1. Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche,

  2. andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.

(2) Absatz 1 Nr. 2 gilt nicht, wenn Jugendliche von einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden.

(3) In der Öffentlichkeit dürfen alkoholische Getränke nicht in Automaten angeboten werden. Dies gilt nicht, wenn ein Automat

  1. an einem für Kinder und Jugendliche unzugänglichen Ort aufgestellt ist oder

  2. in einem gewerblich genutzten Raum aufgestellt und durch technische Vorrichtungen oder durch ständige Aufsicht sichergestellt ist, dass Kinder und Jugendliche alkoholische Getränke nicht entnehmen können.

§ 20 Nr. 1 des Gaststättengesetzes bleibt unberührt.

(4) Alkoholhaltige Süßgetränke im Sinne des § 1 Abs. 2 und 3 des Alkopopsteuergesetzes dürfen gewerbsmäßig nur mit dem Hinweis „Abgabe an Personen unter 18 Jahren verboten, § 9 Jugendschutzgesetz“ in den Verkehr gebracht werden. Dieser Hinweis ist auf der Fertigpackung in der gleichen Schriftart und in der gleichen Größe und Farbe wie die Marken�? oder Phantasienamen oder, soweit nicht vorhanden, wie die Verkehrsbezeichnung zu halten und bei Flaschen auf dem Frontetikett anzubringen.


Betrachtet man den ersten von mir fett da gestellten Absatz, stellt man schon einmal fest, dass das verbot nicht überall, sondern nur an den drei folgenden Orten gilt:

  1. In Gaststätten

  2. In Verkaufsstellen

  3. in der Öffentlichkeit.

Bedeutet im Umkehrschluss, dass dieses Verbot nicht Zuhause, bei Freunden, Verwandten oder Bekannten gilt.

Absatz 2 macht sogar noch eine weitere Beschränkung des Verbotes, nämlich dass das Verbot für andere alkoholische Getränke auch dann nicht gilt, wenn einer personensorgeberechtigten Person begleitet wird.

In § 28 des Jungendschutzgesetzes steht z.B. auch drin, wer überhaupt für einen Verstoß gegen das Alkoholverbot bestraft werden kann.:


§ 28 Jugendschutzgesetz - Bußgeldvorschriften

(1) Ordnungswidrig handelt, wer als Veranstalter oder Gewerbetreibender vorsätzlich oder fahrlässig

Satz: 10. entgegen § 9 Abs. 1 ein alkoholisches Getränk an ein Kind oder eine jugendliche Person abgibt oder ihm oder ihr den Verzehr gestattet,


Also auch hier ist eine Einschränkung, wer überhaupt im Falle eines Verstoßes gegen das Verbot bestraft werden kann. Wer also lesen kann, stellt fest, dass lediglich Bußgeld für:

  1. Veranstalter

  2. Gewerbetreibende.

Das heißt also auch wiederum, dass weder Angehörige, Freunde oder Bekannte mit einem Bußgeld belegt werden können.

Das hier jeder gleich mit einer Strafe und Maßnahmen rechnen muss, nur weil er mal als Jugendlicher selber Alkohol konsumiert oder diesen Alkohol gibt ist ein altes Ammenmärchen, trift aber so nicht so.

Im Bezug auf Deine Frage:

Dann kam die Polizei sie wollten deren ausweise sehen und haben dann gesagt wenn man mehr als 0,3 Promille hat nehmen sie ein mit. Jetzt wollte ich wissen warum die das machen? Es ist doch eig egal wie viel man Promille hat solang man nicht eine Gefahr fuer andere oder sich selbst ist oder?>

Ich gehe mal davon aus, dass die das gemacht haben um sich wichtig zu machen oder um Dir Angst zu machen. Legal wäre eine Mitnahme zur Dienststelle oder Verbringung zu den Eltern jedenfalls nicht, nur weil man mehr als 0,3 Promille hat. Es ist wie Du schon geschrieben hast, solange Du keine Gefahr für Dich oder andere da stellst, dürfen die Dich nicht mitnehmen.

Aber bei der Gefahr ist dass immer so eine Auslegungssache. Ausschlaggebend ist vor allem nicht einmal der Alkoholwert, sondern vielmehr, wie man sich verhält und bewegt. Gibt Personen, die bewegen sich mit 3,0 Promille, als wenn sie nicht getrunken hätten und andere können sich mit 1,0 Promille schon nicht mehr auf den Beinen halten.

Schönen Gruß
TheGrow

ja dann haben die *** erzählt, wenn du nicht unter 18 bist darfst du soviel trinken solange du keine gefahr für andere darstellst

Gut Dankeschön dacht ich mir! & soweit ich Weiß gibt es fuer unter 18 jährige auch keine Promille grenze.

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