Hochbegabung - gut zu wissen?

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4 Antworten

Ich bin 12, ebenfalls Hochbegabt. Als ich es erfahren habe war ich überglücklich und es ist schon Ein tolles Gefühl... Zuerst jedenfalls... Ich interessierte mich schon bevor ich es wusste für Themen wie Quantenphysik, Kriptographie und natürlich auch Physik. Das Problem wenn man es weiß ist einfach nur dieses: Du bist (unbewusst oder auch bewusst) beeinflusst... Du weißt was von dir erwartet wird, du kannst nicht mehr leichtfertig alles werden, denn eigentlich sollte man sich mit Hochbegabung an geistige Berufe versuchen, wenn jemand aber zum Beispiel bei der Bundeswehr arbeiten wollte und plötzlich erfährt er ist Hochbegabt, sieht er all das anders. Ich weiß nicht wie ich das erklären soll, aber es ist einfach so das du dir selbst deiner Stärke bewusst bist und weißt das es wenn du so etwas auch studierst, am besten wäre... Irgendwann gewöhnt man sich schon daran und entscheidet sich für einen geistigen Beruf, aber es ist eine ziemliche Beeinflussung bei allem und ein Druck, der dich Am Anfang herunterzieht, denn die Erwartungen die die Menschen an dich stellen sind hoch... Dabei bin ich trotz Hochbegabung nicht sonderlich anders als die meisten anderen Kinder. Natürlich ein wenig einsamer, denn ich verstehe mich nur mit bestimmten Leuten, aber das Ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es wird für sie/ihn auch eine Belastung sein... Mit der Zeit erkennt man die Hochbegabung auch von selbst, aber ich würde es erst sagen, wenn danach gefragt wird oder wenn sie sich verdammt schlecht fühlt, denn es heitert ziemlich wie ich zugeben muss.:) Wie äußert sich denn außerhalb des Testes die Hochbegabung und wie hoch ist das Ergebnis, vielleicht kann ich dann besser weiterhelfen...

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Kommentar von Wattwurm26
18.11.2015, 18:05

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Leistungsmässig machen wir unserer Tochter keinen Druck, wir sagen unseren Kindern immer, sie können werden was sie wollen, und das meinen wir auch so. Schließlich wissen wir als Eltern schon lange von der Hochbegabung und haben dahingehend bis jetzt auch keine besonderen Leistungen gefordert. Zur Zeit haben wir nur den Eindruck das unsere Tochter sehr ziellos ist, sich schnell begeistert und genauso schnell das Interesse wieder verliert, das sie das Gefühl hat mit Gleichaltrigen nichts anfangen zu können und meint, sie müsse alle Probleme ihrer Freunde als ihre eigenen annehmen.  Die Frage ging also dahingehend, ob sie sich wohl selbst etwas besser verstehen könnte, wenn sie von ihrer Hochbegabung wüsste?

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Es gibt spezielle Internate für Hochbegabte. Da würde ich mich mal nach umsehen. Und zwar sehr ausführlich. 

Ich bin hochbegabt. Meinen Eltern ist diese Tatsache wohl schon früh aufgefallen, später einigen Lehrkräften. Mir wurde deshalb in den 60-iger Jahren vor allen Dingen immer wieder eingebläut ich müsse Rücksicht nehmen. In der Schule haben ich lange Zeit während des Unterrichts andere Literatur gelesen, eigene Geschichten geschrieben, gemalt. Es war teilweise vertane Zeit. 

Vorhin ist mir ein Bild in den Sinn gekommen: 

Bezüglich Berufswahl stand ich wie alle anderen in meinem Alter auf einem Flur von dem aus viele andere Flure abgingen die zu vielen verschiedenen Zimmern führten. Alle anderen Menschen um mich herum gingen geradelinig in eines der Zimmer denn nur Das Was in diesem Zimmer möglich war war für ihre berufliche Zukunft denkbar. Ich aber konnte mir durchaus sehr gut vorstellen in mehreren Zimmern gleichzeitig gut aufgehoben zu sein. Dabei waren mir viel zu wenige Zimmereinrichtungen bekannt. 

Heute bin ich 59 Jahre alt. Hätte ich nicht zuhause zahlreiche Hobbys vermittelt bekommen wäre ich schon längst durchgedreht. Ich habe mehrere Berufe offiziell erlernt. Weiter habe ich ungelernt in manchen Berufen gearbeitet. Immer so lange bis mir langweilig wurde, ich Depressionen bekam weil ich unterfordert war. 

Dein Kind muss ein solches Schicksal nicht erleben. Auf einem Internat für Hochbegabte bekommt sie bedeutend mehr Möglichkeiten angezeigt als üblich. Sie ist unter Gleichen, kann sich also auch entsprechend messen. So weit ich durch die Sendungen des Deutschlandfunk weiß werden dort auch Musik und Sport regelmäßig angeboten während normale Schule diesen Ausgleich gerne streicht. 

Die Tage habe ich mir einen Bericht über den letzten Deutschen der im Weltall war angesehen. Der Junge war 26 Jahre alt als er sich nach einigen Jahren dafür qualifiziert hatte. Vorher hatte er aber schon sein Informatikstudium absolviert und ist ganz offensichtlich auch sonst nicht auf den Kopf gefallen, in manchen weiteren Bereichen ein Experte. Liebenswürdig ist er außerdem. Wenn dieser Junge nicht hochbegabt ist weiß ich es nicht. Und wenn er nicht entsprechend gefördert wurde erst recht nicht. Eine normale Schule ist damit in der Regel überfordert auch wenn die Ausnahmen zunehmen wo Lehrkräfte den jungen Menschen Möglichkeiten eröffnen neben der Schule zu studieren. Das geht. Unter bestimmten Umständen. 

Nutze also das Archiv des Deutschlandfunk denn da findest Du Quellennachweise. Ansonsten das Internet. 

Ach ja: Gemessen wurde ich mit Mitte 30. Es spielt keine Rolle wie hoch ich bewertet wurde. Davon kann ich mir keine Scheibe Brot kaufen. Eine Rolle spielt allerdings dass auch Menschen die nun mal schneller erfassen können, schneller arbeiten können und so fort ein Recht darauf haben sich frei entfalten zu dürfen. 

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Kommentar von Wattwurm26
19.11.2015, 08:47

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Das Beispiel mit dem Flur war sehr eingängig und ich kann mir gut vorstellen, dass sich unsere Tochter auch manchmal so fühlt. Wir haben ihr ja nicht gesagt, dass sie hochbegabt ist, aber trotzdem ist ihr natürlich bewusst, dass sie z B. in der Schule ohne große Anstrengung gute bis sehr gute Leistungen erbringt. Von den Noten her, hätte sie auch schon springen können, möchte sie aber nicht. Sie ist jetzt schon die Jüngste in der Klasse und sozial gut integriert. Uns geht es zur Zeit ja auch hauptsächlich um die Frage, ob sie sich selbst, ihre Gedanken und Gefühle besser verstehen und einordnen könnte, wenn wir das "Kind" Hochbegabung beim Namen nennen? Oder würde es jetzt, mitten in der Pubertät, zu noch mehr Problemen führen?

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Im Endeffekt denke ich muss man es ihr nicht sagen, denn sie wird es selbst auch merken wenn sie mehr versteht als andere, außerdem ist es kein Vorteil wenn man es weiß. Es ist ja immerhin keine Krankheit.

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Kommentar von Wattwurm26
18.11.2015, 18:09

Hochbegabung ist weder eine Krankheit noch eine Behinderung! Aber es gehört zu ihrer Person dazu und das sie nicht blöd ist, weiß sie selbst. Wir wollten nur wissen, ob es ihr helfen könnte, ihre Gefühle und Gedanken besser zu verstehen.

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Also ich war, als ich es erfahren habe erstmal ziemlich erleichtert, weil ich dachte ok ich bin hochbegabte. Das ist die Erklärung für alles. Und alles wird jetzt gut. Im Endeffekt hatte ich zwar eine Erklärung, aber sonst hat sich nichts geändert ich musste mit den selben Problemen kämpfen. Es hat mir also nicht wirklich viel gebracht.

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Kommentar von Wattwurm26
18.11.2015, 18:12

Danke für die schnelle Antwort. Es ist uns schon klar, das wir mit der Eröffnung " du bist hochbegabt" nicht alle Probleme lösen können. Ich würde nur gerne wissen, ob dir das Wissen um deine Hochbegabung geholfen hat, deine Gedanken und Gefühle besser zu verstehen?

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Kommentar von einelenabitte
19.11.2015, 07:44

Nein eigentlich nicht wirklich. Wie gesagt, es half mir im ersten Moment, aber langfristig gesehen bringt es mir nichts. Selbst wenn man weiß, wieso man anders ist und diese Gefühle einordnen kann, wird es eben nicht besser. Ganz doofes Beispiel wenn man dir sagt deine Frau ist gestorben, fühlst du dich schlecht, wenn man dir dann sagt sie hätte Krebs, geht es dir nicht besser, nur weil du eine Erklärung hast.

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