Meinung des Tages: Ist die Einführung von Insekten in Lebensmitteln sinnvoll?

9 Antworten

Aufgrund ihres hohen Proteingehalts ist es schon sinnvoll. Wird woanders schon seit Jahren gegessen. Ich muss zwar nicht unbedingt einen Mehlwurm oder eine Heuschrecke im Ganzen essen, aber verarbeitet, als Mehlzusatz bei gewissen Produkten, kann ich mir es vorstellen. Die meisten würden es auch gar nicht merken, da die Zutatenlisten auf den Verpackungen schon sehr klein und unübersichtlich sind. Außerdem werden Bezeichnungen gewählt ( wahrscheinlich lateinisch), die sowieso kaum jemand versteht.

Die Maus im McDonalds Brötchen war doch auch nur eine einzelne Erscheinung; inzwischen haben die viel bessere Mahlwerke.

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Habe was auf T-online gefunden und mal kopiert:

Welche Lebensmittel enthalten bereits Insekten?

Auch wenn die neu zugelassenen Produkte den "Novel Foods" (neuartige Lebensmittel) zugeordnet werden, ist die Idee nicht neu. Insekten werden schon länger in der Lebensmittelproduktion verwendet – das bekannteste Beispiel ist der Farbstoff E 120, das "rote Karmin".

Es besteht aus ausgekochten und zerquetschten Scharlachschildläusen, aus denen ein roter Farbstoff gewonnen wird, der oft in der Lebensmittel-, aber auch in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird.

In diesen Produkten wird laut Vergleichsportal "Codecheck" der Farbstoff unter anderem verwendet:

  • Trolli "Saure Glühwürmchen"
  • m&m's "Crisp"
  • Ehrmann "Obstgarten Erdbeere"
  • Müller "Müllermilch Kirsch-Banane"
  • Mentos: Kaugummi "Full Fruit"

Auch die Gummilackschildlaus, beziehungsweise ihre harzartigen Ausscheidungen, werden als "Schellack" in der Lebensmittelindustrie verwendet. In der Zutatenliste wird der Stoff oft als E 904 aufgelistet. Als Überzug findet Schellack bei Süßigkeiten, Schokolade, Nüssen, Kaffeebohnen und Nahrungsergänzungsmitteln Verwendung.

In diesen Produkten wird Schellack unter anderem verwendet:

  • Ferrero "Kinder Schoko Bons"
  • Milka "Bunte Kakaolinsen"
  • Mentos: Kaugummi "Pure White"

Vor allem E 120 ist umstritten. Zum einen kann der Farbstoff allergische Reaktionen hervorrufen. Zudem wird der Farbstoff auch in veganen und vegetarischen Produkten verwendet, etwa um Analogfleisch und -wurst einzufärben. Viele Veganer und Vegetarier kritisieren das, da die Produkte durch die Verwendung von Karmin oder Schellack streng genommen nicht mehr rein pflanzlich sind.

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 einen großen Schritt in Richtung Minimierung von Treibhausgasemissionen

Da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken. Einen "großen Schritt" kann ich da überhaupt noch nicht erkennen. Der Anteil an Insekten an der Nahrung wird im allerniedrigsten Prozentbereich bleiben. Solche Floskeln und das Verstecken hinter Klimagerede finde ich echt übel.

eine leicht zugängliche und im Überschuss bestehende Protein-, Vitamin- und Ballaststoffquelle

Na ja, auch da wird viel geschönt. Wie viele Nährstoffe dann in den fertigen Produkten anteilig wirklich auf Insekten zurückgehen werden, muss man an konkreten und realistischen Einzelfällen studieren.

Sind Insekten in Lebensmitteln die Antwort auf steigende Preise für tierische Proteine 

Möglicherweise. In Massenproduktion wären sie wohl billig. Wie umweltfreundlich die Herstellung wirklich ist, muss man dann sehen.

Und ist der EU-Markt bereit für diese Neuerung?

Ich bin skeptisch, aber ich schätze, dass die Industrie es aus Kostengründen probieren wird und der Umweltdeckmantel da etwas hilft, die Akzeptanz zu steigern.

jedoch mit einem Allergiehinweis ausgestattet werden

Das ist das zentrale Problem: Wie gut verdaulich und verträglich Insektenprodukte wirklich sind, ist doch bisher gar nicht intensiv studiert worden. Es ist durchaus naheliegend, dass auch Insekten Probleme verursachen werden. Hier muss sehr vorsichtig vorgegangen und genau beobachtet werden.

Nicht umsonst setzen sich ja auch viele andere als Wundermittel angepriesene Ersatzstoffe nicht wirklich durch.

Man darf nicht vergessen, dass Essen nicht nur Nahrungszufuhr ist, sondern auch Genuss sein muss und darf.

Wie gut verdaulich und verträglich Insektenprodukte wirklich sind, ist doch bisher gar nicht intensiv studiert worden.

Nuja, in einigen z.B. asiatischen Ländern (ich kenne das aus Thailand, Kambodscha und Vietnam) sind Insekten ein ganz normaler Bestandteil der Ernährung bzw. ein "üblicher" Snack. Und da gibt es reichlich Erfahrung, dass da keine besonderen Probleme bezüglich deiner Bedenken zu erwarten sind.

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@beamer05

Da bin ich mir auch ziemlich sicher, bei diesen tollen Gesundheitssystemen da, ...!

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@hoermirzu

??

Was hat das Gesundheitssystem mit dem Genuss von Speisen zu tun, die bei uns noch unüblich, in manchen Weltgegenden aber schon lange "normal" sind?

Und z.B. in manchen Gegenden in Kambodscha werden frittierte Vogelspinnen als kleine Delikatesse angeboten.

Nur weil "wir" etwas aus eigener Erfahrung (noch) nicht kennen ....

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@beamer05

Wir wissen auch noch nicht sehr lange, dass viele Lebensmittel die immer leichter verfügbar sind, nicht unbedingt die Gesundheit fördern, die Lebenserwartung erhöhen.

Viel Spaß beim Züchten exotischer Spezialitäten!

Was ich eigentlich damit sagen will, einerseits vernichten wir bewusst Insekten, auch die nützlichen Bienen, um Mehrerträge aus immer größeren Monokulturen herauszupressen, andrerseits will man possierliche Heuschrecken, Grillen und Co. industriell zum Verzehr züchten.

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@beamer05
Und da gibt es reichlich Erfahrung, dass da keine besonderen Probleme bezüglich deiner Bedenken zu erwarten sind.

Na ja, ich bezweifle sehr stark, dass jene Länder so ausgefeilte Gesundheitsysteme und Lebenserwartungen haben, dass man das mit dem deutschen Standard vergleichen kann.

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@Kajjo

Ich muss dazu nicht "Gesundheitssysteme" vergleichen.

Welche Probleme stellst du dir denn vor?

Lebensmittelallergien - fallen meist sehr schnell auf, und sind ein eher individuelles Problem (und mir zumindest in meinen zahlreichen Gesprächen und Kontakten in o.g. Ländern nicht gehäuft begegnet.

Lebenserwartung ist dort wg. allgemein schlechteren Lebensbedingungen der Mehrheit der Bev. geringer als bei uns (Hygiene, Arbeitsbedingungen, Mangelernährung (Armut). Da kommt ein preiswerter Eiweiß-Lieferant gerne gelegen.

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@beamer05

"Grau ist jede Theorie!"

Wenn man sich bei Genehmigungen von Windrädern 70 Monate Zeit lassen kann, scheint mir die Einführung von Kakalaken auf Speisekarten nicht vordringlich!

Unsere Vorfahren haben sich ja auch von Käfern, Würmern und Schrecken ernährt, scheint nicht sehr erfolgreich funktioniert zu haben.

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Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Insekten Teil unserer Nahrung sein werden. Aus Umweltschutz- und auch anderen Gründen erscheint das auch sinnvoll.

Sind sie doch längst, das weiß jeder, der z.B. frisches Gemüse, Nüsse, Mehl, ..., verarbeitet, Wenn eimal motten fliegen, haben wir u.U. längst ihre Vorgänger-stadien, Eier, Larven, ..., verzehrt.

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Ja ist sinnvoll. Vielen Leuten ist sowieso egal was sie essen, da ist es eigentlich egal ob da Insektenfleich, Eselfleisch oder Billigrindfleisch in der Lasagne ist. Der Geschmack kommt sowieso hauptsächlich von künstlichen Geschmackszusetzen. Und Insektenfleisch ist umweltfreundlicher zu produzieren.

Eselfleisch ist gar nicht so schlecht. Genau wie Pferd. Originalsalami ist teilweise aus Eselfleisch. Jedenfalls die ungarische. Habe ich schon gegessen.

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@Lexa1

Ja, muss nicht schlecht sein. Aber das Eselfleisch das in der Lasagne landet ist meist von geringer Qualität.

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Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Zulassung von Insekten als Lebensmittel, würde mir aber eine deutliche Kennzeichnung wünschen. Wer sieht sich schon die Zutatenliste an und erkennt, dass es sich bei einem lateinischen Namen um Insekten handelt?

Ich werde auf keinen Fall bewusst Lebensmittel mit Insekten konsumieren, aber da ich mir keine Zutatenlisten ansehe, könnte das durchaus mal ausversehen passieren, vor allem falls Hersteller zukünftig Insekten als billigen Inhaltsstoff verwenden.

Ich werde auf keinen Fall bewusst Lebensmittel mit Insekten konsumieren

magst du den Grund dafür nennen?

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