Wieso sind Drogen wie Kokain, Cannabis, THC, LSD verboten?

19 Antworten

Weil die Befürchtung besteht, dass es durch die Freigabe dieser Drogen zu massiv verstärktem Drogenmissbrauch (insbesondere bei jungen Menschen) käme. Der Staat möchte somit seiner Fürsorgepflicht gerecht werden, um die Bürger zu schützen (wie z. Bsp. auch bei der Anschnallpflicht). Die Beurteilung, ob das, in diesem Fall, eine gute Konsequenz ist bleibt jedem selbst überlassen.

Eine nachweislich falsche Befürchtung, es ist bewiesen dass diese nicht der Wahrheit entspricht:

"About six per cent of Canadians report they consume cannabis on a daily basis, a number that's remained unchanged from before legalization"

"In fact, use of cannabis in the age bracket of 15 to 17 has been cut in half, down to 10 per cent from the 20 per cent it was before legalization. But cannabis consumption for those between the ages of 18 and 24 is 33 per cent, which Boudreau said is relatively unchanged."

https://www.cbc.ca/news/canada/new-brunswick/nb-two-year-marijuana-no-increase-use-1.5781423

"In fast alle Bereichen liegen die Niederlande unter dem europäischen Durchschnitt und den Zahlen von Deutschland, für die Altersgruppe 15-24 Jahre in allen Bereichen."

https://alternative-drogenpolitik.de/2012/04/06/pravalenz-des-cannabiskonsums-in-der-allgemeinbevolkerung-in-deutschland-frankreich-den-niederlanden-und-im-europaischen-durchschnitt/

Jemandem wegen einem Gramm Gras das Leben zur Hölle zu machen hat übrigens auch nicht viel mit "Fürsorge" zu tun...

2

Beim Drogenbverbot spielen viele Faktoren mit. Wirtschaftliche Interessen, rassistische und machtpolitische Motive, die falsch verstandene Pflicht des Staates, die Bürger zu schützen bzw. ein schlecht umgesetzter Schutz. Einen stichpunktartig aufgeschlüsselten Hergang findest du z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Drogenpolitik#Geschichte

"Wenn sie erlaubt sind, gibt es keine Drogenkriminalität mehr."

Die lächerlich vielen "konsumnahen Delikte" fallen selbstverständlich weg. Drogenkriminalität an sich gäbe es mit Sicherheit noch. So, wie es auch Kriminalität im Kontext von Alkohol und auch Tabak gibt. Ein Vorteil an legalen Drogen wäre, dass der gewöhnliche Bürger weniger Anreiz dazu hätte, Zugang zum Schwarzmarkt und zur organisierten Kriminalität zu finden.

Wie oft man hier liest: "Wenn Mord/Diebstahl erlaubt würde, gäbe es keine Mord-/Diebstahldelikte mehr."

Der Unterschied ist, dass es bei legalem Mord und legalem Diebstahl immer noch geschädigte Dritte gäbe. Bei Drogen sind es in der Regel die Konsumenten selbst, die Schäden davon tragen können. Über das Eigentum und Leben anderer zu bestimmen, ist etwas völlig anderes, als über das eigene Leben zu bestimmen.

Ich denke, dass Drogenkonsum und damit der dazu nötige Erwerb/Anbau/Besitz so behandelt werden sollte, wie andere Tätigkeiten, mit denen die ausführende Person sich selbst schaden kann. In jedem anderen Bereich, in dem es um die Ausführung einer risikobehafteten Tätigkeit geht, gibt es Aufklärung und grundlegend die Freiheit, diese risikobehaftete Tätigkeit auszuführen. Gut, bei einigen Tätigkeiten gibt es sogar die Möglichkeit/Notwendigkeit, Ausbildungen und Scheine zu machen. Aber auch hier steht es grundsätzlich jedem frei, dies wenigstens zu versuchen.

Wie man die verschiedenen Drogen regulieren kann, dazu gibt es viele verschiedene Ansätze. Z.B.:

Quelle: https://twitter.com/docsteinmetz

Der Schildower Kreis, ein Netwerk aus Strafrechtlern, Erziehungswissenschaftlern, Verwaltungswissenschaftlern, Kriminologen und Sozialpädagogen, sowie Ärzten und Vertretern der Deutschen AIDS-Hilfe und des Deutschen Hanfverbands, befasst sich eingehend damit, welche Probleme die Prohibiton selbst mit sich bringt und wie man Drogen möglichst sinnvoll reguliert legalisieren könnte.

https://schildower-kreis.de/

Woher ich das weiß:Hobby – Interessierter Laie – Kein Arzt!
 - (Gesundheit und Medizin, Psychologie, Politik)

Verstehe ich persönlich auch nicht. Man sollte die Drogen zwar kontrolliert freigeben, allerdings erst an Leute ab 18, dann sehe ich da auch ehrlich kein Problem mehr. Deutschland ist ein wenig.. altmodisch und oftmals unlogisch.

altmodisch? In welchem modernen und fortschrittlichem Land sind den Drogen grundsätzlich erlaubt?

0
@Kevin240501

Das hat alles nichts mit "Deutschland" zu tun. In nahezu JEDEM Land sind Drogen (außer Alkohol) grundsätzlich verboten.

Wenn du nicht verstehst wieso Drogen verboten sind, solltest du mal vielleicht raus in die Welt gehen, reicht auch schon das Bahnhofsviertel in der nächsten Großstadt. Vielleicht verstehst du es ja dann...

0
@peti12314

Und genau deshalb sollte es doch kontrolliert legalisiert werden, statt sich krumm zu stellen. Es gäbe weitaus weniger Todesfälle oder Bilder von Bahnhöfen voll mit Junkies.

0
@Kevin240501

Ja und dann? Man fördert den Konsum doch einfach nur. Du kannst nicht jemandem Kokain "kontrolliert" verabreichen. Das funktioniert einfach nicht, der will immer mehr und mehr.

0

Cannabis kann man meiner Ansicht nach ruhig legalisieren (für Erwachsene).

Nicht alle Drogen. Ich habe schon wieder die falsche Aussage gelesen, dass Heroin nicht gefährlich sei, wenn es nicht gestreckt sei. Das wird durch ständige Wiederholung nicht korrekter.

Wer Drogen wie Cannabis und Heroin in einen Topf wirft, betreibt eine Verharmlosung. Und es geht nicht nur um die Gefährlichkeit für das Leben (es geht nicht nur um Leben und Tod), sondern auch darum, wie sehr man ein normales Leben führen kann mit der Droge - mit Cannabis geht das.

Ich bin der Ansicht, dass man Substanzen nach ihrer individuellen Wirkung behandeln muss. Alles unter "Drogen" zu summieren, ist nicht wirklich sachdienlich, da es nun mal chemisch bedingt sehr unterschiedliche Wirkungen und Gefahren gibt.

Und auch diesen Gefahren muss man Rechnung tragen (nicht nur der Beschaffungskriminalität, der natürlich auch). Und wer weiß, dass etwas gestreckt ist, ist auch dann selber verantwortlich, wenn er es kauft. Man kann die Verantwortung nicht so leicht an andere abegeben.

Hallo,

sicherlich keine einfache Frage. Drogen gibt es in der Menschheitsgeschichte schon lange. Leider ist der Umgang mit dem Thema als solches aktuell nicht wirklich zielführend.

Um meine Antwort zu verkürzen habe ich drei Videos eingefügt, die die Thematik wissenschaftlich erklären.

Zunächst geht es hier um die Debatte rund um Cannabis:

https://www.youtube.com/watch?v=TGm_QTD5yKM

https://www.youtube.com/watch?v=AR3Ynx0s8gE

Ein ungewöhnlicher Gedanke ist sicherlich: Die meisten Menschen nehmen bewusstseinsverändernde Substanzen, ohne abhängig, krank oder asozial zu werden. Die meisten haben ihren Drogenkonsum „im Griff“. Also brauchen wir Schutz und Regeln für die Menschen, denen Drogen Schaden zufügen. Verkehrsregeln für Drogenkonsum.

  • Wir sollten versuchen vorurteilsfreier mit Drogen und ihren Konsumente umzugehen. Die Karten neu mischen und das „Blatt“ mit frischem, wissenschaftlichem Blick beurteilen, statt bloß nach historisch gewachsenen Werten
  • Wir sollten Respekt vor Drogen haben, aber keine Angst vor Drogenabhängigen
  • Keiner, der Hilfe braucht, weil er drogenkrank ist, sollte Angst haben müssen verachtet oder bestraft zu werden
  • Weniger Strafverfolgung, mehr Prävention und Therapie
  • Wenn wir mit den herkömmlichen Drogen erst einmal sachlicher umgehen, dann haben es auch neue Substanzen nicht mehr so leicht

Zum Abschluss etwas allgemeines zum Thema Sucht:

https://www.youtube.com/watch?v=vuoIs5_J0rw

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologiestudium

Ich finde bei Konsumenten die geringe Eigenbedarfsmengen besitzen sollte es sogar gar keine Strafverfolgung geben, diese handeln nicht unmoralisch.

0
@Baumi2013

Bei Gras bin ich sogar für eine Legalisierung, die Erfahrungen damit auf der Welt sind positiv, es nimmt nicht mal der Konsum zu.

"About six per cent of Canadians report they consume cannabis on a daily basis, a number that's remained unchanged from before legalization"

"In fact, use of cannabis in the age bracket of 15 to 17 has been cut in half, down to 10 per cent from the 20 per cent it was before legalization. But cannabis consumption for those between the ages of 18 and 24 is 33 per cent, which Boudreau said is relatively unchanged."

https://www.cbc.ca/news/canada/new-brunswick/nb-two-year-marijuana-no-increase-use-1.5781423

Bei anderen Drogen finde ich Portugals Politik gut, dort passiert Konsumenten die geringe Mengen besitzen erst mal nichts, nur wer sehr oft erwischt wird bekommt manchmal schlimmstenfalls im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von ca 30 Euro, alternativ eine Beratung. Bei uns ist BTM Besitz hingegen eine Straftat und absolut kriminell.

0

Was möchtest Du wissen?