Wie viel Cannabis(THC) darf man besitzen?

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Man darf nichts besitzen.
Dürfte man, würde es nicht bei einer polizeilichen Kontrolle konfisziert werden.
Überdies sind die sog. "Eigenbedarfsmengen" nicht bundeseinheitlich. Auch bei geringen Mengen kann die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren einstellen, muss es aber nicht.

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Hallo, die Grenze soll bundesweit einheitlich auf 6 Gramm festgelegt werden. Bislang ist es so, dass bei kleinen Mengen für den Eigenbedarf die Staatsanwaltschaft von einer Strafverfolgung absehen kann, allerdings nicht absehen muss. Wer zum Beispiel öfter mit einer "kleinen Menge" erwischt wird, der muss dennoch mit einem Strafverfahren rechnen, da der Staatsanwalt irgendwann denken wird "jetzt reicht es mir!". Was eine "kleine Menge" ist, wird bislang außerdem von den Bundesländern festgelegt.

In Zukunft soll es sich bundesweit bei Mengen bis sechs Gramm nur noch um eine Ordnungswidrigkeit handeln, nicht mehr um eine Straftat. Bedeutet aber, es passiert nicht gar nicht's, der Gesetzgeber will es immer noch sanktonieren, nur eben nicht mehr als Straftat sondern in einem stark vereinfachten Verfahren i.d.R. ohne Gerichtsverhandlung als Ordnungswidrigkeit. Es ist dann so wie bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr, statt einem drohenden Strafverfahren, gibt es "nur noch" ein Verwarnungsgeld, dass aber auch bei hunderten Euro liegen kann. Andere Straftatbestände im Zusammenhang bleiben bestehen, das Führen von Kraftfahrzeugen unter dem Einfluss von Cannabis bleibt zum Beispiel auch weiterhin eine Straftat.

Mfg

Danke für die ausführliche Antwort.

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Ab wann is es denn nur noch eine Ordnungswidrigkeit?

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@Kinonokata

Keine Ahnung, dann wenn das Gesetz beschlossen und in Kraft getreten ist. In der Regel haben neue Gesetze einen Tag nach ihrer Verkündung im Bundesgesetzblatt Gültigkeit, der Gesetzgeber kann aber auch etwas anderes bestimmen.

Mfg

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@Rollerfreake

Anmerkung: Es ist aktuell kein entsprechendes Gesetz in Arbeit oder bekannt. Unsere Frau Drogenbeauftragte Ludwig hat sich hier lediglich öffentlich ausgesprochen. Mehr als solche Empfehlungen aussprechen kann sie aber nicht. Ihre Worte sind bisher eher selten zu Taten geworden.
Damit es zu einem Gesetz kommt, müsste sie die überzeugen, die Gesetze entwerfen und absegnen. Ist bisher nicht geschehen.

Falls es in Zukunft zu dieser Umstufung kommen würde, wäre das noch nicht einmal unbedingt gut für die Konsumenten. Je nach Bundesland wäre das sogar eine deutliche Verschlechterung gegenüber der vorherigen geringen Menge.

Ich habe hier etwas Kritik zu dieser Sache zusammengetragen: https://www.gutefrage.net/frage/hallo-ich-hab-eine-frage-zu-der-legalisierung-von-cannabis-und-zwar-es-wechselt-ja-von-einer-straftat-zur-ordnungswidrigkeiten-bedeutet-das-dann-dass-eslegalis#answer-415477610

Hier wird das auch diskutiert: https://www.youtube.com/watch?v=fK2e_YaP7ro

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@aalbtraum

Nur zur Klarstellung, ich konsumiere nicht, ich interessiere mich ausschließlich für die juristische Seite, habe aber einen Kumpel, der ab und an mal etwas raucht. Ja, eine Verschlechterung wäre ggf. gegeben, muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein. 6 Gramm wäre eine bundesweite Grenze zur Unterscheidung zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat. Die Bundesländer können aber dennoch ihre landesrechtlichen Regelungen, dass zum Beispiel bis zu 10 Gramm von einer Strafverfolgung abgesehen werden soll, beibehalten. Dennoch könnte es für den ein oder anderen Konsumenten zu einer "Verschlechterung" der Rechtslage kommen, da das Verwarnungsgeld ggf. höher ausfällt als die üblicherweise von den Gerichten verhängte Geldstrafe. Sagen wir, dass das Verwarnungsgeld 300€ beträgt, dann wäre das natürlich eine "Verschlechterung" in den Gebieten, in denen Richter bislang nur 100€ verhängt haben. Mfg

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@Rollerfreake
"Nur zur Klarstellung, ich konsumiere nicht, ich interessiere mich ausschließlich für die juristische Seite [...]"

Von nichts anderem gehe ich aus, befinde mich in einer vergleichbaren Position.

Ist auch nicht speziell gegen dich gerichtet. Das mit der Ordnungswidrigkeit geistert die letzten Tage durch's Netz, als wäre das jetzt beschlossene Sache und eine entsprechende Änderung der Rechtslage in absehbarer Zeit zu erwarten.
Für mich irritierend, wie man Frau Ludwigs bloßen Worten auf einmal so viel Bedeutung beimessen kann. Insbesondere kurz vor der Wahl.

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Du darfst gar kein Cannabis besitzen, sofern es sich nicht um medizinisch verordnetes Cannabis handelt, das dir auch vom Arzt verschrieben wurde.

Es gibt Grenzwerte für Mengen, bei denen von einer Strafverfolgung abgesehen werden kann, nicht aber abgesehen werden muss. Diese Mengen sind je nach Bundesland anders festgelegt.

Details hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Menge_(Betäubungsmittelrecht)#Geringe_Menge_bei_Cannabisprodukten

Woher ich das weiß:Hobby – Interessierter Laie ✅ Kein Fachmann, kein Arzt ❌

Der Eigenbedarf(also die Grenze bis wohin bei volljährigen meist von einer Strafverfolgung abgesehen wird) ist in jedem Bundesland unterschiedlich. Verboten ist der Besitz aber immer, kann man mit dem Abtreibungsthema verglichen

Ja besitzt man es nicht, wenn man die Menge bei sich trägt die als "Eigenbedarf" zählt?

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@Kinonokata

doch man besitzt es und es ist eigentlich auch verboten. Aber die Exekutive und Judikative haben besseres zu tun als jeden wegen 5 g anzuklagen, außer er ist minderjährig

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Kommt drauf an wie viel du vom arzt verschrieben verkommen hast

Ohne Rezept gibt es keinen legalen Eigenbedarf

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