Wie bewältigt man Trauer und damit einhergehende Probleme (ohne Therapie)?

13 Antworten

Liebe/r SamSWo

Zuerst einmal mein herzliches Beileid. Es ist kaum vorstellbar, welche Gefühle und Trauer du bisher durchleben musstest.

Du scheinst dein eigenes Verhalten in der Vergangenheit reflektiert zu haben, was eine wichtige Grundlage für die folgenden Hilfestellungen sein wird.

1) Gib deinen Gedanken freien Raum
Du hast erwähnt, dass man in deiner Familie nicht besonders frei über Emotionen spricht. Wenn du dich dabei nicht besonders wohl fühlst, kannst du dir selbst Zeit nehmen und mit deinen eigenen Gedanken anfangen. Schreibe sie auf ein Blatt Papier. Schreibe auf, was dir duch den Kopf geht, was du dir wünscht, was du deinem Vater gerne sagen würdest und was deine Hoffnungen und Träume sind.

Du kannst diese Gedanken für dich behalten, verbrennen, deiner Familie nach entsprechendem Fragen vorlesen oder zerknittern. Was dir am besten tut. So teilst du aber das, was in dir vorgeht, sortierst es und setzt dich aktiv damit auseinander. Ohne, dass du dich öffnen oder jemandem verletzlich zeigen musst. Das alleine wird nicht alles wett machen, kann aber ein für dich persönlich passender Weg sein, um damit abzuschliessen. Das heisst nicht vergessen, aber mit Würde zu akzeptieren, was passiert ist.

2) Sprich mit Freunden darüber
Freunde sind keine ThreapeutInnen. Ebenso wenig haben sie eine profesionelle Ausbildung und ja, sie können vielleicht mit ihren gut gemeinten Tipps sogar mal "nerven". Solltest du bisher allerdings alles nur "in dich hineinfressen lassen", können diese vielleicht auch Verständnis zeigen, zuhören und da sein. Manchmal geht es nur darum, jemanden zu haben, der oder die einem zuhört.

Solange sich diese nicht überfordert fühlen oder es monatelang nur noch dieses Thema gibt, werden diese wahrscheinlich Verständnis zeigen.

3) Beschäftige dich mit den Phasen der Trauerbewältigung
Diese werden dir dabei helfen, dein eigenes Verhalten besser zu verstehen und damit umzugehen. Es gibt verschiedene Schritte, welche die meisten Menschen bei grosser Trauer oder Verlust durchlaufen. Natürlich ist es nicht bei allen gleich, manchmal aber ist es hilfreich, um sich selbst besser zu verstehen und bei Anzeichen von besonderer Trauer oder Enttäschung eine kurze Pause einzulegen.

4) Ablenkung, Routine, Hobbys
Eine Beschäftigung mit der Vergangenheit hilft manchmal, nach vorne zu Blicken. Eben diese Zukunft ist aber ebenso wichtig. Plane dir regelmässige Aktivitäten ein, die dich körperlich und mental fordern. Das kann ein Sport sein (aktuell z.B. Joggen oder Eigenkörperfitness, Radfahren, etc.), aber ebenso auch ein Hobby wie Schach, Malen oder ein kleiner Garten (falls vorhanden). Beides sollte vorhanden sein, sowohl mentale wie auch körperliche Aktivitäten, um dich und deinen Geist gesund zu halten. Halte dir vor Augen, was dir deine Zukunft alles bietet und baue über deine Hobbys Routinen auf, die dich auf einem verlässlichen Kurs halten.

5) Trauerbegleitung
Wenn du magst, kannst du auch einmal mit einer oder einem TrauerbegleiterIn sprechen. Diese sind keine TherapeutInnen und werden auch nicht versuchen, dich irgendwie zu "heilen" oder "therapieren". Vielmehr sind es Menschen, welche eine gewisse Erfahrung und Ausbildung erhalten haben und dir persönlich zuerst einmal zuhören. Je nach dem, was du magst, können sie dir auch bei weiteren Schritten unterstüzen, um deine Gefühle etwas besser zu sortieren und deinen Alltag so zu gestalten, dass er dich wieder Glücklich macht.

6) Meditation
Wenn du Lust hast, zur Flasche zu greifen oder wieder eine zu rauchen, kannst du dir stattdessen eine Alternative ausdecken. Beruhigende Musik, einen warmen Tee oder eben: Meditation. Diese kann ebenfalls dabei helfen, deinen Kopf zu klären und eine Konstante in dein Leben zu bringen, die dich voranbringt. Ressourcen dazu findest du im vielseitig im Netz.

Solltest du merken, dass alles zu viel wird, kannst du dich jederzeit bei der dargebotenen Hand oder anderen Nummern melden. Dort gibt es Menschen, die auch bei akuten Notfällen oder sonstigen Sorgen da sind und wissen, was du tun kannst.

Zuletzt noch zu einem anderen Punkt. Du hast erzählt, dass du nur ungerne zu einer Therapie gehen würdest. Darf man erfahren, aus welchem Grund du das nicht tun magst?

Pass gut auf dich auf und bleib gesund.

Liebe Grüsse

Dein Rayan

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎

N'Abend

Da du explizit gesagt hast ohne Therapie, gebe ich dir ein paar Vorschläge.

Du solltest mit etwas anfangen, was dir Spaß machts. Vielleicht Sport oder so, nun in Coronazeiten vielleicht ein wenig schwierig laufen oder ähnliches kann man immer.

Du solltest vielleicht doch über eine Therapie nachdenken. Die meisten Psychologen*innen sind mega nett und helfen dir wirklich. Sie wollen meist nur dein Bestes. Oft kannst du auch eine Vertrauensperson mitnehmen, wie Freundin, Mutter oder besten Freund.

Danke für deine Antwort

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Erstens niemals trinken weil du die Sorgen fergist hör sofort auf udn zweitens Lenk dich so viel ab wie du aonst lesen sport machen rausgehen wenn du Freunde hast dann unternehme was mit den oder finde eine lebens Partnerin mit der kanst du alles teilen jeder egal op hübsch hässlich stark schwach jeder kann eine Lebens Partnerin haben also auf jedenfalls kein Alkohol dass nützt nichts

Hallo,

Hier sind grundsätzliche Tipps, um mit der Situation umzugehen: Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ. Der Glaube hilft vielen Menschen. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Ja, du weist, dass dir an dem Punkt wahrscheinlich nur ein Therapeut helfen kann, weswegen du das ausschließt. Du weist, dass du den Tod deines Vaters annehmen musst, glaubst aber nicht dem mit dem Schmerz und das, was er dich bedeutet, umgehen zu könne. Gefühle werden aber erst dann erträglich, wenn wir sie annehmen und sie Teil unsere Persönlichkeit werden, wenn wir sie fühlen. Das braucht in der Regel Zeit.

Gefühle wie Trauer sind die Art und Weise unseres Köpers uns zu sagen, dass da was wichtige passiert ist. Um damit klar zu kommen muss du es zulassen, das Leben wie es ist. Zu diesem Zeitpunkt scheust du dich sogar davor, das Wort Tot mit dem Wort Vater in einem Satz zu verwenden.

Ich will dir einen Therapeut ans Herz legen, auch wenn es heißt, dass es eine Zeit lang weg tun wird.

Danke für deine Antwort. Es ist einfach sehr schwer das entgültige hinzunehmen. Dass eine geliebte Person an keinem deiner Geburtstage mehr Bei dir sein wird, nicht bei deiner Hochzeit oder anderen wichtigen Ereignissen.

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@GetrudeSSG

Ich will dir noch etwas sagen. Es wird eine Zeit weh tun. Aber wenn du es annimmst, dann wird der Schmerz immer schwächer und irgendwann denkst du nicht mehr daran, was dir alles verloren ging, sondern was es alles schönes gab und an alles weniger schöne und du kannst es hinnehmen als das Leben und dass alles davon auch ein Teil davon ist und dann ist es auch ein schönes Gefühl. Es wird dann gut sein. Das ist die Aussicht, die ich dir hier versprechen kann.

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