Plastikverpackung, warum haut man der Lebensmittel-Industrie nicht mal eins zwischen die Hörner?

4 Antworten

Ich gebe dir Recht. Man gehe einfach mal durch die Gemüse- und Obstabteilung eines jeden Supermarktes. Die Natur hat allem schon eine Verpackung gegeben und trotzdem wird noch extra eingepackt damit es "schön" aussieht.

Ich wünsche mir auch schon lange das sich das mal ändert. Das Problem ist das Plastik sich am besten als Verpackungsmaterial eignet, da es günstiger ist und leicht Format. Man kann sich an die eigene Nase packen und versuchen Plastik weitestgehend zu vermeiden. Unser Edeka verkauft z.B. Kartoffeln nicht im Plastik- sondern im Stoffnetz. Dann kauft man das und nicht diese "schönen" Kartoffeln im Schälchen.

Das ist kein Widerspruch.

Das Problem ist auch nicht das Plastik selbst, sondern ganz allein der Mensch und wie er damit umgeht. Plastik könnte komplett recycelt in seine Bestandteile zerlegt und neues hochwertiges Plastik daraus gemacht werden. Doch der Mensch tut es zu einem Teil. Warum? Weil es einerseits in den meisten Ländern keinen Anreiz, bzw. meist noch nicht einmal eine Möglichkeit gibt das Plastik ordnungsgemäß zu entsorgen. Und andererseits ist es nach wie vor billiger neues Plastik zu produzieren als altes zu recyceln.

Plastik an sich ist ein wunderbares Material, welches auch ein großen Beitrag gegen Lebenmittelverschwendung leistet um gleich mal bei deinem Beispiel mit den Bio-Produkten zu bleiben. Das beste Beispiel für vollkommen falsch verstandenen Umweltschutz ist, dass keine (oder kaum noch) in Folie eingeschweißte Gurken gibt. Die Folie hatte hier die Funktion die Gurke vor Flüssigkeitsverlust zu schützen und sie so länger haltbar zu machen. Sie konnte so tagelang gelagert und verkauft werden. Heute sind Gurken im Laden fast tagesartikel. Denn ohne die Folie werden sie in den warmen Läden sehr schnell weich bzw. gummiartig und sie schimmeln viel schneller.

Währed es zu Folienzeiter eher die Ausnahme war, dass in einem Laden Gurken weggeworfen werden mussten, geschieht dies heute ständig. Rein prozentual betrachtet liegt die Steigerung der weggeworfenen Gurken teils im vierstelligen Bereich. Und jede ungenutzt weggeworfene Gurke schadet der Umwelt mehr als eine Gurke mit Folie.

Der Konsument ist ein Widerspruch in sich. Deswegen ist der Weg den Du Dir wünschst nur über regionale Lebensmittelerzeugung realisierbar. Auch wie früher. Das bedeutet dann aber auch für unsere Mitmenschen, auf vieles zu verzichten. Besonders außerhalb der Saison.

Gerade bei Obst und Gemüse sind die Verpackungen den langen Zeiten und Wegen geschuldet. Wir die berühmten Gurken in Folie aus Spanien, die nach dem langen Gerüttele auf dem LKW es optisch nicht mehr in den Handel geschafft haben.

Ich würde auch gerne mal ein paar Leuten was auf die Hörner geben. An vorderster Front der Einzelhandel, der den Produzenten vorgibt was er bezahlt und wie es zu verpacken ist. Und dann sollte er sich gemeinsam mit dem Konsumenten austauschen, was man eigentlich ändern möchte. Dieser Wandel bedeutet dann aber auch, sich konsequent daran zu halten. Zum Beispiel foliertes Obst und Gemüse ausnahmslos zu meiden.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit 30 Jahren in der Lebensmittelbranche unterwegs ...

Das ist die freie Marktwirtschaft. Die Eigentümer der Lebensmittelindustrie wöhnen in grünen Villenvierteln und können die Entsorgung locker bezahlen.

Haselein, auf welchem Stern lebst du denn?

Du glaubst doch jetzt nicht wirklich, dass die Hersteller auch für die Entsorgung ihrer Produkte bezahlen, oder?

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@Luciversangel

Das ist so wie bei der Atomenergie, Gewinne sind privatisiert und Verluste bzw. Entsorgung der Abfälle trägt die Allgemeinheit.

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