Bist Du für oder gegen die Legalisierung von Cannabis?

Das Ergebnis basiert auf 74 Abstimmungen

Für eine Legalisierung. 61%
Gegen eine Legalisierung. 39%

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Für eine Legalisierung.
»Menschen müssen die Freiheit haben, sich zu amüsieren und zu genießen, wenn das, was sie tun, andere nicht schädigt. So ist unsere Gesellschaft. Wir dürfen nicht etwas verbieten, weil es moralisch angreifbar ist. Das Strafrecht darf nur für erheblich fremdschädigendes Verhalten angedroht werden. Die Grundrechte anderer Menschen müssen gefährdet sein. Ein Cannabisnutzer schädigt niemanden, höchstens sich selbst. Das gilt übrigens auch für die meisten anderen Drogen. Ich und viele meine Kollegen glauben daher, dass das Betäubungsmittelrecht in seiner jetzigen Form verfassungswidrig ist. Der Staat schadet dem Konsumenten auf eine Weise, die unverhältnismäßig ist. Die Strafen sind in den letzten Jahren noch verschärft worden. Die Intensität der Verfolgung nimmt zu.«
– Rechtswissenschaftler Prof. Lorenz Böllinger, Interview beim spiegel.de

Aktuell haben wir einen Cannabis-Schwarzmarkt, auf dem an jeden, der es will, Cannabis verkauft wird, wobei unklar ist, wie dieser Cannabis beschaffen ist (vgl. Wirkstoffzusammensetzung, Streckmittel). Hier gibt es keinerlei Regeln, was den Anbau oder den Vertrieb betrifft. Im Grunde tut jeder, ob Dealer oder Konsument, was er will. Ein Geschehen, das größtenteils im Verborgenen abläuft.

Gleichzeitig werden schätzungsweise¹ 4 Millionen Konsumenten, von denen schätzungsweise² 10% Mindejährig sind, für ein Verhalten belangt, welches im Wesentlichen eine Selbstschädigung darstellt. Dazu muss gesagt werden, dass schätzungsweise³ 90% der Konsumenten Cannabis in einem gesundheits- und gesellschaftsverträglichen Maße gebrauchen. Im Rahmen der Anti-Drogen-Rhetorik versteift man sich gekonnt auf die Extremfälle, die Cannabis problematisch bis krankhaft gebrauchen.

Dieses Geschehen scheint sich quasi unabhängig von der Rechtslage zu entwickeln. Indess hat nicht nur die Zahl der Konsumenten seit Einsetzen des BtMG vor 50 Jahren zugenommen, sondern auch die Strafverfolgung, die sich größtenteils und zunehmend gegen diese richtet.

Den Pfad, der nach 50 Jahren zu keinen vorlegbaren Erfolgen geführt hat, soll trotzdem weiter beschritten werden. Wie die Fortführung einer Drogenpolitik unter einer Regierung mit Unionsbeteiligung aussähe, lässt sich erahnen.

Es gibt Richter, die die Cannabis-Prohibiton für verfassungswiedrig halten. Es gibt Fachmenschen aus zahlreichen anliegenden Gebieten, die diese für verkehrt halten und eine neue Drogenpolitik fordern. Darunter Polizisten, Rechtswissenschaftler, Erziehungswissenschaftler, Soziologen, Kriminologen, Wirtschaftswissenschaftler, Sozialpädagogen, Chemiker, Pharmakologen, Mediziner, Sozialarbeiter, Pädagoggen und Vertreter der Deutschen AIDS-Hilfe⁹.

Auch in der Politik wird das Thema immer relevater. Von unseren großen Parteien sprechen sich nur noch die Union und die AfD klar gegen eine Legalisierung aus¹⁰.

Was würde nun passieren, wenn man den illegalen Handel in den legalen Bereich überführt, wie es z.B. Kanada¹¹ oder Teile der USA vormachen, Produktion und Abgabe reguliert, so dass nur noch qualtiativ hochwertige Ware an Volljährige abgegeben werden kann? Kann sich der Cannabis-Schwarzmarkt halten, wenn potentiell 90% der Kunden (also die volljährigen Konsumenten) zunehmend legal kaufen würden?

Ich könnte hier noch weiter ausschweifen, belasse es vorerst aber hierbei. Weitere Ausführungen gibt es auch hier: https://www.gutefrage.net/frage/cannabis-legalisieren---ja-oder-nein-2#answer-419057600

(Quellen & Querverweise in den Kommentaren)

Woher ich das weiß:Hobby – Interessierter Laie ✔️ Kein Fachmann, kein Arzt ❌

Quellen & Querverweise (aufklappen):

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@aalbtraum

¹,²,³ "Kurzbericht Epidemiologischer Suchtsurvey 2018", https://www.esa-survey.de/fileadmin/user_upload/Literatur/Berichte/ESA_2018_Tabellen_Drogen.pdf

² "DER CANNABISKONSUM JUGENDLICHER UND JUNGER ERWACHSENER IN DEUTSCHLAND", https://www.bzga.de/fileadmin/user_upload/PDF/studien/Alkoholsurvey_2018_Cannabis-Bericht.pdf

³ "SUCHTHILFE IN DEUTSCHLAND 2018", https://www.suchthilfestatistik.de/fileadmin/user_upload_dshs/Publikationen/Jahresberichte/DSHS_Jahresbericht_2018.pdf

Punkt 1 meiner Antwort hier: https://www.gutefrage.net/frage/was-sind-argumente-gegen-eine-kontrollierte-legalisierung-von-cannabis-fuer-erwachsene#answer-411869440

"Fahndungsziel Kiffer", https://blogs.taz.de/drogerie/2021/04/22/fahndungsziel-kiffer-2/

Meine Antwort hier: https://www.gutefrage.net/frage/warum-steigt-die-drogenkriminalitaet-in-deutschland#answer-411510405

"Das Cannabisverbot ist verfassungswidrig!", https://hanfverband.de/kampagnen/richtervorlage

"Zentrale Forderungen für die deutsche Drogenpolitik zur Bundestagswahl 2021", https://schildower-kreis.de/gemeinsame-erklaerung/

z.B. akzept e.V., Deutsche Aidshilfe, Deutscher Hanfverband, JES Bundesverband, LEAP Deutschland, Schildower Kreis, Sonics e.V. Bundesverband für Safer Nightlife oder auch mybrainmychoice

¹⁰ Meine Antwort hier: https://www.gutefrage.net/frage/welche-parteien-setzen-sich-fuer-die-cannabis-legalisierung-ein#answer-413776050

¹¹ Meine Antwort hier: https://www.gutefrage.net/frage/cannabissteuer#answer-394344489

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Das ist

Ein Brett. XD

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Hast Du gerade geraucht oder warum schreibst Du einen solchen Unsinn...?

Menschen müssen die Freiheit haben, sich zu amüsieren und zu genießen, wenn das, was sie tun, andere nicht schädigt. So ist unsere Gesellschaft...

Ja, so ist unsere Gesellschaft. Deswegen wurde Cannabis bislang nicht legalisiert. Schließlich kommt genau das dabei raus, es schädigt nicht nur den Drogenabhängigen, sondern auch die Gesellschaft.

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@RayAnderson

Wie kommst du darauf Cannabiskonsumenten prinzipiell als Drogenabhängige zu bezeichnen, obwohl 91% der Konsumenten aus wissenschaftlicher Sicht keine Sucht entwickeln? Das Cannabis die Gesellschaft teilweise schädigt kann sein. Aber was genau ändert jetzt eine Legalisierung daran? Dazu müsste der Konsum der Konsumenten signifikant Ansteigen, was ebenfalls aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu erwarten ist.

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@RayAnderson

Was du da zitierst, stammt von Herrn Lorenz Böllinger, Professor für Strafrecht und Kriminologie, was im Grunde auch philosophische Disziplinen sind. Es geht um die Frage, ob eine Tätigkeit, bzw. der drumherum nötige Umgang, strafbar sein darf, wenn diese im Wesentlichen nicht fremdschädigend ist. Es geht an dieser Stelle nicht darum, dass es Ausnahmefälle gibt, in denen eine solche Tätigkeit, bzw. die Folgen davon, doch fremdschädigende Aspekte aufweisen. Strafbewährt sind eigentlich solche Taten, die im Wesentlichen fremdschädigend sind, also per Definition immer die Schädigung Dritter bedeuten.

Abgesehen davon frage ich mich, was abhängige Cannabiskonsumenten davon haben sollen, dass man sie kriminalisiert und stigmatisiert. Was hat die überwiegende Mehrheit der Cannabiskonsumenten, die keine Abhängigkeit entwickelt, davon, wenn man sie kriminalisiert, stigmatisiert und auch pathologisiert?

Und was genau soll die Gesellschaft von all dem haben? Deuten unsere Cannabiskonsumstatistiken denn darauf hin, dass sich Leute, die Cannabis probieren wollen, von der Rechtslage davon abhalten lassen, Cannabis zu probieren und ggf. häufiger zu konsumieren?

"Hast Du gerade geraucht oder warum schreibst Du einen solchen Unsinn...?"

Unnötige abwertende Rhetorik.

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@aalbtraum
Zitat:
Strafrecht und Kriminologie = philosophische Disziplinen

Ja, neee... is klar.

Du solltest weniger von Deinem Stoff konsumieren. Denn genau das kommt dabei heraus.

Das lässt sich auch nicht mit abwertende Rhetorik zurechtrücken. Es sind schlicht Fakten. Unsinn bleibt Unsinn.

Weiterhin... es gibt keinen vernünftigen Ansatz warum die Gesellschaft für die Folgen von legalisiertem Drogenkonsum aufkommen sollte.

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@aalbtraum

Nicht ich habe Dich, sondern Du hast mich angeschrieben.

Anderenfalls würde ich mir die Mühe sparen, auf derart unsinniges einzugehen.

Ich habe lediglich auf Deine falsch dargestellten Thesen hingewiesen.

Und schon wieder versuchst Du Dir etwas zu konstruieren...

An der Kriminologie ist nichts philosophisch!

Die Philosophie beschäftigt sich mit in erster Linie theoretischen Ansätzen.

Die Kriminologie bewegt sich ausschließlich in der Realität. Das bedeutet angewandte Praxis.

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@FloraFinia17

Das eine Legalisierung von Drogen keine Reduzierung des Konsums, sondern einen Anstieg zur Folge hat beweisen alle realen Fallstudien.

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@RayAnderson
"Nicht ich habe Dich, sondern Du hast mich angeschrieben."

Ich reagiere lediglich auf dich. Von selbst hätte ich dich nicht angeschrieben. 🤷

"Anderenfalls würde ich mir die Mühe sparen, auf derart unsinniges einzugehen."

Wenn du wenigstens wirklich auf die Sache eingehen und dich erklären würdest ...

"An der Kriminologie ist nichts philosophisch!"

Aus irgendeinem Grund entscheidest du dich dazu, dich mit einem solchen Detail aufzuhalten, obwohl im Kontext klar sein sollte, was ich meine. Von mir aus kannst du dir die Mühe sparen.

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@aalbtraum

Dann schau Dir das Thema an...

Was interessiert der Kontext, wenn Du Thesen aufwirfst die definitiv falsch sind. Daraus kann kein verfünftiger Kontext zustandekommen.

Eine Legalisierung erhöht den Drogenkonsum.

Es ist falsch die Gesellschaft für den Drogenkonsum zahlen zu lassen!

UND nur ganz nebenbei... es sind die Details die am Ende zählen und entscheidend sind.

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@RayAnderson

Ich habe eine Bitte: Anstatt zu schreiben, dass es falsch ist, zeige mir bitte auf, warum es falsch sein soll. Anstatt zu schreiben, dass du das, was ich (bzw. Herr Böllinger) schreibe, für Unsinn hältst, zeige mir bitte auf, warum du es für Unsinn hältst.

Dass du denkst, was du denkst, damit kann ich leben, aber nichts anfangen. Das Warum wäre interessant.

"Eine Legalisierung erhöht den Drogenkonsum."

Bitte belegen.

"Es ist falsch die Gesellschaft für den Drogenkonsum zahlen zu lassen!"

Dann reite ich auch mal auf einem Detail herum: Die Gesellschaft zahlt nicht für den Konsum, sondern für etwaige negative Folgen davon. Allerdings führt nicht jeder Drogenkonsum zu solchen Folgen. Insofern halte ich diese Verallgemeinerung für fragwürdig.
Abgesehen davon zahlen wir aktuell doch auch schon für die negativen Folgen des Konsums illegaler Drogen, also das gestreckte und falsch deklarierte Zeug, das wesentlich gefährlicher ist, als entsprechende Drogen aus einem legalen Angebot wären. Zudem zahlen wir aber auch für die Strafverfolgung, ein gewaltiger Apparat, der mehrere zehntausende Anzeigen jährlich generiert, von denen ein großer Teil sowieso fallengelassen wird - Arbeit für die Papiertonne sozusagen.
Was es uns darüber hinaus kostet, dass die Organisierte Kriminalität mit dem Drogengeschäft eine sehr lukrative Einnahmequelle hat, worüber waschechte Verbrechen finanziert werden, kann ich leider nicht nachvollziehen.

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@aalbtraum
Dann reite ich auch mal auf einem Detail herum: Die Gesellschaft zahlt nicht für den Konsum, sondern für etwaige negative Folgen davon.

Danke für Deine Zustimmung.

Eine Legalisierung erhöht den Drogenkonsum. Eigentlich hättest Du selbst darauf kommen können. Bei jeder Ware die (offiziell) beworben wird, erhöht sich der Absatz sukzessive. Wäre dem nicht so, gäbe es keine Werbung. Abgesehen davon musst Du nur ein paar Studien lesen. Die bewegen sich in die gleiche Richtung.

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@RayAnderson
"Eine Legalisierung erhöht den Drogenkonsum."

Nochmal: Bitte belegen. Ich Kann nicht wissen, welche Studien du gelesen hast und auf was du dich beziehst.

Die Studien, die ich gelesen habe, lassen diesen Schluss nicht zu. Ich habe in meiner Antwort oben verlinkt, auf was ich mich beziehe, wenn ich gewisse Aussagen mache.

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@aalbtraum

Vielleicht solltest Du die Studien immer bis zum Ende lesen. Vielleicht ziehst Du auch nur die falschen Schlüsse.

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@RayAnderson

Ich stelle fest: Du zeigst dich auch auf wiederholte Nachfrage nicht dazu bereit oder in der Lage, deine Meinung hinreichend zu begründen. Stattdessen beschränkst du dich darauf, hervorzuheben, was bei mir alles verkehrt läuft, obwohl du auch da nicht sonderlich konkret wirst.

Dass du denkst, was du denkst, ist hiermit zur Kenntnis genommen.

Schönen Tag noch.

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@aalbtraum

Dann hoffe ich nun darauf, dass Du Dich zukünftig richtig informierst und nicht mehr versuchst mit Halbwissen zu argumentieren.

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Für eine Legalisierung.

Bin generell für eine Legalisierung oder mind. Entkriminalisierung aller Drogen. Es geht niemanden etwas an was ich konsumieren möchte. Das Thema sollte unabhängig von Sucht und Jugendschutz behandelt werden, allerdings wäre eine Legalisierung positiv für beide Seiten. Die Regierung sollte den Menschen schützen, die Prohibition tut es nicht - hat man ja schon bei der Alkoholprohibition in so manchen Ländern erlebt, die Leute suchen Ersatzstoffe die weitaus schädlich sind. Sich ab und an zu berauschen ist ein menschliches Grundbedürfnis.

nicht nur menschlich.. dieses Bedürfnis findet man sogar im Tierreich ;)

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Gegen eine Legalisierung.

Es senkt halt die Schwelle es auszuprobieren. Und einige kennen dann kein Maß und keine Grenzen, wie bei anderen Drogen. Und für die ganzen gescheiterten, kaputten Menschen müssen dann wieder alle zahlen.

Duusst generell für Leuteit ungesundem Lebensstil aufkommen. Wenn überhaupt, dann ist das das Problem, nicht die Drogen.

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@Dogetastisch

Die Drogen kommen halt noch dazu. Aber die Ampelkoalition wird das sicher alles gut berücksichtigen und den Eltern dann auch erklären warum die Kinder leichter an Drogen kommen. Drogendealer die nur geringe Mengen mitführen, kann man ja dann nicht mehr festnehmen.

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@SevenOfNein

In keinem anderen Legalize-Staat hat man bisher erhöhte Konsumzahlen bei Jugendlichen festgestellt.

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@Dogetastisch

Ja, ihr redet Euch das schön und es stimmt halt nicht:"Eine andere Erfahrung hat Kanada gemacht. Der nördliche Nachbar der USA legalisierte Cannabis 2018. Hier sind 30 Gramm Marihuana pro Person als Eigenbedarf erlaubt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Anzahl der neuen Konsumenten in den ersten drei Monaten nach der Freigabe von 327.000 auf 646.000 an. Im ersten Quartal 2019 hätten etwa 5,3 Millionen Kanadier ab 15 Jahren Cannabis konsumiert, das entspräche etwa 18 Prozent der Bevölkerung"

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Für eine Legalisierung.

Ganz einfach: die Kriminalisierung ist wirkungslos und wirkungslose Gesetze, die nur Nachteile für die Betroffenen bringen, sind verfassungswidrig.

Für eine Legalisierung.

Ich bin für eine Legalisierung, primär aus den Gründen, die auch der User "aalbtraum" in seiner Antwort nennt.

Die Kernfrage, die man sich stellen muss, ist: welcher Weg ist der sinnvollere? Prohibition, Schwarzmarkt und verschleuderte Steuergelder + Personaleinsatz in einem Kampf, der nicht zu gewinnen ist? Oder Legalisierung, staatliche Kontrolle und mehr freie Kapazität für die Strafverfolgung?

Das ist die Realität, die man erkennen muss. Wer an Gras rankommen will, kommt auch ran. Der "War on Drugs" ist längst verloren, das sehen sogar in den USA immer mehr Menschen ein.

Jetzt gilt es langfristig, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

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