Warum wird liebe mit Sex gleichgestellt?

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Weil die Leutchen das Eine vom Anderen nicht mehr unterscheiden können. Die meisten sind in ihrem Inneren derart verroht, daß sie zur bedingungslosen Liebe überhaupt nicht mehr fähig sind.

Da wird eben Sex mit Liebe gleichgesetzt und wenn man keinen Kick bei der gegenseitigen Befriedigung mehr bekommt, dann wird der nächste Sexpartner ins Bett genommen. Sexualität wird zum Konsumartikel und die Liebe bleibt auf der Strecke.

Bedingungslose Liebe ist ein unnötiger Zwang

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@Jkkkkkkkjjjj:

Was hat denn bedingungslose Liebe mit Zwang zu tun??? Liebe wird immer bedingungslos geschenkt, denn ansonsten ist es keine Liebe.

Was ist eine Liebe wert, die an Bedingungen geknüpft ist? Was ist eine Liebe wert, die von Dir ein bestimmtes Verhalten verlangt? Was ist eine Liebe wert, die Dich nicht so akzeptiert, wie Du bist, wenn sie versucht Dich zu verbiegen, Dich zu etwas zu drängen, was Du nicht willst?

Frag mal Deine Mutter nach Liebe...

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Liebe und Sex ist nicht das Selbe. Liebe ist eine Entscheidung. Sex ist ein Ausdruck (von vielen) der Liebe. Ich bin noch jung, erst 16 Jahre verheiratet, kann aber gut verstehen wass du meinst. Liebe beinhaltet auch dass der Mann gerne mal verzichtet und die Frau gerne mal gibt, auch wenn es ihr nicht gerade drum ist. Es ist schon wichtig, dass ihr offen darüber redet weil wenn der Mann "zu wenig" von seiner Frau bekommt, gerät er in die Gefahr zu einer anderen zu gehen, was dann oft zu einer Trennung führt. Auf der anderen Seite finde ich es sehr wichtig, dass der Mann auch lernt dass Liebe mehr ist als Sex. Wir sind nicht mehr die selben wie vor 16 Jahren als wir heirateten. Das muss uns klar sein und aus diesem Grund müssen wir stets an der Ehe Arbeiten. Es kann auch sein dass du ihn einfach mal verwöhnst (für dich ist das vieleicht auch Sex aber für den Mann nicht, aber es befriedigt ihn, weil du ihm mit Respekt begenet bist.) Ich wurde mal von einem Seelsorger und Pastor gefragt ob ich meine Frau auch geheiratet hätte wenn ich nie Sex mit ihr hätte haben können? Mhh.. sehr schwierige Frage die mich zum Nachdenken anregte.

Alles Gute!

Liebe und Sex sind zwei verschiedene Dinge, die trotzdem in vielen Beziehungen zusammen gehören.

Beides sind schöne Dinge, die durchaus auch ohne einander funktionieren, aber erst die Kombination macht beide richtig schön. Sex mit Liebe als Hintergrund ist viel entspannter, weil man sich nicht ständig zu Höchstleu´istungen anspornen muss, sondern sich seines Partners auch sicher ist, wenn es mit dem Sex mal nicht so klappt.

Liebe mit Sex ist entspannter, weil in der Beziehung gleichzeitig auch die sexuellen Bedürfnisse befriedigt werden und eine enge Verbundenheit geschaffen wird.

Es mag so etwas geben, aber ich persönlich kann mir aber keine Beziehung vorstellen, die auf der Basis von Sex weitergeht, wenn die Liebe vergangen ist. Umgedreht ist das viel häufiger zu beobachten, gerade wenn Partner miteinander altern oder einer der beiden krank wird.

Aus dem Wörterbuch "Mann-Frau|Frau-Mann":

"Ich liebe Dich"

  • Mann: "Ich will Sex"
  • Frau:  "Lass uns reden"

Liebe ist ein sozio-biologisches Konstrukt, um dem Nachwuchs eine möglichst sichere Umgebung zu schaffen, damit der Fortbestand der eigenen Gene gesichert werden kann. Da Männer zu diesem Zweck eher polygam und Frauen eher monogam veranlagt sind, liegt es auch nahe, dass sich die Entwicklung der Liebe vorrangig bei Frauen entwickelt hat.

Frauen stecken viel mehr Energie in die Versorgung des Nachwuchses und müssen daher ganz besonders intensiv dafür Sorgen, dass dieser nicht zu Schaden kommt, um unnötige Energieverschwendung zu vermeiden. Hier eine emotionale Bindung zu dem Vater als Beschützer aufzubauen, um dessen Interesse aufrecht zu erhalten, ist essentiell und daher ist es auch logisch, so etwas wie asexuelle Liebe zu entwickeln.

Männer sind grundsätzlich in der Lage durch eine breite Basis an Nachkommenschaft das Überleben der eigenen Gene zu sichern. Sie müssen dadurch auch keine Sorge um den einzelnen Nachwuchs haben, denn zum Einen ist die eigene Energie-Investition recht gering und zum Anderen bleibt i.d.R. immer noch genügend Nachwuchs übrig, falls eins oder mehrere mal nicht überleben sollten. Hier ist eine emotionale Bindung eher unnötig.
Allerdings stellt die Bindung zu einer einzigen Frau auf der anderen Seite wiederum einen ökonomischen Vorteil dar, da bei einer einmal etablierten Bindung die Suche, die Balz und auch die Rivalen-Kämpfe um ein neues oder weiteres Weibchen entfällt. Dennoch hält sich dieser Vorteil und die Erfordernis einer emotionalen, monogamen Bindung eher in Grenzen, da bereits die meiste Bindungs-Fürsorge vom Weibchen ausgeht und das Männchen sich hier nicht weiter zu engagieren braucht.

Auch wenn wir uns noch so gerne selbst was vor machen und uns selbst gerne so kulturell und fortschrittlich betrachten wollen, ändert es nichts daran, dass sich der Mensch seit mindestens 95.000 Jahren so gut wie gar nicht weiter entwickelt hat. Erst recht diese Ökonomie der Fortpflanzung ist noch viel, viel älter als der Homo Sapiens selbst. So eine Anlage bekommt man auch durch kulturelle Einflüsse nicht einfach weg-definiert oder -diktiert.

Eine realistische Sichtweise des Menschen als Spezies und auch seiner Geschlechter-Rollen sollte aber zumindest bei solch einem geistigen Entwicklungsstand wirklich selbstverständlich und erwartbar sein. Wer sich hier immer noch persönlich angegriffen oder missverstanden fühlt, ist offenbar selbst nicht in der Lage, einmal über seinen eigenen Schatten zu springen und die Welt mal aus der Sicht des Anderen zu betrachten. Auch dies gehört zu einer fortschrittlichen Kommunikations-Befähigung dazu.

Ansprüche kann man nur stellen, wenn man selbst auch bereit ist etwas zu geben.

Weniger jammern, mehr teilen!

Danke dir Erklärung ist klasse :) 

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Ist mir wie aus der Seele gesprochen... Menschen machen sich viel zu heufig etwas vor, und sind ignorant wenn man sie darauf hinweißt.

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Sex ist ja nur EINE von vielen möglichen Ausdrucksformen von Liebe.

Abgesehen davon gibt es ja min. 4 verschiedene Arten von Liebe: 1. Erotische Liebe, 2. eine besonders innige Freundschaft, 3. Die Liebe in der Familie (also zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Geschwistern) und 4. Nächstenliebe.

Ich finde in einer Beziehung sollten nach und nach alle 4 Varianten der Liebe aufscheinen. Klar, am Anfang ist es natürlich (fast) immer erst mal eine erotische Anziehungskraft, die zwei Menschen zueinander führt, aber dann lernt man sich besser kennen und nach ein paar Jahren ist selbst die stärkste erotische Anziehung in den Hintergrund getreten und es wird wichtiger, dass man sich im Alltagsleben gut versteht. Dann kommt es darauf an, dass man inzwischen so eine besonders innige Freundschaft und idealerweise auch einen Familiensinn füreinander entwickelt hat. Und wenn es dem anderen mal schlecht geht, dann sollte man für ihn auch genug Nächstenliebe mitbringen um ihn zu unterstützen, ihm zu helfen oder einfach nur für ihn da zu sein. Langfristig kann eine Beziehung meiner Meinung nach jedenfalls nur funktionieren, wenn das alles erfüllt ist.

Jetzt habe ich aber geschrieben, dass eine erotische Komponente auch dazugehört. Bedeutet das jetzt, dass damit unbedingt Sex gemeint sein muss? Nein, keineswegs! Man kann seine erotische Liebe auch auf andere Weise zum Ausdruck bringen, etwa durch Küsse oder dadurch, dass man dem anderen immer wieder sagt wie sehr man ihn liebt. Was wäre sonst mit Paaren, wo es aus gewissen gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, dass die miteinander schlafen? So etwas gibt es ja auch, und auch solche Paare sind nicht unbedingt unglücklicher als andere.

Wichtig ist, dass sich beide Partner mit der Situation wohlfühlen, so wie sie ist. Wenn der eine Partner sagt "ich mag keinen Sex" aber dem anderen das total wichtig ist, dann wird das sicher zu Spannungen führen. Aber auch da kann man eine Lösung finden. Aber wenn sich beide Partner einer Beziehung einig sind, dass es so, wie sie es haben für sie gut ist, dann ist das doch Prima! Was geht das dann noch jemand anderen an?

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