Warum muss ein Priester für immer Jungfrau bleiben?

12 Antworten

Der Zölibat ist eine Lebensform, die heute von vielen Menschen nicht mehr verstanden wird. Dabei müsste klar sein, dass Jesus selbst diesen evangelischen Rat gegeben hat, indem er von der Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“ spricht, die er selbst vorgelebt hat. Das anschließende prophetische Wort „Wer es fassen kann, der fasse es“ zeigt schon, dass in der Welt nicht alles verstanden wird, was zwischen Gott und Mensch durch besondere Berufung und Nähe möglich ist. Man sollte auch keine Einteilungen machen in zeitgemäß und überholt, sondern bedenken, dass in der Nachfolge Jesu Christi die Liebe allein das Maß ist, die keine zeitliche Begrenzung kennt.

Jungfräulichkeit ist letztlich nur lebbar und sinnerfüllt, wenn sie aus Liebe zu Gott gewählt wird - eine solche Entscheidung kann nur der verstehen, der von einer ähnlichen Liebe erfüllt ist. Schon in den ersten Jahrhunderten gab es Menschen, die dies begriffen haben und Jesus auf diese besondere Weise nachfolgen wollten und Mönchs- Orden gegründet haben.Ebenso bei Lk 18, 28f: Da sagte Petrus: Du weißt, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben.» Auch hier wird deutlich, dass die Jungfräulichkeit ein biblische Grundlage hat. Die Stelle sagt aus, dass die Apostel um der Nachfolge willen auch ihre Frauen und Familien verlassen haben. Zumindest von Petrus wissen wir ja, dass er verheiratet war.

Das Pflichtzölibat steht nicht im Glaubensbekenntnis. Es ist lediglich ein Gesetz menschlichen Rechts der katholischen Kirche (von dem Ausnahmen gemacht werden können, z.B. bei evangelischen Pfarrerkonvertiten), das auf einem anderen Grund ruht als dem der theologischen Beweisführung. Aber es gibt gute Gründe für die verpflichtende Ehelosigkeit des Priesters. Der Pflichtzölibat hat seinen rechtlichen Grund in der Freiheit der Kirche, die zu Priestern zu erwählen, die sie für angemessen hält. In der kaholischen Kirche ist es Tradition, dass die Priester aus dem Kreis der Ehelosen erwählt werden.Daran schließt sich ja sofort die Frage an, worin der Sinn liegt, die Priester nur aus diesem Kreis zu erwählen. Die Kirche hat dieses Kriterium aus guten Gründen aufgestellt. Es geht um die Zeit, die Verfügbarkeit, die Freiheit des Priesters und um seine Lebensform als Zeichen für die Welt - nur sind diese Gründe nicht die wichtigsten. Viel wichtiger ist: Die freiwillige Ehelosigkeit ist ein Kriterium der Liebe.Das Entscheidende eines Priesters ist - eben im Gegensatz zum ev. Pfarrer - seine Christusrepräsentation. Er stellt sein Leben, seinen Leib und seinen Geist dem Herrn zur Verfügung, um ihn in der Gemeinde, in den Sakramenten und in der Seelsorge gegenwärtig werden zu lassen. Nach Ansicht der Kirche (zu allen Zeiten) ist zu diesem totalen Dienst in Christus an der Gemeinde eine totale, ungeteilte und unreservierte Liebe zu Christus die eigentliche, nicht verzichtbare Voraussetzung zum Dienst des Priesters. Diese Liebe ist letztlich entscheidend.Der Zölibatäre wird zunächst immer wieder auf seine Liebesbeziehung zu Christus zurückgeworfen - auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass er sich Ersatzbefriedigungen sucht. Zunächst aber steht er allein und schutzlos vor Gott. Er ist seiner Liebe gnadenhaft ausgesetzt.

 Der Priester oder Ordensmann oder -frau bindet sich frei - keiner wird, zumindest heutzutage, zum Eintritt in einen Orden gezwungen. Wenn der Priester eben nicht in erster Linie der Christusrepräsentant in der Gemeinde und in den sakramentalen Handlungen ist (oder sein will), dann fällt auch die Begründung des Pflichtzölibats. Denn Seelsorger als Organisator von Pfarrfesten, Verwalter von Kindergärten und Krankenhäusern, Katechet und Berater in Lebensfragen können genauso gut ehelos wie verheiratet sein. Der Zölibat steht tatsächlich in keinem zwingenden Verhältnis zum heutigen säkularen Verständnis und Selbstverständnis des Priesters, ja, es ist diesem sogar entgegengesetzt. Man kann dieses reduzierte Priesterbild beibehalten - dann wäre die Abschaffung des Zölibates konsequent. Das hieße, den Unglauben zum Maßstab der Theologie zu machen. Besser wäre es, das ursprüngliche und umfassendere Priesterbild neu zu beleben - und damit den Zölibat wieder mit Inhalt zu füllen

Zunächst geht es nicht, dass ein "Priester" - "Jungfrau" ist oder auch nicht. Zudem dürfen evangelische Pfarrer und Pfarrerinnen heiraten und Familien gründen. Bei den katholischen geistlichen gibt es das "Zölibat". Das heißt, dass ich z.B. ein Priester sein Leben Gott weiht. Und zwar nur Gott und niemanden anderen. In der Praxis allerdings, denke ich da jetzt schon an die vielen "Haushälterinnen" ;-) in katholischen Pfarrhäusern. Ob diese tatsächlich "nur" das Schlafzimmer "putzen"....

ich glaube priester dürfen auch heiraten.. also protestantische dürfen das. meine hatte einen sohn der muss woher gekommen sein ;P katholiken k.a. aber die haben auch rothaarige verbrannt also naja jedem das seine.

Die müßen ja nicht Jungfrau bleiben. Die legen nach dem Priestergelübte das Zölibat ab.

Es soll sogar Päpste mit offiziellen Kindern und Enkeln gegeben haben.

Es kommt also darauf an,

wann sie sich für das Priesteramt mit dem Zölibat entschieden haben...

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