Themenspecial 08.12.2021
1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
Vor exakt 1700 Jahren wurden Juden auf deutschem Gebiet das erste Mal urkundlich erwähnt. Anlässlich dieses Festjahres beantwortet der Zentralrat der Juden in Deutschland am Mittwoch, dem 8. Dezember 2021, von 15 - 18 Uhr Deine Fragen zu den zahlreichen Facetten deutsch-jüdischer Geschichte und der aktuellen Lebenssituation jüdischer Menschen in Deutschland. Alles zum Themenspecial

Warum gilt die Beschneidung nicht als Körperverletzung?

6 Antworten

Körperverletzung ist eine körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung. Dies ist bei der Beschneidung nicht der Fall, im Gegenteil – die Entfernung der Vorhaut führt auch dazu, dass Keime sich weniger gut ansiedeln können, was Krankheiten verhindern kann. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat z.B. im Jahre 2007 die Beschneidung als vorbeugende Maßnahme gegen die HIV-Ansteckung grundsätzlich empfohlen.

Das beschnittene Genital ist auch weiterhin voll funktionsfähig und führt zu keinerlei Beeinträchtigung. Die Beschneidung von Frauen hingegen ist ein Instrument der Unterdrückung, die mit massiven körperlichen und seelischen Schäden und der Einschränkung sexueller Empfindsamkeit verbunden ist.

Der Gesundheitsvorteil gilt ausschließlich in Regionen, wo zB ob Wassermangel keine ausreichende Hygiene möglich ist. Und natürlich wird das sexuell Empfinden verringert.

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@Herfried1973

Das hat nichts mit Wassermangel zu tun. Auch bei keinem Wassermangel ist die Hygiene möglich, wird aber bei uns nicht wirklich angewendet, trotz Wasserüberschuss.

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@Herfried1973

ja gude smegma, Moin eichelkäse, gude Eichelsiff. du hast keine Ahnung bro also bitte nicht kommentieren, ty

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@Mordred12345

Komisch hatte den nie... Ber ja ich weiß halt wozu so Badezimmer, Wasser, Seife nutzbar sind.

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Schön wie ihr euch selber widersprecht... wenn jetzt zum Beispiel ein Junge bereits in jungen Jahren beschnitten wird, in einem Alter in dem er sich nicht dagegen äußern kann, dann ist das Körperverletzung, solange keine akuten medizinischen Gründe dafür gibt . Und eine Empfehlung ist keine zwingend notwendige Maßnahme.

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Das beschnittene Genital ist auch weiterhin voll funktionsfähig und führt zu keinerlei Beeinträchtigung.

Einfach mal kurz darüber nachdenken....So in Hinblick auf Masturbation...

Nein, ein beschnittenes, männliches Glied ist nicht mehr voll funktionsfähig, im Gegenteil!
Die sexuelle Empfindsamkeit wird massiv reduziert, ein empfindlicher Teil des Gliedes ist zudem ungeschützt. Psychische Schäden sind in diesem Zusammenhang auch nicht auszuschließen.

Es liegt sowohl eine Misshabndlung als auch eine Gesundheitsschädigung vor.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat z.B. im Jahre 2007 die Beschneidung als vorbeugende Maßnahme gegen die HIV-Ansteckung grundsätzlich empfohlen.

Eine Maßnahme, die höchst umstritten ist. Zumal diese nicht ohne Kondom erfolgen sollte, welches aleine bereits ausreichend Schutz bietet.

Die Vereinigung VMMC-Project, die heute auch auf dem Podium vertreten sein wird, hat Statements von Männern gesammelt, die Verletzungen und Verstümmelungen beklagen, mangelhafte Nachsorge und vor allem eine starke Einschränkung ihres sexuellen Empfindens und ihrer Aktivität. „Perfomance is very bad“ ist ein wiederkehrender Satz. Es sei nicht gerechtfertigt, Kindern für die Aids-Prävention irreparable Schäden zuzufügen.

https://taz.de/Aids-Praevention-in-Afrika/!5403473/

Allerdings zeigen jüngere Publikationen, dass diese Zusammenhänge sehr umstritten sind. So hat etwa die Zeitschrift GEO in einem Artikel vom Juli 2015 aufgezeigt, dass zahlreiche Wissenschaftler und Ärzte die Wirksamkeit der Beschneidungen ernsthaft bezweifeln.

https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/kinder/beschneidung-knaben-debatte-schweiz

Eine Gutheißung von invasiven, irreversiblen Eingriffen in funktionale Körperteile von Schutzbefohlenen halte ich nicht für tolerabel, nichteinmal ansatzweise.

Wenn sich eine volljährige Person selbst für einen solchen Eingriff entscheidet, dann sei dem so. Das hielte ich zwar immernoch für grob verwerflich und falsch, aber es wäre zu tolerieren, zumal es mich nur bedingt etwas angeht.

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Kann ich nur zustimmen. Eine Körperverletzung ist, wenn man jemanden absichtlich misshandeln möchte. Wenn Eltern ihre Kinder beschneiden möchten, dann möchten sie nicht ihre Kinder mit bösen Absichten verletzen. Da denken manche Leute nicht logisch nach, oder benutzen Wörter ohne ihre Bedeutung zu kennen!

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@GustavoFring1

Falsch. Eine Körperverletzung ist eine Verletzung des Körpers. Das Motiv ist da völlig unerheblich.

Da benutzt du Wörter ohne ihre Bedeutung zu kennen.

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@BibiSunlight

Nein, das ist falsch! Siehe Strafgesetzbuch!

Eine  Körperverletzung nach § 223 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) liegt vor, wenn der Täter das Opfer entweder körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt. Sie kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden.

https://www.bs-legal.de/allgemein/die-koerperverletzung/

Wie kommt deine Ahnungs– und Kenntnislosigkeit zustande?

Mit einer Beschneidung wird niemand misshandelt oder gesundheitlich geschädigt. Im Gegenteil! Die Beschneidung hat gesundheitliche Vorteile. Ein medizinischer Eingriff auf den Körper ist keine Misshandlung.

Jedoch ist die Beschneidung von Frauen ein Zeichen der Unterdrückung.

Das Motiv ist da völlig unerheblich.

Natürlich spielt das eine Rolle! Aber das werden Menschen, wie Du nicht verstehen. Die deutsche Vergangenheit zeigt, dass selbstherrliche Menschen – wie Du– jüdisches Leben einschränken wollen. Im Prinzip möchte man seine antisemitischen Gedanken hinter einem fadenscheinigen Grund verschleiern. Ein Verbote ist weder medizinisch noch verhältnismäßig mit der strafrechtlichen Körperverletzung zu begründen.

1
@GustavoFring1

Der von dir zitierte Paragraph widerspricht meiner Aussage nicht sondern stützt sie. Eine medizinisch nicht induzierte Amputation eines sexuell hochempfindsamen Körperteils ist sehr wohl eine Schädigung der Gesundheit. Diese Amputation hat in einer Gesellschaft mit ausreichenden Hygienestandards auch keine gesundheitlichen Vorteile. (Welche sollen das sein?)

Auf deine persönlichen Angriffe und Unterstellungen gehe ich nicht ein. Das ist mir zu dumm.

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@BibiSunlight

Nach der Logik wäre jeder chirurgischer Eingriff eine Körperverletzung. Wenn z.B. ein Arzt einen Covid–Patienten operiert, oder ein Unfallchirurg jemanden beschneidet, um ihn zu behandeln – wäre das für dich Körperverletzung? Letztendlich kommt es drauf an, was am Ende rauskommt. Eine erfolgreiche Beschneidung ist nicht gesundheitsbeschädigend! Du solltest dich nicht über die Tatsache hinwegsetzen, das diese Entscheidung mehrmals von Juristen ausdiskutiert wurde. Am Ende hat das Gericht und der Bundestag anders entschieden. Ein Beschneidungsverbot wurde bereits gerichtlich sowie parlamentarisch geprüft und gekippt. Demnach ist die Beschneidung legitim!

Die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht sollte nicht unberücksichtigt bleiben.

Nur wenige Monate später kippte der Bundestag mit breiter Mehrheit den Richterspruch: Per Gesetz ist die rituelle Beschneidung in Deutschland weiter zulässig, wenn sie den Regeln der ärztlichen Kunst entspricht. In den ersten sechs Monaten können indes wie in Israel eigens ausgebildete Beschneider den Eingriff vornehmen.
Vorwurf der antisemitisch geprägten Debatte
Mit dem Kölner Urteil sahen Juden und Muslime plötzlich nicht nur ihre Beschneidungspraxis infrage gestellt, sondern sogar ihre Beheimatung in Deutschland. Der damalige Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, sprach gar von einer antisemitisch geprägten Debatte. Liberale wie orthodoxe Vertreter des Judentums stemmten sich mit Vehemenz dagegen, dass die Beschneidung, die sie als Bundeszeichen zwischen Gott und Menschen interpretieren, infrage gestellt wird.
Solidarität erfuhren Juden und Muslime  von den beiden großen christlichen Kirchen. Sie verurteilten das Urteil als "äußerst befremdlich", weil es den Grundrechten der Religionsfreiheit und dem Erziehungsrecht der Eltern nicht gerecht werde. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki erklärte auch mit Blick auf Kindertaufe, Speisevorschriften oder die Lebensform von Priestern: "Es fehlt die Einsicht, dass Menschen aus religiösen Gründen Dinge tun, die nichtreligiöse Menschen nicht tun würden."
In der Bundestagsdebatte über das Thema warnte der damalige SPD-Fraktionschef und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier davor, dass ausgerechnet Deutschland als erstes Land der Welt die Beschneidung nach jüdischer Tradition verbieten könnte. Die FDP-Politikerin und frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberg betonte: "In unserem modernen und säkularen Staat ist es nicht Aufgabe des Staates, die Erziehung des Kindes vorzunehmen."
https://www.katholisch.de/artikel/13232-religionsfreiheit-oder-koerperverletzung
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@BibiSunlight
1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.
(2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1631d.html

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@GustavoFring1
Ein Beschneidungsverbot wurde bereits gerichtlich sowie parlamentarisch geprüft und gekippt.

Einen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bezüglich des Paragraphen des BGBs, welcher die Beschneidung zu nicht-medizinischen Zwecken unter bestimmten Voraussetzungen legetimiert, fand noch nicht statt.

Davon abgesehen entscheidet auch das Bundesverfassungsgericht nicht immer in der Weise, wie es dem Grundgesetz, den Menschenrechten oder anderen ethischen Grundsätzen entspräche.

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@earnest

Nein, die deutsche Vergangenheit ist keine Unterstellung, sondern ein Fakt. Aber als Grünwähler bist du sicherlich nicht drum bemüht, gegen Antisemitismus vorzugehen. Annalena Baerbock bzw, die Grün/ Bündnis 90 fordern sogar mit der Hamas zu verhandeln. Daher wundert es mich nicht, wenn man gegen die Beschneidung (jüdische Tradition) ist.

Aber mit „Misch dich nicht in jüdische Angelegenheiten“ tun sich viele immer noch sehr schwer – angesichts der deutschen Vergangenheit.

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@GustavoFring1

Du kannst dir deine, pardon, dämlichen "persönlichen"Bemerkungen sparen.

Auch deine Unterstellungen.

Danke für das Gespräch.

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@earnest
Sich gegen Rüstungsexporte stellen, wenn der politische Einfluss größer denn je ist: Die frühere Haltung fällt Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock auf die Füße. Das hat Folgen.
München – Dass die Grünen eine ambivalente Haltung zum Antisemitismus hätten, wird ihnen niemand vorhalten. Bei der Frage, wie sie zum Staat Israel und seinem Recht auf Selbstverteidigung stehen, kamen zuletzt aber Zweifel auf. Auslöser war ein Interview der Parteichefin und heutigen  Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock aus dem Jahr 2018. Damals sprach sie sich gegen U-Boot-Exporte in Krisenregionen aus – und schloss Israel mit ein.
Nun, da sich das Land gegen schwere Angriffe der terroristischen Hamas verteidigen muss ( was dahintersteckt), fällt Baerbock ihre Aussage auf die Füße. Vor allem Unions-Politikern gilt sie als Beleg für die außenpolitische Blindfliegerei der Partei, die nach der nächsten Bundestagswahl womöglich die Kanzlerin stellt. Der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn twitterte: „Solidarität mit Israel sieht anders aus.“ Und Generalsekretär Markus Blume schrieb: „Wer Zweifel daran lässt, dass er an der Seite Israels steht, ist nicht regierungsfähig.“

https://www.merkur.de/politik/baerbock-israel-gruene-naher-osten-palaestina-gazastreifen-konflikt-hamas-90577810.html

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@GustavoFring1

Ein chirurgischer Eingriff ist selbstverständlich eine Körperverletznung die allerdings sowohl durch die medizinische Indikation als auch in der Regel durch die Einwilligung des Betroffenen legitimiert ist.

Der Standpunkt der christlichen Kirchen so wie der Entsprechende Paragraph im BGB sind mir bekannt. Das erste ist völlig unerheblich und das Zweite Skandalös.

Der Vergleichbare Eingriff bei Mädchen aus religiösen Gründen, nämlich das Entfernen der Klitorisvorhaut, ist in Deutschland übrigens verboten. Bist du auch gegen dieses Verbot?

Körperverletzung in der Kindererziehung ist übrigens auch Verboten. Auch in den Fällen, in denen es die Erziehungsberechtigten gut meinen.

Manchmal müssen eben auch Kinder vor ihren Eltern geschützt werden. Erst Recht wenn deren Ausübung ihrer Religion einen nichtreversiblen, nicht medizinisch induzierten chirurgischen Eingriff zur Folge hat der zu allem Überfluss in der Regel auch noch ohne Betäubung durchgeführt wird.

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@BibiSunlight

Ich wurde selbst bei der Beschneidung betäubt. Ein seriöser Arzt würde niemals einen chirurgischen Eingriff ohne Betäubung durchführen. Das ist sogar rechtlich geregelt!

Ein chirurgischer Eingriff ist keine Körperverletzung! Weiß du überhaupt, was Körperverletzung bedeutet? Körperverletzung ist juristisch klar definiert. Du solltest mal das Strafgesetzbuch lesen! Dann weißt du, was ich meine.

Körperverletzung ist Misshandlung und Gesundheitsschädigung. Die Penisvorhaut zu entfernen, ist keine Gesundheitsschädigung. Außer man wird unmittelbar nach der Operation krank. Dann wäre das Körperverletzung! (Kommt drauf an, ob der Fehler beim Arzt liegt) In den meisten Fällen verläuft die OP reibungslos. Zudem hat die Beschneidung gesundheitliche Vorteile – nach der WHO. Körperverletzung wäre, wenn das Kind gegen seinen Willen beschnitten wird. Aber ein 4–Jähriges männliches Kind ist noch nicht einsichts- und urteilsfähig. Demzufolge braucht es nur die Einwiligung der Eltern.

Für die Behauptung, dass man nicht betäubt wird, schuldest du einen Beleg!

Am Beginn der Operation wird zusätzlich eine lokale  Betäubung an der Penisbasis gesetzt, damit nach der Operation die Schmerzen so gering wie möglich bleiben. Bei Erwachsenen ist der Eingriff problemlos und unter örtlicher  Betäubung durchführbar.

https://koeln-urologie.com/urologische-operationen/beschneidung-zirkumzision/

…wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll.  Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.

https://dejure.org/gesetze/BGB/1631d.html

allem Überfluss in der Regel auch noch ohne Betäubung durchgeführt wird.

Somit falsch.

Der Vergleichbare Eingriff bei Mädchen aus religiösen Gründen, nämlich das Entfernen der Klitorisvorhaut, ist in Deutschland übrigens verboten. Bist du auch gegen dieses Verbot?

Nein. Hier ist mein alter Kommentar:

Jedoch ist die Beschneidung von Frauen ein Zeichen der Unterdrückung.
Der Standpunkt der christlichen Kirchen so wie der Entsprechende Paragraph im BGB sind mir bekannt. Das erste ist völlig unerheblich und das Zweite Skandalös. 

Das ist nun mal Demokratie und unser Rechtssystem. Wir leben nicht in einem totalitären Staat, wo Besserwisser ihre Ansichten diktieren. Dieses Gesetz wurde mehrheitlich im Bundestag verabschiedet. Anscheinend sehen die Mehrheit der Bundestagsabgeordnete und Gerichte keine Probleme darin. Auch werden diese Politiker in jeglicher Hinsicht von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt. So what?

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@GustavoFring1

Eine Beschneidung nach jüdischem Ritus ist keine Operation durchgeführt von einem Chirurgen in einer urologischen Klinik. Deine Quelle dazu ist hinfällig. Du scheinst reichlich uninformiert zu dem Thema zu sein dafür, dass du dich so dagegen engagierst

Außerdem dürfe der Knabe laut jüdischem Recht nicht betäubt werden - lediglich "ein Tropfen süßer Wein" sei erlaubt, so Metzger.

(quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/israels-oberrabbiner-yona-metzger-ueber-die-beschneidung-von-juden-a-851210.html )

Wieso ist die Amputation eines Teils des sexuell empfindsamsten Gewebes bei Mädchen (Beschneidung Typ 1a) ein Zeichen von Unterdrückung, bei jungen hingegen eine legitime Ausübung der Religionsfreiheit der Eltern?

Es als Demokratie zu bezeichnen, einem Säugling das Recht auf körperliche Unversehrtheit auf Grund religiöser Mythen zu nehmen, halte ich für hahnebüchenen Blödsinn.

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@GustavoFring1
Körperverletzung ist Misshandlung und Gesundheitsschädigung.

"oder" nicht "und".

Zudem greifen auch §225, die Mißhandlung von Schutzbefohlenen, sowie §226, die Schwere Körperverletzung.

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@BibiSunlight

Die Beschneidung muss nicht acht Tag nach der Geburt durchgeführt. Ich finde das auch nicht sinnvoll und mit dem Kindeswohl vereinbar. Man muss auch bedenken, dass Deutschland eine Vergangenheit hat. Das Judentum sollte deshalb nicht eingeschränkt werden!

Niemand orientiert sich akribisch an den Regeln. Mir Inkompetenz vorzuwerfen, aber selber keine Ahnung vom echten jüdischen Leben zu haben. Ich weiß selber vom Bekanntenkreis, dass manche Eltern die Beschneidung verschieben, oder vergessen haben. Bei mir war das auch. Meine Eltern haben mir die Beschneidung verschoben. Keine Synagoge oder Gemeinde würde einem verachten, nur weil man sich nicht akribisch orientiert. Zumindest bei den nicht orthodoxen Juden. Deine Argumentation ist nicht realitätsnah. Nimmt befolgt eine Religionslehre zu 100%. Die allermeisten Moslems befolgen z.B. die Regeln der Scharia nicht zu 100%.

Wieso ist die Amputation eines Teils des sexuell empfindsamsten Gewebes bei Mädchen (Beschneidung Typ 1a) ein Zeichen von Unterdrückung, bei jungen hingegen eine legitime Ausübung der Religionsfreiheit der Eltern?

Mädchenbeschneidung ist ein Teil des Islams. Im Judentum werden Frauen nicht beschnitten. In islamischen Ländern werden Frau unterdrückt. Demzufolge ist die Mädchenbeschneidung aufgrund der gesellschaftlichen und gesetzlichen Benachteiligung ein Zeichen der Unterdrückung.

Es als Demokratie zu bezeichnen, einem Säugling das Recht auf körperliche Unversehrtheit auf Grund religiöser Mythen zu nehmen, halte ich für hahnebüchenen Blödsinn.

Wie gesagt, ich bleibe dabei. Die WHO und andere Institutionen empfehlen die Beschneidung. Sich beschneiden zulassen, hat keine Nachteile. Aber da die Gefahren und die Folgen einer Beschneidung (bei Betäubung) so gering sind, kann man dies vernachlässigen.

Du solltest mal das Strafgesetzbuch lesen! 
Vielleicht solltest du eher mal deine Arroganz Steckern lassen. Die kombiniert nicht so gut mit deiner Inkompetenz.

Weiß du, was „Imperativ“ ist? Nach Imperativ kommt immer ein Ausrufezeichen.

Darf ich dir demzufolge auch den Arm amputieren und wenn sich nichts entzündet, ist es keine Körperverletzung?

schlechter und unverhältnismäßiger Vergleich.

Falsch:  https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-67382-5_7
wenn der Eingriff nicht von der Einwilligung des Patienten in diese Behandlung gedeckt ist. Eine wirksame Einwilligung des Patienten setzt voraus, daß dieser das Wesen, die Bedeutung und die Tragweite des ärztlichen Eingriffs in seinen Grundzügen erkannt hat.

Der ganze Text im Link baut nur darauf auf, dass Kinder noch nicht die Tragweite und die Bedeutung der Beschneidung kennen. Aber diese Argumentation kann man leicht zerlegen. Mit dem Wort „Erziehungsrecht“. Dabei ignoriert dieser Text, dass die Eltern im Sinne der Kinder handeln können.

Die Eltern müssen die Bedeutung und Tragweite erkennen bzw. abwägen. Das ist auch in vielen anderen Bereichen so.

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@Destranix
oder" nicht "und".

Natürlich pickt man sich die Rosinen raus, und geht unsachlich auf etwas ein. Man ignoriert 1) dass ich diesen Text um 4:00 Uhr morgens geschrieben habe. 2) dass ich anderer Stelle dies bereits richtig geschrieben habe. 3) dass ich ein Gesetzestext zitiert habe, wo es richtig steht.

Mit einer Beschneidung wird niemand misshandelt oder gesundheitlich geschädigt.

Zudem greifen auch §225, die Mißhandlung von Schutzbefohlenen, sowie §226, die Schwere Körperverletzung.
Einen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bezüglich des Paragraphen des BGBs, welcher die Beschneidung zu nicht-medizinischen Zwecken unter bestimmten Voraussetzungen legetimiert, fand noch nicht statt.

Dieses Gesetz wurde mehrheitlich im Bundestag verabschiedet. Anscheinend sehen die Mehrheit der Bundestagsabgeordnete und Gerichte keine Probleme darin. Sonst wäre dieses Gesetz gekippt worden. Auch werden diese Politiker in jeglicher Hinsicht von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt. So what?

Davon abgesehen entscheidet auch das Bundesverfassungsgericht nicht immer in der Weise, wie es dem Grundgesetz, den Menschenrechten oder anderen ethischen Grundsätzen entspräche.

Hast du Beispiele?

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@BibiSunlight

Ich finde das auch nicht toll, dass man Beschneidung ohne Betäubung durchführt. Aber sicherlich liegt das daran, dass man mit einem Verbot jüdische Tradition einschränken würde. Angesichts der deutschen Vergangenheit ist das schwierig.

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@GustavoFring1
Natürlich pickt man sich die Rosinen raus

Ich picke garkeine Rosinen. Rosinen schmecken mir nicht...

1) dass ich diesen Text um 4:00 Uhr morgens geschrieben habe

Das muss ich nicht ignorieren, das habe ich nichteinmal mitbekommen, schlicht, da generell nicht in jedem Fall auf das Datum schaue. Zumal ich selbst dann etliche Annahmen hätte treffen müssen, gibt ja durchaus Leute, für die das eine normale Wachzeit ist.

2) dass ich anderer Stelle dies bereits richtig geschrieben habe. 3) dass ich ein Gesetzestext zitiert habe, wo es richtig steht.

Auch das wurde nicht ignoriert. Ich habe ja lediglich korrigiert. Wenn du es schon richtig geschrieben hattest, ist das ja umso besser.

Dieses Gesetz wurde mehrheitlich im Bundestag verabschiedet.

Allerdings nocht durch das Bundesverfassungsgerciht geprüft.

Anscheinend sehen die Mehrheit der Bundestagsabgeordnete und Gerichte keine Probleme darin.

Wäre ja kein Einzelfall, dass die irgendeinen Unsinn beschließen...

Auch werden diese Politiker in jeglicher Hinsicht von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt.

Über unser Wahlsystem möchte ich hier ungerne reden, da entfernen wir uns zu weit vom Thema. Ich sehe allerdings nahezu keine Legetimation der Bundestagsabgeordneten durch die Bevölkerung.

Hast du Beispiele?

Vorherige Urteile zu Beschneidungen dürfte es geben, die nicht konform sind. Müsste ich aber erst suchen und erneut prüfen.

Gibt aber noch mehr. Beispiele nennen ist schwierig, ich kann eher Urteile prüfen und habe nicht alle geprüften Urteile im Kopf, sondern lediglich Analysedaten zu diesen Prüfungen.

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Körperverletzung ist eine körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung. 

Ich denke das trifft die Beschneidung doch ganz gut. Vor allen Dingen wenn sie gegen den Willen des Kindes durchgeführt wird.

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Doch, das IST bei der Beschneidung der Fall. Und es wird an kleinen Jungs durchgeführt, die nicht wissen, was ihnen geschieht, die auch, wenn sie es nicht wollten, ihren Willen nicht durchsetzen könnten.

Das finde ich geradezu pervers.

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Das beschnittene Genital ist auch weiterhin voll funktionsfähig und führt zu keinerlei Beeinträchtigung. Die Beschneidung von Frauen hingegen ist ein Instrument der Unterdrückung, die mit massiven körperlichen und seelischen Schäden und der Einschränkung sexueller Empfindsamkeit verbunden ist.

Oha, das ist schon heftig. 100 Totesfälle auf 1,4 Millionen Beschneidungen als keinen Schaden zu bezeichnen ist echt heftig.

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Dies ist bei der Beschneidung nicht der Fall, im Gegenteil – die Entfernung der Vorhaut führt auch dazu, dass Keime sich weniger gut ansiedeln können, was Krankheiten verhindern kann. 

Sie können diese Behauptung sicher für Deutschland, mit ausreichend hygienischen Bedingungen durch Studien untermauern.

Die Beschneidung von Frauen hingegen ist ein Instrument der Unterdrückung, die mit massiven körperlichen und seelischen Schäden und der Einschränkung sexueller Empfindsamkeit verbunden ist.

Die Beschneidung ersten Grades bei Mädchen, nämlich die Entfernung der Klitorisvorhaut, ist sehr gut mit der Beschneidung bei Jungs vergleichbar. Übrigens verringert auch die Beschneidung der Penisvorhaut die sexuelle Empfindsamkeit.

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Hier ist mal wieder schön zu sehen, wie Wahrheit und Vernunft über Bord gehen, sobald die Religion am Ruder sitzt. Um unnötigen Atem zu sparen bringe ich nur ein kleines Zitat und dessen Quelle, in der wesentlich mehr zusammengetragen ist, als zum Entkräften dieser doch recht kläglichen Rechtfertigung vonnöten ist.

"Der Haupteinwand gegen die Beschneidung... ist, dass das Kind nicht in der Lage ist, selbst zu entscheiden. Der Eingriff verstößt gegen die körperliche Unversehrtheit des Kindes wie auch über sein Selbstbestimmungsrecht sowohl über seinen eigenen Körper als auch über seine zukünftigen religiösen Überzeugungen."

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Ich bin Christ und bin auch beschnitten aufgrund einer Vorhautverengung bei mir wurde das gemacht als ich 4 Jahre alt war. Ich kann mich noch gut daran erinnern es war danach sehr schmerzhaft bis alles verheilt war. Aber ich bin sehr froh das es bei mir gemacht wurde. Ich weiß nicht genau ob es dadurch kommt aber ich vermute es stark - Ich habe eine unglaubliche Ausdauer beim Sex ! Bestimmt hat es auch damit zu tun das ich viel Sport mache aber die Tatsache das ich beschnitten bin ist denke ich auch der Hauptgrund dafür. Meine Kinder werde ich als Christ auf jeden Fall auch beschneiden lassen. Es hat nur Vorteile !

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Die Beschneidung ist eine Körperverletzung, und gilt bei uns auch als soche im juristischen Sinn, wenn sie nicht durch einen Arzt fachgerecht ausgeführt wird.

Weil im §1631d BGB dafür eine Ausnahme gemacht wird.

Leider.

Aus Angst vor mächtigen Lobbygruppen.

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@earnest

Genau. Da hat Lobbyarbeit für religiöse Gruppierung triumphiert über Kinderschutz.

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@Kajjo

Und die Feigheit der sich wegduckenden Parlamentarier ist beeindruckend.

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@earnest

Leider ja. Aber auf der anderen Seite sorgen die schreckliche Cancel Culture und die Shitstorms um jeden Kleinkram eben dafür, dass sich keiner mehr traut, Tacheles [sic] zu reden.

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@Kajjo

Und ich wette: Auch das Bundesverfassungsgericht würde sich irgendwie drücken - WENN denn eine Klage käme...

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@earnest
Und die Feigheit der sich wegduckenden Parlamentarier ist beeindruckend.

Müssen sie gar nicht mal, die sagen dann einfach die Wahrheit. "Ich war gar nicht da, an dem Tag." Wir wissen ja, Parlamentarier sind mit bisweilen ein dutzend Nebentätigkeiten vielbeschäftigte Menschen.

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