Stimmt das Klischee das nur Männer Sex wollen?

14 Antworten

Dass nur die Männchen Sex wollen, das gibt es, wenn überhaupt, dann nur bei bereits ausgestorbenen Lebensformen. Mir ist jedenfalls keine Tierart bekannt, die sich ausschließlich durch Vergewaltigung fortpflanzt. Selbst wenn es trotz diesem Umstand möglich wäre, dass sich eine Lebensform ausreichend vermehrt, so müsste dieser Unterschied, dass die Männchen Sex wollen, aber die Weibchen nicht, in dem geschlechtsbestimmenden Erbgut kodiert sein. So eine Genetik hätte sich ja dann irgendwie durchgesetzt gegenüber der Variante, dass beide Geschlechter in diesem Punkt gleich sind, also kein Unterschied kodiert ist. Warum sollte das irgendeinen Vorteil für die Vermehrung haben? Vielleicht irre ich mich, ich bin kein Biologe, aber ich halte das für absurd.

Dass die Männchen, vieler Spezies mehr Sex wollen als die Weibchen, da ist etwas dran. Ein Männchen kann die Chancen, sein Erbgut weiterzugeben, verbessern, indem es sich mit vielen Frauen fortpflanzt. Ein Männchen kann in einer Woche hunderte Weibchen schwängern (je nach Performance). Aber ein Weibchen kann in einer Woche höchstens von einem Männchen schwanger werden, in seltenen Ausnahmen zweieiiger Zwillinge vielleicht von zweien.

Nichtsdestotrotz erhöht es auch ungemein die Chancen, sein Erbgut weiterzugeben, wenn ein Tier sich um seinen Nachwuchs kümmert und sicherstellt, dass dieser überlebt und wiederum das Erbgut weitergibt. Auch Männchen erhöhen so ungemein ihre Chacen. Bei Weibchen ist das oft stärker, denn die andere Variante, sich einfach mit vielen Sexpartnern fortzupflanzen, fällt bei ihnen weg.

Soviel zur Verhaltensbiologie, welche hier Hand in Hand geht mit der Evolutionspsychologie, die derselben Überzeugung ist. Sozialpsychologisch kommt noch hinzu, dass dieses bestehende Klischee auch wiederum beeinflusst, wie Menschen sich verhalten. Einerseits gibt es Männer, die meinen, es sei in Ordnung, wenn sie aggressiv nach Sex betteln, weil sie schließlich Männer sind. Andererseits gibt es offensichtlich auch sehr viele Männer, die dieses Klischee abschütteln wollen, weil sie davon als primitiv beleidigt werden. Zudem wird es teilweise ja auch so hingestellt, als würden Männer immer nur das eine wollen und das wäre obszön. Viele Männer fühlen sich schuldig allein dafür, dass sie sich nach Liebe, Sex und Zärtlichkeit sehnen, obwohl es völlig normal ist.

Wenn wir jetzt mal einen Schritt zurück machen und ein Stück von dem Big Picture in unsere Perspektive hinzunehmen, so stellen wir fest, dass überhaupt viel klischeehaftes gerade über Sexualität gesprochen wird, und ebenso schädlich wie das obige. Menschen haben allgemein das Gefühl, Sexualität wäre irgendetwas schmutziges, obwohl es völlig natürlich und gesund ist. Das fängt schon in der Kindheit an, teilweise mit dem Mittel der Gewalt. Das betrifft vor allem Mädchen. In der guten Absicht, sie vor sexueller Gewalt zu beschützen, vermitteln manche Erwachsene bei ihnen Bilder sexueller Gewalt, die ihnen Angst machen sollen. Häufig so eindrücklich für das junge Kind, dass es so ist als hätte es die Vergewaltigung tatsächlich erlebt. Das wissen wir auch von den Wormser Prozessen. Aber es braucht keine Beschuldigung im juristischen Sinne, ja gar keine Beschuldigung gegen eine bestimmte Person. Allein die Angst vieler Eltern vor dem Schwarzen Mann treibt sie häufig dazu, unwissentlich ihrem Kind ein sexuelles Trauma anzutun. Kein Wunder also, dass ein großer Teil der Frauen an psychisch bedingten Orgasmusstörungen leidet. Männer haben meist nicht diesen Horror, den Frauen haben. Sie kommen aber oft nicht damit zurecht, wie sie so auf Frauen zugehen können, dass diese sich trotz ihrer Schreckensbilder aus ihrer Kindheit auf eine intime Beziehung einlassen können. Dann sind sie nicht selten sehr frustriert, zumal von Männern in den meisten Kulturen erwartet wird, dass sie auf die Frauen zugehen und nicht andersherum. Eine Frau hingegen weiß, dass sie sich jederzeit auf eine intime Beziehung oder auf ein sexuelles Abenteuer einlassen könnte, wenn sie wollte. Es scheitert dann eher an der Angst, vom Mann verletzt, oder von anderen Frauen als Prostituierte bezeichnet zu werden. Das wird dann wiederum so gedeutet als hätten Frauen weniger Lust auf Sex. Obwohl hier nur beobachtet wurde, dass sie ihre Lust auf Sex stärker unterdrücken, wegen Traumata, oder zumindest wegen ekelhafter Konditionierungen aus ihrer Kindheit.

Bisher sprachen wir nur von Tendenzen. In den Durchschnitten macht es sich bemerkbar. Jedes einzelne Individuum kann aber grundsätzlich diesem Trend trotzen. Besonders, wenn die Person eine gewisse Charakterstärke aufweist. Dass dieses Klischee so vehement propagiert wird, zumal auf die einfältige Art und Weise, wie es propagiert wird, nützt niemandem etwas.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologie, Erziehung

Laut meiner Erfahrung wollen es schon sehr viele Männer! Ja!

Aber Frauen sind auch meistens nicht besser und können sich sogar nicht selten besser verstellen als Männer.

nein das stimmt ebend nicht die mädchen die das sagen sagen es weil sie sich immer die fuck Boys aussuchen und später heulen sie dann rum wenn er schluss macht oder weil sie merken das er sich nicht verändert

Nein. Mit Sicherheit nicht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nein, also laut meiner Erfahrung wollen viele männer mehr Sex wie Frauen aber es ist nicht so das nur männer Sex wollen :)

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