Sollte Prostitution in Deutschland legal bleiben?

6 Antworten

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Auf jeden Fall: JA!

Das Problem, welches die meisten Menschen umtreibt, die sich gegen Prostitution engagieren, ist ein moralisches Problem. Allerdings ist es NICHT Aufgabe des Staates seinen Bürgern vorzuschreiben welche Handlungen zwischen mündigen Erwachsenen nun moralisch erlaubt oder verboten sind!

Es gab Zeiten (auch in Deutschland), wo homosexueller Sex (seltsamerweise meist nur zwischen Männern) verboten waren - ebenso wie Ehebruch und andere "Unkeuschheiten". Diese dunklen Zeiten haben wir glücklicherweise überwunden und ich sehe keinen Sinn darin dorthin zurückkehren zu wollen. 

Daher verlegen sich die Gegner auf Argumente wie die Gesundheitsvorsorge und Verbrechensbekämpfung und schicken sich an Frauen aus einem Beruf zu "retten", die gar nicht gerettet werden wollen. Nur weil sich viele Menschen nicht vorstellen können mit einem Menschen Sex zu haben, den sie kaum kennen, sprechen sie anderen Menschen, die dies zu ihrem Beruf gemacht haben, die geistige Gesundheit ab und stellen fest, dass diese "wohl gezwungen werden".  

Seltsamerweise sind aber Swingerclubs und Pornoproduktionen, wo ja ebenfalls wildfremde Menschen miteinander Sex haben, in deren Augen kein Problem. Dabei läuft man ja auch nicht so schnell Gefahr, dass der eigene Partner diese Spielarten in Anspruch nimmt... . Warum eine Frau ihre Anonymität aufgibt für ein paar hundert Euros und sich bei Praktiken filmen lässt, welche die meisten Prostituierten mitleidig lächelnd ablehnen würden, dies grundsätzlich freiwillig macht, aber eine Sexworkerin, die ein Vielfaches verdient, ohne sich in der ganzen Welt zu outen, gezwungen werden muss, können die Prostitutionsgegner nicht erklären. 

Natürlich kommt es vor, dass Frauen (welche die Mehrheit der Sexarbeiter stellen) auf Partner eingelassen haben, die sich weniger für den Menschen, als vielmehr für deren gutes Einkommen interessieren und unter Vorspiegelung von "Liebe" und "gemeinsamer Zukunft" dann auf ihr sauer verdientes Geld "aufpassen" (und sich damit irgendwann aus dem Staub machen). Aber solche Ausnutzung gibt es auch in anderen Konstellationen! 

"Sex gegen Vorteile" ist das älteste Geschäft der Welt - wobei dies nicht nur die klassische Prostitution ist. Auch Adelstitel, Macht, soziale Stellung, finanzielle Unabhängigkeit machen "sexy". Wo wollte man die Grenze ziehen? Auch eine "Vernunftehe" bei der die finanzielle Ausstattung des Gatten wichtiger ist, als Gefühle, ist Prostitution auf hohem Niveau! 

Wenn man schon für die Freiheit und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper der Frau eintritt, dann gehört zu dieser Freiheit auch, mit diesem Körper Geld zu verdienen - sei es als Schauspielerin, Ballett-Tänzerin oder eben als Sexworkerin! 

Verboten hat der Staat - völlig zurecht - nur eines, nämlich Zuhälterei d.h. die Ausbeutung von Prostituierten. Damit schafft er Rechtssicherheit für Sexarbeiter, denn diese können sich gegen ausbeuterische Vermieter, Agenturen und Manager nun besser wehren. Gleichzeitig erhalten Investoren die Möglichkeit ein sicheres und hygienisch einwandfreies Arbeitsumfeld zu schaffen, wo übergriffiges Verhalten der Gäste gegenüber den Dienstleisterinnen erkannt und geahndet werden kann - ggf. unter Hinzuziehung der Polizei. 

Politiker versuchen in erster Linie dem Volk DAS zu geben, was es SCHEINBAR verlangt - in dem Bestreben auch bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden. Finden sich genug Menschen, die sich über Prostitution aufregen, dann denkt man laut darüber nach hier etwas zu ändern. Demonstrieren tausende gegen den Klimawandel, dann postuliert man, dass man hier um Lösungen bemüht ist. Hier wie dort machen oft die Menschen den meisten Lärm, die sich am wenigsten mit einem Thema auskennen. Die meisten Prostitutionsgegner haben noch nie persönlich mit einer Prostituierten gesprochen... 

Es bleibt also zu hoffen, dass sich genügend vernünftig denkende Politiker finden, die nicht auf die Moralapostel hören, welche Erwachsenen vorschreiben möchten wie sie ihr Sexualleben gestalten dürfen. 

Wenn Dich das Thema näher interessiert, dann solltest Du mal "Mein Hurenmanifest" von Undine de Riviere lesen und was Amazon sonst so zum Stichwort "Paysex" listet.  

Wir sehen uns im Puff! 

R. Fahren 

Woher ich das weiß:Beruf – Bekennender Paysex-Nutzer und Autor von Fachliteratur

Deine Beiträge sind immer ein Genuss! Vielen Dank!

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Natürlich. Ich möchte Sex, die Frau will Geld. Das ist doch ehrlicher als wenn ich das zehnfache an Geld in Restaurants und viele Lügen auftische, um sie rumzukriegen. Diese Geschäftsbeziehung ist davon abgesehen kein Hinderungsgrund, sich zu mögen. Im Gegensatz zu manchen festen Beziehungen.

Ja, ein Verbot würde nichts bringen und nur Probleme verursachen.

Das Konzept heißt sexuelle Selbstbestimmung.

Im Rahmen von Einvernehmlichkeit, Jugendschutz und Schutz der Öffentlichkeit vor Belästigungen soll jeder selbst entscheiden dürfen, was, mit wem, wann, wie, wo und eben auch warum.

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