11 Antworten

Hier in Deutschland muss sich erstmal in den Köpfen der Männer einnisten, dass Nein nein heißt und nicht vielleicht oder ja.

Selbst ein solches Gesetz würde, wenn es durchkäme, von irgendwelchen "Betonköpfen" mit Ausnahmeregelungen so sehr gespickt werden, dass nichts mehr davon übrig bliebe, als noch kompliziertere Verfahren.

Es muss erstmal ein anständiges Opferschutzgestz her.

Nein

Solange noch nicht genaustens feststeht was als verbale oder nonverbale Zustimmung gewertet wird, bin ich definitiv dagegen.

Ich kann allerdings zustimmen, das Sex zu 100% freiwillig sein sollte und somit Sex auch von beiden Parteien ausgehen muss.

Mich würden die genauen Gesetzestexte interessieren, denn solange diese nicht genaustens definiert sind und sie einen hohen Interpretationsspielraum lassen, möchte ich sie nicht haben.

Was hilft denn den dortigen Richtern bei der Beurteilung der Lage, wenn wieder Aussage gegen Aussage steht?

Am besten den Anwalt direkt mit ins Schlafzimmer nehmen.

"ihr Einverständnis durch Worte, Gesten oder auf andere Weise zum Ausdruck gebracht haben."

Also, klingt für mich wie ganz normales Verhalten. Was nicht mehr akzeptiert wird bei Prozessen ist das oft vorgebrachte Argument, sie hätte ja nicht nein gesagt.

Davon abgesehen bleibt ein Vergewaltigungsprozess weiterhin immer eine schwierige Sache für Richter, wenn es Aussage ggn Aussage steht.

Soll man dich jetzt so verstehen, daß du bisher auch ohne jegliche erkennbare Zustimmung dir einfach mal gegönnt hast?

1
@ollesgemuese

"Noch immer wird allerdings diskutiert, wie die neue Regelung vor Gericht gewertet werden kann - und was als verbale oder nonverbale Zustimmung gilt."

steht am Anfang des Artikels, demnach ist es noch nicht geklärt.

Und deine provokante Unterstellung kannst du dir getrost sparen oder hast du absichtlich diesen Absatz nicht gelesen:

"Ich kann allerdings zustimmen, das Sex zu 100% freiwillig sein sollte und somit Sex auch von beiden Parteien ausgehen muss."

Ich erkläre es dir aber gerne nochmal genauer, wenn die Frau einfach nur rumliegt und keine Reaktion bzw. sogar eine abwertende Reaktion zeigt, geht der Sex nicht von beiden Parteien aus.

Hirn einschalten, genau lesen und dann Senf dazu geben.

0
Ja

Natürlich soll vor dem Geschlechtsverkehr die Einwilligung eingeholt werden. Grundsätzlich sollten alle sexuellen Handlungen immer auf die Freiwilligkeit aller Parteien beruhen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Außerdem würde sich die Situation für Vergewaltigungsopfer erheblich verbessern. Statt dass diese gefragt werden würden, wann sie nein gesagt hätten, müssen sich die Beschuldigten die Frage beantworten, wann das Opfer denn dem Geschlechtsverkehr zugestimmt hat.

Und dann steht es wieder Aussage gegen Aussage. Oder findest du die App sinnvoll? Oder einen schriftlichen Vertrag???

1
@Bonye

Im Jahre 2018 wird immer noch angenommen, dass, wenn die Frau stumm daliegt und nichts sagt, dass das eine Zustimmung zu dem Geschlechtsakt ist. Auch Trump deutete das Schweigen der Frauen, die er sexuell belästigt hat als Zustimmung.

Das Gesetz würde da eine klare Gesetzeslage schaffen. Nur das, dem alle Beteiligten zustimmen, gilt nicht als Vergewaltigung.

Was es für einen psychische Erleichterung für das Opfer ist, wenn sich nicht mehr das Opfer rechtfertigen muss, sondern der Beschuldigte, wie es auch eigentlich sein sollte, kannst du dir nicht vorstellen.

Außerdem ist es leichter zu behaupten, sie hätte nicht nein gesagt, als sich etwas auszudenken, wo sie dem zugestimmt hätte. Je umfangreicher die Lüge, desto eher verstrickt man sich darin.

Die Frage, die sich mir stellt: Warum haben Leute so ein großes Problem damit die Zustimmung einzuholen? Warum wird Sexualität als etwas wahr genommen, das aus Übergriffen besteht und nicht einem miteinander?

3
@catchan

Na wer plant denn wann er Sex haben wird? Ich jetzt nich.. - also lege ich weder einen Vertrag bereit noch installiere ich besagte App? Soll nun jeder einen Vertragsvordruck im Porte­mon­naie haben, gleich neben dem für-den-Fall-der-Fälle-Kondom?

Und wirst du, in einer Beziehung jedes Mal diesen Wisch ausfüllen? Denn wer sagt dir das es nur der Fremde der übergriffig wird? Wer dieses nicht macht, läuft Gefahr als Vergewaltiger angezeigt zu werden - natürlich gern auch noch Wochen und Monate später wenn es keine körperlichen Anzeichen mehr gäbe.

Opferschutz klar, verständlich der Wunsch danach. Aber wenn der "Täter" am Ende das Opfer ist, weil die Behauptung schlicht falsch ist? Ich sehe das nicht als Lösung und empfinde es nicht als gute, durchdachte Idee.

0
@Bonye

Ist dir der Begriff konkludentes Handeln bekannt? Wenn du im Supermarkt Waren auf das Band legst, gibst du damit eine Willenserklärung ab. Ohne etwas zu unterschreiben, gehst du einen Kaufvertrag ab.

Was ist denn so schwer daran darauf zu achten, dass die andere Person die sexuellen Handlungen erwidert? Was ist so schwer daran im Zweifelsfall nachzufragen? (Ja, auch mündlich ist gültig)

Bonye, hast du überhaupt Ahnung von Vergewaltigungen abseits vom Vergewaltigungsmythos? Bei den meisten Vergewaltiger handelt es sich um den eigenen Partner oder um den Vater. Bei über 70% der Vergewaltigungen war der Täter dem Opfer vorher bekannt. Das sind bekannte Fakten.

Opferschutz ist wichtig. Vor allem da statistisch erwiesen ist, dass die Falschbeschuldigungsquote bei Vergewaltigungen eben nicht höher ist als bei anderen Verbrechen .Vergewaltigungsprozese sind sehr belastend für die Opfer und enden oftmals in einem Freispruch für den Täter.

Quoten also, die nicht höher sind als bei angezeigten Pkw-Diebstählen oder anderen Schadensmeldungen auch. Quoten, die das grundsätzliche, allgegenwärtige und ausgeprägte Misstrauen gegenüber Vergewaltigungsopfern nicht (mehr) rechtfertigen und nicht (mehr) erlauben.

https://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2012/september/detailansicht-september/artikel/vergewaltigt-oder-vorgetaeuscht.html

1
@catchan

Schön, sind wir also bei stillschweigender Einigung gelandet. Und wie soll der Täter dann beweisen das diese vorlag? Was würde das Gesetz dann also ändern?

0
@Bonye

Der Täter muss beschreiben, welches Handeln seitens des Opfers ihn veranlasst zu glauben, dass das ihre Einwilligung gewesen sei.

Daran ist mitnichten irgendetwas stillschweigend. Entweder sie macht aktiv mit oder sie gibt zumindest ihre mündliche Einwilligung.

Aber du solltest von dem Gedanken der Falschanzeige wegrücken. Wie ich schon mit Quelle belegt schrieb, die Quote ist bei Vergewaltigung nicht höher als bei anderen Delikten.

Jede 7. Frau in Deutschland wird vergewaltigt. Jede 3. Frau in Europa erlebt (sexuelle) Gewalt.

Nur ungefähr 10% der Vergewaltigungen angezeigt. Nur 8% der Prozesse enden in einem Schuldurteil.

Das Gesetz würde die Einstellung der Menschen ändern. Das hat es schon bei der Nein-ist-Nein-Regelung.

Es würde eine Verbesserung für Vergewaltigungsopfer im Prozess darstellen. Nicht mehr das Opfer muss sich rechtfertigen. Das ist eine Belastung für das Opfer, das ja sowieso schon allein durch die Tat psychisch stark belastet ist.

3
@catchan

Wie gesagt ich verstehe was du meinst, bin und bleibe aber Skeptiker. Manch einer versucht alles mit Gesetzen zu regeln, dabei haben wir schon solche die einen Rahmen vorgeben. Die Einstellung der Menschen und der Medien zu ändern.. klingt zu schön um wahr zu sein.

Vielleicht gibt es nach einer Zeit x ja (Erfolgs-)Berichte aus Schweden? Schauen wir mal wie es dort läuft nachdem die das Gesetz nun haben.

0
@catchan

OK... zum Thema Frauen würden es sich anders überlegen und gewollten Sex als Vergewaltigung anzeigen:

Hier nochmals die Fakten:

2-7% der Anzeigen sind Falschanzeigen.

Deine Behauptung ist somit ein Mythos, der sich nicht beweisen lässt.

Ca. 90% aller Vergewaltigungen werden nicht angezeigt.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Tatsächlich ereignete Vergewaltigungen werden nicht angezeigt, weil Opfer eben aufgrund solcher Aussagen Angst haben zur Polizei zu gehen.

Solche Behauptungen schaden Opfern und helfen Vergewaltigern, mit ihren Taten davon zu kommen.

Das Gesetz wäre eine Erleichterung für das Opfer.

Das Gesetz wäre die folgerichtige Konsequenz aus der gesetzlichen Gleichstellung von Mann und Frau, dass man eben ohne Zustimmung keine sexuellen Handlungen vornehmen darf. Es würde auch endlich in den Köpfen der Menschen verankern, dass auch das Gegenüber den Handlungen zustimmen muss.

2
@Bonye

Schweden hatte schon vorab ein härteres Sexualstrafrecht als Deutschland. Zum Beispiel ist Vergewaltigung in Schweden kein Delikt, das vom Opfer angezeigt werden muss, sondern wo sich die Polizei einschalten muss, wenn man davon Wind bekommt.

Wenn in einer Partnerschaft mehrere Vergewaltigungen geschehen, so wird jede einzelne Vergewaltigung gewertet und in der Statistik erfasst. In Deutschland würde man nur eine Vergewaltigung erfasst werden.

Deswegen hat Schweden auch im Vergleich eine solch hohe Vergewaltigungsrate.

Mitunter sind es solche Gesetze, die bewirken, dass Schweden uns in puncto Gleichberechtigung soweit voraus ist.

Bei der Nein-ist-Nein-Regelung war übrigens schon eine mentale Änderung zu beobachten. Das Gleiche würde noch mal passieren. Außerdem wäre die Ja-ist-Ja-Regelung einen Punkt der Kritiker der Nein-Regelung entgegenkommen: Was ist, wenn er das Nein nicht hört?

1
@catchan

Ich glaube immer noch das es am Ende beim "Aussage gegen Aussage" bliebe. Vielleicht würden sich aber mehr Opfer (das sind nicht nur Frauen, auch so ein Tabuthema das unsere Medien gerne ausklammern) geben die sich trauen zur Polizei zu gehen, da stimme ich dir zu.

0
@Bonye

Wenn sich mehr Frauen zur Polizei trauen würden, wäre das ein Riesenerfolg des Gesetzes. So könnte man endlich die hohe Dunkelziffer bekämpfen.

Außerdem sollte man bedenken, dass Vergewaltiger Wiederholungstäter sind. Ein unentdecker Vergewaltiger ist im Schnitt für 5,6 Vergewaltigungen verantwortlich.

Aber ebenso wichtig ist, dass Prozesse auch schonend für das Opfer sind. Was bringen Prozesse, die ebenso traumatisierend für das Opfer sind und am Ende dann doch mit einem Freispruch enden?

1
Enthaltung

Das Problem bei einer Vergewaltigung ist das gleiche wie bei jeder Straftat. Der Täter sagt etwas und das Opfer behauptet etwas anderes.

Was vor dem Verkehr gesagt wurde, wissen nur die die dabei waren. Und beide legen unterschiedlich Zeugnis ab.

Ist das Opfer glaubhafter, wird der Beschuldigte verurteilt. Ist der Beschuldigte glaubhafter, gibt es einen Freispruch und eine Schlagzeile in der Presse.

Was sagt denn das Schwedengesetz darüber aus, wie das "Ja" dokumentiert werden soll?

Nein

Wir sind hier immer noch in Deutschland, ein simples mündliches "Ja" sollte nicht aussreichen.

Wenn schon dann richtig. Ich denke da an eine notariell beglaubigte, schriftliche Einverständniserklärung in vierfacher Ausfertigung.

Und wenn ein simples "nein" auch nicht ausreichend ist?

Das ist doch gerade das Problem.

Mein Vater hatte immer den Spruch drauf: Eine Frau die "nein" sagt, meint in Wirklichkeit ja...

Und Männer mit dieser Einstellung gibt es immer noch genug, da braucht man nur mal nach Bayern zu schauen...

1
@adianthum

Wie gesagt ich fordere die notariell beglaubigte schriftliche Einverständniserklärung, in viervertiger Ausfertigung um das Rechtssicherheit zu schaffen. Alles andere wäre ohne Zustimmung und damit unzulässig.

Gerichtlich vereidigte Zeugen, die dem Akt beiwohnen und die Freiwilligkeit bezeugen, könnte ich mir als Lösung vielleicht auch noch Vorstellen.

Gut die Deutschen würden warscheinlich mittelfristig aussterben. Aber das wäre ja ein hinnehmbarer Preis wenn dann sexuelle Übergriffe der Vergangenheit angehören.

0
@adianthum

Warum brettert deine Mutter deinem Alten nicht eine Bratpfanne über den Scheitel, wenn er solche Reden schwingt?

0
@VogelFaull

Mein Vater war Jahrgang 1913, meine Mutter 1937. Damals hat noch kaum ein Mensch von Emanzipation geredet.

Damals galt noch die Regel, Frauen an den Herd, Männer an die Arbeit....

1
@JayCeD

Wenn die Deutschen ausstürben, wäre es wahrlich kein Verlust.

Und man muss das eine Extrem nicht gegen ein anderes tauschen.

Allerdings wäre es für ein tatsächliches Opfer- und das ist die Mehrzahl- eine wirkliche Erleichterung nicht vor Gericht ein zweites mal "vergewaltigt" zu werden.

So einen Schwachseinn wie: Sie hatte einen zu kurzen Rock an- hat mich sexuell provoziert- hätte nein sagen können (konnte sie aber nicht weil sie unter Drogen stand/bewusstlos war/ ihr jemand den Mund zugehalten hatte) sie eine Prostituierte ist (die haben in den Augen mancher Männer kein Recht überhaupt nein zu sagen, geschweige denn abartige Praktiken abzulehnen!), sie es doch so wollte...wäre dann nahezu unmöglich geworden und würde über kurz oder lang auch aus den Köpfen der Männer verschwinden, für die Frauen Menschen IIWahl sind.

Ich denke nicht, dass DU zu dem Typ Mann gehörst, der sich Sex mit Gewalt holen muss, oder?

Sonst würdest du nämlich nicht so einen Unsinn reden.

https://www.gutefrage.net/frage/kann-es-sein-dass-wenn-man-betrunken-ist-dass-man-keine-selbstkontrolle-mehr-hat?foundIn=list-answers-by-user#answer-284298150

DRitter Beitrag letzter Kommentar

Glaubst du dieses Mädchen wird sich bei der jetzigen Gesetzeslage trauen Anzeige zu erstatten?

Glaubst du dieses Mädchen wird sich trauen Anzeige zu erstatten, wenn ein eindeutiges Ja hätte vorliegen müssen?

1

Was möchtest Du wissen?