Sex mit Schutzbefohlenen

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich lasse die besondere Problematik des sexuellen Kontaktes mit Schutzbefohlenen hier mal außer Acht. Ich entnehme der Fragestellung, dass Ihr die außerordentliche Brisanz der Situation ja selbst seht, wenn es um sexuellen Kontakt mit Schülern geht, für die ein Pädagoge auch unmittelbar verantwortlich ist (ihn also aktuell selbst unterrichtet). Ich gehe hier nur auf den anderen Fall ein, den Du ansprichst:

Wenn von der "fehlenden Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung" (§ 182 Abs. 2 StGB) nicht die Rede sein kann, dann gibt es auch keinen strafrechtlichen Tatbestand!

Tröndle/Fischer stellen im Kommentar zum Strafgesetzbuch (Verlag C. H. Beck) fest, das Tatbestandsmerkmal sei äußerst unglücklich formuliert: "Das Merkmal bedarf daher der Auslegung; es kommt darauf an, ob die betroffene Person aus Gründen altersbedingter Unreife im konkreten Fall für den Täter erkennbar außerstande ist, die Entscheidung über die Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen intellektuell, moralisch und emotional in ein Selbstbild und Lebenskonzept in einer Weise zu integrieren, welche der Bedeutung sexueller Selbstbestimmung gerecht wird." Dabei sei stets unabdingbar auch "die Täter-Persönlichkeit und die Struktur des Verhältnisses zwischen Täter und Opfer" zu berücksichtigen!

Die besondere Problematik für Lehrer liegt IMMER darin, dass der Schüler dem Lehrer (wenn er diesen/diese persönlich anerkennt bzw. akzeptiert und ein enges persönliches Verhältnis zulässt!) einen Vertrauensvorschub in die geistige Reife der Lehrerpersönlichkeit voraus schickt UND dann gleichzeitig verantwortungsvolle Führung erwarten könnte (wenn auch nicht ausspricht!). Der Lehrer sollte sich also – auch wenn es der Klavierlehrer ist, der mit Gymnasiasten, die er selbst nicht unterrichtet, sexuellen Kontakt pflegt (ich formuliere das hier absichtlich vorbehaltlos geschlechterfrei) – sehr, sehr sicher sein, dass seine Rolle als Lehrer keinen Einfluss nimmt auf den Schüler! Der Lehrer muss sich sicher sein, dass seine besondere Position als Lehrer keinen prägenden Einfluss auf die Freundschaft zum Schüler nimmt und die Entscheidung zugunsten eines sexuellen Kontaktes frei ist von einer etwaigen "Gefällestruktur" (Gefälle an Alter und Reife) in der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler.

Erstens wird gemäß § 182 Abs. 3 StGB der sexuelle Kontakt eines über 21-Jährigen mit einem über 16-Jährigen nur auf Antrag (Anzeige) verfolgt. Zweitens ist dieser sexuelle Kontakt NICHT prinzipiell verboten. Drittens ist die Angelegenheit also einfach nur zu brisant, um nicht doch lieber die Finger davon zu lassen – sowieso, und insbesondere für Pädagogen! Viertens ist unschwer an einigen Antworten abzulesen, wie stark dieses Thema emotional aufgeladen ist – dabei muss es keinesfalls bestimmend für zwei Individuen sein, wie die Gesellschaft überwiegend moralisch denkt, aber es darf zur Vorsicht gemahnen.

WOW! Dankeschön

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Sehr gut beschrieben und dankenswerter Weise objektiv betrachtet =) ganz klar: DH!

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"Wenn der/ die Schüler/ in allerdings 16 wäre, könnte der Lehrer theoretisch sexuellen Kontakt mit dem/ der Schüler/ in eingehen."

Könnte schon, es ist aber verboten.

Wenn der Lehrer etwas mit eine Schüler einer anderen Schule hat, also kein Abhängigkeitsverhältnis besteht, dann wird das genauso behandelt wie bei einem Busfahrer, Landwirt oder Blumenverkäufer. Dann handelt es sich ja nicht um einen Schutzbefohlenen. Die Schutzaltergrenze liegt dann bei 14 (nicht bei 16).

http://www.gutefrage.net/tipp/sex-wer-darf-in-welchem-alter-mit-wem

Wo kein kläger da kein Richter

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Ich finde schon den Gedanken eines Lehrers abwegig. Wenn Ihr Abwechselung braucht geht in einen Swingerclub. Dann braucht Ihr Euch keine Gedanken machen ob es strafbar ist oder nicht.

Ich kann diese Fragen aus Sicht eines Schutzbefohlenen beantworten, und ich tue das, indem ich Ihnen beschreibe, wie ich mich fühle.

Kann sein, dass es für viele ein feuchter Traum ist, Sex mit einem Lehrer/Lehrerin zu haben. Nach dem Motto: Die reife Frau/der reife Mann führt in die körperliche Liebe ein. Der Rest ist allerdings ein Alptraum.

Ich war noch nicht 14, als ich mich bis über beide Ohren in meine knapp 11 Jahre ältere und verheiratete Klassenlehrerin verliebt habe. Sie hat das registriert und ist intim mit mir geworden. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass mit diesem Moment meine emotionelle Reifeentwicklung abgebrochen ist bzw. zum Stillstand kam.

Damals hatte ich nichts gegen den sexuellen Kontakt, ich hatte das starke Bedürfnis nach körperlicher Nähe, mit auch aufgrund meiner frühkindlichen Geschichte.

Heute würde ich am liebsten meinen Kopf stundenlang gegen die Wand schlagen, nur um die Gefühle und Gedanken der Liebe und Sehnsucht nach dieser Frau loszuwerden. Ich komme mit diesen Gefühlen noch heute nicht wirklich zurecht.

Ich habe einen erwachsenen Körper und das Gefühlsleben eines Teenagers. Ich habe Angst vor Frauen, denn ich habe jegliches Vertrauen verloren. Alle Beziehungen nach dieser waren eine Suche nach ihr, und ich habe damit einigen Frauen sehr unrecht getan. Ich hatte über Jahre hinweg Träume, in denen ich nach ihr gesucht habe; oft war es, als ob sie nur im nächsten Zimmer wäre, aber als ich dorthin kam, war es leer.

Irgendwann hat mich der ganze Sex nur noch angeekelt und ich habe mich zurückgezogen; das fiel zum Glück zusammen mit dem Zeitpunkt meines Ausscheidens aus der damaligen Schule. Ihre Antwort auf meinen Wunsch, doch bei ihr bleiben zu dürfen, war damals: "Ich füttere doch keinen Studenten durch".

In der Zeit danach habe ich mich zweimal ins Koma gesoffen und bin im Krankenhaus aufgewacht. Ich hatte damals und habe heute noch den Wunsch, zu sterben, oder zumindest Ruhe im Kopf und in den Gefühlen zu haben.

Ich habe nie mit jemandem über diese Sache geredet, um sie zu schützen. Ich habe meine Mutter und ehemalige Schulkameraden deswegen belogen.

Meine Bitte deshalb an alle Eltern: Seien Sie wach und gehen Sie jedem Verdacht, jeder intuitiven Ahnung in dieser Richtung unverzüglich nach. Ich bin sicher – obwohl ihr Kind vielleicht zunächst protestieren wird –, auf die lange Sicht wird es Ihnen dankbar sein, wenn Sie eine solche Beziehung verhindern bzw. unterbinden.

Und die Antwort an alle Lehrer: Lassen Sie die Finger von ihren Schülern, egal wie jung bzw. alt er/sie sind.

Als Lehrer ist man ja schon volljährig, eher mitte/Ende 20 und älter. Da eine sexuelle Beziehung mit einer minderjährigen Person anzufangen ist nicht nur was die Gesetzeslage angeht illegal sondern auch einfach unmoralisch.

Ein 16 jähriger Schüler kann sowas noch gar nicht richtig umreißen, ist im Kopf ganz wo anders als ein erwachsener Mensch.

Es wäre ziemlich eklig.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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