Philosophie klammert Thema Sex aus, nicht wahr ?

10 Antworten

Hallo Gringo58,

auch, wenn vieles gegen Moralismen oder Religionismen "verstoßen" sollte, lässt sich Sexualität auch philosophisch betrachten. Dabei ist die Philosophie nicht als eine Art Ersatz für z.B. jemandem nicht zugängliche Sexualität, die sich dann in Gedanken abspielt, zu betrachten, sondern als Mittel, um Modelle zu schaffen, die sich dann soziologisch beobachten oder realisieren lassen.

So betrachte ich die Liebe rein philosophisch in einem Modell, das nicht von der Natürlichkeit irgendwie abhängt. Sie ist damit unabhängig von z.B. Beziehungen, von Archaiken und letztlich auch von der Sexualität - und damit universal.

Es lässt sich aber Sexualität aus der Liebe folgern, wobei die Sexualität selbst wieder Methodiken aus der menschlichen Archaik folgt, aber dann unter Liebe "gerät". Daraus lässt sich eine Soziologie der Sexualität unter Liebe ansetzen.

Betrachtet man das Gegenteil von Liebe, so finden sich diese Methodiken außerhalb der Liebe - und wieder lässt sich eine Soziologie ansetzen.

Man könnte aus Beobachtungen schließen, dass unser Körper die Liebe im Rahmen der Sexualität sehr ideal unterstützt: intensivster Ausdruck der Einheit, intensivste Gefühle, die man sich (gegenseitig) schenken kann, auch das Schenken eines neuen Lebens. Und es stellt sich die Frage, was all dieser biologisch physiologische Aufwand bedeutet, wenn es nur um die Fortpflanzung geht.

Da geht schon was, mit dem man letztlich etwas anfangen kann.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge

Danke. Doch auch das Thema LIEBE iost bei klugen Koepfen wie Kant kaum erwaehnt worden. Vermute, es entzieht sich der philosophischen Betrachtung, weil es etwas triebhaftes ist, alsom etwas was sein muss und nicht gross hinterfragt werden kann....

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@Gringo58

Da mag es der Liebe, die klassisch als irgendein Trieb gesehen wurde, verwehrt gewesen sein, sich anderweitig ergründen zu lassen - und nicht anders als der Sexualität ergangen sein.

Wir können aber Liebe plausibel aus etwas "jenseits" unserer Welt (genauer: unserer Raumzeit) raumzeitlos modellieren. Da bekommen wir eine Unabhängigkeit von dem, was wir kennen und sehen - und das hat seinen Charm.

Leibnitz hatte die Idee, in seinem Monadenmodell die Seele - und als quasi Hyper-Monade Gott - zu beschreiben. Eine Methodik der Seele hatte er dargestellt - aber meiner Ansicht nach seinen Ansatz entweder posutliert oder aus natürlichen Dingen abgeleitet.

Interessant war Gott als Hyper-Monade. Wenn wir Gott mit Liebe gleichsetzen, ist das nicht ganz exakt. Wir müssten Gott dann als raumzeitlos postulieren, was Sinn machen würde. Doch folgt Gott eher aus der Liebe in einer besonderen Manifestation der Liebe in bewussten Lebewesen.

Ich habe erkannt, dass die Liebe in dieser universalen Modellierung sehr viel kann - und wende sie sehr oft auch hier in der Beratungspraxis an.

Nun, die großen Philosophen hätten ruhig auch mal was "triebhaftes" hinterfragen können. Ich hatte danach gefragt, warum Liebe im Himmel so wichtig wäre.

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@EarthCitizen20

Ich denke, es waere nicht uninteressant gewesen, wenn gross Philosopen dem Thema Liebe und / oder Sexualitaet mehr Raum gegeben haetten und zwar in Bezug auf dieImplikationen auf das "restliche" Leben, nicht zuletzt das geistige.

ICH sag mal so: Die Liebe ist etwas tolles, aber eben nicht immer. Sex und Liebe sind auch die groessten Stoerfaktoren im Bereich des friedlichen Zusammenlebens auf der Erde.........

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@Gringo58

Wenn wir Liebe in philosophischer Weise modellieren, wird sie universal und abstrahiert sich von dem ländläufigen Begriff, da sie sich nur mit Dingen "jenseits" der natürlichen Welt definiert und beschreibt.

Bei Sexualität ist das eben anders: sie definiert sich eher archaisch - und macht auf der Welt dann diese Probleme, die sich mit so manch anderer Archaik auch ergeben.

Es ist gerade die Liebe, die sich in der Einheit die Sexualität "instrumentalisiert" - und damit aus jeglichem Problemkreis herausführt.

Vielleicht bin ich als Hobby-Philosoph - ein Mensch, der einfach sehr gerne denkt und Dinge ergründen mag - nicht so bekannt wie ein Leibnitz oder Kant. Und ein Buch über die Liebe könnte ich durchaus schreiben - oder auch nur einen Artikel in einer philosophischen Zeitschrift. Nichtsdestoweniger wende ich das Modell der Liebe sehr häufig hier in der Beratungspraxis an.

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@Gringo58

Gerne - und lass mich noch etwas ergänzen.

Wir können noch die Erotik, die es ja in dem Umfeld auch in aller Munde gibt, mit hinzunehmen. Verallgemeinert und abstrahiert wird sie neben der Einheit in Liebe die zweite (und mit der Einheit hinreichende) Aussage zur Liebe. Es geht von der Liebe nur etwas aus und nur das, wobei etwas die Liebe immer erreichen darf.

Zu letzt dürfen wir uns fragen, wer wir sind. Und die Frage lässt sich nicht mehr mit natürlichen Mitteln lösen. Sie führt uns in ein "Jenseits": zu unserem Sein und zum Ursprung des Modells der Liebe.

Dann könnte man sagen, dass Sexualität ja für einen Fortbestand sorgt. Das wäre aber zu "kurz gedacht". Hier wirkt Einheit und Erotik zusammen: und zwei Menschen schenken in ihrer Einheit einem anderen Menschen ein Leben und ein Sein. Einen Fortbestand können wir als Kontinuität betrachten. Die dürfen wir aber auch aus dem Licht einer Zeitlosigkeit sehen.

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@EarthCitizen20

Sagen wir mal so: Sex, Liebe, Erotik entziehen sich der rationalen Betrachtung, damit der philosophiscen. Undere Kultur kann man noch rational erfassen, unsere Natur eher nicht.

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@Gringo58

Liebe, Erotik und Sexualität mögen versuchen, sich dessen zu entziehen - und können doch damit beschrieben und abgeleitet werden. Vielleicht will die Archaik nicht, dass dies geschieht.

Wir werden sicherlich nicht unsere (archaische) Natur rational erfassen - außer wir beschreiben sie soziologisch.

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"Alles auf unserem Planeten ist mehr oder weniger abhängig und dominiert vom Sex. Das Leben und die Gedanken (sagt Freud)... und dennoch findet es in der Philosophie so wenig Beachtung." - Das stimmt nicht! Die Sexualität wird z. B. in der Philosophie Schopenhauers sehr ausführlich, über viele Seiten in „Die Welt als Wille und Vorstellung“, 3. Buch dargestellt ("Metaphysik der Geschlechtsliebe"). Ein kleiner Ausschnitt:

„Alle Verliebtheit, wie ätherisch sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe, ja, ist durchaus nur ein näher bestimmter, spezialisierter, wohl gar im strengsten Sinn individualisierter Geschlechtstrieb. Wenn man [...] die wichtige Rolle betrachtet, welche die Geschlechtsliebe in allen ihren Abstufungen und Nuancen, nicht bloß in Schauspielen und Romanen, sondern auch in der wirklichen Welt spielt, wo sie, nächst der Liebe zum Leben, sich als die stärkste und tätigste aller Triebfedern erweist, die Hälfte der Kräfte und Gedanken des jüngeren Teiles der Menschheit fortwährend in Anspruch nimmt, das letzte Ziel fast jedes menschlichen Bestrebens ist, auf die wichtigsten Angelegenheiten nachteiligen Einfluss erlangt, die ernsthaftesten Beschäftigungen zu jeder Stunde unterbricht, bisweilen selbst die größten Köpfe auf eine Weile in Verwirrung setzt, sich nicht scheut, zwischen die Verhandlungen der Staatsmänner und die Forschungen der Gelehrten störend, mit ihrem Plunder, einzutreten, ihre Liebesbriefchen und Haarlöckchen sogar in ministerielle Portefeuilles und philosophische Manuskripte einzuschieben versteht, nicht minder täglich die verworrensten und schlimmsten Händel anzettelt, die wertvollsten Verhältnisse auflöst, die festesten Bande zerreißt, bisweilen Leben, oder Gesundheit, bisweilen Reichtum, Rang und Glück zu ihrem Opfer nimmt, ja, den sonst Redlichen gewissenlos, den bisher Treuen zum Verräter macht, demnach im Ganzen auftritt als ein feindseliger Dämon, der alles zu verkehren, zu verwirren und umzuwerfen bemüht ist; — da wird man veranlasst, auszurufen: Wozu der Lärm? Wozu das Drängen, Toben, die Angst und die Not? Es handelt sich ja bloß darum, dass jeder Hans seine Grete findet.“

Woher ich das weiß:Recherche

Kommt der Sache nah - ist eben ein Thema fuer Psychologen, nicht so sehr f. Philosophen........

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@Gringo58

Meiner Meinung nach "kocht" das Thema beim Herrn Schopenhauer mit dem Willen auch "im eigenen Saft" unserer natürlichen Welt - und mag auch meiner Meinung nach eher für soziologische und phychologische Betrachtungen gültig sein.

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Ein recht wirrer Text. Welchen Stellenwert sollte denn Sex in philosophischen Systemen erhalten? Es handelt sich dabei nunmal um einen stumpfen Urtrieb. Diesen kann man vielleicht metaphysisch ergründen und z. B. auf eine Kraft zurückführen (wie es beispielsweise Schopenhauer mit dem Willen tut), das war es aber auch schon.

Im Prinzip gebe ich dir Recht, aber deine Wertung ("stumpfer Urtrieb") ist in meinen Augen schon recht beleidigend.

Es gibt nun mal sehr viele Menschen, für die Sex einen hohen Stellenwert hat. Die alle mit solchen Worten quasi als nichtdenkende, nur vom Trieb gesteuerten Wesen hinzustellen finde ich stark übertrieben (wie auch mein Kommentar ist, das gebe ich zu), herablassend und daneben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du wirklich ein so arroganter Mensch sein könntest, wie dein Text leider vermuten lässt.

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@Thirteeen

Es ist eben ein stumpfer Urtrieb, der sich in jedem Lebewesen manifestiert. Das kann man wohl kaum abstreiten. Dazu gehört auch die Aufnahme von Nahrung. Sprich jegliche Triebe, die den Erhalt des Lebens zum Ziel haben und dem Willen zum Leben dienen. Das sagt aber erst einmal nichts über Menschen aus, die diesem einen hohen Stellenwert einräumen bzw. war wertungsfrei geschrieben. Einen hedonistischen Lebensstil im modernen Begriffsverständnis kann man meines Erachtens durchaus gut argumentieren.

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Wegen dem übertriebenen Sex... von Freud, hatte sich C. G. Jung von ihm getrennt.

Auch im Spirituellen weiss man vom Ego, der Triebhaftigkeit, dem Arterhaltungsinstinkt. Den man aber nutzen sollte, um wahrhaft lieben zu lernen, die Triebe alle unter Kontrolle bringen, damit man in die SelbstBewusstheit wachsen kann.

Der Sex Triebgesteuerte bleibt in den Trieben hängen und im unbewussten Ego verhaftet.

Das ist aber gewollt, da Unbewusste zu manipulieren sind, mehr konsumieren, abhängig bleiben u mehr Geld in die Wirtschaft bringen.

H. Hesse sagte: Man sorge, dass das Volk zufrieden ist. Wer Wissen hat, dem stopfe man den Mund.

Wachsen vom Ego u Mangel, übers Selbst, bis vergeistigt und Anschluss ans 1Bewusstsein, Erleuchtung, Fülle, spirituelles Ziel erreicht, im hohen Christusbewusstsein Selbst geworden.

 - (Schule, Psychologie, Sprache)

Eine vervoegelte Welt ist das ! :-)

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@Gringo58

Ja. Hier ist Gottes Kindergarten.

Geistliche müssten Geist endlich mal richtig erklären, statt sich an Bibelgeschichten zu klammern.

Gesellschaft spaltet sich. Man merkt, dass das 1Bewusstsein, das sie Gott nennen, höher geht.

Leider erklären Physiker die Quantenphysik noch nicht in den Medien.

Ich hab zufällig, plötzlich, vor 16 J. Erleuchtung bekommen, viel lesen müssen. Und jetzt erst das geballte Wissen, von dem, was ich schon seit Kindheit (60 Jahre ahnte) u lebte, gefunden. Es ist das übers Quantenbewusstsein.

Wir werden dumm, im Primitiven gehalten, zum Manipulieren u kontrollieren. Smartphones haben schon Standort drin.

Menschen, ohne Gemüt/Gewahrsein/Seele, ne Maschine, zum Ausnutzen.

Dummgehaltenzeitalter.

Das Universum sendet laufend Hinweise. Die Oberen überall, geben ihr Wissen nicht weiter u machen aus allem nur immer Geld. So dass die Lektionen immer schlimmer wieder kommen.

Traurig wie verlogen alles ist, nur wegen materiellen Vorteilen und Gier.

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@Kanimose

Sehr aktuell.... in diesen Wirren ( Viren) -Zeiten

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"Philosophie ist der Sex zwischen Lebenserfahrung und Geist. Manchmal kommt es zum Höhepunkt und manchmal zum Tiefpunkt."

Stell dir doch lieber mal erstmal vor, wie es wäre, wenn der Körper keinen Sexmechanismus hätte und kein Geschlecht.

Fortpflanzung wäre zum Beispiel nur über einen Zauberspruch möglich und die Babys würde der Storch bringen 😅

Was wäre, wenn die Welt so wäre?

Keiner würde über Sex philosophieren...

Keiner würde Sex haben können...

Keiner würde den Drang haben, Masturbieren zu müssen oder Lust auf Sex zu haben...was als Mann jedoch sowas wie eine Körper-Selbstreinigung ist, weil jeder wissen sollte, was passiert, wenn man das vom Körper automatisch produzierte Sperma nach einer Weile nicht wieder los wird. Bei Frauen reinigt sich die Mumu beispielsweise monatlich von alleine. Die müssen beispielsweise gar nicht so dringend masturbieren oder Sex haben. Die müssen sich nur grob gesagt ein Stück Watte reinschieben. Man könnte ja Frauen, die masturbieren, vorwerfen nur "versaute Schl****" zu sein. Natürlich ist es nicht so...also jedenfalls nicht immer. Männer könnte man das aus den genannten biologischen Gründen nie vorwerfen, eine "versaute Schl***" zu sein. Das einzige was man Männern vorwerfen könnte, wäre versaut zu sein, aber keine "Schla***".😅

Keiner könnte Witze über Sex oder Geschlechter machen...

Keiner könnte einen Orgasmus haben...

Keiner könnte als einsame Jungfrau sterben...also theoretisch wären dann alle Jungfrauen, obwohl Sie es nichtmal wüssten. Wäre eventuell besser für die eigene Psyche der hässlichen Menschen auf der Welt, oder? 😄

Keiner könnte schlechten Sex haben...Pluspunkt🤣

Keine Frau müsste Angst haben vergewaltigt zu werden...also es gäbe ja dann keine Geschlechter mehr...man könnte auch sagen, kein Mann hätte die Chance eine Frau zu vergewaltigen. Besser wäre eventuell...Keiner müsste sich die Mühe machen jemanden zu vergewaltigen. Das hört sich auch so negativ an. Keiner würde vergewaltigt werden. Da stellt sich nur die Frage...wäre es gut, wenn es keine Sexualität gebe, nur weil ansonsten ein paar Frauen, die meistens sowieso keiner anfassen will, vergewaltigt werden? 🤔

Keiner wäre chronisch untervögelt...eindeutig bester Kommentar in der Frage. Allerdings wurde da einiges nicht beachtet. Für die chronisch untervögelten Bürger gibt es bereits staatlich anerkannte freiwillige Helferleins. Nennt man auch Nutten 🤣

Die Liste könnte man endlos weiterführen...

Die Sexualität und die Geschlechter sind doch grundlegend neutral. Sexualität kann gut und schlecht sein. Aus dem Grund ist Sexualität gut und ich würde es vermissen, wenn es Sie nicht gäbe.

Sex dominiert den Planeten und das Leben genauso intensiv und stark, wie alles andere, was den Planeten und das Leben dominiert. Sex gehört zum Planeten und zum Leben, wie Tag und Nacht, Raum und Zeit, Liebe und Hass.

Die Philosophie klammert das Thema Sexualität nicht aus. Nur ein Mensch, der philosophiert, kann das Thema ausklammern. In der Natur liegt jede Philosophie über alles und nix verborgen. Die Natur ist der größte Philosoph.

Mir scheint, eine Welt, ein Dasein ohne Sex waere ein einfacheres Dasein

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