Gibt es heutzutage mehr Helikoptereltern als früher?

11 Antworten

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Eindeutig JA. !! Es ist noch überaupt nicht bewiesen, ob derartige Kinder in ernsthaften Krisenzeiten (die ohne Zweifel auf uns zukommen werden) einen stabilen Überlebensdrang an den Tag legen werden !

An sich sind das zwei Fragen, die miteinander nichts zu tun haben:

  1. Gibt es heutzutage mehr Helikoptereltern als früher?
  2. Ist es gut, dass Kinder alles dürfen und ihre Entwicklung ohne Grenzen erfolgt, oder wird da eine Generation von Egoisten herangezogen?

Das zwischendrin sind Beispiele, die ich nicht von Kindern, sondern von Erwachsenen kenne. Insbesondere „ich mach mein Ding, egal wie lang die Schlange hinter mir ist“ kenne ich nur von den umständlichen Centzählern, die meinen, mal 1-2 Minuten nach Kleingeld kramen zu müssen, um im „besten“ Fall festzustellen, dass es nicht reicht.

zu 1.)

Die Bezeichnung ist sehr modern, aber das gab es schon früher, da nannte man das „Glucke“, betraf nur Mütter, weil sich die Väter aus der Erziehung raushielten (war bei mir noch so, bin ein Kind der 70er). Ob es mehr oder weniger gab, ist schwer zu sagen, relativ (somit prozentual) gesehen wird gleich sein, da es jetzt aber mehr Menschen gibt, wird es in absoluten Zahlen mehr Eltern geben, auf die diese Bezeichnung passt. Dieses Phänomen ist durch das Medieninteresse ins Bewusstsein gerückt; ähnlich wie kriminalistische Fälle kommt es einen so vor, als ob es sowas früher noch nicht gab, was aber täuscht, denn jetzt wird darüber berichtet und zwar sehr zielgerichtet-manipulativ. Es sind ja nur Einzelfälle, die berichtet werden, über die tatsächliche Häufigkeit sagen sie nichts aus. Möglicherweise wird durch eine Sensibilisierung auf mögliche Gefahren die Zahl erhöht, bei manchem temporär, bei anderen permanent.

Mittlerweile ist es so, dass es „gute“ oder „normale“ Eltern nicht mehr gibt, man ist entweder Helikopter oder Rabe, je nach dem, was man gerade macht. Die Steigerung zu Helikoptereltern sind übrigens Nerveltern, die ihrer Umwelt noch mit den Belangen um ihr Kind auf die Nerven gehen; im Nachhinein kann es aber auch sein, dass das zu Recht war, aber das ist nicht so medienwirksam, es sei denn, das sind wirklich krasse Fälle.

Man muss zudem der Tatsache auch Rechnung tragen, dass die Zeiten anders sind; früher gab es weniger Verkehr, Filme zu machen war nicht nur auffällig, erforderte auch teures Equipment und die Verbreitung vor dem Internet war schwieriger. Die Möglichkeiten/Gelegenheiten haben sich erhöht - für Kinder, Eltern und Täter. Zudem sind nun auch mehr Frauen berufstätig und nicht wie in den 50ern nur Heimchen und die Flüsterpost der Nachbarschaft funktioniert auch nicht mehr so gut (manche Menschen liegen tage-/wochenlang tot in der Wohnung und keiner bemerkt es).

Rousseau hat in seinem Werk „Emile“ schon 1762 entsprechende Ideen, ich zitiere da mal Wikipedia dazu: „Die erste Erziehung ‚darf das Kind nicht in der Tugend und in der Wahrheit unterweisen, sondern sie muss das Herz vor Lastern und den Verstand vor Irrtümern bewahren‘“ - genau die Idee von Helikoptereltern, die das Ganze auf die Spitze treiben.

zu 2.)

Die antiautoritäre Erziehung war Ende der 60er bis in die 70er hinein. Heute ist das mehr Desinteresse und/oder Kraft-/Zeitmangel, KiGa und Schule sind ja auch zum Erziehen da und dort sind gelernte Fachkräfte, ich denke nicht, dass da ein Konzept dahinter steht.

Wobei es ja Stimmen gibt „hört auf, euere Kinder zu erziehen!“. So genau habe ich das mir nicht angeschaut, ich denke mir, dass das einfach nur undefiniert und umbenannt wird. Erziehung dient dazu, dass die zukünftigen Erwachsenen in der Gesellschaft zurecht zu kommen und sich behaupten zu können - ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ein Konzept entwirft, wo das nicht auch Ziel ist, der Weg dahin ist vielleicht anders als üblich. Aber in der Pädagogik kommen und gehen die Ideen, da gibt es nichts elementar Neues, alles war irgendwie schon mal da und kommt in der einen oder anderen Form wieder (sinngemäßes Zitat meines Pädagogik-Professors).

Es ist fraglich, ob ohne Erziehung Egoisten heranwachsen. Können auch Versager werden, weil sie die Regeln der Gesellschaft nicht kennen. Oder sie werden die Gesellschaft selbst verändern. Oder was auch immer...

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

es ist nicht gut wenn sie alles dürfen, sie kommen dann mit einem °°nein°° nicht zurecht, und das geht schon im kindergarten los, wie du schreibst, aber seine Grenzen enden da, wo andere Rechte und anderer Besitz verletzt werden. das ist vollkommenn ok.

früher hatte man gar keine zeit so ein theater um die kinder zu machen. ich bin u60 und habe selber 2 kinder. als ich in die schule kam hatten meine eltern auch kein auch kein auto um mich in die schule zu fahren, da musste ich laufen, und nicht nur 10 minuten. unsere kinder wurden zur selbstständigkeit erzogen und das war gut so - die stehen mt beiden beinen fest im leben und können kritik vertragen . egoisten sind es , gott sei dank , keine geworden

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ein gesundes Mittelmaß muss man finden.

Man sollte den kindern schon gewisse Freiheiten lassen (bin selber 16) Zusehr einschränken sollten man seine kinder nicht.

Allerdings sollte man ihnen auch nicht zu viel durchgehen lassen. Denn sonst behalten sie diese Angewohnheiten bei, denken nur noch an sich und können später echt Probleme kriegen, wenn sie erst als Erwachsene Grenzen kriegen (Beruf,usw.) Das konnte ich nämlich schon im Bekanntenkreis beobachten.

Ist aber alles nur meine Meinung.

sondern alles anfassen, egal ob im Geschäft, in fremden Wohnungen oder in Museen.

Die ersten Beiden kenn ich eher von älteren Personen. Das letzte kenn ich von niemand, ausser es ist erlaubt.

Stundenlanges Kreischen und Bocken in Restaurants, Kinos, Museen, Bus, Kirche etc.

ist in der Trotzphase normal, gab es früher wie heute.

Sich überall vordrängeln, im Geschäft stundenlang auswählen, während die Schlange an der Kasse immer länger wird usw.

auch so eine typische Rentnereigenschaft .... alles genau erläutern lassen und fünfmal umentscheiden. Wobei ich mich bei Bedarf auch bersten lasse, dann muss man halt warten. Vordrängeln kenn ich auch nur von Hippstern und Rentner.

Was hat auswählen mit kassenschlsnge zu tun 🤔

Wenn man beim Bäcker lange drauf warten muss, bis jede Individualität der Speisen besprochen wurde... nur um dann nichts zu kaufen.

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@Rosenmary

Aha ... na das kenn ich nur von Rentnern und Hippster .... Eltern wollen meist schnell fertig werden.

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