Beschnitten vs. Unbeschnitten?

Das Ergebnis basiert auf 14 Abstimmungen

Ja 57%
Nein 36%
Jein 7%

10 Antworten

Ja

1. Wegen der Optik, auf eigenen Wunsch

2. Vorteil: bessere Optik

3. Nachteil: weniger empfindsame Eichel

4. Nein, mein Sohn wäre ein eigenständiger Mensch und könnte über seinen Penis selber entscheiden. Ich würde nicht dafür verantwortlich sein wollen, wenn er damit unzufrieden wäre.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Als Erwachsener beschnitten worden
Ja

Ich war 10, als meine Eltern und unser Hausarzt mir empfahlen, meiner Beschneidung zuzustimmen. Sie alle waren nach eigener gründlicher Überlegung dafür und redeten ausführlich mit mir darüber. „Überredet“ wurde ich nicht - nur überzeugt, und das wirklich solide und gut.

Ich hatte wiederkehrende, stark juckende Entzündungen an Eichel und innerer Vorhaut (Balanoposthitis) und hatte die Wahl zwischen langfristiger Salbentherapie mit „ungewissem Erfolg“ und einer Beschneidung. Da ich vom FKK auch einige wenige beschnittene Penisse Erwachsener kannte, die ich schon damals attraktiver fand als mein (in Deutschland Mainstream-) Zipfelmützending, willigte ich sofort und freudig in meine Beschneidung ein. Sie fiel (ohne dass vorher über den „Stil“ beraten wurde) Low&tight aus, was ich sehr gut fand und finde.

Zusätzlich gab es einen familiären Hintergrund, der für meine Eltern (und Ihre Haltung, auf die ärztliche Empfehlung zu meiner prophylaktischen Beschneidung zuzugehen) und dann auch für mich und meine sofortige und überzeugte Zustimmung bedeutend war:

Meine Oma hatte eine jüdische Mutter gehabt, die die Nazizeit in Deutschland wie durch ein Wunder mit falschen Papieren überlebt hatte. So bekam ich durch die Erzählungen meiner Oma einen ganz persönlichen „Überbau“ für mein Beschnittensein, den ich bis heute als sehr wertvoll erachte. Obwohl ich evangelischer Christ bin, bedeutet mir diese jüdische Wurzel sehr viel und ich bin froh und stolz, das Zeichen für den Bund G‘ttes mit Abraham unveränderlich an meinem Körper zu tragen. Obwohl es kein ritueller Akt war, sondern „nur“ ein medizinischer - den allerdings ein Chirurg ausführte, der auch als Mohel für die Jüdische Gemeinde tätig war, weshalb es bei mir ganz entsprechend der Vorschriften der Mischna durchgeführt wurde.

Neben dieser für mich sehr positiven, erfüllenden seelischen und psychischen Dimension bin ich physisch-körperlich und sexuell mit meinem Beschnittensein äußerst zufrieden. Und meine seither nicht wenigen Sexualpartner waren und sind es auch. Ich kann es mir nicht besser vorstellen. Es ist Teil meiner Persönlichkeit und meines Selbstverständnisses. Und damit meines individuellen Stolzes.

Ich sehe für mich nur Vorteile im Beschnittensein, keinerlei Nachteile.

Unter vergleichbaren Umständen würde ich jeden Jungen, nicht nur meinen eigenen, von einer Beschneidung so zu überzeugen versuchen, wie ich es selbst so vorteilhaft erfahren habe. Das mache ich als Urologe/Androloge tatsächlich auch seit vielen Jahren erfolgreich so - inzwischen bei einer großen Zahl von Patienten. Weder ich selbst, noch einer der Jungs, die ich überzeugen konnte, bereute je diesen wohl überlegten und abgewogenen Schritt.

Darunter waren und sind nicht nur solche, bei denen eine Beschneidung (auch oder ausschließlich) aus medizinischen Gründen abzuwägen war (wie bei mir selbst), sondern auch Jungs, die aus religiösenGründen (vorrangig Muslime) beschnitten werden sollen (Elternwunsch, Konvention, Tradition) bzw. die es deshalb selbst wollen, oder deren Eltern oder sie selbst andereGründe für den Wunsch nach Beschneidung haben (Krankheitsprophylaxe, Aussehen, Hygiene, „überlange“ Vorhaut, Familienkonvention usw.). Söhne von Eltern (auch muslimischen), die sich nach der ärztlichen Aufklärung selbst gegen die Beschneidung entscheiden, während die Eltern weiterhin darauf bestehen, beschneide ich nicht (das entspricht der Gesetzeslage nach Paragraph 1631 d BGB).

Bei kleineren Jungen, die das noch nicht selbst entscheiden können (weil sie nach dem Gesetz „nicht einsichts- und urteilsfähig“ sind), mache ich eine intensive Aufklärung mit den Eltern, falls diese zu mir kommen, weil sie ihren Sohn ohne zwingenden medizinischen Grund beschnitten haben wollen. Wenn sie es nach dieser umfangreichen Aufklärung noch immer begehren, führe ich die Beschneidung auf der Basis von Paragraph 1631 d BGB durch.

Das gilt z. B. auch für jüdische Eltern, für die es eine zwingende religiöse Pflicht ist, ihren Sohn am achten Lebenstag der „Brit Milah“, der Beschneidung der Vorhaut als Voraussetzung und Zeichen der Aufnahme in den Bund G’ttes mit Abraham, zu unterziehen.

Falls ich nach meiner Anamnese und Diagnose medizinische Gründe feststelle, die eine Zirkumzision zwingend indizieren, beschneide ich den „nicht einsichts- und urteilsfähigen“ (weil dafür zu kleinen) Jungen selbstverständlich auch, nachdem ich die Eltern aufgeklärt habe. - In zwei meiner sehr zahlreichen entsprechenden Fälle verweigerten die Eltern ihre Zustimmung trotz meiner sehr starken Bedenken, dass es sehr starke gesundheitliche Risiken gibt, falls die Beschneidung unterbleibt (Nierenschäden / Nierenversagen aufgrund fast völliger Unterbindung der Miktion durch Phimosis; eine Inzision der Vorhaut zur Erweiterung war bereits erfolglos geblieben bzw. unmöglich). In beiden Fällen musste ich das Jugendamt und den Amtsarzt informieren, dass es die Verweigerung der Zustimmung der Sorgeberechtigten zu einer medizinisch dringend gebotenen Hilfeleistung gibt. In beiden Fällen wurde eine Beschneidung angeordnet und erfolgreich durchgeführt (nicht durch mich - das muss in einem solchen Fall ein anderer als der anzeigende Arzt machen) - in einem Fall gab es darüber hinaus einen Sorgerechtsentzug, weil der Junge tatsächlich völlig verwahrlost war.

Woher ich das weiß:Beruf – Facharzt für Urologie und Andrologie

Da stellen sich mir einige Fragen.

1. Wo zieht man die Grenze zwischen zu klein um es selbst zu entscheiden und es wird über den Kopf hinweg gemacht und "der Junge sagt Nein, die Eltern wollen es trotzdem und ich mache es dann nicht". Ab welchem Alter ist ein Junge noch zu klein, ab welchem Alter hat seine Meinung Gewicht? Vor allem juristisch würde mich das interessieren.

2. Als Androloge/Urologe muss man sich ja um Männergesundheit kümmern und nicht die Beschneidung vermarkten. Informierst du bei Phimosen gleichberechtigt über alle Behandlungsmethoden wie es eigentlich sein soll, sodass Eltern und auch der Junge wirklich eine informierte Entscheidung treffen können? Also zB. auch über Vorteile einer Salbentherapie und Vorhautplastik?

3. Du sagst selbst, dass du Jungen (auch gesunde?) von einer Beschneidung überzeugst. Wie kann man dann noch von rechtmäßiger Aufklärung von für und wieder sprechen? Eine Überzeugung ist doch keine Aufklärung.

4. Die umfangreiche Aufklärung der Eltern von zu kleinen Jungen enthält auch mögliche Nachteile und Risiken?

5. Wie stellst du sicher, dass alle deine Patienten mit ihrer Beschneidung zufrieden waren. Wenn du einen Jungen mit 6 beschneidest, wirst du ihn doch kaum mit 18 Jahren befragen ob er sich so gerade in sexuellen Kontexten wohlfühlt. Oder doch? Bestehen Langzeitkontakte zu Patienten?

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@Hey589

Zu 1.: Wo „man“ diese Grenze zieht, könnte nur der Gesetzgeber definieren. Das hat er nicht getan. Ich selbst ziehe sie niemals pauschal bzw. an einem bestimmten Lebensalter. Allein der in jedem Einzelfall in intensiven Gesprächen (sofern das Alter überhaupt einen gesprächsweisen Dialog ermöglicht) gewonnene Eindruck über eine klare Einsichts- und Urteilsfähigkeit (und zwar völlig unabhängig vom hier anstehenden Sachzusammenhang) ist ausschlaggebend. Fast immer wird von mir dazu ein (Kinder)-Psychologe hinzugezogen.

Zu 2.: Eine derartige umfassende Information über ALLE denkbaren und medizinischen Alternativen ist für mich stets selbstverständlich. - Sofern ich das „Vermarkten“ der Beschneidung als persönlichen Vorwurf auf mich beziehen würde, müsste ich überlegen, ob ich dem als Angriff im Sinne einer Unterstellung und Brüskierung entgegen zu treten hätte. Ich beziehe es jedoch nicht auf mich. Es liegt mir so dermaßen fern, dass ich mich nicht damit befassen will.

Zu 3.: Bitte den Zusammenhang meines entsprechenden Satzes wirklich in seiner ganz eindeutigen Differenziertheit wahrnehmen.

Zu 4.: Selbstverständlich.

Zu 5.: Es bestehen tatsächlich Langzeitkontakte zu zahlreichen Patienten, die über Zeiträume von teilweise weit über 20 Jahre nach den Zirkumzisionen gehen, die auch (nicht alle) im Kindesalter lagen. Das ist (in einigen Fällen nach auch jahrelanger Kontaktpause) teilweise auch auf explizite Nachfragen zu Forschungszwecken zurückzuführen. Ich bin zum Themenkomplex „Prognosen und Spätfolgen von Zirkumzisionen“ und weiteren (neben medizinischen vor allem auch soziokulturellen) Aspekten der Zirkumzision wissenschaftlich tätig.

Nachwort: Das waren jetzt freundliche Antworten, weil ich die Fragen auch so verstanden zu haben glaube.

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Ja

Ich habe mich freiwillig dafür entschieden weil ich immer ein jucken hatte wenns warm war oder man beim Sport geschwitzt hat und so auch wenn man es täglich sauber gemacht hat

Ich sehe eig Vorteile drin das es auf klo einfacher ist und man es leichter reinigen kann und das es mir persönlich besser gefällt

Nachteil sehe ich eig in der Empfindlichkeit die hat halt nachgelassen aber nicht zu schlimm wie befürchtet

Bei mir ist es so das die Eichel immer komplett frei liegt aber die innerer Vorhaut lose dahinter ist sind ca 1cm bis die Narbe kommt und das Bändchen wurde auch dran gelassen

Weiß ich jetzt nicht ob ich mein Sohn beschneiden lassen würde müsste ich sehen bzw kann er selbst entscheiden aber ich würde ihm auf jedenfall bei bringen wenn er das will die Vorhaut ständig zurück zu lassen

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Nein

Finde es nicht so toll, vorallem wenn die Helikoper Eltern für ihre Kinder entscheiden. Wenn es auf freiwiller Basis passiert ist es etwas vollkommen andren. Könnte es bei mir jedoch nicht vorstellen.

Ich wurde beschnitten da ich eine vorhaut Verängung hatte und kann mich nur daran erinnern das es sehr schmerzhaft war

Was jetzt besser, was schlechter ist

wo der vor und wo der Nachteil liegt..keine Ahnung, ich kenne es halt nicht wirklich anders da ich noch in der Grundschule war als ich beschnitten wurde.

und ob ich meinen Sohn auch beschneiden lassen würde…nur wenn er auch solche Probleme hat wie ich damals. Muss aber jeder für sich entscheiden.

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