Beschneidung, ist es Verstümmelung/Körperverletzung?

Das Ergebnis basiert auf 44 Abstimmungen

Ja es ist Körperverletzung/Verstümmelung 68%
Nein es ist keine Körperverletzung/ Verstümmelung 32%

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ja es ist Körperverletzung/Verstümmelung

Hätte ich als Kind die Wahl gehabt, hätte ich mich dagegen entschieden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für deine klare Antwort 👍

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Hätte ich Bilder gesehen eines beschnittenen Penis und ihn verglichen mit einem unbeschnittenen hätte ich mich spätestens als Jugendlicher schon aus Schönheitsgründen für die Beschneidung entschieden.

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Ja es ist Körperverletzung/Verstümmelung

Selbstverständlich ist es das. Ich halte es auch für grotesk, dass diese Körperverletzung in einer freien demokratischen Gesellschaft wie der unsrigen nicht verboten ist. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit eines Menschen sollte doch wohl deutlich dem seiner Eltern auf Religionsfreiheit übergeordnet sein. Der Glaube an einen Gott rechtfertigt in keinster Weise die Genitalverstümmelung eines anderen Menschen. Diese Entscheidung kann jeder Mensch schließlich selbst für sich treffen – volljährig.

Ihr habt das gut entschieden. Der Sohn wird's euch später danken (euch zumindest nichts vorzuwerfen haben). Ich habe es in gleicher Situation ebenso entschieden.

Wir sind jetzt gerade in der Phase wo wir unseren Sohn des öfteren erinnern müssen, dass er ein paar Mal die Vorhaut zurück zieht beim Baden oder duschen. Er möchte jetzt nicht mehr mit mir darüber reden, lieber mit Papa. Wir haben uns damals gegen die Beschneidung entschieden mit der Option, wenn's gar nicht geht natürlich einen Teilschnitt oder eine komplette Entfernung vornehmen zu lassen. Aber es hat zum Erfolg geführt. Bin froh das es so ausging.

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@Saphirglas

Ist doch gut, wenn der Vater dran erinnert. Nach kurzer Zeit passiert's von selbst.

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Die Begründung: ReLiGiOnsFreiHeit ist sowieso der letzte Schmarn.
Mit der Beschneidung, einer unumkehrbaren OP, branntmarckt man das Kind doch und zwingt ihm eine Religion auf - oder?

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@einJonas

Ja, natürlich. Dem Kind wird sowohl Vorhaut als auch Religionsfreiheit genommen. Deshalb ist das notwendige Verbot ja so eindeutig.

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@Johan79

sehe ich auch so
kannst noch körperliche Unversehrtheit in physischer sowie gegenenfals psychischer Form hinzufügen (gab hier auch schon Leute mit heftigen Depression und Selbstmordgedanken - wenn es keine Trolle waren)

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@einJonas

Ja, viele können es zwar akzeptieren, aber manche leiden sehr. Wenn man das Thema seriös recherchiert, merkt man das.

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Ich finde es beschämend, wie wenig Verständnis für jüdische Mitbürger diese Meinung an den Tag legt.

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@lukasanna

Ich finde es beschämend, diese körperliche und religiöse Entscheidung nicht dem betreffenden Menschen selbst zu überlassen. Denn auf jeden einzelnen Menschen kommt es an, nicht auf die Befindlichkeiten anderer.

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Religion ist für mich auch kein Grund, zumindest kein Grund für die Beschneidung eines Kindes. Was den zweiten Punkt angeht, bezüglich der Dehnung der Vorhaut: Grundsätzlich sollte immer versucht werden, das Problem mit Salbe in den Griff zu bekommen und es freut mich sehr, dass die Dehntherapie deinen Sohn heilen konnte. Es gibt aber auch Fälle, wo die Dehnung der Vorhaut vielleicht erst nach einem Jahr Erfolg zeigen würde, oder wo die Vorhaut nach der Dehntherapie wieder eng wird. Da ist dann vielleicht eine Beschneidung sinnvoller. Was vielleicht in vielen Fällen fehlt, ist eine gute Aufklärung über die Vorhaut und den Eingriff an sich. Würde da mehr Aufklärung betrieben werden, würden mit Sicherheit auch viele Kinder mit Migrationshintergrund nicht mehr einfach so beschnitten werden. Ich denke aber, dass sich das alles insgesamt bessert. Beschneidungsstatistiken sind weltweit rückläufig (Ausnahme: Afrika). Routinebeschneidung gibt es kaum noch, mit der Ausnahme der USA, wo aber die Zahlen auch sinken. In den 1950er Jahren, wurden in Australien z.B. 80% der Jungen beschnitten, 2017 waren es nur noch 4% der Jungen, meist aus medizinischen Gründen. Das ist weniger als in Deutschland und so sieht es in etlichen Ländern der Welt aus. In Bezug auf sinnlose Beschneidungen wird alles immer besser, aber ich habe das Gefühl, dass viele das gar nicht so vor Augen haben. Vor 60 Jahren wurden weltweit (!) mit Sicherheit noch doppelt so viele Kinder beschnitten wie heutzutage. Ich finde man tut heutzutage oft so, als sei das eine akute Bedrohung, die es auf alle Kinder abgesehen hat, obwohl es sich seit Jahren in die richtige Richtung bewegt (zugegeben es könnte schneller gehen).

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Als Erwachsener beschnitten worden
Ja es ist Körperverletzung/Verstümmelung

Wenn Eltern das bei ihren Kindern veranlassen, ohne medizinischen Grund, nur aus religiöser Entscheidung, dann finde ich das eine Körperverletzung und Verstümmelung. Selbst wenn erwachsene Männer selbst entscheiden, sich beschneiden zu lassen, ohne medizinische Indikation, halte ich das für äußerst fragwürdig. Sie haben einen perfekten Körper, warum muss man daran was wegschneiden? Hygiene? Es gibt Wasser und Seife!

Wenn wir schon physisch perfekt auf die Welt kommen, gibt es keinen Anlass, irgendetwas an unserem Körper entfernen zu lassen.

Was ist das für eine Religion, die das fordert?

Ja es ist Körperverletzung/Verstümmelung

Hallo Saphirglas

Ich finde, dass eine Bescheinigung nur dann durchgeführt werden sollte, wenn es medizinisch notwendig ist und der Patient einverstanden ist und die Folgen versteht.
Bei religiösen Gründen etc. sollte die Beschneidung erst dann durchgeführt werden, wenn die Person alt genug ist um eigene Entscheidungen zu treffen, einverstanden ist und die damit verbundenen Folgen auch versteht.
Außerdem sollte die Operation durch einen qualifizierten Arzt und mit Betäubung durchgeführt werden, außer der Patient lehnt dies ausdrücklich ab.

Alles andere ist in meinen Augen Folter und Verstümmelung.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

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