Beschneidung bei Jungs. Ja?! Nein?!

14 Antworten

Löst euch erst einmal sprachlich und gedanklich davon, dass hier ein Mensch verstümmelt wird. Soviel vorweg! Nun zur Beschneidung selbst. Diese hat sowohl Vor- und auch Nachteile. Deshalb soll deine Freundin ihren afrikanischen Partner, der recht vernünftig zu sein scheint, dahingehend versuchen zu überzeugen, dass er mit der Beschneidung warten soll bis sich der Junge selbst dafür entscheiden kann. Wenn die Beschneidung fachmännisch und unter Narkose gemacht wird, ist dagegen nichts einzuwenden. Es stimmt natürlich, dass der Heilungsprozess besser verläuft je jünger der Junge ist. Trotzdem sollte durch diese Diskussion kein Zerwürfnis in die gute Beziehung deiner Freundin und ihrem Partner zugelassen werden. Wenn deine Freundin schließlich auch für eine Beschneidung ist und die Gründe versteht, dann soll sie es zulassen, denn eine Verstümmelung ist es tatsächlich nicht. Sie hätte auch keinen verstümmelten Mann genommen, kannst du ihr sagen. Außerdem sind ca. ein Drittel aller Männer in der Welt beschnitten. Die würden es sich schwer verbeten als Verstümmelte bezeichnet zu werden. Denn das wäre eine Beleidigung für sie. Also, lasst diese Bezeichnung!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – und Recherchen von Betroffenen

Ich verstehe was du meinst/ damit sagen möchtest. Nur das Problem ist man nimmt den Kind ungefragt etwas, sie fühlt sich wie eine Rabenmutter. Ich bin froh das ich nicht in ihrer Haut stecke..(noch nicht), mein Freund ist auch Moslem, er würde es später auch verlangen -.-*

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Da früher im Orient Wassermangel die Regel war mit dementsprechenden Hygienemängel, da waren Beschneidungen angesagt, das ist aber in der heutigen Zeit nicht mehr erforderlich und deswegen eine unötige Körperverletzung.

Auf deine Frage kann es nur eine Antwort geben - Nein, keine Beschneidung für Kinder ohne medizinische Indikation! - Keinen irreversiblen und unnötigen Eingriff in den Körper unmündiger Kinder ohne deren ausdrücklichen Wunsch.

Wer sich als Erwachsener beschneiden lassen will, möge dies tun, so wie man sich auch freiwillig einen Ring durch die Nase ziehen kann. An Kindern dieses, nach hygienischen und medizinischen Gesichtspunkten, unsinnige Ritual zu vollziehen, ist nach moderner Rechtsauffassung ein Verbrechen. - Da helfen auch keine religiös oder traditionell begründeten Argumente. Auch wenn der Eingriff beim männlichen Kind nur minimal erscheint, hat er doch unter Umständen enorme Folgen für das spätere Sexualleben des Betroffenen.

Wer sich das Recht anmaßt, für andere abhängige Menschen (Kinder) die Entscheidung zu deren passiver Beschneidung anzuordnen, der gehört nicht in "unsere Welt", sondern "in den Busch", oder "in die Wüste". Er gehört zu den Menschen, die, wenn es darauf ankommt, nicht nur ein "Zipfelchen Haut" abschneiden, sondern an seinen Mitmenschen auch noch mehr. - Dies als Gruß an den afrikanischen Freund deiner schwangeren Freundin.

Dies darf auch nicht vom Gesetzgeber noch abgesegnet werden, wie derzeit in Deutschland beabsichtigt, wo eine schwache Regierung, um ihrer Ruhe wegen, faule Kompromisse eingehen will.

Auch hilft zur Rechtfertigung nicht der eventuelle Verweis, dass sich angeblich in Amerika ein hoher männlicher Bevölkerungsanteil inzwischen ebenfalls beschneiden lässt. - Man muss sich dabei die Frage stellen, von wem die zugrundeliegende Statistik erstellt und mit wessen Bekenntnis sie gefüttert wurde? - Außerdem ist Amerika häufig kein sinnvolles Muster und Vorbild für kluge und besonnene Lebens- und Verhaltensweisen.

Es ist Genitalverstümmelung und es ist über Wochen sehr schmerzhaft. aus gutem Grund lehnen die deutschen Kinderärzte diese Beschneidung ab und führen sie nur aus, wenn sie medizinisch notwendig ist.

Dieser Link wird dabei helfen, sich über die Beschneidung zu Informieren:

http://genderama.blogspot.com/2012/10/beschneidung-ignoranz-und-sexismus.html

Argumente, wie sie über die Beschneidung von Jungen vorgetragen werden, daß es ja nciht weh tue, dass das bisschen Haut nicht notwendig ist, es schon seit tausenden von Jahren gemacht worden sei, es gesünder sei, von Gott gewollt sei, das Kind davon nichts mitbekäme, das es ungefährlich sei.... etc. ALL DAS WIRD BEI MÄDCHENBESCHNEIDUNGEN AUCH BEHAUPTET.

Je mehr man über dieses Thema weiß, desto mehr muss man dagegen sein.

Früher dachte auch ich, dass es doch nicht so schlimm sei und habe selber eine Beschneidung in Erwägung gezogen und glücklicherweise mich vorher erkundigt, wofür die Vorhaut ist, was sie für Eigenschaften hat und welche Risiken dabei sind.

Meiner bescheidenen Meinung nach findet mit mit der Beschneidung im Kindesalter ein irreversibler Vorgang statt, den der Betroffene so möglicherweise nicht wollen würde, wenn er die Reife zur eigenen Entscheidung hätte. Eine Beschneidung aus medizinsch notwendigen Gründen - jederzeit. Aber in Deutschland, zur heutigen Zeit, mit Hygiene und Krankheiten zu argumentieren ist völliger Blödsinn. Wasser steht in jedem Temperaturbereich rund um die Uhr zur Verfügung, ebenso bekommt man an 6 Tagen in der Woche Seifen und Duschgels zu kaufen. Einem nicht beschnittenen Jungen muß man eben nur erklären, wie er sich pflegen muß. Bis dahin muß man ihm helfen. Aus meiner Sicht sind die Argumente Hyghiene und Krankheiten nur vorgeschoben, er ist es seiner Familie schuldig, die werden ihm in den Ohren liegen - aus religiösen Gründen. Warum darf der Junge diese Entscheidung nicht selbst treffen, wenn er alt genug dafür ist ? Er kann dann immernoch eine Narkose bekommen, aber er hat sich dann so entschieden.

Warum darf er sicht nicht selbst entscheiden? - Das hat sie ihn auch gefragt. Er hat ihr darauf geantwortet, das er als Kind natürlich aus Angst vor den Schmerzen "Nein" und nicht "Ja" sagen wird. Außerdem so älter man ist um so schmerzhafter ist es auch und um so länger braucht die Wundheilung. Im Windelalter liegt der Penis ja nur in der Windel, aber im späteren Alter ist das Kind ja körperlich schon aktiver und ab einem gewissen Alter fangen ja auch die Errektionen an, was dann sehr schmerzhaft sein kann.

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@Blumenfee12

Dann soll sie ihn einfach mal fragen, warum das Abschneiden von Haut im Alter mehr schmerzen sollte als im Kleinkindalter. Es wird ja nicht darüber diskutiert ob die Beschneidung mit 2 Jahren oder mit 72 Jahren (Thema Wundheilung) stattfindet. Es ist einfach ein Gebot der Menschlichkeit und der Verantwortung, unumkehrbare Eingriffe vom Betroffenen entscheiden zu lassen. Insbesondere, wenn gar kein Notfall vorliegt. Wenn der Junge mit 16 oder 18 Jahren selbst entscheidet ist doch alles gut. Er wäre sicher nicht der erste, der sich als "Mann" und nicht als Kleinkind beschneiden läßt. Und die Ärzte werden auch wissen, welche Medikamente notwendig sind, damit er nicht gleich nach dem Eingriff eine Erektion bekommt.

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