Heute im Garten freute ich mich mal wieder, dass der Wermut noch immer grün ist und das auch im Winter bleiben wird. Dadurch gibt es kein Laub von ihm zu rechen! Ich habe ihn als Hecke um Beete gepflanzt, aber nicht nur die ungewöhnliche Optik ist ein Vorteil von ihm: Von Mai bis September kann man seine Blätter ernten- am besten die Triebspitzen- und vielfach weiterverwenden. Für die Gesundheit liegt seine Hauptwirkung im Bereich Verdauung und Wirkung gegen Parasiten: man macht einen Tee, indem man zwei Teelöffel Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießt und zehn Minuten ziehen lässt und dann abgießt. Bei Verdauungsstörungen nach dem Essen trinken. Auch wenn er etwas bitter schmeckt- nicht süßen, das reduziert die Wirkung! Äußerlich kann man diesen Tee gegen Insektenstiche anwenden. Für den Winter trockne ich rechtzeitig einiges an Blättern und Blütenrispen, die kann man dann genauso verwenden. Sind übrigens auch geeignet für Mottensäckchen, wenn man sie mit Lavendel, Muskat, Nelken und Rosmarin mischt und mit ein wenig Zitronen- oder Lavendelöl übergießt (nettes kleines Geschenk!). Im Garten selbst kann man mit Wermutjauche sogar Ameisen und Blattläuse biologisch bekämpfen! 300 Gramm frischen Wermut zwei Wochen lang in zehn Liter Wasser stehen lassen, ab und an umrühren, absieben. Die Jauche in die Behausungen gießen oder auf die Pflanzen mit Blattläusen sprühen. Übrigens wirkt Wermut, wenn man ihn in der Nähe vom Kompost pflanzt, super gegen Fliegen. In der Küche wird Wermut vor allem für Braten wie Gänsebraten oder Kaninchen genutzt, sollte aber nur sparsam benutzt werden (ansonsten zu bitter). Traditionell wird Wermutelixier zur allgemeinen Stärkung und Infektabwehr genutzt und dieses Elixier stellt man her, indem man 150g Honig in einem Liter Wein aufkochen lässt, 40ml Wermutsaft hineingibt und dann nochmal kurz aufkocht. Heiß abfüllen und von Frühsommer bis Herbst jeden zweiten Tag ein kleines Gläschen einnehmen- dann ist man quasi für alles gewappnet :-)